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Ratgeber · Aktualisiert: 9.10.2026 · Quelle: TMDB

Die Päpstin: Sönke Wortmanns Mittelalter-Epos über eine Frau auf dem Heiligen Stuhl

Die Päpstin erzählt die Legende einer Frau, die sich im 9. Jahrhundert als Mann verkleidet bis an die Spitze der katholischen Kirche durchschlägt. Sönke Wortmann hat daraus 2009 großes Ausstattungskino gemacht, mit Johanna Wokalek in der Titelrolle und John Goodman als Papst. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und wo du den Film heute sehen kannst.

Manche Geschichten sind so gut, dass es fast egal ist, ob sie wirklich passiert sind. Die Legende von der Päpstin Johanna gehört genau dazu: eine Frau, deren Name angeblich aus den Geschichtsbüchern getilgt wurde, weil sie etwas getan hat, das in ihrer Zeit undenkbar war. Sie lernt lesen, studiert, wird Ärztin und landet am Ende auf dem Thron des Papstes. Ob es diese Frau gab, darüber streiten Historiker seit Jahrhunderten. Fürs Kino ist das aber ein Geschenk.

Die Päpstin von Sönke Wortmann nimmt diesen Stoff ernst und erzählt ihn als opulentes Drama mit Liebesgeschichte. Der Film kam am 8. April 2010 in die deutschen Kinos, läuft stolze 148 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Ich finde: Wer historische Stoffe mag, bekommt hier einen dieser selten gewordenen deutschen Filme, die sich nach großer Leinwand anfühlen.

Die Päpstin Poster

Die Päpstin (2009)

Sönke Wortmann · John Goodman (Pope Sergius II.), Johanna Wokalek (Johanna von Ingelheim), David Wenham (Gerold), Iain Glen (Village Priest), Edward Petherbridge (Aesculapius), Anatole Taubman (Anastasius), Lotte Flack (Johanna von Ingel · 148 Min. · TMDB 6,8/10 · Streaming: Queens club Amazon Channel

Worum geht es in Die Päpstin?

Im Jahr 814 wird Johanna geboren, in eine Welt, in der für Mädchen ein klarer Weg vorgezeichnet ist: heiraten, gehorchen, schweigen. Johanna will das nicht. Schon als Kind lehnt sie sich gegen die Rolle auf, die man ihr zuweist, und ist überzeugt, dass Gott etwas anderes mit ihr vorhat. Ihr Hunger nach Wissen macht sie zur Außenseiterin, aber auch zu jemandem, den man nicht so leicht übersieht.

Dann verliebt sie sich in den Edelmann Gerold. Als er in den Krieg ziehen muss, trifft Johanna eine radikale Entscheidung: Sie gibt sich als Mann aus und tritt unter dem Namen Johannes in ein Benediktinerkloster ein. Dort wird sie zur Ärztin ausgebildet, geht später nach Rom und gewinnt das Vertrauen des Heiligen Vaters. Schritt für Schritt steigt sie in der kirchlichen Hierarchie auf, bis sie selbst als Papst Johannes Anglicus die Kirche lenkt. Und natürlich wächst mit jeder Stufe die Gefahr, dass ihr Geheimnis auffliegt.

Besetzung und Rollen

Das Ensemble ist international gemischt, was dem Film einen ungewöhnlich großen Rahmen gibt:

Johanna Wokalek trägt den Film. Sie spielt die Hauptfigur mit einer Mischung aus Sturheit und Verletzlichkeit, die man ihr sofort abnimmt, gerade in den Szenen, in denen sie als Johannes ihre Stimme und ihre Körpersprache kontrollieren muss. John Goodman ist als Sergius II. eine interessante Wahl: Man kennt ihn eher aus amerikanischen Komödien und Dramen, hier bringt er Wärme, aber auch etwas Müdes und Bedrohliches in die Rolle des Kirchenoberhaupts. David Wenham als Gerold ist der romantische Anker der Geschichte.

Die Legende der Päpstin Johanna

Die Figur der Päpstin Johanna ist keine Erfindung des Films. Die Legende von einer Frau auf dem Papstthron kursiert seit dem Mittelalter und hat Generationen von Lesern und Erzählern beschäftigt. Die Geschichtswissenschaft hält sie überwiegend für eine Legende, doch gerade das Rätselhafte macht ihren Reiz aus. Bekannt geworden ist der Stoff zuletzt vor allem durch den Roman von Donna Woolfolk Cross, der die Geschichte als großen Schmöker erzählt.

Der Film interessiert sich weniger für die Frage, ob es Johanna gab, sondern für das, was ihre Geschichte über die Welt erzählt, in der sie spielt: über Bildung als Privileg, über die Angst der Mächtigen vor klugen Frauen und über den Preis, den man zahlt, wenn man sich selbst verleugnen muss, um man selbst sein zu dürfen. Das ist bis heute erstaunlich aktuell.

Wie gut ist der Film?

