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Ratgeber · Aktualisiert: 9.10.2026 · Quelle: TMDB

Der Tag der Heuschrecke: Schlesingers bitterer Blick hinter die Kulissen Hollywoods

Der Tag der Heuschrecke ist eines dieser Hollywood-Dramen, die dir lange nach dem Abspann noch im Kopf herumspuken. John Schlesinger zeigt 1975 die Traumfabrik der 1930er Jahre als Ort voller Sehnsucht, Einsamkeit und Enttäuschung. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und wo du den Film sehen kannst.

Filme über Hollywood gibt es viele, und die meisten lieben ihr Thema ein bisschen zu sehr. Der Tag der Heuschrecke gehört zur anderen Sorte. Der Film, im Original The Day of the Locust, schaut auf die Ränder der Filmindustrie, auf die Leute, die es noch nicht geschafft haben oder nie schaffen werden. Statt Glamour bekommst du staubige Hinterhöfe, schäbige Apartments und Menschen, die ihre Träume wie eine zu enge Jacke tragen.

Die Vorlage ist der gleichnamige Roman von Nathanael West, einer der bissigsten Texte, die je über Hollywood geschrieben wurden. Regisseur John Schlesinger hat daraus ein 145 Minuten langes Drama gemacht, das sich Zeit nimmt, unbequem ist und dich mit einem ziemlich flauen Gefühl im Magen zurücklässt. Genau deshalb lohnt es sich.

Der Tag der Heuschrecke Poster

Der Tag der Heuschrecke (1975)

John Schlesinger · Donald Sutherland (Homer Simpson), Karen Black (Faye Greener), Burgess Meredith (Harry Greener), William Atherton (Tod Hackett), Geraldine Page (Big Sister), Richard Dysart (Claude Estee), Bo Hopkins (Earle Shoop), Pepe · 145 Min. · TMDB 6,4/10 · Streaming: derzeit in keinem Abo

Worum geht es in Der Tag der Heuschrecke?

Wir sind im Hollywood der 1930er Jahre. Tod Hackett ist ein junger Maler, der versucht, als Art Director in der Filmindustrie Fuß zu fassen. Die Branche ist rau, die Konkurrenz groß, und Tod ist eher Beobachter als Ellbogenmensch.

Dann begegnet er seiner Nachbarin Faye Greener. Sie ist eine aufstrebende Schauspielerin, schön, sprunghaft und fest entschlossen, nach oben zu kommen. Tod verliebt sich in sie. Doch Faye hat ihre eigenen Vorstellungen davon, wie ihr Leben aussehen soll, und da kommt Homer Simpson ins Spiel, ein einsamer Buchhalter, der ihr eine Sicherheit bieten kann, die Tod nicht hat.

Aus diesem Dreieck entwickelt sich kein klassisches Liebesdrama, sondern ein Porträt von Menschen, die alle irgendetwas wollen und es auf ihre Weise nicht bekommen. Mehr verrate ich nicht, denn die Wirkung des Films lebt davon, wie langsam sich die Stimmung zuspitzt.

Besetzung und Rollen

Das Ensemble ist für sich schon ein Grund, den Film zu sehen. Hier die wichtigsten Namen:

Herausragend ist Donald Sutherland. Er spielt Homer so verkrampft, so gehemmt und gleichzeitig so verletzlich, dass es beim Zuschauen fast wehtut. Karen Black gibt Faye eine Mischung aus Naivität und Berechnung, bei der du nie ganz sicher bist, was echt ist. Und Burgess Meredith zeigt in seinen Szenen, wie viel Schauspielkunst in scheinbar kleinen Rollen stecken kann.

Kleine Randnotiz, die bei vielen für ein Schmunzeln sorgt: Die Figur Homer Simpson stammt aus Wests Roman und ist damit Jahrzehnte älter als der berühmte gelbe Namensvetter aus Springfield. Mit dem hat Sutherlands Homer allerdings rein gar nichts gemeinsam.

John Schlesingers Hollywood ohne Glanz

John Schlesinger hat ein Gespür für Außenseiter und für Städte, die ihre Bewohner verschlucken. In Der Tag der Heuschrecke wird Hollywood zu einer Kulisse im doppelten Sinn: Alles sieht nach Versprechen aus, aber dahinter ist wenig Substanz.

