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Vorab-Kritik · Im Kino ab 12.11.2026

How to Rob a Bank Vorab-Kritik: Banküberfälle im Livestream, inszeniert von David Leitch

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Manche starten einen Kochkanal, andere posten Workout-Videos, und wieder andere überfallen einfach eine Bank. Live, vor laufenden Kameras. Genau auf dieser frechen Prämisse baut How to Rob a Bank auf, und auf dem Regiestuhl sitzt David Leitch, bei dem man sich im Kino bisher selten gelangweilt hat. Am 12. November zeigt sich, ob die likehungrigen Bankräuber wirklich so cool sind, wie die Vorankündigungen vermuten lassen.

7,3/10
Erwartete Wertung
Auf dem Papier könnte das eine der unterhaltsamsten Actionkomödien des Jahres werden, solange Leitch nicht in seiner eigenen Lässigkeit ertrinkt.
Story
7
Schauspiel
8
Regie
8
Optik
8
Musik und Ton
7
Emotionen
6

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

How to Rob a Bank: Trailer

Filmdaten

Kinostart in Deutschland12.11.2026
RegieDavid Leitch
BesetzungNicholas Hoult, Anna Sawai, Christian Slater, Zoë Kravitz, John C. Reilly, Pete Davidson
GenreActionfilme
LandAmerikanische Filme

Liken, folgen, keine Bewegung!

Die Ausgangslage ist so zeitgemäß, dass ich mich fast wundere, warum das nicht schon längst jemand gedreht hat. Eine mysteriöse Bande betreibt einen YouTube-Kanal namens How to Rob a Bank, und der Inhalt hält exakt, was der Name verspricht: dreiste bewaffnete Überfälle, live übertragen. Für die Truppe ist das Verbrechen ein lockerer Gag, ein Spiel, für das man Waffen, Sprengstoff, Masken, schnelle Motorräder und natürlich jede Menge Kameras braucht.

Nach dem 15. Überfall reißt dem FBI der Geduldsfaden. Nicht nur, weil die Ermittler keine Spur finden, sondern weil Banküberfälle dank des Kanals plötzlich schlicht angesagt sind. Dieses Detail gefällt mir ausgesprochen gut: Der Film handelt nicht bloß von einer Bande, sondern auch davon, was passiert, wenn Kriminalität zu Content wird und Content zum Trend. Darin steckt ein bissiger gesellschaftlicher Kommentar, der hoffentlich mehr als bloße Kulisse bleibt.

Der leitende Agent wendet sich an eine Hackerin, die unter Hausarrest steht und keinen Computer anrühren darf, und bietet ihr einen Deal an: Hilft sie, die Urheber der Videos zu finden, wird ihr Strafregister gelöscht. Durch die Zusammenarbeit der beiden kommt heraus, dass die Bande und ihr Anführer einen letzten großen Coup planen, der ihrem ganzen Treiben die Krone aufsetzen soll. Der "eine letzte Job" ist ein klassischer Heist-Topos, Genrefans wissen also genau, was sie erwartet, und das ist hier eher Vorteil als Nachteil.

David Leitch, Meister der gut gelaunten Zerstörung

Wenn ich einen derart rasanten, leicht unverschämten Actionfilm jemandem anvertrauen müsste, dann Leitch. Atomic Blonde hat gezeigt, dass er rohe, gnadenlose Action inszenieren kann, Deadpool 2 und Bullet Train wiederum, dass Gewalt und Pointe bei ihm Hand in Hand gehen. The Fall Guy war obendrein ein Liebesbrief an handgemachte, physische Action, und dieses Können dürfte ihm in einem Bankraubfilm voller Motorräder und Explosionen bestens zugutekommen.

Sein Stil passt ohnehin perfekt zur Idee. Der Kanal selbst lebt von Schauwerten, Show und Coolness, und genau in dieser Sprache denkt Leitch. Der Livestream als Rahmen erlaubt zudem ein spannendes formales Spiel: Man stelle sich Szenen vor, in denen die Aufnahmen der Bande und die "echten" Filmbilder ineinanderfließen. Das ist natürlich meine Hoffnung und keine gesicherte Tatsache, aber wenn jemand diese Chance nutzt, dann er.

Genau hier liegt allerdings auch das Risiko. Leitchs Filme verlieben sich manchmal so sehr in ihre eigene Lässigkeit, dass die Geschichte unter dem x-ten Augenzwinkern etwas ermüdet. Bullet Train ist meiner Meinung nach stellenweise genau daran ins Schlingern geraten. Gelingt es ihm diesmal, das Tempo straff zu halten, könnte das ein Volltreffer werden.

Eine Besetzung, für die ich jetzt schon ein Ticket kaufen würde

Mal ehrlich: Diese Namensliste ist allein schon die halbe Miete. Nicholas Hoult spielt den Anführer der Bande, und seit Mad Max: Fury Road beweist er immer wieder, dass er verrückt, charmant und gefährlich zugleich sein kann. Die Rolle eines charismatischen Influencer-Bankräubers ist ihm praktisch auf den Leib geschneidert.

Ihm gegenüber steht Zoë Kravitz als Hackerin im Hausarrest. Als Catwoman in The Batman hat Kravitz gezeigt, dass kühle, undurchschaubare Figuren ihr Revier sind, und ich bin gespannt, was sie aus einer Figur macht, der ausgerechnet das verboten wurde, was sie am besten kann. John C. Reilly als FBI-Agent ist genau die Sorte Casting, die mich schmunzeln lässt: Er kann gleichzeitig lächerlich und überraschend menschlich sein, und die Chemie zwischen Kravitz und Reilly könnte die Geheimwaffe des Films werden.

