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Kritik

Финник 2 Kritik: Was passiert, wenn plötzlich alle den unsichtbaren Hausgeist sehen können?

Russische FilmeAnimationsfilmeKinderfilme

Jedes Kind hat es irgendwann geahnt: Irgendwer wohnt in den Ecken des Hauses, lässt Socken verschwinden und bringt nachts die Dielen zum Knarren. Финник 2 baut aus diesem alten, liebenswerten Verdacht ein ganzes Abenteuer, mit einem plötzlich sichtbaren Hausgeist, einem entschlossenen Mädchen und einem ausgesprochen unangenehmen Monsterjäger. Ein revolutionäres Märchen ist das nicht, aber der Film weiß sehr genau, für wen er gemacht ist.

6,2/10
Wertung
Ein freundlicher, temporeicher Familienanimationsfilm, der den Kleinen reichlich Spannung bietet, Erwachsene aber nur selten überrascht.
Story
6
Schauspiel
6
Regie
6
Optik
7
Musik und Ton
6
Emotionen
6

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Финник 2: Trailer

Filmdaten

RegieDenis Chernov
GenreAnimationsfilme
Laufzeit85 Min.
LandRussische Filme

Worum geht es, ganz ohne Spoiler?

Finnik ist ein liebenswerter, unsichtbarer Hausgeist. Er gehört zu den Finniks, jenen Wesen, die still in den Wohnungen der Menschen leben und von denen die Bewohner im besten Fall etwas ahnen, im schlechtesten gar nichts. Genau diese Unsichtbarkeit sichert ihr Überleben. Doch durch einen uralten Zauber wird Finnik sichtbar und bringt damit nicht nur sich selbst in Schwierigkeiten, sondern auch alle anderen seiner Art.

Die Gefahr hat ein Gesicht: einen Monsterjäger, der sich ganz auf die Jagd nach Finniks spezialisiert hat und sich nun an Finniks Fersen heftet. Hier kommt Christine ins Spiel, Finniks Freundin, die erkennt, dass der kleine Kerl in Gefahr schwebt. Zuerst muss sie Finnik retten, dann stürzen sich die beiden gemeinsam in ein außergewöhnliches Abenteuer, damit die Finniks in Sicherheit bleiben. Mehr muss man gar nicht verraten, die Ausgangslage spricht für sich: Freundschaft, Verfolgungsjagd und ein Geheimnis, das es zu schützen gilt.

Ein Hausgeist, sichtbar im ungünstigsten Moment

Die Grundidee hat etwas sehr Sympathisches. Der unsichtbare Hausgeist begleitet uns seit den Volksmärchen, man denke nur an die Heinzelmännchen, und in der Fantasie vieler Kinder lebt bis heute das Wesen, das nachts aufräumt oder eben Chaos stiftet. Финник 2 dreht diese Tradition geschickt um: Der größte Schatz des Helden ist, dass ihn niemand sieht, und die Geschichte nimmt genau in dem Moment Fahrt auf, in dem er ihn verliert.

Für einen Familienfilm ist das ein hervorragender Motor, weil er gleichzeitig Humor und Fallhöhe liefert. Humor, weil ein plötzlich sichtbares Monsterchen in Alltagssituationen fast von selbst komisch wirkt. Fallhöhe, weil Sichtbarkeit hier nicht bloß peinlich, sondern gefährlich ist. Für jüngere Zuschauer ist das eine leicht verständliche und trotzdem spannende Lage, in der sie sofort mit dem Helden mitfiebern. Und ganz nebenbei macht der Film klar: Hier ist das Monster der Gute.

Christine, das Mädchen ohne Angst

Das emotionale Zentrum des Films ist die Freundschaft zwischen einem Kind und einem geheimen Wesen, eine der verlässlichsten Grundlagen des Genres. Christine ist die Figur, mit der sich die Kinder im Publikum identifizieren können: Sie bemerkt die Gefahr und handelt, statt auf die Erwachsenen zu warten. Ich mag es, wenn ein Familienanimationsfilm sein Kind nicht nur als Begleitung mitlaufen lässt, sondern ihm die Entscheidungen überträgt, und genau das passiert hier.

Der Monsterjäger dient als Gegenpol: der Außenseiter, der in den Finniks nur Beute sieht. Solche Bösewichte funktionieren im Kinderfilm dann, wenn sie zugleich bedrohlich und ein bisschen lächerlich sind, damit Sechsjährige sich nicht zu Tode fürchten, aber trotzdem mitzittern. Es gibt Verfolgungen und Bedrohung, aber nichts, was ein Kind, das gerade aus dem Kindergarten herausgewachsen ist, ernsthaft überfordern würde.

