Hostel: Eli Roths Backpacker-Albtraum in der Slowakei
Hostel ist einer dieser Horrorfilme, über die man auch Jahre später noch redet, und zwar nicht immer mit ruhigem Puls. Eli Roth schickt 2006 drei Backpacker in eine Herberge in der Slowakei, die zuerst wie das Paradies wirkt und dann zur Falle wird. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und ob der Film etwas für deine Nerven ist.
Wer Hostel zum ersten Mal sieht, rechnet oft mit einer albernen Partykomödie. Genau das ist der Trick: Eli Roth lässt sich in der ersten Hälfte viel Zeit mit Bier, Clubs und flirtenden Jungs, die sich für unwiderstehlich halten. Du lehnst dich zurück, schüttelst vielleicht den Kopf über die drei Typen, und dann kippt der Film. Plötzlich ist nichts mehr lustig, und die 89 Minuten fühlen sich deutlich länger an, im besten wie im unangenehmsten Sinn.
Der Film kam am 27. April 2006 in die deutschen Kinos, trägt eine FSK 18 und hat bei TMDB eine Wertung von 6,0. Das passt ziemlich gut: Hostel spaltet. Die einen feiern ihn als bösen, konsequenten Schocker, die anderen finden ihn zu grausam oder zu plump. Meine Meinung vorweg: Als Genrefilm funktioniert er erstaunlich gut, gerade weil er dich so lange in Sicherheit wiegt.

Hostel (2006)
Worum geht es in Hostel?
Paxton, Josh und Oli sind mit dem Rucksack durch Europa unterwegs, und ihre Prioritäten sind klar verteilt: Drogen, Sex, Party. Kultur steht eher nicht auf der Liste. Ein Unbekannter gibt ihnen einen Tipp, der wie gemacht für sie klingt. In einer Herberge tief in der Slowakei sollen hübsche Frauen nur darauf warten, ausländische Männer kennenzulernen.
Die Jungs zögern keine Sekunde und machen sich auf den Weg. Vor Ort scheint das Versprechen tatsächlich zu stimmen: Sie lernen schnell ein paar Frauen kennen, feiern mit ihnen und landen mit ihnen im Bett. Alles wirkt zu schön, um wahr zu sein. Und dann verschwindet Oli plötzlich spurlos.
Mehr willst du vor dem ersten Anschauen eigentlich nicht wissen. Der Reiz von Hostel liegt darin, gemeinsam mit den Figuren zu begreifen, dass hier etwas grundlegend nicht stimmt.
Besetzung und Rollen
Große Stars sucht man in Hostel vergeblich, und das ist durchaus ein Vorteil. Weil du die Gesichter nicht aus zig anderen Filmen kennst, weißt du auch nicht, wer am Ende noch steht.
- Jay Hernandez als Paxton
- Derek Richardson als Josh
- Eythor Gudjonsson als Oli
- Barbara Nedeljakova als Natalya
- Jana Kaderabkova als Svetlana
- Jennifer Lim als Kana
- Jan Vlasák als The Dutch Businessman
- Jana Havlickova als Vala
- Keiko Seiko als Yuki
- Paula Wild als Monique
Jay Hernandez trägt den Film als Paxton, der anfangs ein ziemlicher Großkotz ist und erst im Laufe der Handlung so etwas wie Profil bekommt. Derek Richardson spielt Josh als den sensibleren der Gruppe, und Eythor Gudjonsson bringt als Oli den lauten, sorglosen Spaßvogel mit. Barbara Nedeljakova und Jana Kaderabkova sind als Natalya und Svetlana die Frauen, die den Jungs in der Herberge den Kopf verdrehen. Besonders hängen bleibt Jan Vlasák als The Dutch Businessman, eine Figur, die mit wenig Aufwand ein ziemlich mulmiges Gefühl hinterlässt.
Eli Roth und der Ton des Films
Regie führte Eli Roth, und man merkt Hostel an, dass hier jemand mit großer Lust am Genre arbeitet. Der Film spielt bewusst mit dem Klischee des naiven Touristen, der glaubt, im Ausland gelte alles, was er sich zu Hause nicht traut. Diese Arroganz wird gnadenlos bestraft.
