Kinoster
DE ▾

Ratgeber · Aktualisiert: 9.10.2026 · Quelle: TMDB

Headhunters: Norwegens bitterböser Thriller um einen Kunstdieb mit Doppelleben

Headhunters ist einer dieser Thriller, die harmlos elegant anfangen und dich dann gnadenlos durch den Dreck ziehen. Morten Tyldum macht aus der Geschichte eines kleinen Mannes mit großem Ego ein bitterböses Katz-und-Maus-Spiel. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und ob du den Film gerade im Abo findest.

Wenn du bei skandinavischem Kino vor allem an düstere Ermittler, graue Himmel und langsames Grübeln denkst, dann wirft Headhunters diese Erwartung ziemlich schnell über Bord. Der norwegische Film mit dem Originaltitel Hodejegerne ist von 2011, kam am 15. März 2012 in die deutschen Kinos und läuft knackige 100 Minuten. In dieser Zeit passiert mehr als in so manchem Hollywood-Thriller mit doppeltem Budget. Die Vorlage stammt von Jo Nesbø, und man merkt dem Film seinen Sinn für fiese Wendungen in jeder Szene an.

Das Besondere: Headhunters mischt Thriller, Krimi und Action mit einem pechschwarzen Humor, bei dem dir das Lachen öfter im Hals stecken bleibt. Die Hauptfigur ist kein Held, eher ein eitler Gauner, dem du trotzdem irgendwann die Daumen drückst, weil das, was ihm passiert, so absurd und brutal ist, dass Mitleid fast unvermeidlich wird.

Headhunters Poster

Headhunters (2011)

Morten Tyldum · Aksel Hennie (Roger Brown), Synnøve Macody Lund (Diana Brown), Nikolaj Coster-Waldau (Clas Greve), Julie R. Ølgaard (Lotte), Kyrre Haugen Sydness (Lander), Valentina Alexeeva (Natasja), Reidar Sørensen (Brede Sperre), Ei · 100 Min. · TMDB 7,2/10 · Streaming: derzeit in keinem Abo

Worum geht es in Headhunters?

Roger Brown hat, zumindest auf dem Papier, alles. Er gehört zu den erfolgreichsten Headhuntern des Landes, vermittelt Spitzenkräfte an große Firmen und wohnt mit seiner schönen, geheimnisvollen Frau Diana, einer Galeristin, in einer traumhaften Villa. Das Problem: Dieser Lebensstil kostet mehr, als selbst ein Top-Personalvermittler verdient.

Also führt Roger ein Doppelleben. Während er seine Klienten in Bewerbungsgesprächen ausfragt, sammelt er nebenbei Informationen über ihre Wohnungen und ihre Kunstsammlungen. Danach raubt er sie aus, am liebsten kostbare Gemälde. Das funktioniert lange bestens, bis er für ein namhaftes GPS-Unternehmen einen neuen Geschäftsführer suchen soll und dabei den Geschäftsmann Clas Greve kennenlernt.

Greve wirkt wie der perfekte Kandidat, und er scheint obendrein ein Kunstwerk zu besitzen, das Rogers finanzielle Sorgen auf einen Schlag lösen könnte. Mehr solltest du vorher nicht wissen. Headhunters lebt davon, dass du nie genau ahnst, wer hier eigentlich wen jagt, und jede Information zu viel würde dir die besten Überraschungen nehmen.

Besetzung und Rollen

Das Ensemble ist in Deutschland vielleicht nicht überall bekannt, spielt aber durchweg stark. Die wichtigsten Namen im Überblick der Rollen:

Aksel Hennie trägt den Film fast im Alleingang. Sein Roger ist klein, nervös, arrogant und ständig damit beschäftigt, sein Selbstbild zu verteidigen. Gerade das macht ihn so interessant, denn er sieht nie aus wie ein klassischer Thriller-Protagonist. Nikolaj Coster-Waldau, den viele aus Game of Thrones kennen, ist als Clas Greve das perfekte Gegenstück: gutaussehend, souverän und mit einer Ruhe, die schnell bedrohlich wirkt. Eivind Sander sorgt als Ove Kjikerud für einige der schrägsten Momente des Films.

Regie und Stil: Warum Headhunters so gut funktioniert

Morten Tyldum inszeniert Headhunters mit viel Tempo und einem klaren Gespür dafür, wann er die Schraube anziehen muss. Der Anfang ist schick, kühl und fast schon ironisch: Designerhaus, teure Kunst, ein Mann, der sich für den Klügsten im Raum hält. Dann kippt der Ton, und der Film wird zu einer Hetzjagd, die körperlich, schmutzig und stellenweise richtig hart ist.