Denis Chernovs Regie und der Geschmack russischer Animation

Regie führte Denis Chernov, es handelt sich um eine russische Produktion. In den letzten Jahren haben russische Animationsstudios mehrere Familienfilme hervorgebracht, die technisch auf ordentlichem Niveau liegen und dem Rezept der großen US-Studios folgen, nur mit kleinerem Budget. Финник 2 reiht sich hier ein: eine bunte, bewegte Welt, die Kinderaugen anspricht und deren Tempo nie so weit absackt, dass die Kleinen unruhig auf dem Sitz herumrutschen.

Die Laufzeit von 85 Minuten ist ideal. Nichts wird überdehnt, es gibt keine überflüssigen Schleifen, und bei einem Familienausflug ins Kino ist das Gold wert: Der Film endet ungefähr dann, wenn auch das Popcorn alle ist. Gleichzeitig spürt man, dass die Inszenierung lieber auf Nummer sicher geht, bewährten Mustern folgt und nur wenige Momente bietet, die eine wirklich eigene Handschrift zeigen. Das ist keine Sünde, aber genau dieser Wagemut trennt die Besten des Genres von den bloß soliden Vertretern.

Was funktioniert und wo es hakt

Ehrlich betrachtet: Was spricht für eine Empfehlung, und warum gibt es trotzdem keine höhere Wertung?

Am Ende steht ein Märchen ohne peinliche Fehler, aber auch ohne jenen Zauber, über den man als Erwachsener noch tagelang spricht. Aus Kindersicht fällt die Bilanz allerdings ganz anders aus: Für sie sind das sichtbare Monster, die Verfolgungsjagden und die Freundschaft genau richtig.

Wo steht der Film im Reigen der Familienanimation?

Geschichten über heimlich lebende Wesen und die Menschen, die sie aufspüren wollen, haben schon viele große Lieblinge hervorgebracht. Wer Monster mag, die eigentlich netter sind als die Menschen, findet diesen warmen Grundton auch in Финник 2. Neben den Glanzstücken von Pixar wird er nicht im Regal stehen, aber für einen entspannten Wochenendnachmittag, gern auch zu Hause auf dem Sofa, ist er eine dankbare Wahl. Besonders für Familien, in denen die Kinder gerade entdecken, dass Kino nicht nur der Spielplatz der großen amerikanischen Studios ist.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Die Monster AG (2001), Ein Monster in Paris (2011), Hotel Transsilvanien (2012), Smallfoot: Ein eisigartiges Abenteuer (2018), Mein Nachbar Totoro (1988)

Häufige Fragen

Worum geht es in Финник 2?

Finnik, ein liebenswerter unsichtbarer Hausgeist, wird durch einen uralten Zauber sichtbar und gerät ins Visier eines Monsterjägers. Seine Freundin Christine rettet ihn zuerst und zieht dann gemeinsam mit ihm los, um alle Finniks in Sicherheit zu bringen.

Wie lang ist der Film?

Финник 2 dauert 85 Minuten.

Ist Финник 2 für Kinder geeignet?

Ja, es ist ein Familienanimationsfilm für Kinder ab etwa sechs Jahren. Es gibt Verfolgungsjagden und etwas Spannung, für Grundschulkinder ist der Film aber genau richtig.

Wer hat den Film gedreht und woher stammt er?

Regie führte Denis Chernov, es handelt sich um eine russische Produktion.

Lassen wir Finnik ins Wohnzimmer?

Ja, ganz beruhigt. Финник 2 schreibt die Regeln der Familienanimation nicht neu, arbeitet aber mit einem liebenswerten Helden, einer guten Grundidee und angenehmem Tempo, und das danken ihm die Kinder. Wer ein Grundschulkind zu Hause hat, das Geschichten über Monster, Geheimnisse und mutige Freunde liebt, investiert diese 85 Minuten gut. Die Erwachsenen lächeln derweil nachsichtig über die vorhersehbaren Wendungen und horchen abends vielleicht selbst etwas genauer hin, wer da im Dunkeln die Dielen knarren lässt. Von mir gibt es eine solide, warmherzige Sechs, aus Kindersicht eher eine Acht.

Wertung: 6,2/10 · Story 6 · Schauspiel 6 · Regie 6 · Optik 7 · Musik und Ton 6 · Emotionen 6