Spannend finde ich den Bruch in der Mitte. Die erste Hälfte ist fast eine Sexkomödie, laut, prollig, manchmal nervig. Die zweite Hälfte ist reiner Horror, der dir körperlich unangenehm wird. Wer an dieser Stelle über den Film urteilt, sollte wissen: Die oberflächlichen Figuren sind Teil des Konzepts. Du sollst sie nicht unbedingt mögen, aber du sollst trotzdem nicht wollen, dass ihnen das passiert, was passiert.
Wie hart ist Hostel? FSK 18 aus gutem Grund
Ehrlich gesagt: ziemlich hart. Hostel hat eine FSK 18, und die ist nicht übertrieben. Der Film setzt auf drastische Gewalt und lässt die Kamera an Stellen draufhalten, an denen andere Horrorfilme längst wegschneiden würden. Wer bei Folterszenen schnell abschaltet, wird hier keinen Spaß haben.
Gleichzeitig ist Hostel kein reines Blutbad am Fließband. Die Gewalt kommt spät, und gerade dieses lange Warten macht sie so wirksam. Mein Tipp: Schau ihn nicht nebenbei beim Essen und nicht mit Leuten, die eigentlich nur einen gemütlichen Gruselabend wollten.
Wo kannst du Hostel streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Hostel aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet. Du kannst den Film also gerade nicht einfach in einem Streaming-Abo mitnehmen.
Die Verfügbarkeit bei Streamingdiensten ändert sich allerdings regelmäßig. Es lohnt sich, ab und zu nachzuschauen, ob der Film wieder in einem Abo auftaucht. Bis dahin bleibt dir die Suche nach einer Leih- oder Kaufmöglichkeit oder ein Blick ins eigene Regal, falls dort noch eine alte Disc steht.
Für wen lohnt sich Hostel?
Hostel ist ein Film für Horrorfans, die es wirklich böse mögen. Wenn du Filme schätzt, die mit einer harmlosen Ausgangslage anfangen und dann konsequent ins Finstere abrutschen, bist du hier richtig.
- Ja, wenn du harten Horror magst und dich von drastischen Szenen nicht abschrecken lässt.
- Ja, wenn dich Genrefilme interessieren, über die viel diskutiert wurde, und du dir selbst ein Urteil bilden willst.
- Eher nicht, wenn du subtilen Grusel, Geister oder Atmosphäre ohne viel Blut bevorzugst.
- Eher nicht, wenn dich unsympathische Hauptfiguren grundsätzlich aus einem Film werfen.
Mit 89 Minuten ist Hostel angenehm kompakt. Du musst dir also keinen ganzen Abend freihalten, nur einen starken Magen.
Teil der Hostel Filmreihe
Hostel ist der Auftakt der Hostel Filmreihe. Wenn dich der erste Film gepackt hat, kannst du also in der Reihe weiterschauen. Ich würde dir trotzdem raten, mit diesem Teil anzufangen: Hier wird die Grundidee eingeführt, und der Schock wirkt beim ersten Mal am stärksten, wenn du noch nicht weißt, was dich in der Slowakei erwartet.
Häufige Fragen
Worum geht es in Hostel?
Drei Backpacker, Paxton, Josh und Oli, folgen auf ihrer Rucksacktour durch Europa einem Tipp zu einer Herberge in der Slowakei, wo angeblich hübsche Frauen auf ausländische Männer warten. Nach ausgelassenen Partys verschwindet Oli plötzlich, und aus dem vermeintlichen Paradies wird ein Albtraum.
Wer hat bei Hostel Regie geführt?
Regie bei Hostel führte Eli Roth.
Ab wie viel Jahren ist Hostel freigegeben?
Hostel hat in Deutschland eine FSK 18. Der Film enthält sehr drastische Gewaltszenen.
Wie lang ist Hostel?
Der Film hat eine Laufzeit von 89 Minuten.
Wo kann ich Hostel streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Hostel aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet.
Wann kam Hostel in die deutschen Kinos?
Hostel stammt aus dem Jahr 2006 und startete am 27. April 2006 in den deutschen Kinos.
Traust du dich in die Herberge in der Slowakei?
Hostel ist kein Film, den man einfach so wegschaut. Er beginnt wie ein Partytrip, endet wie ein Albtraum und hinterlässt bei vielen das Gefühl, beim nächsten Urlaub vielleicht doch etwas genauer hinzusehen, wem man vertraut. Wenn du harten Horror magst und Eli Roths böse Idee noch nicht kennst, solltest du ihm eine Chance geben. Nur eins: Nimm die Warnung mit der FSK 18 ernst und plane danach lieber etwas Leichtes ein.
