Avengers: Secret Wars Vorab-Kritik: Die Russo-Brüder kehren zurück und denken in ganz großen Dimensionen
Es gibt Filme, auf die man wartet, und es gibt Filme, auf die ein ganzes Filmuniversum wartet. Avengers: Secret Wars gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Wenn der Film nur halb so viel hält, wie Titel und Besetzungsliste versprechen, könnte er trotzdem eines der größten Kinoereignisse des Jahrzehnts werden. Auf dem Regiestuhl sitzen wieder Anthony und Joe Russo, und die Besetzung liest sich, als hätte jemand die Wunschliste der Fans ausgedruckt.
Auf dem Papier ist alles für ein gewaltiges Finale angerichtet. Offen bleibt nur, ob die Russo-Brüder das Wunder ein weiteres Mal wiederholen können oder diesmal unter dem Gewicht ihrer eigenen Legende einknicken.
Filmdaten
| Regie | Anthony Russo, Joe Russo |
|---|---|
| Besetzung | Robert Downey Jr., Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Ebon Moss-Bachrach, Wyatt Russell, Joseph Quinn |
| Genre | Science-Fiction-Filme, Fantastische Filme |
| Land | Amerikanische Filme |
Was wissen wir bisher und was nicht?
Fangen wir mit dem ehrlichen Teil an: Über Avengers: Secret Wars wissen wir derzeit nur das, was die offiziellen Angaben hergeben. Es handelt sich um einen amerikanischen Science-Fiction- und Fantasyfilm, Regie führen Anthony Russo und Joe Russo, und zur Besetzung gehören Robert Downey Jr., Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Ebon Moss-Bachrach, Wyatt Russell und Joseph Quinn.
Zur Handlung, zu den Rollen und zur Laufzeit gibt es keine bestätigten Informationen. Deshalb werde ich hier auch nicht so tun, als wüsste ich, wer gegen wen kämpft und wer am Ende noch steht. Das Netz ist voller Theorien, viele davon wirklich unterhaltsam, aber in einer Vorab-Kritik will ich keine Punkte für Spekulationen vergeben. Bewertet wird, was wir in der Hand haben: die Macher, die Schauspieler, das Genre und der Schwung, mit dem dieser Film anrollt.
Und ehrlich gesagt verrät dieser Schwung schon eine Menge. Ein Avengers-Titel ist an sich ein Versprechen. Ein Titel, in dem das Wort Krieg steckt, ist fast schon eine Drohung. Im besten Sinne.
Die Russo-Brüder: Garantie oder Druck?
Wenn jemand weiß, wie man ein Dutzend Hauptfiguren in einen Film packt, ohne dass sich irgendwer wie eine Nebenfigur fühlt, dann Anthony und Joe Russo. Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame waren nicht einfach Kassenschlager, sondern gemeinsame Kinoerlebnisse, über die Leute noch Jahre später reden wie über ein Konzert oder ein Endspiel. Der Moment, in dem der Saal explodierte, war kein Marketing, sondern echte, kollektive Freude.
Die Stärke der Brüder lag immer darin, hinter das gigantische Spektakel einen menschlichen Einsatz zu setzen. Spätestens seit The Return of the First Avenger wissen wir, dass sie Superheldenkino als Thriller, als Kriegsdrama und als Familientragödie erzählen können. Genau diese Vielseitigkeit braucht es jetzt, denn bei einem weiteren großen Showdown reicht es nicht mehr, dass es viele Helden und viele Explosionen gibt. Das haben wir gesehen. Das Publikum will mehr.
Und da liegt das Risiko. Die Russos treten gegen ihre eigene Messlatte an. Wird Secret Wars nur sehr gut, werden es viele trotzdem als Enttäuschung empfinden. Das ist nicht fair, aber so funktioniert das Gedächtnis von Fans. Ich vertraue ihnen trotzdem mehr, als dass ich mir Sorgen mache: Selten steuert ein Regieduo eine so riesige Maschinerie so souverän.
Die Rückkehr von Robert Downey Jr. und der Rest der Truppe
Der Name Robert Downey Jr. auf der Besetzungsliste wirkt auf Marvel-Fans ungefähr wie ein Stromschlag. Er war Iron Man, er war das Gesicht, auf dem ein ganzes Filmuniversum aufgebaut wurde, und sein Abschied war damals ein echter emotionaler Höhepunkt. In welcher Rolle er nun zurückkehrt, halten die offiziellen Angaben nicht fest, also schreibe ich es auch nicht hin. Eines lässt sich aber sagen: Downeys Charisma kann eine schwächere Szene allein tragen und eine gute unvergesslich machen.
Pedro Pascal gehört zu den gefragtesten Schauspielern der letzten Jahre, und das zu Recht. Nach The Last of Us und The Mandalorian zweifelt niemand daran, dass er gleichzeitig hart und verletzlich wirken kann. Seit Die Fantastischen Vier: Erste Schritte denken wir ihn zusammen mit Vanessa Kirby, Ebon Moss-Bachrach und Joseph Quinn als Team, und genau diese Verzahnung mit der größeren Geschichte darf man von so einem Finale erwarten.
