Django (1966): Corbuccis brutaler Italowestern mit dem Sarg im Schlepptau
Django 1966 ist der Western, in dem ein Mann einen Sarg durch den Schlamm zieht und damit eine ganze Filmlegende begründet. Sergio Corbucci hat mit Franco Nero in der Titelrolle einen der härtesten und eigenwilligsten Italowestern gedreht. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und wie es aktuell mit dem Streaming aussieht.
Wenn du an Django 1966 denkst, siehst du wahrscheinlich sofort dieses Bild vor dir: ein einsamer Mann in schwarzem Mantel, der einen Sarg hinter sich herschleift. Genau mit dieser Szene beginnt Sergio Corbuccis Film, und sie hat sich tief ins Gedächtnis des Genres eingebrannt. Der Film kam am 2. November 1966 in die deutschen Kinos und trägt bis heute eine Freigabe ab 18 Jahren. Das sagt schon einiges über den Ton.
Ich halte Django für einen der Filme, die du gesehen haben solltest, wenn du Western magst und keine Lust auf saubere Helden mit weißem Hut hast. Hier ist alles schmutzig: die Straßen, die Motive, die Moral. Und gerade das macht den Reiz aus.

Django (1966)
Worum geht es in Django 1966?
Ein Fremder stapft durch eine trostlose Landschaft, im Schlepptau ein Sarg. Unterwegs trifft er auf ein paar Männer, die eine Frau quälen. Er macht kurzen Prozess mit ihnen und nimmt die Frau, Maria, mit in die nahe gelegene Stadt. Die ist allerdings kaum mehr als ein heruntergekommenes Nest, zerrieben zwischen zwei Parteien.
Auf der einen Seite steht ein skrupelloser Großgrundbesitzer, der mit seinen Leuten Mexikaner zum reinen Vergnügen tötet. Auf der anderen Seite die Bande des mexikanischen Generals Hugo Rodriguez. Django legt sich zuerst mit dem Farmer an und schließt sich dann den Banditen an, um gemeinsam Gold aus einem Fort zu holen. Edle Absichten hat er dabei keine: Es geht ihm um seinen eigenen Vorteil. Also hintergeht er die Bande, und die kommt ihm auf die Schliche. Was dann folgt, ist rau, bitter und bleibt hängen.
Was genau im Sarg steckt, verrate ich dir nicht. Nur so viel: Das Geheimnis zahlt sich aus.
Besetzung und Rollen
Der Film steht und fällt mit Franco Nero als Django. Er spielt die Figur mit wenig Worten, dafür mit einem Blick, der mehr Müdigkeit als Heldentum ausstrahlt. Genau diese Mischung aus Kälte und Verletzlichkeit macht ihn so stark.
- Franco Nero als Django
- José Bódalo als General Hugo Rodriguez
- Loredana Nusciak als Maria
- Ángel Álvarez als Nathaniel
- Gino Pernice als Brother Jonathan
- Simón Arriaga als Miguel
- Remo De Angelis als Ricardo
- Giovanni Ivan Scratuglia als Mitglied der Jackson-Bande
- Rafael Albaicín und José Canalejas als Mitglieder der Rodriguez-Bande
José Bódalo gibt den General als lauten, gefährlichen Gegenpol zu Neros stillem Fremden. Loredana Nusciak bringt als Maria eine traurige Note in die Geschichte, die dem Film guttut.
Sergio Corbucci und der Italowestern
Regie führte Sergio Corbucci, und man merkt dem Film an, dass er keine Lust hatte, das amerikanische Westernbild zu wiederholen. Statt weiter Prärie gibt es Matsch, Nebel und eine Stadt, die schon halb tot wirkt. Statt klarer Gut-Böse-Verteilung gibt es einen Helden, der selbst nur auf seinen Gewinn schaut.
