Kinoster
DE ▾

Ratgeber · Aktualisiert: 9.10.2026 · Quelle: TMDB

Die Bücherdiebin: Warum dieses leise Kriegsdrama so lange nachwirkt

Die Bücherdiebin ist einer dieser Filme, bei denen man am Ende still auf dem Sofa sitzt und erst mal niemandem antworten möchte. Brian Percival erzählt vom Mädchen Liesel, das im nationalsozialistischen Deutschland Bücher stiehlt, um nicht an der Wirklichkeit zu zerbrechen. Hier erfährst du, was dich erwartet, wer mitspielt und wo du den Film gerade schauen kannst.

Ein Kriegsfilm ohne große Schlachten, ein Drama ohne Pathosgewitter: Die Bücherdiebin (Originaltitel The Book Thief) aus dem Jahr 2013 schaut auf den Zweiten Weltkrieg aus der Höhe eines Kinderblicks. Statt Fronten und Generälen gibt es eine Kellerwand, auf die Wörter geschrieben werden, eine Akkordeonmelodie in der Küche und ein Mädchen, das mit gestohlenen Büchern unter dem Mantel nach Hause rennt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Markus Zusak, der weltweit unzählige Leserinnen und Leser zu Tränen gerührt hat.

In Deutschland kam der Film am 13. Februar 2014 in die Kinos, er hat eine Laufzeit von 125 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben. Bei TMDB steht er aktuell bei soliden 7,5 Punkten. Ich finde: zu Recht. Die Bücherdiebin ist kein perfekter Film, aber einer mit sehr viel Herz, und er gehört zu den Werken, die man gern mit der ganzen Familie schaut, um danach lange zu reden.

Die Bücherdiebin Poster

Die Bücherdiebin (2013)

Brian Percival · Geoffrey Rush (Hans Hubermann), Emily Watson (Rosa Hubermann), Sophie Nélisse (Liesel Meminger), Ben Schnetzer (Max Vandenburg), Nico Liersch (Rudy Steiner), Roger Allam (Narrator / Death (voice)), Barbara Auer (Ilsa Her · 125 Min. · TMDB 7,5/10 · Streaming: Disney Plus

Worum geht es in Die Bücherdiebin?

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg: Die neunjährige Liesel Meminger verliert ihren kleinen Bruder bei einem Zugunglück. Ihre Mutter wird als Kommunistin von den Nazis verfolgt und versucht verzweifelt, wenigstens ihre Tochter in Sicherheit zu bringen. So landet Liesel bei der einfachen Arbeiterfamilie Hubermann in Molching bei München.

Das neue Zuhause ist alles andere als warm. Pflegemutter Rosa ist streng, schimpft viel und lässt Liesel hart im Haushalt anpacken. Pflegevater Hans dagegen ist ein stiller, gütiger Mann, der schnell merkt, wie sehr das Mädchen leidet. Liesel wird Nacht für Nacht von ihren Erinnerungen gequält und findet keinen Schlaf. Hans nutzt genau diese wachen Stunden und bringt ihr das Lesen bei.

Aus diesen Nächten wächst eine Leidenschaft, die bald gefährlich wird: Liesel beginnt, Bücher zu stehlen, und flüchtet sich in deren Phantasiewelten. Gleichzeitig hüten die Hubermanns ein lebensgefährliches Geheimnis. Unter der Haustreppe verstecken sie einen jüdischen Flüchtling vor den Nazis. Erzählt wird das alles von einer ungewöhnlichen Stimme: vom Tod selbst.

Besetzung und Rollen: Wer spielt mit?

Die Besetzung ist ein echtes Pfund, und das liegt auch an der Mischung aus internationalen Stars und bekannten deutschen Gesichtern.

Regie führte Brian Percival. Besonders schön ist, wie er seinen Darstellern Raum lässt: Viele der stärksten Momente bestehen aus Blicken, Pausen und einem einzigen Satz zur richtigen Zeit.

Was den Film besonders macht

Das Herzstück ist die Beziehung zwischen Liesel und Hans. Geoffrey Rush spielt diesen Pflegevater so zurückhaltend, dass man ihn sofort ins Herz schließt. Wenn er dem Mädchen nachts das Alphabet nahebringt, ist das Kino in seiner schlichtesten und schönsten Form.

Spannend ist auch Rosa. Emily Watson gibt ihr eine harte Schale, hinter der man nach und nach immer mehr entdeckt. Gerade diese Figur zeigt, dass der Film seine Menschen nicht in Gut und Böse sortiert, sondern genau hinschaut.

Und dann ist da die Erzählstimme. Dass ausgerechnet der Tod durch die Geschichte führt, klingt erst mal düster, sorgt aber für einen eigenartig sanften, fast neugierigen Ton. Der Tod schaut auf die Menschen, wundert sich über sie und bleibt an diesem einen Mädchen hängen. Das gibt dem Film eine märchenhafte Distanz, die das Schwere erträglicher macht, ohne es zu verharmlosen.

