Excalibur: John Boormans düsteres Artus-Epos
Excalibur ist der Artus-Film, an dem sich bis heute alle anderen messen lassen müssen. John Boorman hat 1981 aus der alten Sage ein schweres, schimmerndes, manchmal fast fiebriges Fantasy-Epos gemacht, das eher nach Oper klingt als nach Ritterabenteuer. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und wo du den Film aktuell streamen kannst.
Wenn du an König Artus denkst, siehst du vermutlich ein Schwert, das in einem Stein steckt, einen Zauberer mit wissendem Blick und eine Tafelrunde, die an Verrat zerbricht. Genau diese Bilder hat Excalibur geprägt wie kaum ein anderer Film. Regisseur John Boorman erzählt die Sage nicht als bunten Familienspaß, sondern als großes, manchmal brutales Märchen über Macht, Begierde und den Preis eines Königreichs.
Der Film kam am 29. Oktober 1981 in die deutschen Kinos, läuft 140 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Er ist eine Mischung aus Abenteuer und Fantasy, wirkt dabei aber oft eher wie ein Traum als wie ein klassisches Ritterspektakel. Und genau das macht ihn so besonders: Excalibur sieht aus, als hätte jemand die Sage direkt aus einem alten Wandteppich geholt und mit Nebel, Feuer und grünem Licht zum Leben erweckt.

Excalibur (1981)
Worum geht es in Excalibur?
Am Anfang steht ein Machtkampf. Uther Pendragon beansprucht die Königswürde für sich, sein Rivale Cornwall ist alles andere als begeistert und greift schon mal zum Schwert. Nur mit Mühe gelingt es dem Zauberer Merlin, beide zu einem Waffenstillstand zu bewegen.
Doch Merlin hat Uther etwas versprochen, und dieses Versprechen löst er ein: Er lässt Uther wie Cornwall aussehen, damit dieser unbemerkt mit Cornwalls Frau Igrayne schlafen kann. Nur Igraynes Tochter Morgana, die hellseherische Fähigkeiten besitzt, durchschaut, was in derselben Stunde passiert: Ihr Vater stirbt im Kampf gegen Uthers Männer.
Bevor Uther selbst stirbt, stößt er das verzauberte Schwert Excalibur in einen Stein. Laut Prophezeiung kann nur der wahre König es wieder herausziehen. Von da an folgt der Film dem Weg des jungen Arthur, seinem Aufstieg zum König und dem, was aus seinem Reich wird. Mehr musst du vorher nicht wissen, denn die Kraft des Films liegt weniger in Überraschungen als darin, wie wuchtig er die bekannten Stationen der Sage inszeniert.
Besetzung und Rollen: Wer spielt wen?
Die Besetzung ist ein echter Schatz, vor allem im Rückblick, weil einige spätere Größen hier sehr früh zu sehen sind:
- Nigel Terry als King Arthur
- Nicol Williamson als Merlin
- Helen Mirren als Morgana
- Nicholas Clay als Lancelot
- Paul Geoffrey als Perceval
- Cherie Lunghi als Guenevere
- Robert Addie als Mordred
- Gabriel Byrne als Uther
- Keith Buckley als Uryens
- Katrine Boorman als Igrayne
Der heimliche Star ist für mich Nicol Williamson. Sein Merlin ist kein gütiger Opa mit Rauschebart, sondern ein schräger, spöttischer, unberechenbarer Magier, der ständig wirkt, als wüsste er mehr als alle anderen, und das auch genießt. Helen Mirren als Morgana ist dazu der perfekte Gegenpol: verführerisch, kühl und gefährlich. Und wer Gabriel Byrne nur aus späteren Rollen kennt, wird staunen, wie wild und ungezähmt er hier als Uther auftritt.
Was Excalibur so besonders macht
Viele Artus-Verfilmungen wollen die Sage erklären, realistisch erden oder in ein modernes Actiongewand stecken. Excalibur macht das Gegenteil: Der Film nimmt den Mythos ernst und lässt ihn mythisch bleiben. Rüstungen glänzen, als wären sie aus flüssigem Metall, Wälder wirken verwunschen, und die Magie ist nicht bloß Effekt, sondern Teil der Welt.