Auch in den Nebenrollen gibt es Leckerbissen: Anna Sawai, die mit Shōgun richtig bekannt wurde, Christian Slater, der sich seit Mr. Robot in Hackerkreisen bestens auskennt, und Pete Davidson, bei dem man nie weiß, was man bekommt, langweilig wird es aber sicher nicht. Dazu kommen Tati Gabrielle, Rhenzy Feliz und Gloria Laino. Wer genau wen in der Bande oder in ihrem Umfeld spielt, verraten die offiziellen Informationen noch nicht, aber bei so viel Talent muss man sich kaum Sorgen machen.

Warum es funktionieren könnte: das Heist-Genre, neu geladen

Der Bankraubfilm gehört zu den liebenswertesten Genres überhaupt, denn insgeheim drückt das Publikum immer den Räubern die Daumen. Die Eleganz von Ocean's Eleven, das Adrenalin von Gefährliche Brandung, der Rhythmus von Baby Driver: Sie alle haben genau das ausgenutzt. How to Rob a Bank fügt die Welt der sozialen Medien hinzu, und das ist ein cleverer Schachzug, denn die Räuber wollen hier nicht im Verborgenen, sondern vor aller Augen cool sein.

Ich hoffe sehr, dass der Film nicht an der Oberfläche stehen bleibt und auch der Kultur einen kleinen Seitenhieb verpasst, in der alles zu Content werden kann, sogar ein Verbrechen, solange es auf dem Video gut aussieht. Das Motiv "Banküberfälle werden zum Trend" ist dafür der perfekte Ansatzpunkt. Geht das Drehbuch klug damit um, unterhält der Film nicht nur, sondern liefert auch Gesprächsstoff für den Heimweg aus dem Kino.

Wo der große Coup ins Rutschen geraten könnte

Da es sich um eine Vorab-Kritik handelt, muss man auch die Warnsignale ernst nehmen. Erstens: zu viel Lässigkeit. Sind die Bandenmitglieder nur eine Sammlung cooler Posen, gibt es beim großen Finale keinen Grund zum Mitfiebern. Spannung entsteht erst, wenn wir sie wenigstens ein bisschen kennenlernen.

Zweitens: die Falle des Starensembles. Bei so vielen bekannten Namen passiert es schnell, dass einige nur für ein paar Szenen Platz finden und man mit einem Gefühl der Leere aus dem Saal geht. Drittens schließlich die Vorhersehbarkeit des Genres: Die Geschichte vom "letzten Job" haben wir alle schon gesehen, hier muss die Umsetzung den Film tragen.

Das sind allesamt beherrschbare Risiken, und nach Leitchs bisheriger Laufbahn würde ich eher auf ein spektakuläres, unterhaltsames, gelegentlich etwas überdrehtes Ergebnis wetten als auf einen langweiligen Reinfall.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Ocean's Eleven (2001), Gefährliche Brandung (1991), Baby Driver (2017), Die Unfassbaren, Now You See Me (2013), Bullet Train (2022)

Häufige Fragen

Wann startet How to Rob a Bank in den deutschen Kinos?

Der Film läuft am 12. November 2026 in Deutschland an.

Worum geht es in How to Rob a Bank?

Eine mysteriöse Bande überträgt ihre bewaffneten Banküberfälle live auf einem YouTube-Kanal. Nach dem 15. Überfall holt sich das FBI Hilfe von einer Hackerin unter Hausarrest, während die Bande einen letzten großen Coup vorbereitet.

Wer hat bei How to Rob a Bank Regie geführt?

Regie führte David Leitch.

Wer spielt in How to Rob a Bank mit?

Zu den wichtigsten Darstellern gehören Nicholas Hoult, Anna Sawai, Christian Slater, Zoë Kravitz, John C. Reilly, Pete Davidson, Tati Gabrielle, Rhenzy Feliz und Gloria Laino.

Wer spielt die Hackerin und den FBI-Agenten?

Die Hackerin unter Hausarrest spielt Zoë Kravitz, den ermittelnden FBI-Agenten John C. Reilly, und den Anführer der Bande verkörpert Nicholas Hoult.

Zu welchem Genre gehört How to Rob a Bank?

Es ist ein amerikanischer Actionfilm mit einer klassischen Heist- beziehungsweise Bankraubgeschichte.

Sollten wir den Kanal im November abonnieren?

Ich finde: ja, und lange überlegen muss man dafür nicht. How to Rob a Bank kommt mit einer Idee daher, die gleichzeitig unterhaltsam und überraschend gegenwärtig ist, der Regisseur weiß, wie man Action macht, und für diese Besetzung würden viele Filme töten. Vielleicht wird es nicht der tiefgründigste Film des Jahres, und es ist durchaus möglich, dass er sich stellenweise zu sehr selbst gefällt. Wer aber für Mitte November einen rasanten, lässigen Kinofilm für die große Leinwand sucht, dürfte hier sehr gute Karten haben. Meine erwartete Wertung: eine klare, starke Sieben, an einem guten Tag locker eine Acht.

Erwartete Wertung: 7,3/10 · Story 7 · Schauspiel 8 · Regie 8 · Optik 8 · Musik und Ton 7 · Emotionen 6