Ganz ehrlich: Die Päpstin ist kein Film, der sich neu erfindet. Er erzählt geradlinig, chronologisch, mit großen Gefühlen und viel Ausstattung. Wer subtiles Arthouse sucht, wird das manchmal etwas brav finden. Aber genau darin liegt auch seine Stärke. Wortmann inszeniert klassisch und zuverlässig, die Bilder vom mittelalterlichen Dorfleben, vom Kloster und vom prunkvollen Rom haben Gewicht, und die Geschichte hat einen Zug, der dich die 148 Minuten gut durchhalten lässt.

Bei TMDB liegt der Film bei 6,8 von 10 Punkten, was ziemlich gut trifft, wie er sich anfühlt: solide, unterhaltsam, an manchen Stellen ergreifend, an anderen etwas zu gefällig. Der stärkste Teil ist für mich die erste Hälfte, wenn Johanna sich ihren Weg ins Kloster erkämpft. Da spürst du, wie eng die Welt für sie ist und wie viel Mut jede kleine Entscheidung kostet.

Die Päpstin streamen: Wo läuft der Film?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Die Päpstin im Abo beim Queens club Amazon Channel verfügbar. Den Kanal kannst du über Amazon Prime Video zubuchen. Streaming-Angebote ändern sich regelmäßig, deshalb lohnt sich vor dem Abschluss ein kurzer Blick, ob der Film dort noch gelistet ist.

Plan für den Filmabend ruhig etwas Zeit ein: Mit knapp zweieinhalb Stunden ist das kein Film für zwischendurch, sondern eher etwas für einen gemütlichen Sonntagnachmittag oder einen langen Abend.

Für wen eignet sich Die Päpstin?

Der Film passt gut zu dir, wenn du:

Durch die FSK 12 eignet sich der Film auch für einen Abend mit älteren Kindern und Jugendlichen, gerade wenn das Mittelalter oder die Geschichte der Kirche gerade Thema in der Schule ist. Es gibt einige harte Momente, aber nichts, was den Rahmen sprengt. Wer dagegen schnelles Tempo und Action erwartet, sollte die Erwartungen anpassen: Hier wird erzählt, nicht gekämpft.

Ähnliche Filme und Stimmung

Wenn dir Die Päpstin gefällt, magst du wahrscheinlich Filme, die das Mittelalter als Bühne für persönliche Schicksale nutzen. Die Stimmung erinnert an klassische Literaturverfilmungen: viel Kerzenlicht, Klostermauern, Machtspiele hinter verschlossenen Türen und eine Heldin, die klüger ist als die Welt um sie herum. Ein Klassiker in dieser Richtung ist Der Name der Rose, der ebenfalls Wissen, Kirche und Geheimnisse in einem Kloster verhandelt, allerdings als düsterer Krimi.

Auch Johanna Wokalek lohnt sich als Fährte: Wer ihr Spiel hier mag, sollte sich ihren Namen merken, sie gehört zu den spannendsten Schauspielerinnen ihrer Generation.

Häufige Fragen

Worum geht es in Die Päpstin?

Der Film erzählt die Legende von Johanna, die 814 geboren wird, sich als Mann verkleidet ins Kloster geht, Ärztin wird und in Rom schließlich als Papst Johannes Anglicus die katholische Kirche lenkt.

Wer spielt die Päpstin Johanna?

Johanna Wokalek spielt die erwachsene Johanna von Ingelheim. In jüngeren Jahren wird sie von Lotte Flack (10 bis 14 Jahre) und Tigerlily Hutchinson (6 bis 9 Jahre) verkörpert.

Wo kann man Die Päpstin streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film im Queens club Amazon Channel verfügbar.

Wie lang ist Die Päpstin und ab wie viel Jahren ist der Film?

Der Film dauert 148 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben.

Wer hat bei Die Päpstin Regie geführt?

Regie führte Sönke Wortmann. Der Film stammt aus dem Jahr 2009 und startete am 8. April 2010 in den deutschen Kinos.

Gab es die Päpstin Johanna wirklich?

Die Geschichte der Päpstin Johanna ist eine seit dem Mittelalter überlieferte Legende. Die meisten Historiker halten sie nicht für belegt, der Film erzählt sie als Drama.

Lohnt sich Die Päpstin heute noch?

Ja, wenn du Lust auf großes, klassisch erzähltes Historienkino hast. Die Päpstin ist kein Film, der dich mit Experimenten überrascht, aber einer, der eine der faszinierendsten Legenden des Mittelalters mit viel Herz und einer starken Hauptdarstellerin erzählt. Johanna Wokalek macht aus der Päpstin eine Figur, mit der du mitfieberst, und John Goodman sorgt für ein paar unerwartete Zwischentöne. Schnapp dir also einen freien Abend, buch bei Bedarf den passenden Kanal und lass dich auf das 9. Jahrhundert ein. Hinterher wirst du dich fragen, wie viele Geschichten wie Johannas wohl wirklich aus den Büchern verschwunden sind.

Datenquelle: The Movie Database (TMDB), Streaming-Angaben laut JustWatch, Stand 9.10.2026.