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Ratgeber · Aktualisiert: 9.10.2026 · Quelle: TMDB

Barabbas (1961): Anthony Quinn als der Mann, der statt Jesus freikam

Barabbas ist der Mann, den Pontius Pilatus an Stelle von Jesus freilässt, und Richard Fleischers Film von 1961 erzählt, was danach aus ihm wird. Anthony Quinn spielt diesen Räuber als zerrissenen, ruppigen Kerl, der mit seiner Begnadigung nicht fertig wird. Herausgekommen ist eines der nachdenklichsten Bibelepen der großen Monumentalfilm-Ära.

Wenn du an Bibelfilme der frühen Sechziger denkst, siehst du wahrscheinlich Marmorsäulen, Wagenrennen und viel Pathos vor dir. Der Barabbas Film hat das alles auch, aber er schaut aus einer ungewöhnlichen Richtung auf die Passionsgeschichte. Im Mittelpunkt steht kein Heiliger und kein Held, sondern ein Verbrecher, der durch einen Zufall der Geschichte überlebt. Die Frage, die ihn den ganzen Film über verfolgt, lautet: Warum ich?

Genau das macht Barabbas bis heute so spannend. Der Film basiert auf dem Roman des Literaturnobelpreisträgers Pär Lagerkvist und nimmt dessen Grundgedanken ernst: Glaube ist hier keine Gewissheit, sondern ein ständiges Ringen. In diesem Ratgeber erfährst du, worum es geht, wer mitspielt, für wen sich die 132 Minuten lohnen und wo du den Film aktuell sehen kannst.

Barabbas Poster

Barabbas (1961)

Richard Fleischer · Anthony Quinn (Barabbas), Silvana Mangano (Rachel), Arthur Kennedy (Pontius Pilate), Katy Jurado (Sara), Harry Andrews (Peter), Vittorio Gassman (Sahak), Norman Wooland (Rufio), Valentina Cortese (Julia), Jack Palance (T · 132 Min. · TMDB 6,9/10 · Streaming: derzeit in keinem Abo

Worum geht es in Barabbas?

Die Ausgangslage kennt fast jeder aus den Evangelien: Das Volk darf wählen, wer freigelassen wird, und die Entscheidung fällt auf den Räuber Barabbas statt auf Jesus. An diesem Punkt hören die meisten Erzählungen über Jesus und Barabbas auf. Fleischers Film fängt hier erst richtig an.

Barabbas kehrt zurück in sein altes Leben, doch er findet keine Ruhe. Er wird rückfällig, und die Römer schicken ihn zur Strafarbeit in eine Schwefelmine. Dort, in Hitze, Staub und Dunkelheit, lernt er den Christen Sahak kennen. Zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft, die für Barabbas mehr bedeutet, als er sich anfangs eingestehen will.

Dann wendet sich das Schicksal erneut: Die beiden werden als Gladiatoren nach Rom geschickt, ausgerechnet in der Zeit, als unter Kaiser Nero die Christenverfolgung beginnt. Was als Überlebenskampf in der Arena beginnt, wird für Barabbas zur Glaubensprobe. Mehr solltest du vorab nicht wissen, denn der Film lebt davon, wie sich sein Blick auf die Welt Schritt für Schritt verschiebt.

Besetzung und Rollen: Ein Starensemble der Extraklasse

Allein die Besetzungsliste macht Lust auf diesen Klassiker. Anthony Quinn trägt den Film mit enormer körperlicher Präsenz. Sein Barabbas ist laut, misstrauisch und oft unsympathisch, und gerade deshalb glaubst du ihm seine Zweifel.

Besonders Vittorio Gassman als Sahak bildet einen starken Gegenpol zu Quinn: ruhig, überzeugt, fast leuchtend in der finsteren Mine. Und Jack Palance als Gladiator Torvald ist eine dieser Nebenrollen, an die man sich noch lange nach dem Abspann erinnert. Mit Arthur Kennedy als Pilatus und Ernest Borgnine ist der Film bis in kleine Rollen hochkarätig besetzt.

Die wichtigsten Fakten zum Film

Der deutsche Kinostart kurz vor Weihnachten passt natürlich bestens zum Stoff. Die FSK 12 erklärt sich durch die harten Szenen in der Mine und in der Arena, die für damalige Verhältnisse durchaus drastisch wirken.

Glaube und Zweifel: Warum Barabbas anders ist als andere Bibelepen

Viele Monumentalfilme jener Jahre erzählen Bekehrungsgeschichten mit klarer Botschaft. Barabbas macht es dir nicht so leicht. Die Hauptfigur sucht nach einem Sinn, versteht die Christen um sich herum oft nicht und wird immer wieder von ihrem eigenen Misstrauen eingeholt. Das ist eine Haltung, mit der auch Zuschauer etwas anfangen können, die selbst wenig mit Religion am Hut haben.

