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Ratgeber · Aktualisiert: 9.10.2026 · Quelle: TMDB

Das Bildnis des Dorian Gray: Oscar Wildes Klassiker als düsterer Gothic-Thriller

Das Bildnis des Dorian Gray ist eine dieser Geschichten, die nie alt werden, ganz im Gegensatz zu dem berühmten Gemälde. Oliver Parker hat Oscar Wildes Stoff 2009 als dunklen, sinnlichen Gothic-Thriller verfilmt, mit Ben Barnes als ewig jungem Verführer und Colin Firth als seinem zynischen Einflüsterer. Hier erfährst du, was dich erwartet und ob sich der Film für dich lohnt.

Wer bei Das Bildnis des Dorian Gray an angestaubten Literaturunterricht denkt, wird von dieser Verfilmung ziemlich überrascht. Regisseur Oliver Parker macht aus Oscar Wildes berühmtem Roman einen Film, der mehr nach Schauermär als nach Kostümdrama riecht: verrauchte Salons, nächtliche Gassen im viktorianischen London, Ausschweifungen hinter verschlossenen Türen und ein Gemälde auf dem Dachboden, das du irgendwann lieber nicht mehr sehen willst.

Im Original heißt der Film schlicht Dorian Gray. Er stammt aus dem Jahr 2009, läuft 112 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Genre-Etiketten gibt es gleich drei: Fantasy, Drama und Thriller. Und genau diese Mischung macht den Reiz aus. Ich verrate dir, worum es geht, wer mitspielt, wo du den Film aktuell findest und für wen er wirklich etwas ist.

Das Bildnis des Dorian Gray Poster

Das Bildnis des Dorian Gray (2009)

Oliver Parker · Ben Barnes (Dorian Gray), Colin Firth (Lord Henry Wotton), Rebecca Hall (Emily Wotton), Emilia Fox (Lady Victoria Wotton), Ben Chaplin (Basil Hallward), Fiona Shaw (Agatha), Caroline Goodall (Lady Radly), Maryam D'Abo (G · 112 Min. · TMDB 6,0/10 · Streaming: derzeit in keinem Abo

Worum geht es in Das Bildnis des Dorian Gray?

London, gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der junge Dorian Gray ist auffallend schön und dabei noch erstaunlich unerfahren. Der Maler Basil Hallward ist von ihm so fasziniert, dass er seine Schönheit und Jugend in einem Porträt für immer festhalten will. Dorian sitzt ihm Modell, und während das Bild entsteht, lernt er die Welt der gehobenen Londoner Gesellschaft kennen.

Dort gerät er schnell an Lord Henry Wotton, einen eleganten Spötter, der Moral für etwas Lästiges hält und das Vergnügen zur Lebensaufgabe erklärt. Dorian findet Gefallen an diesen hedonistischen Freuden und merkt, dass ihm sein Aussehen jede Tür öffnet. Als das Gemälde enthüllt wird, spricht er einen gedankenlosen Wunsch aus: Seine Seele würde er dafür geben, wenn nicht er, sondern das Bild altert.

Was dann passiert, kennst du vielleicht aus dem Roman, aber der Film erzählt es mit spürbarer Lust am Unheimlichen. Jede Sünde, jede Grausamkeit hinterlässt ihre Spur, allerdings nicht auf Dorians Gesicht. Ohne zu viel zu verraten: Der Preis für ewige Jugend wird hoch, und er wird fällig.

Besetzung und Rollen

Die Besetzung ist der größte Trumpf des Films. Ein Überblick über die wichtigsten Namen:

Ben Barnes passt optisch perfekt in die Rolle: Er wirkt am Anfang fast unschuldig, und gerade deshalb funktioniert der langsame Verfall seines Charakters. Ganz ehrlich, die Show stiehlt ihm aber Colin Firth. Sein Lord Henry ist charmant, bissig und dabei so gefährlich, dass du ihm bei jedem Satz zuhören willst, obwohl du genau weißt, dass er Gift verteilt. Rebecca Hall bringt als Emily Wotton eine willkommene Wärme in die kühle Welt, und Rachel Hurd-Wood gibt als Sibyl Vane die verletzlichste Figur des Films.

Vom Roman zum Film: Wie viel Wilde steckt drin?

Oscar Wildes Roman ist berühmt für seine geschliffenen Dialoge und seine Andeutungen. Vieles bleibt im Buch zwischen den Zeilen. Die Verfilmung von Oliver Parker geht einen anderen Weg: Sie zeigt mehr, sie ist sinnlicher und deutlich düsterer inszeniert. Das Gemälde wird hier zu einer fast lebendigen Bedrohung, und der Film spielt offen mit Schauerelementen.

Puristen werden an einigen Stellen die Stirn runzeln, denn Parker nimmt sich Freiheiten. Die Figur der Emily Wotton etwa sorgt für einen eigenen Erzählstrang. Ich finde das legitim: Wer die Vorlage genau so will, liest das Buch. Wer eine stimmungsvolle Interpretation sucht, die den Stoff für ein Kinopublikum zugänglich macht, bekommt hier genau das. Die zentrale Frage bleibt dieselbe wie bei Wilde: Was passiert mit einem Menschen, der nie Konsequenzen spüren muss?

