Ein Mann will nach oben: Der ZDF-Klassiker über einen Aufsteiger im alten Berlin
Ein Mann will nach oben ist eine dieser ZDF-Serien, an die sich viele noch Jahrzehnte später erinnern: 13 Folgen über einen jungen Mann, der im Berlin von 1909 ganz unten anfängt und einfach nicht aufgibt. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und warum sich die Serie heute noch lohnt.
Manche Serien altern, andere reifen. Ein Mann will nach oben gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Das ZDF-Drama von 1978 erzählt die Geschichte von Karl Siebrecht, einem 16-jährigen Vollwaisen, der mit großen Plänen und wenig in der Tasche nach Berlin kommt. Er will die Stadt in wenigen Wochen erobern. Die Stadt hat da andere Pläne.
Was die Serie so besonders macht, ist ihr langer Atem. Statt eine schnelle Erfolgsgeschichte abzuspulen, lässt sie ihren Helden scheitern, wieder aufstehen und erneut stolpern. Dazu kommt ein Ensemble, das sich liest wie ein Who's who des deutschen Fernsehens jener Jahre. Wenn du ein Faible für Zeitkolorit, Berliner Schnauze und Figuren mit Ecken und Kanten hast, bist du hier genau richtig.

Ein Mann will nach oben (1978)
Worum geht es in Ein Mann will nach oben?
Berlin, 1909. Karl Siebrecht hat gerade seine Eltern verloren und steigt in den Zug in die Hauptstadt. Er ist jung, ehrgeizig und felsenfest davon überzeugt, dass ihm Berlin in kurzer Zeit zu Füßen liegt. Schon auf der Zugfahrt lernt er Rieke Busch kennen, ein Mädchen aus dem Arbeiterbezirk Wedding. Sie wird zu seiner ständigen Begleiterin und ist oft genug diejenige, die ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
Denn die Realität sieht anders aus als Karls Träume. Er muss ganz unten anfangen, und sein Weg ist ein ständiges Auf und Ab aus kleinen Erfolgen und bitteren Rückschlägen. Den ersten echten Durchbruch schafft er erst später mit der Gründung eines Unternehmens für Gepäckbeförderung. Doch auch das hält nicht lange: Sein Geschäftspartner bootet ihn aus, und Karl steht vor den Scherben seiner Firma.
Aufgeben ist für ihn trotzdem keine Option. Er sucht neue Wege, findet sie und scheint erneut ganz oben angekommen zu sein. Und dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht, denn gerade diese Wendungen machen den Reiz der Serie aus.
Besetzung und Rollen: Ein Ensemble zum Niederknien
Die Besetzungsliste ist ein echtes Fest für alle, die mit dem deutschen Fernsehen der 70er und 80er groß geworden sind. Im Mittelpunkt steht Mathieu Carrière als Karl Siebrecht, der den Spagat zwischen jugendlichem Größenwahn und echter Verletzlichkeit glaubwürdig hinbekommt.
- Mathieu Carrière als Karl Siebrecht
- Ursela Monn als Rieke Busch
- Rainer Hunold als Karl „Kalli“ Flau
- Walter Buschhoff als Vater Busch
- Edith Hancke als Fräulein Palude
- Günter Strack als Ernst Gollmer
- Ulli Philipp als Ilse Gollmer
- Karl Michael Vogler als Bodo von Senden
- Harald Juhnke als Franz Wagenseil
- Anita Kupsch als Else Wagenseil
Besonders Ursela Monn als Rieke ist ein Glücksgriff. Ihre Figur ist das Herz der Serie: bodenständig, schlagfertig und mit einer Wärme, die Karls Ehrgeiz immer wieder ausbalanciert. Und allein die Kombination aus Harald Juhnke, Edith Hancke und Günter Strack sorgt dafür, dass jede Nebenfigur Profil bekommt. Wer diese Gesichter kennt, wird sich beim Zuschauen ein Grinsen kaum verkneifen können.
Staffeln, Folgen und Hintergrund
Ein Mann will nach oben ist eine abgeschlossene Miniserie. Es gibt genau eine Staffel mit 13 Folgen. Die Erstausstrahlung im ZDF begann am 26. März 1978, die letzte Folge lief am 18. Juni 1978. Eine Fortsetzung gibt es nicht, die Serie gilt als beendet.
Als Schöpfer wird Karl Wittlinger geführt. Das Format hat genau die richtige Länge: Dreizehn Folgen geben der Geschichte genug Raum, um Karls Aufstieg und Fall über Jahre zu begleiten, ohne dass sich etwas zieht. Du kannst die Serie also wunderbar an ein paar Abenden oder über ein langes Wochenende schauen und bekommst eine runde, in sich geschlossene Erzählung.
Bei TMDB kommt die Serie übrigens auf eine Bewertung von 7,7, ein ordentlicher Wert für eine Produktion, die mittlerweile fast fünfzig Jahre auf dem Buckel hat.
Wo kann man Ein Mann will nach oben streamen?
Jetzt die weniger erfreuliche Nachricht: Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Ein Mann will nach oben aktuell in keinem Flatrate-Abo gelistet. Du findest die Serie also derzeit bei keinem der großen Streamingdienste im Abo.