Richard Fleischer inszeniert diese innere Unruhe mit großen Bildern. Die Schwefelmine wirkt wie eine Hölle auf Erden, die Arena in Rom wie ein Spektakel, bei dem Menschenleben nichts zählen. Zwischen diesen Schauplätzen bleibt immer Raum für leise Momente, in denen Quinn nur mit Blicken erzählt. Wer Bibelfilme bisher für zu glatt und erbaulich hielt, findet hier eine deutlich rauere, ehrlichere Variante.

Wo kann man Barabbas streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Barabbas aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet. Du findest den Film also derzeit nicht bei den großen Streamingdiensten im Abo.

Es lohnt sich aber, ab und zu nachzuschauen, denn Klassiker wandern immer wieder in die Kataloge der Anbieter. Gerade rund um Ostern und Weihnachten tauchen Bibelepen gern auch im Fernsehprogramm auf. Ein Blick auf JustWatch oder in die TV-Zeitschrift hilft dir, keinen Termin zu verpassen.

Für wen lohnt sich der Film?

Ganz klar für alle, die große Kinoklassiker lieben und Lust auf eine Geschichte mit Tiefgang haben. Wenn du Anthony Quinn bisher nur aus anderen Rollen kennst, ist Barabbas eine echte Entdeckung, weil er hier eine Figur spielen darf, die sich ständig selbst im Weg steht.

Weniger geeignet ist der Film für alle, die modernes Tempo erwarten. Mit 132 Minuten nimmt er sich Zeit, und manche Szenen spielen ihre Wirkung erst durch Geduld aus.

Ähnliche Filme, wenn dir Barabbas gefällt

Wenn dich die Mischung aus antikem Rom, Christentum und persönlichem Schicksal packt, lohnt sich ein Streifzug durch die großen Monumentalfilme der Fünfziger und Sechziger. Bekannte Vertreter wie Ben Hur, Quo Vadis oder Das Gewand bewegen sich in einer ähnlichen Welt, setzen aber meist stärker auf Heldentum und Spektakel. Auch Spartacus bietet Gladiatoren und Rebellion, allerdings ohne den religiösen Schwerpunkt.

Im direkten Vergleich ist Barabbas der grüblerischste dieser Filme. Wer nach den anderen Klassikern etwas mit mehr Ecken und Kanten sucht, sollte ihn unbedingt nachholen.

Häufige Fragen

Wer spielt Barabbas im Film von 1961?

Die Titelrolle spielt Anthony Quinn. An seiner Seite sind unter anderem Silvana Mangano, Vittorio Gassman, Jack Palance, Arthur Kennedy und Ernest Borgnine zu sehen.

Worauf basiert der Film Barabbas?

Der Film basiert auf dem Roman von Pär Lagerkvist, der mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Wie lange dauert Barabbas und ab wie vielen Jahren ist er freigegeben?

Der Film läuft 132 Minuten und ist von der FSK ab 12 Jahren freigegeben.

Wer hat bei Barabbas Regie geführt?

Regie führte Richard Fleischer. In Deutschland kam der Film am 23. Dezember 1961 in die Kinos.

Wo kann ich Barabbas streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Barabbas aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet.

Was passiert mit Barabbas nach seiner Freilassung?

Er wird rückfällig, muss in einer Schwefelmine Strafarbeit leisten, freundet sich dort mit dem Christen Sahak an und wird mit ihm als Gladiator nach Rom geschickt, als unter Nero die Christenverfolgung beginnt.

Lohnt sich Barabbas heute noch?

Auf jeden Fall, wenn du dich auf einen Klassiker einlässt, der mehr will als Schauwerte. Barabbas erzählt von einem Mann, der unverdient gerettet wird und daran fast zerbricht. Anthony Quinn macht daraus eine kraftvolle, ungeschönte Charakterstudie, und das Ensemble um Vittorio Gassman und Jack Palance sorgt dafür, dass auch die Nebenfiguren hängen bleiben. Sobald der Film wieder im Abo oder im Fernsehen auftaucht, solltest du zugreifen. Und falls du ihn schon kennst: Ein zweites Anschauen lohnt sich, denn mit dem Wissen um das Ende siehst du Barabbas' Weg mit ganz anderen Augen.

Datenquelle: The Movie Database (TMDB), Streaming-Angaben laut JustWatch, Stand 9.10.2026.