Auch Wyatt Russell ist keine zufällige Wahl. In Marvel-Serien und Filmen hat er bewiesen, dass er moralisch zwielichtige, schwer liebenswerte Figuren spannend machen kann. In einem so großen Ensemble ist so ein Darsteller Gold wert, weil er die Reibung liefert, die einen Teamfilm davor bewahrt, zur reinen Parade zu werden.
Was kann diesen Film richtig gut machen?
Wenn ich zusammenfassen müsste, was für Begeisterung sorgt, sähe die Liste so aus:
- Bewährte Regisseure. Die Russo-Brüder haben schon zweimal geschafft, was alle für unmöglich hielten.
- Die Besetzung. Downey Jr. und Pedro Pascal in einem Film wären allein schon eine Kinokarte wert.
- Freiheit im Genre. Die Mischung aus Science-Fiction und Fantasy erlaubt eine Bildwelt nahezu ohne Grenzen, und die gehört auf die große Leinwand.
- Der Eventcharakter. So ein Film ist für das gemeinsame Kinoerlebnis gemacht, für volle Säle und kollektives Mitfiebern.
Da steckt auch etwas Nostalgisches drin. Viele Superheldenfilme der letzten Jahre fühlten sich wie Pflichtlektüre an, und das Publikum hat das deutlich gezeigt. Ein wirklich großes, wirklich ambitioniertes Ereignis könnte das Gefühl zurückbringen, dass wir nicht ins Kino gehen, weil wir mithalten müssen, sondern weil wir dabei sein wollen, wenn es passiert.
Wo könnte es schiefgehen?
Ich will kein Spielverderber sein, aber eine Vorab-Kritik ist nur dann etwas wert, wenn sie auch die Risiken benennt. Das erste und größte: Überfüllung. Je mehr Figuren, desto schwerer, jeder einen sinnvollen Bogen zu geben. Infinity War hat das meisterhaft gelöst, aber dort hielt ein sehr starker, zentraler Bösewicht die Fäden zusammen. Fehlt hier so ein Rückgrat, kann der Film leicht in eine Reihe von Episoden zerfallen.
Das zweite Risiko ist die Vorgeschichten-Müdigkeit. Ein Teil des Publikums verfolgt längst nicht mehr jeden Film und jede Serie, und wenn Secret Wars zu sehr darauf setzt, dass man alles gesehen hat, sitzt man trotz Kinokarte als Außenseiter im Saal. Das dritte ist die Falle der Comebacks: Fanservice ist großartig, solange er nicht an die Stelle der Geschichte tritt.
Darum vergebe ich für die Story vorsichtigere Punkte als für die anderen Kategorien. Nicht, weil ich sie für schlecht halte, sondern weil wir darüber am wenigsten wissen und weil genau davon am meisten abhängt.
Für wen ist der Film?
- Für dich, wenn: Für alle, die seit Infinity War und Endgame darauf warten, im Kino wieder genau das zu fühlen wie damals. Für Fans von Robert Downey Jr. und Pedro Pascal ein Pflichttermin.
- Lieber auslassen, wenn: Für alle, die die Flut an Superheldenfilmen ermüdet und die sich nicht in ein Kapitel eines riesigen, zusammenhängenden Filmuniversums setzen wollen. Wer ein leises Kammerspiel sucht, ist hier falsch.
Wenn er dir gefällt, schau auch: Avengers: Infinity War (2018), Avengers: Endgame (2019), The Return of the First Avenger (2014), Spider-Man: No Way Home (2021), Die Fantastischen Vier: Erste Schritte (2025)
Häufige Fragen
Wer führt bei Avengers: Secret Wars Regie?
Regie führen Anthony Russo und Joe Russo, die bereits Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame inszeniert haben.
Wer spielt in dem Film mit?
Zur Besetzung gehören Robert Downey Jr., Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Ebon Moss-Bachrach, Wyatt Russell und Joseph Quinn.
Welches Genre hat Avengers: Secret Wars?
Es ist ein amerikanischer Science-Fiction- und Fantasyfilm.
Lohnt es sich, Avengers: Secret Wars schon jetzt fest einzuplanen?
Ja, und dafür braucht es keinen blinden Glauben. Die bisherigen Arbeiten der Russo-Brüder, die Wucht der Besetzung und die Tatsache, dass dieser Film einer der Höhepunkte eines riesigen Filmuniversums zu werden verspricht, sind Grund genug, sich schon jetzt die größte Leinwand der Stadt auszugucken. Die Risiken sind real: Überfüllung, Vorgeschichten-Müdigkeit und die gigantischen Erwartungen könnten jede für sich das Ergebnis kippen. Ich bin trotzdem optimistisch. Wenn jemand aus so einer Maschinerie Gefühl, Humor und echte Fallhöhe herausholen kann, dann die beiden. Meine Erwartung ist hoch, aber das letzte Wort sprechen wir im Kinosaal.
