Anastasia: Der Zeichentrickklassiker über die verlorene Zarentochter
Anastasia aus dem Jahr 1997 ist einer dieser Animationsfilme, die man als Kind geliebt hat und als Erwachsener mit ganz neuen Augen sieht. Don Bluth und Gary Goldman erzählen darin vom Waisenmädchen Anya, das vielleicht eine verschollene Prinzessin ist. Hier erfährst du, worum es geht, wer die Stimmen leiht und wo der Film gerade im Abo läuft.
Russland, Revolution, eine Zarenfamilie, die in den Wirren verschwindet, und ein Mädchen, das überlebt: Der Stoff von Anastasia klingt nach großem Historiendrama, und genau so fühlt sich der Film in seinen besten Momenten auch an. Gleichzeitig ist er ein waschechtes Märchen mit einem untoten Bösewicht, einer quasselnden Fledermaus und einem Hund, der allen die Show stiehlt. Diese Mischung macht ihn bis heute so besonders.
In Deutschland kam der Film am 1. April 1998 in die Kinos, mit FSK 0 und einer Laufzeit von 90 Minuten. Er ist also ideal für einen Filmabend mit der ganzen Familie. Ich finde aber, dass gerade Erwachsene hier eine Menge entdecken: die Romantik, den Witz und dieses wehmütige Gefühl, dass man seine Herkunft manchmal erst suchen muss, um anzukommen.

Anastasia (1997)
Worum geht es in Anastasia?
Die Revolution überschattet Russland, und wie durch ein Wunder wird die jüngste Zarentochter, Prinzessin Anastasia, als einziges Mitglied der kaiserlichen Familie gerettet. Doch sie verliert dabei ihre Erinnerung. Jahre später ist aus der Prinzessin das arme Waisenmädchen Anya geworden. Sie ahnt nicht, wer sie wirklich ist, aber sie ist fest entschlossen, es herauszufinden.
Da kommen zwei Gauner ins Spiel: der charmante Betrüger Dimitri und sein Freund Vladimir. Die beiden suchen eigentlich nur ein Mädchen, das sie als falsche Prinzessin ausgeben können. Anya passt verdächtig gut ins Bild. Zusammen mit dem Hund Pooka machen sich die drei auf den Weg nach Paris.
Leicht wird es nicht. Der finstere Rasputin und seine ulkige Fledermaus Bartok setzen all ihre magischen Kräfte ein, damit Anya ihr Ziel niemals erreicht. Was folgt, ist ein Abenteuer voller Gefahren, Verwechslungen und, natürlich, einer Liebesgeschichte, die man schon nach fünf Minuten kommen sieht und trotzdem genießt.
Historie trifft Märchen: Was an Anastasia wahr ist
Die Zarenfamilie der Romanows gab es wirklich, ebenso die Legende, dass die jüngste Tochter Anastasia überlebt haben könnte. Über Jahrzehnte tauchten Frauen auf, die behaupteten, die verschollene Prinzessin zu sein. Aus genau diesem Mythos macht der Film ein Märchen.
Wer hier eine Geschichtsstunde erwartet, liegt allerdings falsch. Rasputin ist im Film ein untoter Zauberer, der mit dunkler Magie Rache sucht, und das Paris der Geschichte ist eine glitzernde Traumstadt. Das ist kein Fehler, sondern Absicht: Anastasia nimmt sich die Freiheit, eine traurige Geschichte mit einem hoffnungsvollen Ende zu versehen. Ich mag das, solange man den Kindern hinterher kurz erzählt, wie es wirklich war.
Besetzung und Rollen: Die Stimmen hinter Anastasia
Im englischen Original hat der Film eine Sprecherriege, die sich sehen lassen kann:
- Meg Ryan als Anastasia bzw. Anya
- Kirsten Dunst als junge Anastasia
- John Cusack als Dimitri
- Kelsey Grammer als Vladimir
- Christopher Lloyd als Rasputin
- Hank Azaria als Fledermaus Bartok
- Bernadette Peters als Sophie
- Angela Lansbury als Zarenwitwe Marie
- Rick Jones unter anderem als Zar Nikolaus
- Andrea Martin als Phlegmenkoff
Meg Ryan bringt genau diese Mischung aus Schlagfertigkeit und Verletzlichkeit mit, die Anya so sympathisch macht. Christopher Lloyd als Rasputin ist herrlich überdreht, und Hank Azaria sorgt als Bartok für die meisten Lacher. Mein heimlicher Liebling ist aber Angela Lansbury: Ihre Szenen als Großmutter, die nach all den Jahren kaum noch zu hoffen wagt, gehören zu den bewegendsten des ganzen Films.