Mit 91 Minuten Laufzeit ist Django angenehm straff. Corbucci verliert keine Zeit mit langen Einleitungen, sondern wirft dich direkt in diese kaputte Welt. Die Gewalt ist für einen Film aus den Sechzigern auffallend direkt, deshalb auch die FSK 18. Wer heutige Actionfilme gewohnt ist, wird manches anders empfinden als das Publikum damals, aber die Härte im Ton ist immer noch spürbar.
Wo kann ich Django 1966 streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Django aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet. Das kann sich natürlich jederzeit ändern, denn Klassiker wie dieser wandern gern zwischen den Anbietern hin und her.
Mein Tipp: Schau regelmäßig bei JustWatch nach oder setz dir dort eine Merkliste. Auch Leih- und Kaufangebote oder eine Ausgabe auf Disc können sich lohnen, gerade bei einem Film, den du vermutlich mehr als einmal sehen willst.
Für wen lohnt sich der Film?
Django ist etwas für dich, wenn du:
- Western magst, die rau und ungeschönt daherkommen
- Antihelden spannender findest als strahlende Retter
- wissen willst, wo eine der bekanntesten Westernfiguren herkommt
- kurze, kompakte Filme schätzt, die schnell zur Sache kommen
Eher nichts für dich ist der Film, wenn du klassische Hollywood-Western mit klarer Moral und viel Sonnenschein suchst. Auch wer mit Gewalt auf der Leinwand wenig anfangen kann, sollte die FSK 18 ernst nehmen. Für einen gemütlichen Familienabend ist Django definitiv die falsche Wahl.
Die Django Filmreihe und ihr Erbe
Der Film von 1966 ist der Ausgangspunkt der Django Filmreihe. Die Figur wurde so populär, dass der Name danach immer wieder auftauchte. Viele spätere Filme haben sich den Namen ausgeliehen, um vom Erfolg zu profitieren, auch wenn sie mit dem Original wenig zu tun hatten.
Auch Quentin Tarantino hat sich mit Django Unchained deutlich vor diesem Klassiker verbeugt. Wenn du den kennst, ist das Original ein spannender Blick zurück zu den Wurzeln. Und ehrlich gesagt: Neros Django hat eine Kargheit, die keine Neuauflage so ganz erreicht.
Ähnliche Filme, wenn dir Django gefällt
Wenn dich Django gepackt hat, lohnt sich ein Blick auf weitere Italowestern der Sechziger. Die Filme von Sergio Leone, etwa die Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood, teilen die Lust am wortkargen Antihelden und an moralisch grauen Welten. Bei Corbucci selbst findest du ebenfalls weitere Western, die ähnlich düster gestimmt sind.
Generell gilt: Sobald dir Matsch, Staub und zwielichtige Figuren lieber sind als glänzende Sheriffsterne, bist du im Italowestern goldrichtig.
Häufige Fragen
Wer spielt Django im Film von 1966?
Die Titelrolle spielt Franco Nero. Mit dieser Figur ist er bis heute eng verbunden.
Wer hat Django 1966 gedreht?
Regie führte Sergio Corbucci, einer der prägenden Regisseure des Italowesterns.
Ab wie viel Jahren ist Django freigegeben?
Der Film hat eine Freigabe der FSK ab 18 Jahren.
Wie lang ist Django 1966?
Der Film läuft 91 Minuten.
Kann ich Django 1966 im Abo streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet.
Wann kam Django in die deutschen Kinos?
Der deutsche Kinostart war am 2. November 1966.
Wagst du den Blick in den Sarg?
Django 1966 ist kein bequemer Film, aber einer, der dich nicht so schnell loslässt. Franco Nero, ein Sarg, eine verrottete Stadt und ein Held, dem du nie ganz trauen kannst: Mehr braucht Sergio Corbucci nicht, um einen echten Klassiker zu schaffen. Wenn du dem Italowestern eine Chance geben willst, fang genau hier an. Und dann erzähl mir, ob dich das Finale genauso erwischt hat wie mich.