Der Film ist ein Drama, doch die Stimmung kippt immer wieder ins Groteske. Manche Szenen wirken fast wie eine Satire, andere sind so still und traurig, dass du die Einsamkeit der Figuren regelrecht spürst. Diese Mischung ist nicht für jeden etwas, macht den Film aber unverwechselbar. Wer gelackte Nostalgie über das goldene Zeitalter erwartet, wird hier gründlich eines Besseren belehrt.

Laufzeit und Tempo

Mit 145 Minuten ist der Film lang, und Schlesinger erzählt ohne Eile. Plane also einen ruhigen Abend ein und lass dich auf das Tempo ein. Die Geduld zahlt sich aus, weil der Film seine Spannung nicht aus Action, sondern aus wachsendem Unbehagen bezieht.

Eckdaten zum Film

Die TMDb-Wertung von 6,4 zeigt ganz gut, dass der Film polarisiert. Manche finden ihn zu sperrig und zu lang, andere halten ihn für einen der schärfsten Hollywood-Filme seiner Zeit. Ich gehöre eher zur zweiten Gruppe, auch wenn ich verstehe, warum er nicht jeden packt.

Wo kannst du Der Tag der Heuschrecke streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Der Tag der Heuschrecke aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet. Du findest den Film also derzeit nicht einfach so in einem Streaming-Abo.

Es lohnt sich trotzdem, ab und zu nachzuschauen, denn das Angebot der Dienste ändert sich regelmäßig. Ältere Klassiker tauchen immer wieder in Abos auf oder laufen im Fernsehen, gerade in Programmschienen für Filmklassiker. Auch ein Blick in die örtliche Bibliothek oder in Shops für Filmsammler kann sich lohnen, wenn du ihn auf Disc haben möchtest.

Für wen ist der Film etwas?

Ganz ehrlich: Der Tag der Heuschrecke ist kein Film für nebenbei. Er passt zu dir, wenn du

Weniger geeignet ist er, wenn du einen leichten Filmabend suchst oder ein Happy End brauchst. Die FSK 16 hat ihre Gründe, der Film geht an manchen Stellen ziemlich an die Substanz.

Was der Film heute noch zu sagen hat

Spannend finde ich, wie aktuell sich vieles anfühlt. Menschen, die von Ruhm träumen, sich ständig inszenieren und dabei immer einsamer werden: Das klingt verdächtig nach unserer Gegenwart. Der Film erzählt von einer Stadt, die Träume verkauft, und von den Leuten, die sie kaufen und dafür bezahlen.

Gerade die Figur des Homer Simpson zeigt, was passiert, wenn jemand ohne jede Verbindung zu anderen Menschen in eine Welt gerät, die nur aus Oberfläche besteht. Und Faye steht für alle, die glauben, dass der große Durchbruch gleich um die Ecke wartet. Wer nach dem Film noch eine Weile schweigend auf dem Sofa sitzt, hat ihn richtig gesehen.

Häufige Fragen

Wer hat bei Der Tag der Heuschrecke Regie geführt?

Regie führte John Schlesinger. Der Film stammt aus dem Jahr 1975.

Wer spielt in Der Tag der Heuschrecke mit?

Zur Besetzung gehören unter anderem William Atherton als Tod Hackett, Karen Black als Faye Greener, Donald Sutherland als Homer Simpson, Burgess Meredith als Harry Greener und Geraldine Page als Big Sister.

Wie lang ist Der Tag der Heuschrecke?

Der Film läuft 145 Minuten, also knapp zweieinhalb Stunden.

Ab wie viel Jahren ist Der Tag der Heuschrecke freigegeben?

Der Film ist von der FSK ab 16 Jahren freigegeben.

Kann man Der Tag der Heuschrecke im Stream sehen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet.

Wann kam Der Tag der Heuschrecke in die deutschen Kinos?

Der Kinostart in Deutschland war am 7. November 1975.

Lohnt sich Der Tag der Heuschrecke heute noch?

Wenn du bereit bist, dich auf einen langen, eigenwilligen und ziemlich finsteren Film einzulassen, dann ja. Der Tag der Heuschrecke ist kein bequemer Klassiker, sondern einer, der kratzt. John Schlesinger zeigt Hollywood von der Seite, die auf keinem Plakat zu sehen ist, und Donald Sutherland liefert eine Leistung ab, die du so schnell nicht vergisst. Halte die Augen offen, ob der Film wieder in einem Abo oder im Fernsehen auftaucht, und gönn ihn dir an einem Abend, an dem du Lust auf großes, unbequemes Kino hast.

Datenquelle: The Movie Database (TMDB), Streaming-Angaben laut JustWatch, Stand 9.10.2026.