Kleiner Kritikpunkt: Wer den Roman kennt, wird merken, dass der Film manche Kanten glättet und an einigen Stellen sehr schön, vielleicht etwas zu schön aussieht. Für mich ist das eine Geschmacksfrage. Die emotionale Wucht kommt trotzdem an.

Wo kann man Die Bücherdiebin streamen?

Gute Nachricht für alle mit passendem Abo: Die Bücherdiebin ist laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, bei Disney Plus im Flatrate-Abo verfügbar. Du kannst den Film dort also ohne Zusatzkosten schauen, sofern du Abonnent bist.

Streaming-Angebote ändern sich regelmäßig. Wenn du den Film später suchst, lohnt sich ein kurzer Blick, ob er noch im Katalog steht.

Für wen ist Die Bücherdiebin geeignet?

Die Freigabe ab 6 Jahren sagt viel über den Ton: Der Film zeigt die Schrecken der NS-Zeit, ohne in drastischen Bildern zu schwelgen. Trotzdem würde ich ihn eher Kindern ab dem späteren Grundschulalter empfehlen, idealerweise gemeinsam mit Erwachsenen. Verlust, Verfolgung und Tod sind allgegenwärtig, und manche Szenen gehen spürbar unter die Haut.

Perfekt passt der Film für dich, wenn du

Eher nichts für dich ist er, wenn du Action oder großes Kriegsspektakel erwartest. Hier passiert das Wichtigste in Küchen, Kellern und auf Bibliotheksleitern. Und ein Taschentuch in Reichweite schadet nicht.

Film oder Buch: Was sollte man zuerst kennen?

Der Roman von Markus Zusak ist deutlich verspielter, gerade was die Stimme des Todes angeht. Der Film setzt stärker auf Bilder, Musik und Gesichter. Beides funktioniert gut, aber unterschiedlich.

Mein Tipp: Wenn du gern liest, nimm dir zuerst das Buch vor. Dann wirkt der Film wie ein liebevolles Wiedersehen mit vertrauten Figuren. Wenn du mit Kindern schaust, kann es umgekehrt sinnvoll sein: Der Film macht neugierig, und das Buch vertieft hinterher, was auf dem Bildschirm nur angedeutet wird.

Ähnliche Filme, wenn dir Die Bücherdiebin gefällt

Wer von dieser Mischung aus Kinderperspektive und Zeitgeschichte berührt ist, findet in ähnlichen Werken viel Stoff. Naheliegend sind Der Junge im gestreiften Pyjama, der ebenfalls aus kindlicher Sicht auf die NS-Zeit blickt, und Das Leben ist schön von Roberto Benigni, der Schmerz und Zärtlichkeit auf ganz eigene Weise verbindet. Auch Jojo Rabbit passt gut, schlägt allerdings einen deutlich satirischeren Ton an.

Gemeinsam haben diese Filme, dass sie große Geschichte über kleine Menschen erzählen. Genau darin liegt auch die Stärke von Die Bücherdiebin.

Häufige Fragen

Worum geht es in Die Bücherdiebin?

Die neunjährige Liesel Meminger kommt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg zu einer Pflegefamilie in Molching bei München. Ihr Pflegevater Hans bringt ihr das Lesen bei, und Liesel beginnt, Bücher zu stehlen. Die Familie versteckt außerdem einen jüdischen Flüchtling unter der Haustreppe.

Wo kann ich Die Bücherdiebin streamen?

Laut JustWatch ist der Film mit Stand 9. Oktober 2026 im Flatrate-Abo bei Disney Plus verfügbar.

Ab wie viel Jahren ist Die Bücherdiebin?

Der Film hat eine FSK-Freigabe ab 6 Jahren. Wegen der schweren Themen ist gemeinsames Schauen mit Erwachsenen bei jüngeren Kindern empfehlenswert.

Wer spielt in Die Bücherdiebin mit?

Sophie Nélisse spielt Liesel, Geoffrey Rush und Emily Watson die Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann. Dazu kommen Ben Schnetzer, Nico Liersch, Barbara Auer, Rainer Bock und Heike Makatsch. Roger Allam spricht den Tod als Erzähler.

Wie lang ist Die Bücherdiebin?

Der Film läuft 125 Minuten.

Wann kam Die Bücherdiebin in die deutschen Kinos?

Der Film von 2013 startete am 13. Februar 2014 in den deutschen Kinos.

Lohnt sich Die Bücherdiebin heute noch?

Absolut. Die Bücherdiebin erzählt von Mut im Kleinen, von Menschen, die in dunklen Zeiten anständig bleiben, und von der Rettung, die ein einziges Buch sein kann. Geoffrey Rush und Sophie Nélisse spielen so warm und ehrlich, dass man ihnen gern zwei Stunden lang zusieht, auch wenn es weh tut. Wenn du ein Disney Plus Abo hast, setz den Film auf deine Liste für den nächsten ruhigen Abend. Und danach greif vielleicht selbst mal wieder zu einem Buch.

Datenquelle: The Movie Database (TMDB), Streaming-Angaben laut JustWatch, Stand 9.10.2026.