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Ratgeber · Aktualisiert: 9.10.2026 · Quelle: TMDB

Open Range: Kevin Costners Western über die letzten freien Viehtreiber

Open Range ist einer dieser Western, die sich Zeit lassen und dich genau damit kriegen. Kevin Costner führt Regie und reitet an der Seite von Robert Duvall in ein Städtchen, das von einem skrupellosen Rancher beherrscht wird. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und für wen sich die 139 Minuten lohnen.

Es gibt Western, die mit Pulverdampf beginnen, und es gibt Open Range. Kevin Costners Film von 2003, in Deutschland mit dem Zusatz „Weites Land“ am 29. August 2003 in die Kinos gekommen, eröffnet mit Wolken, Weide und Rindern. Erst einmal passiert scheinbar wenig, und genau das ist der Trick: Du lernst diese Männer kennen, ihre Routinen, ihre Wortkargheit, ihren Stolz. Wenn dann die Gewalt kommt, trifft sie dich mit voller Wucht.

Ich halte Open Range für einen der unterschätztesten Western der 2000er Jahre. Er ist altmodisch im besten Sinne, getragen von zwei Hauptdarstellern, die einander blind vertrauen, und er endet mit einer Schießerei, über die Genrefans bis heute reden. Bei TMDB steht er bei soliden 7,2 von 10 Punkten, was ich eher für zu niedrig halte.

Open Range - Weites Land Poster

Open Range - Weites Land (2003)

Kevin Costner · Kevin Costner (Charley Waite), Robert Duvall (Boss Spearman), Annette Bening (Sue Barlow), Michael Gambon (Denton Baxter), Michael Jeter (Percy), Diego Luna (Button), James Russo (Sheriff Poole), Abraham Benrubi (Mose), · 139 Min. · TMDB 7,2/10 · Streaming: derzeit in keinem Abo

Worum geht es in Open Range?

Wir schreiben das Jahr 1882. Charley Waite und Boss Spearman gehören zu den letzten sogenannten Freegrazern: Viehtreiber, die ihre Rinder über offenes Weideland ziehen lassen, ohne selbst Land zu besitzen. Zäune gibt es in dieser Ecke des amerikanischen Westens noch nicht, und die beiden leben ein hartes, aber freies Leben unter offenem Himmel. Mit dabei sind der sanftmütige Riese Mose und der junge Mexikaner Button.

Dann führt ihr Weg in die Nähe von Harmonville. Dort regiert Rancher Denton Baxter, und er hasst Freegrazer aus tiefstem Herzen. Für ihn sind Männer wie Charley und Boss Schmarotzer, die sein Gras fressen lassen. Was als Drohung beginnt, eskaliert Schritt für Schritt, bis die beiden Cowboys gegen ihren Willen in einen Kampf hineingezogen werden, der über ihre eigene Zukunft und die aller Menschen in Harmonville entscheidet.

Mehr will ich zur Handlung nicht verraten. Nur so viel: Der Film spielt geschickt mit der Frage, wann ein friedlicher Mann zur Waffe greifen darf, und gibt darauf eine ziemlich klare Antwort.

Besetzung und Rollen

Der Cast ist eine echte Freude, weil fast jede Rolle mit jemandem besetzt ist, der in wenigen Szenen ein ganzes Leben spürbar macht.

Das Herz des Films ist die Beziehung zwischen Costner und Duvall. Duvall spielt Boss mit so viel trockenem Humor und Wärme, dass du ihm stundenlang zusehen könntest. Costner hält sich daneben angenehm zurück und lässt seinen Partner glänzen. Annette Bening bringt eine leise, erwachsene Romantik hinein, die angenehm unkitschig bleibt, und Michael Gambon gibt einen Bösewicht, der gerade durch seine Selbstgewissheit unheimlich wirkt.

Was Open Range als Western besonders macht

Open Range ist kein Actionfilm im Westernkostüm. Er ist ein Film über eine Lebensweise, die verschwindet. Die Zäune, die bald kommen werden, sind das eigentliche Ende dieser Männer, und Baxter ist im Grunde nur ein besonders brutales Gesicht dieser Veränderung. Dadurch bekommt die Geschichte eine wehmütige Note, die weit über einen simplen Kampf zwischen Gut und Böse hinausgeht.

