Matilda: Danny DeVitos zauberhafte Roald-Dahl-Verfilmung
Matilda ist einer dieser Filme, die man als Kind sieht und nie wieder vergisst. Danny DeVito hat 1996 aus Roald Dahls Geschichte eine bunte, schräge und erstaunlich böse Familienkomödie gemacht, in der ein kleines Mädchen mit Köpfchen und Gedankenkraft die Erwachsenenwelt aufmischt. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und wo du den Film heute streamen kannst.
Es gibt Kinderfilme, die brav und harmlos sind, und es gibt Matilda. Danny DeVitos Verfilmung von 1996 traut sich, Erwachsene als das zu zeigen, was sie für viele Kinder manchmal sind: laut, ungerecht und völlig ahnungslos. Mittendrin sitzt ein kleines Mädchen mit einem Stapel Bücher und einem Blick, der mehr versteht als alle anderen im Raum zusammen. In Deutschland lief der Film am 19. März 1997 in den Kinos an und hat sich seitdem einen festen Platz in unzähligen Familienregalen und Kindheitserinnerungen gesichert.
Warum lohnt sich Matilda auch heute noch? Weil der Film eine wunderbare Mischung aus Komödie, Fantasy und Familiengeschichte ist, die nie von oben herab erzählt. Er nimmt die Wut von Kindern ernst, feiert Neugier und Lesen und hat mit der Schuldirektorin Knüppelkuh eine der furchteinflößendsten Schurkinnen der Familienfilmgeschichte. Schauen wir uns den Klassiker genauer an.

Matilda (1996)
Worum geht es in Matilda?
Matilda ist ein Kind von bemerkenswerter Intelligenz. Schon mit vier Jahren ist sie ihrer Familie geistig meilenweit voraus, doch das fällt dort niemandem auf. Ihr Vater Harry Wurmwald ist ein schmieriger Gebrauchtwagenhändler, der Kunden mit Tricks übers Ohr haut, ihre Mutter Zinnia eine aufgetakelte Bingospielerin. Beide sind viel mehr mit sich selbst und dem Fernseher beschäftigt, als zu bemerken, dass ihre Tochter ein Genie ist.
Als die Eltern sie endlich zur Schule schicken, landet Matilda ausgerechnet an einer Einrichtung, die eher einem Gefängnis gleicht. Die gemeine Direktorin Knüppelkuh führt dort ein wahres Schreckensregiment, bei dem Kinder durch die Luft geschleudert oder in finstere Kammern gesperrt werden. Ein Lichtblick ist die sanftmütige Lehrerin Miss Honey, die Matildas Begabung sofort erkennt.
Und dann entdeckt Matilda etwas Unglaubliches: Sie besitzt telekinetische Fähigkeiten. Mit der Kraft ihrer Gedanken kann sie Dinge bewegen. Was zunächst als Ventil für ihren Ärger beginnt, wird bald zur Waffe gegen alle, die ihr und anderen das Leben schwer machen. Am Ende steht die ganze Schule Kopf.
Besetzung und Rollen: Wer spielt in Matilda mit?
Ein großer Teil des Charmes von Matilda steckt in der Besetzung. Danny DeVito führt hier nicht nur Regie, er spielt auch selbst mit und spricht zusätzlich den Erzähler.
- Mara Wilson als Matilda: klug, ruhig, mit einem trockenen Blick, der jede Szene trägt.
- Danny DeVito als Mr. Wormwood (in der deutschen Fassung Harry Wurmwald) und als Erzählerstimme.
- Rhea Perlman als Mrs. Wormwood, die grell geschminkte Mutter mit Bingo-Leidenschaft.
- Embeth Davidtz als Miss Honey, die gütige Lehrerin.
- Pam Ferris als Trunchbull, in der deutschen Fassung Knüppelkuh.
- Paul Reubens und Tracey Walter als zwei FBI-Agenten.
- Jean Speegle Howard als Miss Phelps.
- Brian Levinson als Matildas Bruder Michael.
- Sara Magdalin als vierjährige Matilda.
Ein netter Fakt am Rande: Danny DeVito und Rhea Perlman sind auch im echten Leben ein Paar, und diese eingespielte Chemie merkt man ihren herrlich peinlichen Auftritten als Eltern Wurmwald an. Die heimliche Hauptrolle hat aber Pam Ferris. Ihre Knüppelkuh ist so überlebensgroß und brutal, dass sie zugleich komisch und echt beängstigend wirkt.
Was macht Matilda so besonders?
Matilda ist kein glattgebügelter Familienfilm. DeVito inszeniert die Welt der Erwachsenen bewusst überzeichnet: grelle Farben, schräge Kamerawinkel, Figuren wie aus einem bösen Comic. Gleichzeitig bleibt der Film immer auf Augenhöhe mit seiner Heldin. Wir sehen die Welt durch Matildas Augen, und aus dieser Perspektive sind die Erwachsenen eben oft absurd.
