Mr. Nice: Rhys Ifans als charmantester Dealer Großbritanniens
Mr. Nice ist dieser seltsam lässige Gangsterfilm, in dem ein Oxford-Absolvent mit Physik- und Philosophiestudium zum größten Drogenschmuggler Großbritanniens aufsteigt. Bernard Rose hat die wahre Geschichte von Howard Marks 2010 verfilmt, mit Rhys Ifans in der Rolle seines Lebens. Hier erfährst du, was dich erwartet und für wen sich die zwei Stunden lohnen.
Wer bei Mr. Nice einen knallharten Drogenthriller mit Schießereien und Leichen erwartet, liegt komplett daneben. Der Film von Bernard Rose ist eher eine verrauchte Mischung aus Komödie, Krimi und Drama, getragen von einem Hauptdarsteller, der so entspannt durch die Szenen schlendert, als hätte er selbst gerade einen Joint geraucht. Genau das macht den Reiz aus: Howard Marks ist hier kein Monster, sondern ein charmanter Intellektueller, der fast aus Versehen in ein riesiges Geschäft rutscht und dann einfach weitermacht, weil es so gut läuft.
In Deutschland kam der Film am 23. Juni 2011 in die Kinos, die FSK hat ihn ab 12 Jahren freigegeben. Mit 121 Minuten Laufzeit nimmt er sich Zeit für sein Porträt. Ob das immer funktioniert, darüber lässt sich streiten, aber langweilig ist dieser Typ ganz sicher nicht.

Mr. Nice (2010)
Worum geht es in Mr. Nice?
Howard Marks ist eigentlich der Typ, aus dem eine solide akademische Karriere werden könnte. Er hat in Oxford studiert, Philosophie und Physik, also nicht gerade die Fächer, bei denen man an Schmuggelrouten denkt. Doch nach seinem Abschluss gerät er mehr oder weniger zufällig in die Welt des Drogenhandels. Und was als kleine Gefälligkeit beginnt, wächst in rasantem Tempo.
Kurze Zeit später ist Marks bereits der größte Schmuggler in ganz Großbritannien. Er jongliert mit über 40 Decknamen und mehr als 80 Telefonanschlüssen, pflegt Kontakte zur Mafia und zu verschiedenen Geheimdiensten und baut sein Geschäft so weit aus, dass er den Drogenhandel praktisch globalisiert. Die Öffentlichkeit schaut über Jahre zu, wie dieser Mann die Justiz an der Nase herumführt, indem er immer wieder in neue Rollen schlüpft.
Währenddessen genießt Marks das Leben in vollen Zügen: Gras, schöne Autos, jede Menge Geld. Doch einer lässt nicht locker. Craig Lovato von der US-Drogenbehörde setzt alles daran, dem raffinierten Mr. Nice endlich das Handwerk zu legen. Und damit bekommt die lässige Erfolgsgeschichte einen Gegenspieler, der nicht über die Witze lacht.
Besetzung und Rollen: Wer spielt in Mr. Nice mit?
Der Cast ist für eine eher kleine britische Produktion erstaunlich prominent besetzt. Hier die wichtigsten Namen:
- Rhys Ifans als Howard Marks
- Chloë Sevigny als Judy Marks
- David Thewlis als Jim McCann
- Luis Tosar als Craig Lovato
- Crispin Glover als Ernie Combs
- Omid Djalili als Saleem Malik
- Christian McKay als Hamilton McMillan
- Elsa Pataky als Ilze
- Jack Huston als Graham Plinston
- Jamie Harris als Patrick Lane
Rhys Ifans ist das Herz des Films, und ehrlich gesagt kann man sich niemand anderen in der Rolle vorstellen. Er spielt Marks mit dieser Mischung aus Schlitzohr und Gentleman, die man ihm sofort abkauft. Besonders viel Spaß macht David Thewlis als Jim McCann: Er bringt eine unberechenbare, fast schon chaotische Energie in jede Szene, die er betritt. Und Crispin Glover ist, wie man es von ihm kennt, herrlich schräg. Chloë Sevigny als Judy Marks gibt dem Ganzen dagegen eine ruhigere, menschlichere Seite, denn sie zeigt, was dieses Leben für die Menschen um Marks herum bedeutet.
Ist Mr. Nice eine wahre Geschichte?
Ja. Der Film basiert auf dem realen Howard Marks, der in Großbritannien durch seine Schmugglerkarriere berühmt wurde. Der Spitzname Mr. Nice geht auf einen seiner zahlreichen Decknamen zurück, und genau dieses Spiel mit Identitäten zieht sich durch den ganzen Film.