Das kann sich natürlich ändern. Gerade ältere ZDF-Produktionen tauchen immer mal wieder in Mediatheken oder bei Streamingdiensten auf. Ein regelmäßiger Blick auf JustWatch lohnt sich also. Bis dahin sind DVD-Veröffentlichungen oder Wiederholungen im Fernsehen die naheliegenden Wege, an die Serie heranzukommen.
Warum die Serie heute noch funktioniert
Man könnte meinen, eine Aufsteigergeschichte aus dem Kaiserreich hätte mit unserem Leben wenig zu tun. Falsch gedacht. Karl Siebrecht ist im Grunde ein Gründer, wie man ihn heute in jedem Start-up-Podcast findet: voller Ideen, ungeduldig, manchmal arrogant und immer wieder auf die Nase fallend. Dass ihn ausgerechnet sein Geschäftspartner ausbootet, ist ein Konflikt, der zeitlos ist.
Dazu kommt die Atmosphäre. Das Berlin dieser Jahre, mit seinen Arbeitervierteln, Hinterhöfen und dem Kontrast zwischen Arm und Reich, ist hier nicht nur Kulisse, es prägt die Figuren. Rieke aus dem Wedding steht für eine Welt, die Karl erst verstehen lernen muss. Und über allem schwebt der drohende Erste Weltkrieg, der jeden Plan zunichtemachen kann.
Was mir persönlich am meisten gefällt: Die Serie nimmt sich Zeit für ihre Figuren. Hier wird nicht im Minutentakt geschnitten, Gespräche dürfen atmen, und gerade dadurch wirken die Beziehungen so echt.
Für wen ist Ein Mann will nach oben?
Die Serie passt perfekt zu dir, wenn du:
- historische Dramen magst, die eine Epoche über viele Jahre begleiten
- eine Schwäche für deutsche Fernsehklassiker und bekannte Gesichter von damals hast
- Geschichten über Ehrgeiz, Scheitern und Durchhalten spannend findest
- Berlin liebst und sehen willst, wie die Stadt am Anfang des 20. Jahrhunderts erzählt wird
- eine abgeschlossene Serie suchst, die du ohne Cliffhanger-Frust durchschauen kannst
Weniger geeignet ist sie, wenn du schnelles Tempo und moderne Optik erwartest. Das hier ist Fernsehen von 1978, mit allem, was dazugehört. Wer sich darauf einlässt, wird aber reich belohnt.
Was du nach Ein Mann will nach oben schauen kannst
Wenn dich Karls Geschichte gepackt hat, suchst du wahrscheinlich nach mehr Stoff in dieser Richtung. Halte Ausschau nach weiteren deutschen Fernsehklassikern aus den 70er und 80er Jahren, die Familien oder Einzelschicksale über längere Zeiträume begleiten. Auch moderne Serien, die das historische Berlin zum Schauplatz machen, treffen oft einen ähnlichen Nerv.
Und ein kleiner Tipp: Schau dir an, in welchen anderen Produktionen das Ensemble damals unterwegs war. Mit Namen wie Günter Strack, Harald Juhnke oder Rainer Hunold hast du einen ziemlich guten Kompass für gutes altes Fernsehen in der Hand.
Häufige Fragen
Wie viele Folgen hat Ein Mann will nach oben?
Die Serie hat 13 Folgen in einer einzigen Staffel. Sie ist abgeschlossen, eine Fortsetzung gibt es nicht.
Wann lief Ein Mann will nach oben im Fernsehen?
Die Erstausstrahlung lief im ZDF vom 26. März 1978 bis zum 18. Juni 1978.
Wer spielt Karl Siebrecht in Ein Mann will nach oben?
Karl Siebrecht wird von Mathieu Carrière gespielt. An seiner Seite spielt Ursela Monn die Rieke Busch.
Wo kann ich Ein Mann will nach oben streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist die Serie aktuell in keinem Flatrate-Abo gelistet.
Worum geht es in Ein Mann will nach oben?
Der 16-jährige Vollwaise Karl Siebrecht kommt 1909 nach Berlin, um die Stadt zu erobern. Er fängt ganz unten an, gründet ein Gepäckbeförderungsunternehmen, wird von seinem Geschäftspartner ausgebootet und kämpft sich erneut nach oben, bis der Erste Weltkrieg ausbricht.
Spielt Harald Juhnke in Ein Mann will nach oben mit?
Ja, Harald Juhnke spielt Franz Wagenseil. Anita Kupsch ist als Else Wagenseil zu sehen.
Lohnt sich Ein Mann will nach oben heute noch?
Ganz klar: ja. Ein Mann will nach oben ist eine dieser Serien, die zeigen, wie stark deutsches Fernsehen erzählen konnte, wenn es sich Zeit nahm. Karl Siebrecht ist kein makelloser Held, sondern ein Getriebener, dem du trotzdem die Daumen drückst. Rieke ist die Seele der Geschichte, und das Ensemble drumherum macht aus jeder Folge ein kleines Fest.
Dass die Serie aktuell in keinem Streaming-Abo zu finden ist, ist schade. Behalte sie trotzdem auf dem Zettel. Sobald sie irgendwo auftaucht, solltest du zugreifen und dir ein paar gemütliche Abende im Berlin von 1909 gönnen.