Dazu kommt ein Ton, der sich zwischen Erhabenheit und Härte bewegt. Es gibt Momente großer Schönheit, aber auch Gewalt, Lust und Verrat, die der Film nicht weichzeichnet. Die FSK 12 solltest du deshalb nicht mit einem harmlosen Kinderabenteuer verwechseln. Excalibur ist eher ein Film für Leute, die Fantasy mit Gewicht mögen.
Ehrlich gesagt: Manches wirkt heute theatralisch, manche Dialoge sind sehr pathetisch. Aber genau dieses Überlebensgroße passt zur Geschichte. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein Erlebnis, das sich angenehm von glattgebügelten modernen Fantasyfilmen abhebt.
Excalibur streamen: Wo läuft der Film?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, kannst du Excalibur im Flatrate-Abo bei HBO Max sowie über den HBO Max Amazon Channel streamen. Wenn du ohnehin Prime Video nutzt, ist der Channel ein bequemer Weg, ohne eine weitere App zu installieren.
Streaming-Angebote ändern sich regelmäßig. Wirf deshalb vor dem Filmabend am besten noch einmal einen kurzen Blick in die jeweilige App, ob der Film weiterhin verfügbar ist.
Für wen lohnt sich der Film?
Excalibur ist ideal für dich, wenn du:
- die Artus-Sage liebst und sie einmal in ihrer klassischen, mythischen Form sehen willst,
- Fantasy magst, die eher düster und erwachsen ist als verspielt,
- Lust auf ein visuell eigenwilliges Epos mit großer Atmosphäre hast,
- gern frühe Auftritte bekannter Schauspielerinnen und Schauspieler entdeckst.
Weniger gut passt der Film, wenn du schnelles Tempo und knackige Action erwartest. Mit 140 Minuten nimmt sich Excalibur Zeit, und er erzählt im Rhythmus einer alten Legende, nicht eines modernen Blockbusters. Plane also einen ruhigen Abend ein, mach das Licht aus und lass dich auf den Nebel ein.
Ähnliche Filme für Artus- und Fantasy-Fans
Wenn dich Excalibur gepackt hat, lohnt sich der Blick auf andere Verfilmungen rund um die Tafelrunde. Spannend ist vor allem der Vergleich: Kaum eine spätere Version traut sich, so konsequent märchenhaft und opernhaft zu sein. Viele neuere Filme setzen eher auf Realismus oder Action, wodurch Boormans Werk umso eigenständiger wirkt.
Auch klassische Fantasy aus den frühen Achtzigern passt gut, wenn du das handgemachte Gefühl dieser Zeit magst: echte Kulissen, echte Rüstungen und Effekte, die eher auf Licht und Stimmung als auf Computertricks setzen.
Häufige Fragen
Wer hat Excalibur gedreht?
Regie bei Excalibur führte John Boorman. Der Film stammt aus dem Jahr 1981.
Wer spielt König Artus in Excalibur?
King Arthur wird von Nigel Terry gespielt. Merlin spielt Nicol Williamson, Morgana Helen Mirren und Lancelot Nicholas Clay.
Wie lang ist Excalibur?
Excalibur hat eine Laufzeit von 140 Minuten.
Ab wie viel Jahren ist Excalibur freigegeben?
Der Film ist von der FSK ab 12 Jahren freigegeben. Er enthält trotzdem einige harte und sinnliche Szenen, für jüngere Kinder ist er eher nichts.
Wo kann ich Excalibur streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, läuft Excalibur im Abo bei HBO Max und über den HBO Max Amazon Channel.
Wann kam Excalibur in die deutschen Kinos?
Excalibur startete am 29. Oktober 1981 in den deutschen Kinos.
Ist Excalibur heute noch sehenswert?
Auf jeden Fall, wenn du offen für großes, altmodisches Kino bist. Excalibur ist kein perfekter Film, aber ein unverwechselbarer: pathetisch, prächtig, manchmal verstörend und voller Bilder, die hängen bleiben. Gerade weil heutige Fantasy oft so glatt aussieht, wirkt Boormans Artus-Epos fast wie ein Fundstück aus einer anderen Welt. Gönn dir einen Abend damit, und du verstehst, warum das Schwert im Stein seither so aussieht, wie es aussieht.
