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Vorab-Kritik · Im Kino ab 12.11.2026

Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte: Vorab-Kritik zu Ti Wests Fantasyfilm mit Johnny Depp und Ian McKellen

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Ti West inszeniert einen Fantasyfilm, in dem Gandalf, Jack Sparrow und Rey gemeinsam vor der Kamera stehen. Allein dieser Satz reicht, damit ich hellhörig werde. Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte startet am 12. November in den deutschen Kinos, und alles, was man bisher über die kreativen Entscheidungen weiß, deutet darauf hin: Das wird kein Film, den man halb verschlafen an einem Sonntagnachmittag wegguckt.

7,5/10
Erwartete Wertung
Auf dem Papier trifft eine der spannendsten Besetzungen des Jahres auf einen unberechenbaren Regisseur. Entsprechend hoch ist der Einsatz, entsprechend groß aber auch das Risiko.
Story
7
Schauspiel
8
Regie
8
Optik
8
Musik und Ton
7
Emotionen
7

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte: Trailer

Filmdaten

OriginalEbenezer
Kinostart in Deutschland12.11.2026
RegieTi West
BesetzungSam Claflin, Johnny Depp, Sir Ian McKellen, Daisy Ridley, Andrea Riseborough, Charlie Murphy
GenreFantasyfilme

Ein Name, der mehr verrät, als man uns sagt

Fangen wir mit dem an, was wir wissen, denn die Liste ist kurz. Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte ist ein Fantasyfilm, der in Deutschland am 12. November 2026 anläuft, Regie führt Ti West. Eine offizielle, für mich überprüfbare Inhaltsangabe liegt mir nicht vor, also werde ich auch nicht so tun, als wüsste ich genau, worum es geht.

Eines kann ich mir aber nicht verkneifen: Beim Namen Ebenezer denken die meisten sofort an einen ganz bestimmten Geizhals und eine von Geistern heimgesuchte Geschichte rund um Weihnachten. Der deutsche Verleihtitel schlägt mit dem Zusatz "Eine Weihnachtsgeschichte" ziemlich deutlich in diese Kerbe, und auch ein Kinostart Mitte November passt bestens ins Bild. Wie eng sich der Film tatsächlich an die bekannte Vorlage hält, bleibt trotzdem eine offene Frage.

Sicher ist: Der Originaltitel ist kurz, rätselhaft und besteht aus einem einzigen Namen. Solche Titel signalisieren meist, dass sich alles um eine Figur dreht. Die Frage wird also sein, wer dieser Mensch ist und was mit ihm passiert.

Ti West: Der Regisseur, der nie liefert, was man erwartet

Wer das Genrekino der letzten Jahre verfolgt hat, muss Ti West nicht vorgestellt bekommen. Mit seiner Trilogie aus X, Pearl und MaXXXine hat er bewiesen, dass er genau weiß, wie man einen alten Filmstil liebevoll auf links dreht. Schon früher zeigten The House of the Devil und The Innkeepers, dass er ein geduldiger Regisseur ist, der langsam aufbaut und seine Energie in Atmosphäre steckt statt in schnelle Schockmomente.

Genau das reizt mich am meisten. Bisher war West vor allem im Horror und dessen Randbereichen zu Hause, jetzt reden wir über Fantasy. Das kann der spannendste Abstecher seiner Karriere werden. Oder ein Film, bei dem das Genreetikett nur die Oberfläche ist und darunter etwas Dunkleres arbeitet. Pearl hat gezeigt, dass West eine märchenhafte, fast technicolorbunte Traumwelt bauen und den Schrecken Stück für Stück hineinsickern lassen kann. Überträgt er dieses Können auf einen Fantasystoff, könnte etwas ziemlich Einzigartiges entstehen.

Das Risiko liegt natürlich an derselben Stelle. Wests Filme sind nicht für jeden gemacht, ihr Tempo spaltet, und bei einem Fantasyfilm für ein breiteres Publikum stellt sich die Frage, wie viel Freiheit er bekommt und wie viel von seiner Handschrift übrig bleibt.