Regie: Don Bluth und Gary Goldman
Hinter Anastasia stehen Don Bluth und Gary Goldman. Don Bluth ist Fans klassischer Zeichentrickfilme ein Begriff, denn er hat das Genre jahrzehntelang mitgeprägt. Man merkt dem Film diese Handschrift an: Die Animation ist weich und detailreich, die Farben leuchten, und es gibt Szenen, die bewusst dunkel und unheimlich sind. Gerade Rasputins Auftritte haben einen leicht schaurigen Touch, der dem Film Profil gibt.
Die Bilder vom verschneiten Russland und vom funkelnden Paris sind wie gemalt. Wenn du Zeichentrick nur von aktuellen Computeranimationen kennst, lohnt sich der Blick zurück allein schon wegen dieser Optik.
Wo kann man Anastasia streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, findest du Anastasia in Deutschland bei folgenden Flatrate-Angeboten:
- Disney Plus
- Amazon Prime Video
- Amazon Prime Video mit Werbung
Wenn du eins dieser Abos ohnehin hast, steht dem Filmabend also nichts im Weg. Streamingkataloge ändern sich allerdings regelmäßig, deshalb lohnt sich vor dem Einschalten ein kurzer Blick, ob der Film noch verfügbar ist.
Für wen ist der Film geeignet?
Mit FSK 0 ist Anastasia offiziell für alle Altersstufen freigegeben. Trotzdem ein ehrlicher Hinweis: Rasputin und seine düsteren Kreaturen können für ganz kleine Kinder ziemlich gruselig sein. Ab etwa sechs Jahren dürfte das meist kein Problem mehr sein, vor allem, wenn ein Erwachsener danebensitzt.
Besonders gut passt der Film zu dir, wenn du
- klassischen Zeichentrick mit viel Atmosphäre magst,
- Geschichten über Identität und Familie berührend findest,
- eine Liebesgeschichte mit Witz und Schlagabtausch zu schätzen weißt,
- einen Film suchst, der Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß macht.
Mit einer Bewertung von 7,6 bei TMDB steht der Film auch beim Publikum gut da. Das deckt sich mit meinem Eindruck: Er hat kleine Schwächen, etwa einen eher simplen Bösewichtplot, aber sein Herz sitzt am rechten Fleck.
Ähnliche Filme, wenn dir Anastasia gefällt
Wenn dich die Mischung aus Romantik, Abenteuer und märchenhafter Kulisse begeistert hat, lohnt sich ein Blick auf klassische Zeichentrickmärchen über junge Heldinnen, die ihren eigenen Weg suchen. Filme wie Die Schöne und das Biest oder Rapunzel: Neu verföhnt treffen eine ähnliche Stimmung, mit Witz, Gefühl und einem Schuss Magie.
Außerdem gehört der Film laut unseren Daten zur Anastasia Collection. Wenn dich die Welt rund um Anya nicht loslässt, kannst du dich dort nach weiterem Material umsehen.
Häufige Fragen
Ab wie viel Jahren ist Anastasia freigegeben?
Anastasia ist mit FSK 0 ohne Altersbeschränkung freigegeben. Einige Szenen mit Rasputin können für sehr kleine Kinder trotzdem etwas unheimlich wirken.
Wo kann ich Anastasia streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film bei Disney Plus, Amazon Prime Video und Amazon Prime Video mit Werbung im Abo verfügbar.
Wer spricht Anastasia im Original?
Im englischen Original spricht Meg Ryan die erwachsene Anastasia bzw. Anya, Kirsten Dunst leiht der jungen Anastasia ihre Stimme.
Wie lang ist der Film Anastasia?
Der Animationsfilm hat eine Laufzeit von 90 Minuten.
Wer hat bei Anastasia Regie geführt?
Regie führten Don Bluth und Gary Goldman. Der Film stammt aus dem Jahr 1997 und lief am 1. April 1998 in den deutschen Kinos an.
Wer ist der Bösewicht in Anastasia?
Der Gegenspieler ist der Zauberer Rasputin, gesprochen von Christopher Lloyd. An seiner Seite ist die Fledermaus Bartok, der Hank Azaria die Stimme leiht.
Lohnt sich Anastasia heute noch?
Ganz klar: ja. Anastasia ist einer dieser Filme, die mit den Jahren eher besser werden. Als Kind fiebert man mit Anya, lacht über Bartok und gruselt sich vor Rasputin. Als Erwachsener merkt man, wie viel Wehmut in dieser Geschichte steckt und wie schön sie davon erzählt, dass Zuhause manchmal ein Mensch ist und kein Ort.
Schnapp dir also eine Decke, vielleicht die Familie oder einfach eine Tasse Tee, und gönn dir die 90 Minuten. Bei Disney Plus oder Amazon Prime Video ist der Film laut JustWatch gerade nur ein paar Klicks entfernt.