Besonders schön finde ich, wie der Film das Lesen feiert. Matilda flüchtet sich in Bücher, weil zu Hause niemand mit ihr spricht, und genau diese Bücher machen sie stark. Das ist eine Botschaft, die nie belehrend daherkommt, sondern einfach Lust macht, selbst wieder ein Buch aufzuschlagen.
Dazu kommt die Fantasy-Komponente. Die Szenen, in denen Matilda ihre Kräfte entdeckt und ausprobiert, haben etwas Befreiendes. Wer als Kind je das Gefühl hatte, machtlos zu sein, bekommt hier eine wunderbar befriedigende Wunscherfüllung geliefert.
Matilda streamen: Wo läuft der Film?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, kannst du Matilda in Deutschland bei diesen Anbietern im Abo streamen:
- RTL+
- Sony Pictures Core Amazon Channel
Das Streaming-Angebot ändert sich regelmäßig. Wirf also kurz vor deinem Filmabend noch einmal einen Blick auf den aktuellen Stand, damit du nicht vor einer leeren Seite sitzt.
FSK, Laufzeit und Altersempfehlung
Matilda ist FSK 6 und läuft rund 98 Minuten. Damit passt der Film gut in einen entspannten Familienabend, ohne dass die Kleinen am Ende vor Müdigkeit vom Sofa rutschen.
Trotzdem ein ehrlicher Hinweis: Die Knüppelkuh kann für empfindliche Kinder ziemlich gruselig sein. Wenn sie Schülerinnen an den Zöpfen herumwirbelt oder von der berüchtigten Strafkammer die Rede ist, darf schon mal jemand nach einer Hand greifen. Für Kinder ab etwa sechs Jahren, die mit ein bisschen schwarzem Humor umgehen können, ist der Film aber eine echte Entdeckung. Bei jüngeren Geschwistern lohnt es sich, gemeinsam zu schauen und zwischendurch zu reden.
Für wen lohnt sich Matilda?
Ganz klar für Familien, die etwas anderes suchen als die übliche Zuckerwatte. Matilda funktioniert für Kinder als spannendes Abenteuer und für Erwachsene als bissige Satire auf schlechte Eltern und autoritäre Schulen.
Außerdem ist der Film ein Muss für alle, die ihn in den Neunzigern oder frühen Zweitausendern gesehen haben. Der Nostalgiefaktor ist enorm, und überraschend viele Szenen halten auch beim Wiedersehen locker mit. Die TMDb-Wertung von 7,2 zeigt, dass der Film bis heute viele Fans hat.
Und schließlich ist Matilda perfekt für kleine Leseratten. Wenn dein Kind gerne liest oder sich manchmal unverstanden fühlt, könnte dieser Film genau der richtige sein.
Ähnliche Filme wie Matilda
Wenn dir der Mix aus schrägem Humor und Fantasy gefallen hat, lohnt sich ein Blick auf weitere Verfilmungen von Roald Dahl, denn seine Geschichten haben oft genau diesen Ton zwischen Märchen und Bosheit. Auch Filme über kluge Kinder, die sich gegen die Erwachsenenwelt durchsetzen, treffen meist denselben Nerv. Achte bei der Auswahl darauf, dass Fantasie und Gefühl im Vordergrund stehen, denn das ist das Herz von Matilda.
Häufige Fragen
Wer spielt Matilda im Film von 1996?
Die Titelrolle spielt Mara Wilson. Als vierjährige Matilda ist Sara Magdalin zu sehen.
Ab wie viel Jahren ist Matilda freigegeben?
Matilda ist ab 6 Jahren freigegeben (FSK 6). Die Direktorin Knüppelkuh kann für sensible Kinder aber recht furchteinflößend wirken.
Wo kann ich Matilda streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, läuft Matilda bei RTL+ und im Sony Pictures Core Amazon Channel.
Wer hat bei Matilda Regie geführt?
Regie führte Danny DeVito. Er spielt außerdem Matildas Vater Mr. Wormwood und spricht den Erzähler.
Wie lange dauert der Film Matilda?
Matilda hat eine Laufzeit von 98 Minuten.
Wann kam Matilda in die deutschen Kinos?
Der Film von 1996 startete am 19. März 1997 in den deutschen Kinos.
Ist Matilda heute noch einen Filmabend wert?
Absolut. Matilda hat diesen seltenen Zauber, der Kinder zum Staunen bringt und Erwachsene zum Schmunzeln. Danny DeVito hat einen Film gedreht, der mutig, frech und warmherzig zugleich ist, mit einer Heldin, die man sofort ins Herz schließt, und einer Schurkin, die man nie vergisst. Schnapp dir also deine Familie, eine Schüssel Popcorn und vielleicht ein gutes Buch für danach. Und falls beim Zuschauen plötzlich ein Glas Wasser umkippt: Du weißt ja jetzt, wer dahintersteckt.