Dazu kommt die Bildsprache. Weite Landschaften, Gewitter, Schlamm, Lagerfeuer: Der Film nimmt sich Zeit, diese Welt fühlbar zu machen. Wer schnelle Schnitte gewohnt ist, braucht vielleicht etwas Geduld. Belohnt wird sie mit einem Finale, das roh, laut und chaotisch ist. Hier gibt es keine eleganten Duelle mit Blickwechseln im Morgengrauen, sondern Männer, die danebenschießen, in Deckung rennen und Angst haben. Genau das macht die Szene so packend.

Kevin Costner war als Regisseur im Genre schon vorher zu Hause, und man merkt, wie sehr er den Western liebt. Open Range ist ein Film, der mit ehrlichem Respekt vor seinen Figuren erzählt wird.

Laufzeit, FSK und die wichtigsten Fakten

Mit gut zwei Stunden und zwanzig Minuten ist das ein Film für einen ruhigen Abend. Plane die volle Länge ein, denn gerade das letzte Drittel willst du auf keinen Fall unterbrechen.

Wo kann man Open Range streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist Open Range aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet. Wenn du den Film sehen willst, lohnt sich ein Blick auf die Kauf- und Leihangebote der großen Videoplattformen oder ins eigene DVD- und Blu-ray-Regal. Streaming-Kataloge ändern sich allerdings regelmäßig, daher kann es sich lohnen, ab und zu noch einmal nachzuschauen.

Für wen lohnt sich der Film?

Open Range ist perfekt für dich, wenn du klassische Western magst, die mehr auf Figuren als auf Effekte setzen. Auch wer sonst um das Genre einen Bogen macht, aber gerne ruhige Dramen über Freundschaft, Würde und Verantwortung schaut, wird hier fündig.

Weniger geeignet ist er, wenn du durchgehend Tempo erwartest. Die erste Stunde ist bewusst gemächlich. Für mich ist das keine Schwäche, sondern der Grund, warum das Ende so funktioniert: Du kennst diese Männer, also zitterst du um sie. Durch die FSK 12 eignet sich der Film auch für einen Filmabend mit älteren Kindern, die schon etwas Härte vertragen.

Ähnliche Western für danach

Wenn dich Open Range gepackt hat, solltest du dir Erbarmungslos von Clint Eastwood vornehmen. Auch dort geht es um einen Mann, der seine gewalttätige Vergangenheit hinter sich lassen will, und um einen Westen, der seine Romantik verloren hat. Ebenfalls naheliegend ist Kevin Costners eigener Der mit dem Wolf tanzt, der ähnlich viel Liebe für Landschaft und Weite mitbringt. Und wer Robert Duvall als Viehtreiber nicht genug bekommen kann, findet in ihm ohnehin einen der verlässlichsten Westerndarsteller überhaupt.

Häufige Fragen

Wer spielt in Open Range mit?

Die Hauptrollen spielen Kevin Costner als Charley Waite und Robert Duvall als Boss Spearman. Dazu kommen Annette Bening als Sue Barlow, Michael Gambon als Denton Baxter, Diego Luna als Button und Abraham Benrubi als Mose.

Wer hat bei Open Range Regie geführt?

Regie führte Kevin Costner, der gleichzeitig die Hauptrolle des Charley Waite spielt.

Wie lang ist Open Range?

Der Film läuft 139 Minuten, also knapp zweieinhalb Stunden.

Ab wie viel Jahren ist Open Range freigegeben?

Open Range hat in Deutschland eine Freigabe ab 12 Jahren.

Ist Open Range bei Netflix oder anderen Abodiensten?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet.

In welchem Jahr spielt Open Range?

Die Handlung spielt 1882, als das offene Weideland im amerikanischen Westen noch nicht eingezäunt war.

Warum ist Open Range auch heute noch einen Abend wert?

Weil er dir etwas gibt, das viele moderne Filme vergessen haben: Geduld, Charaktere mit Ecken und Kanten und ein Finale, das sich verdient anfühlt. Open Range ist ein ehrlicher, warmherziger und am Ende knallharter Western über Männer, deren Welt gerade verschwindet. Schnapp dir einen ruhigen Abend, mach das Licht aus und lass Costner und Duvall reiten. Du wirst Boss Spearman danach vermissen.

Datenquelle: The Movie Database (TMDB), Streaming-Angaben laut JustWatch, Stand 9.10.2026.