Wichtig für dich als Zuschauer: Bernard Rose erzählt die Geschichte klar aus der Perspektive von Marks. Das macht den Film unterhaltsam und sympathisch, aber eben auch ziemlich parteiisch. Marks wirkt hier über weite Strecken wie ein liebenswerter Lebenskünstler. Wenn du eine kritische Abrechnung mit dem Drogenhandel suchst, bist du hier falsch. Wenn dich interessiert, wie sich so ein Mensch selbst gesehen haben könnte, ist das genau der richtige Film.
Wie gut ist Mr. Nice? Unsere Einschätzung
Auf TMDB steht der Film bei einer Bewertung von 6,1, und das trifft es ziemlich gut. Mr. Nice ist kein Meisterwerk, aber ein Film mit eigenem Charakter. Die Stärken liegen klar bei der Atmosphäre und bei Rhys Ifans, der jede Szene mit seinem Charme zusammenhält. Das Lebensgefühl der wilden Jahre, die Lässigkeit, der Humor: Das alles kommt rüber.
Schwächer wird es da, wo der Film zu viel auf einmal will. Bei so vielen Stationen, Decknamen und Kontakten wirkt manches eher abgehakt als erzählt, und ein paar Figuren bleiben Randnotizen, obwohl sie spannend wären. Der Gegenspieler Craig Lovato, gespielt von Luis Tosar, hätte gerne mehr Raum bekommen dürfen, denn das Katz-und-Maus-Spiel ist eigentlich der spannendste Teil der Geschichte.
Trotzdem: Wer sich auf den gemächlichen, leicht benebelten Ton einlässt, verbringt zwei unterhaltsame Stunden mit einem der ungewöhnlichsten Kriminellen, die das britische Kino porträtiert hat.
Wo kann man Mr. Nice streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Mr. Nice aktuell in keinem Flatrate-Abo gelistet. Du findest ihn also gerade bei keinem der großen Streamingdienste im Abo. Das kann sich natürlich jederzeit ändern, deshalb lohnt sich ab und zu ein erneuter Blick auf JustWatch. Bis dahin bleibt dir der Weg über Kauf- oder Leihangebote bei digitalen Händlern oder die klassische Disc.
Für wen lohnt sich der Film?
Mr. Nice ist ideal für dich, wenn du:
- Biopics über schillernde, schräge Persönlichkeiten magst
- britischen Humor schätzt, der eher trocken als laut ist
- Rhys Ifans mal in einer echten Hauptrolle sehen willst
- Gangsterfilme magst, in denen es mehr um Charme als um Gewalt geht
Weniger gut passt der Film, wenn du Hochspannung und ein straffes Tempo erwartest. Er mäandert manchmal, genau wie sein Held. Dank der FSK-Freigabe ab 12 ist er auch kein harter Brocken, sondern eher ein entspannter Filmabend mit einer guten Portion Ironie.
Häufige Fragen
Wer spielt Howard Marks in Mr. Nice?
Howard Marks wird von Rhys Ifans gespielt. Er trägt den Film fast im Alleingang mit seiner lässigen, charmanten Art.
Wer hat bei Mr. Nice Regie geführt?
Regie führte Bernard Rose. Der Film stammt aus dem Jahr 2010 und kam am 23. Juni 2011 in die deutschen Kinos.
Ab wie viel Jahren ist Mr. Nice freigegeben?
Die FSK hat Mr. Nice ab 12 Jahren freigegeben.
Wie lang ist Mr. Nice?
Der Film hat eine Laufzeit von 121 Minuten, also gut zwei Stunden.
Kann man Mr. Nice auf Netflix oder einem anderen Dienst streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Mr. Nice aktuell in keinem Flatrate-Abo gelistet, auch nicht bei Netflix.
Wer jagt Howard Marks im Film?
Craig Lovato von der US-Drogenbehörde, gespielt von Luis Tosar, setzt alles daran, Marks zu überführen.
Hast du Lust auf einen Gangster, den man einfach mögen muss?
Mr. Nice ist kein perfekter Film, aber einer, der hängen bleibt. Vor allem wegen Rhys Ifans, der aus Howard Marks einen Typen macht, mit dem man gerne ein Bier trinken würde, auch wenn man ihm sein Geld lieber nicht anvertraut. Dazu ein starkes Ensemble mit David Thewlis, Chloë Sevigny und Crispin Glover, und eine wahre Geschichte, die so absurd klingt, dass man sie kaum glauben mag. Wenn du Lust auf einen entspannten, ironischen Filmabend hast, gib diesem charmanten Schlitzohr eine Chance.