Eine Besetzung, bei der mir die Kinnlade runterfällt

Ehrlich gesagt sehe ich selten eine so bunt gemischte Namensliste auf einem Plakat. Hier die Beteiligten:

Wer wen spielt, ist für mich nicht bestätigt, also rate ich auch keine Rollennamen. Sagen lässt sich aber: Dieses Ensemble vereint Fantasylegenden, Charakterdarsteller und Gesichter, die in den letzten Jahren richtig gewachsen sind. In den Händen eines guten Regisseurs ist so eine Besetzung eine Goldgrube.

Was könnte diesen Film richtig gut machen?

Wenn alles zusammenpasst, könnte Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte genau der Film werden, den das Fantasygenre gerade braucht. In den letzten Jahren drehte sich Fantasy vor allem um große Franchises, Schlachten vor Greenscreen und endloses Worldbuilding. West dagegen war schon immer ein Mann der kleinen, intimen, atmosphärischen Filme. Bringt er diesen Blick mit, bekommen wir vielleicht ein stimmungsvolles, figurenzentriertes Märchen, das nicht auf Schauwerte setzt, sondern auf Spannung.

Auch die Erfahrung der Darsteller spricht dafür. McKellen und Depp wissen beide, wie man in einer stilisierten Welt glaubwürdig klingt. Riseborough und Tillman wiederum schaffen es, aus ein, zwei Szenen eine unvergessliche Figur herauszuholen. Lässt West sie machen, könnten gleich mehrere Momente entstehen, über die man noch Wochen später redet.

Und wo könnte es schiefgehen?

Ich will nicht naiv sein. Ein Ensemble voller großer Namen ist oft eine Falle: Bekommt jeder nur ein paar Szenen, zerfällt der Film und wirkt eher wie eine Starparade als wie eine Geschichte. Dazu kommt, dass Depp das Publikum spaltet, was die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Film ablenken kann.

Die zweite Frage ist der Genrewechsel. Bisher fühlte sich West in Filmen wohl, in denen er selbst die Regeln bestimmte. Fantasy kann mehr Worldbuilding, mehr visuelle Effekte und mehr Kompromisse verlangen. Bleibt der Film zwischen beiden Richtungen stecken, also nicht düster genug für Horrorfans und nicht zauberhaft genug für das Familienpublikum, droht ein lauwarmes Ergebnis.

Meine Punkte sind deshalb erwartete Wertungen: optimistisch, aber nicht blind begeistert. Am meisten habe ich für Schauspiel und Regie vergeben, weil ich dort die größte Sicherheit sehe. Bei der Geschichte bin ich vorsichtiger, schlicht weil ich darüber noch nichts mit Gewissheit weiß.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Pearl (2022), X (2022), Disneys Eine Weihnachtsgeschichte (2009), Die Geister, die ich rief (1988), Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand (2017)

Häufige Fragen

Wann startet Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte in den deutschen Kinos?

Der Kinostart in Deutschland ist am 12. November 2026.

Wer hat Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte inszeniert?

Regie führt Ti West, der mit X, Pearl und MaXXXine bekannt wurde.

Wer spielt in Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte mit?

Sam Claflin, Johnny Depp, Sir Ian McKellen, Daisy Ridley, Andrea Riseborough, Charlie Murphy, Rupert Grint, Tramell Tillman, Ellie Bamber und Robert Strange.

Welchem Genre gehört Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte an?

Der Film ist ein Fantasyfilm.

Lohnt sich im November der Kinobesuch für Ebenezer?

Ich finde ja, zumindest aus Neugier auf jeden Fall. So selten kommen ein Regisseur mit eigener Stimme und ein derart vielseitiges, hochkarätiges Ensemble in einem Film zusammen. Ebenezer - Eine Weihnachtsgeschichte wird vielleicht die Meinungen spalten, langweilig wird er aber kaum. Ich habe mir den 12. November jedenfalls schon im Kalender markiert, und wenn West in Form ist, könnte das eines der eindrucksvollsten Kinoerlebnisse dieses Herbstes werden. Und falls nicht, scheitert er wenigstens auf interessante Weise, was manchmal mehr wert ist als ein sicherer, schnell vergessener Erfolg.

Erwartete Wertung: 7,5/10 · Story 7 · Schauspiel 8 · Regie 8 · Optik 8 · Musik und Ton 7 · Emotionen 7