Stimmung und Inszenierung: Was dich erwartet

Optisch setzt der Film auf Dunkelheit. Kerzenlicht, Nebel, schwere Stoffe und ein London, das bei Nacht viel spannender ist als bei Tag. Die Kamera liebt Dorians Gesicht, und das ist natürlich Absicht: Du sollst seiner Schönheit genauso erliegen wie die Gesellschaft im Film.

Die FSK 16 kommt nicht von ungefähr. Es gibt Gewalt, Ausschweifungen und einige unangenehme Momente rund um das Bild. Ein reiner Horrorfilm ist das trotzdem nicht. Eher ein psychologisches Drama mit übernatürlichem Kern, das sich in der zweiten Hälfte immer mehr zum Thriller zuspitzt. Mit 112 Minuten ist er angenehm kompakt, auch wenn das Tempo im Mittelteil etwas durchhängt.

Auf TMDb steht der Film bei 6,0 von 10. Das trifft es ganz gut: kein Meisterwerk, aber ein atmosphärisch starker Film mit tollen Darstellern, der an einem dunklen Herbstabend genau richtig ist.

Wo kann man Das Bildnis des Dorian Gray streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Das Bildnis des Dorian Gray aktuell in keinem Flatrate-Abo gelistet. Bei Netflix, Prime Video und Co. findest du den Film im Abo also derzeit nicht.

Das kann sich jederzeit ändern, denn Lizenzen wandern zwischen den Diensten hin und her. Mein Tipp: Setz dir den Titel bei JustWatch auf die Merkliste, dann bekommst du Bescheid, sobald er irgendwo im Abo auftaucht. Bis dahin lohnt sich ein Blick auf die Kauf- und Leihangebote der großen Videoportale oder auf eine DVD oder Blu-ray.

Für wen lohnt sich der Film?

Ich würde ihn dir empfehlen, wenn du:

Eher nichts für dich ist der Film, wenn du eine texttreue Umsetzung des Romans erwartest oder mit übernatürlichen Elementen in Kostümfilmen wenig anfangen kannst. Auch wer durchgehend hohes Tempo braucht, wird sich zwischendurch etwas gedulden müssen. Für Schulzwecke taugt er als Ergänzung zur Lektüre, ersetzen sollte er sie aber nicht.

Ähnliche Stoffe, die dir gefallen könnten

Wenn dich die Kombination aus Schönheit, Verfall und einem übernatürlichen Pakt fasziniert, lohnt sich vor allem der Griff zur Vorlage: Oscar Wildes Roman ist kurz, bissig und voller Sätze, die du dir anstreichen willst. Gerade nach dem Film liest er sich spannend, weil du merkst, wie viel Wilde nur andeutet.

Thematisch verwandt sind außerdem alle Geschichten rund um den Teufelspakt, allen voran der Faust-Stoff, und klassische Schauerromane des 19. Jahrhunderts wie Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde, der ebenfalls von einem Doppelleben im viktorianischen London erzählt. Wer im Film vor allem Ben Barnes und Colin Firth genossen hat, kann sich zudem durch deren Filmografien stöbern.

Häufige Fragen

Wer spielt Dorian Gray im Film von 2009?

Dorian Gray wird in der Verfilmung von Oliver Parker von Ben Barnes gespielt. Colin Firth ist als Lord Henry Wotton zu sehen, Ben Chaplin als Maler Basil Hallward.

Ab wie viel Jahren ist Das Bildnis des Dorian Gray freigegeben?

Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren (FSK 16). Er enthält Gewalt, Ausschweifungen und einige unheimliche Szenen.

Wie lange dauert Das Bildnis des Dorian Gray?

Die Verfilmung aus dem Jahr 2009 hat eine Laufzeit von 112 Minuten.

Wo kann ich Das Bildnis des Dorian Gray streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film aktuell in keinem Flatrate-Abo gelistet. Du kannst ihn aber auf JustWatch beobachten, um zu erfahren, wenn er bei einem Streamingdienst auftaucht.

Wie heißt der Film im Original?

Der Originaltitel lautet schlicht Dorian Gray. In Deutschland ist er als Das Bildnis des Dorian Gray bekannt.

Worum geht es in Das Bildnis des Dorian Gray?

Der junge, schöne Dorian Gray wünscht sich im London des späten 19. Jahrhunderts, dass statt seiner sein Porträt altert, und würde dafür seine Seele geben. Der Wunsch erfüllt sich, mit dunklen Folgen.

Würdest du deine Seele für ewige Jugend geben?

Genau diese Frage stellt Das Bildnis des Dorian Gray, und sie ist heute aktueller denn je. In Zeiten von Filtern und perfekt inszenierten Profilen wirkt Dorians Wunsch fast modern. Der Film von Oliver Parker ist kein makelloses Werk, aber er hat Atmosphäre, eine starke Besetzung und einen Colin Firth, der jede Szene veredelt.

Wenn du Lust auf einen dunklen, eleganten Abend hast, gib dem Film eine Chance. Und falls er dich packt: Danach unbedingt den Roman lesen. Dann weißt du auch, warum diese Geschichte seit Generationen niemanden kaltlässt.

Datenquelle: The Movie Database (TMDB), Streaming-Angaben laut JustWatch, Stand 9.10.2026.