Pina: Der Pina Bausch Film von Wim Wenders als Tanzerlebnis in 3D
Der Pina Bausch Film schlechthin heißt schlicht „Pina“ und stammt von Wim Wenders. 2011 kam die Hommage an die große Choreographin in die deutschen Kinos, als abendfüllender Tanzfilm in 3D mit ihrem eigenen Ensemble. Hier erfährst du, was dich erwartet, wer zu sehen ist und für wen sich diese 106 Minuten lohnen.
Wer nach einem Pina Bausch Film sucht, landet früher oder später bei diesem Werk, und das völlig zu Recht. „Pina“ ist kein klassisches Biopic und auch keine trockene Künstlerdoku mit Experten vor Bücherregalen. Wim Wenders hat etwas anderes gemacht: Er lässt die Tänzerinnen und Tänzer des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sprechen, vor allem aber tanzen. Pina Bausch selbst ist im Sommer 2009 gestorben, sie taucht im Film nur noch in Archivaufnahmen auf. Gerade diese Abwesenheit macht den Film so berührend, denn alles, was du siehst, ist eine Antwort auf sie.
Ich sage es ehrlich: Ich hatte vor dem ersten Sehen wenig Ahnung von Tanztheater. Nach dem Abspann wollte ich am liebsten sofort ein Ticket für Wuppertal buchen. Genau das schafft dieser Film. Er öffnet eine Kunstform, die viele für schwer zugänglich halten, und macht sie körperlich spürbar.

Pina (2011)
Worum geht es im Pina Bausch Film „Pina“?
Eine Handlung im üblichen Sinn gibt es nicht, und das ist auch gut so. „Pina“ ist ein Tanzfilm, der sich ganz auf die Kunst der Choreographin konzentriert. Wenders nimmt dich mit auf die Bühne des legendären Ensembles, mitten hinein zwischen die Körper, die sich drehen, stürzen, umarmen und wieder auseinanderfallen. Dann verlässt der Film das Theater und schickt die Tänzer hinaus in die Stadt und das Umland von Wuppertal.
Dieser Ort war 35 Jahre lang Pina Bauschs Heimat und das Zentrum ihres kreativen Schaffens. Dass ausgerechnet eine Stadt im Bergischen Land zur Bühne für Weltkunst wird, hat einen ganz eigenen Charme. Plötzlich tanzt jemand dort, wo man sonst nur Alltag erwartet, und der Kontrast zwischen nüchterner Umgebung und völliger Hingabe ist oft verblüffend schön.
Zwischen den Tanzszenen kommen die Ensemblemitglieder zu Wort. Sie erinnern sich an ihre Arbeit mit Pina, an Sätze, Blicke, an die Art, wie sie Fragen gestellt hat. Diese Momente sind kurz, oft fast schüchtern, und gerade deshalb wirken sie so ehrlich.
Wim Wenders und die Idee mit dem 3D
Wim Wenders gehört zu den bekanntesten deutschen Regisseuren überhaupt, und mit „Pina“ hat er etwas gewagt, das 2011 noch ungewöhnlich war: einen Dokumentarfilm in 3D. Damals verband man die Technik eher mit Effektkino und Actionspektakeln. Wenders nutzt sie völlig anders. Hier geht es um Raum, um Tiefe, um das Gefühl, selbst auf der Bühne zu stehen.
Und das funktioniert erstaunlich gut. Tanz lebt davon, wie sich Körper im Raum bewegen, wie nah oder fern sie einander sind. Die dritte Dimension macht genau das erfahrbar. Du sitzt nicht mehr im Parkett und schaust auf eine flache Bühne, du bist mittendrin. Wenn du die Chance hast, den Film in 3D zu sehen, nutze sie. Aber auch in 2D verliert er nicht seine Kraft, die Bilder sind stark genug.