Was mir besonders gefällt: Der Film nimmt sich selbst nicht zu ernst, ohne albern zu werden. Viele Szenen sind so drastisch, dass sie fast schon komisch wirken, und genau diese Balance aus Spannung und Galgenhumor macht den Reiz aus. Dazu kommt ein Drehbuch, das seine Figuren ständig in neue, noch schlimmere Situationen stolpern lässt. Du sitzt also selten entspannt auf dem Sofa.

FSK, Laufzeit und Bewertung

Headhunters ist ab 16 Jahren freigegeben, und das hat seinen Grund. Der Film zeigt Gewalt recht direkt, und es gibt ein paar Szenen, die ziemlich eklig sind. Wer empfindlich ist, sollte sich darauf einstellen. Mit 100 Minuten ist die Laufzeit angenehm kompakt, es gibt praktisch keinen Leerlauf.

Bei TMDB steht der Film aktuell bei einer Bewertung von 7,2. Das passt gut: Headhunters ist kein verkopftes Arthouse-Werk, aber deutlich cleverer und gemeiner als viele austauschbare Genrefilme.

Headhunters im Stream: Wo kannst du den Film sehen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Headhunters aktuell in keinem Flatrate-Abo gelistet. Du findest den Film also gerade nicht bei einem Streamingdienst, bei dem er im monatlichen Abo inklusive wäre.

Es lohnt sich aber, regelmäßig nachzuschauen, denn solche Titel wandern immer wieder in die Kataloge der Anbieter. Alternativ kannst du nach Kauf- oder Leihangeboten bei digitalen Videotheken suchen oder zur DVD beziehungsweise Blu-ray greifen.

Für wen ist Headhunters das Richtige?

Headhunters ist ideal für dich, wenn du Thriller magst, die dich ständig auf dem falschen Fuß erwischen. Besonders Fans von schwarzem Humor im Stil der Coen-Brüder kommen hier auf ihre Kosten, auch wenn der Film seine ganz eigene, skandinavische Note hat.

Weniger geeignet ist der Film, wenn du lieber ruhige, atmosphärische Krimis schaust oder mit drastischen Bildern nichts anfangen kannst. Auch als Familienfilm taugt Headhunters natürlich nicht.

Ähnliche Filme, wenn dir Headhunters gefällt

Wenn dich die Mischung aus Spannung und bösem Humor gepackt hat, findest du ähnliche Stimmung in Filmen wie Fargo von den Coen-Brüdern, wo ebenfalls ein kleiner Plan völlig aus dem Ruder läuft. Auch skandinavische Thriller lohnen sich generell als nächster Schritt, wenn du einmal Geschmack an dieser kühlen, trockenen Erzählweise gefunden hast. Und wer neugierig auf die Vorlage ist, kann zu Jo Nesbøs Roman greifen und vergleichen, wie der Film die Geschichte umsetzt.

Häufige Fragen

Worum geht es in Headhunters?

Roger Brown ist ein erfolgreicher Headhunter, der seinen luxuriösen Lebensstil heimlich finanziert, indem er seine Klienten ausraubt, vor allem um kostbare Kunstwerke. Als er für ein GPS-Unternehmen einen neuen Geschäftsführer sucht, trifft er auf Clas Greve, und die Lage gerät außer Kontrolle.

Wer spielt in Headhunters mit?

Die Hauptrolle als Roger Brown spielt Aksel Hennie. Nikolaj Coster-Waldau ist Clas Greve, Synnøve Macody Lund spielt Diana Brown. Dazu kommen unter anderem Julie R. Ølgaard, Eivind Sander und Reidar Sørensen.

Ab wie viel Jahren ist Headhunters freigegeben?

Headhunters hat eine Freigabe ab 16 Jahren (FSK 16). Der Film enthält einige harte und drastische Szenen.

Wie lange dauert Headhunters?

Der Film hat eine Laufzeit von 100 Minuten.

Wo kann ich Headhunters streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Headhunters aktuell in keinem Flatrate-Abo gelistet.

Wer hat bei Headhunters Regie geführt?

Regie führte Morten Tyldum. Der norwegische Film heißt im Original Hodejegerne und erschien 2011, in deutschen Kinos lief er ab dem 15. März 2012.

Lohnt sich Headhunters heute noch?

Auf jeden Fall. Headhunters hat über die Jahre nichts von seiner Wucht verloren, weil er nicht auf Effekte setzt, sondern auf eine fiese, clevere Geschichte und eine Hauptfigur, die du so schnell nicht vergisst. Aksel Hennie und Nikolaj Coster-Waldau liefern sich ein Duell, das mal spannend, mal schmerzhaft und mal überraschend komisch ist. Wenn du einen Thriller suchst, der dich 100 Minuten lang nicht loslässt und hinterher noch zum Diskutieren einlädt, dann setz diesen Film ganz oben auf deine Liste. Und behalte im Blick, ob er bald in einem Abo auftaucht.

Datenquelle: The Movie Database (TMDB), Streaming-Angaben laut JustWatch, Stand 9.10.2026.