- Regie: Wim Wenders
- Jahr: 2011
- Kinostart Deutschland: 24. Februar 2011
- Laufzeit: 106 Minuten
- Genre: Dokumentarfilm
- FSK: ab 0 Jahren
Wer tanzt mit? Das Ensemble des Tanztheater Wuppertal
Die eigentlichen Stars sind die Tänzerinnen und Tänzer, die mit Pina Bausch gearbeitet haben. Sie spielen keine Rollen, sie sind sie selbst. Zu sehen sind unter anderem:
- Regina Advento
- Malou Airaudo
- Ruth Amarante
- Jorge Puerta
- Mechthild Großmann
- Rainer Behr
- Andrey Berezin
- Josephine Ann Endicott
- Helena Pikon
Pina Bausch selbst erscheint in Archivaufnahmen. Diese Szenen sind selten, aber jedes Mal spürst du, wie sehr sie den Raum füllt, selbst wenn sie nur dasitzt oder sich bewegt. Was mich am meisten beeindruckt hat: Die Tänzer kommen aus ganz unterschiedlichen Ländern und haben ganz unterschiedliche Körper und Ausstrahlungen. Hier wird kein einheitliches Schönheitsideal getanzt. Jede Person bringt etwas Eigenes mit, und genau das war offenbar Teil von Pinas Arbeit.
Was den Film so besonders macht
Viele Filme über Künstler erklären dir, warum jemand wichtig war. „Pina“ zeigt es dir. Das ist ein großer Unterschied. Du musst kein Vorwissen mitbringen, keine Namen von Stücken kennen und keine Tanzgeschichte studiert haben. Du brauchst nur die Bereitschaft, dich auf Bilder und Bewegung einzulassen.
Die Stimmung schwankt dabei zwischen Trauer, Witz, Zärtlichkeit und purer Energie. Manche Szenen sind fast komisch, andere so intensiv, dass du kurz die Luft anhältst. Und über allem liegt diese leise Wehmut, weil die Frau, um die sich alles dreht, nicht mehr da ist. Trotzdem ist „Pina“ kein trauriger Film. Er ist eine Feier, eine Verbeugung, ein Dankeschön in Bewegung.
Auf TMDB kommt der Film auf eine Bewertung von 7,4, was für einen Tanzdokumentarfilm ein richtig starker Wert ist. Ich würde sogar etwas höher gehen, aber das ist Geschmackssache.
Wo kann ich „Pina“ streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist „Pina“ aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet. Du findest den Film also derzeit nicht einfach so bei einem der großen Streamingdienste im Abo.
Das kann sich natürlich ändern, Lizenzen wechseln regelmäßig. Ein Blick auf JustWatch lohnt sich deshalb immer wieder. Bis dahin bleibt dir der Weg über Kauf oder Leihe bei digitalen Videotheken oder eine Ausgabe auf Disc. Gerade wenn du die 3D-Fassung erleben willst und die passende Technik zu Hause hast, kann sich eine physische Ausgabe durchaus lohnen. Achte außerdem auf Sonderveranstaltungen in Kinos, Programmkinos zeigen solche Filme gern immer wieder.
Für wen lohnt sich der Film?
Ganz klar für alle, die Tanz lieben. Aber auch für Leute wie mich damals, die mit Tanztheater bisher nichts am Hut hatten. „Pina“ ist ein wunderbarer Einstieg, weil er nichts voraussetzt.
Du wirst den Film mögen, wenn ...
- du Filme magst, die stärker über Bilder als über Worte erzählen
- dich Wim Wenders als Regisseur interessiert
- du neugierig auf Pina Bausch und ihr Werk bist
- du Wuppertal kennst oder einmal ganz anders sehen willst
- du einen Abend lang ruhig, aber intensiv unterhalten werden möchtest
Eher nichts für dich, wenn ...
- du eine klassische Biografie mit Lebenslauf und Daten erwartest
- du ohne durchgehende Handlung schnell ungeduldig wirst
Dank FSK 0 kannst du den Film übrigens problemlos mit Kindern oder Jugendlichen schauen, die selbst tanzen. Für junge Tänzerinnen und Tänzer kann er richtig inspirierend sein.
Mein Tipp zum Anschauen
Gib dem Film Raum. Schau ihn nicht nebenbei auf dem Handy, sondern auf dem größten Bildschirm, den du hast, mit gutem Ton und ohne Ablenkung. Die Musik und die Geräusche der Körper, das Atmen, das Aufkommen auf dem Boden, all das gehört dazu. Und lass dich nicht abschrecken, wenn du in den ersten Minuten nicht sofort weißt, was du da eigentlich siehst. Der Film zieht dich nach und nach hinein, und irgendwann fragst du dich gar nicht mehr, was das alles bedeuten soll. Du fühlst es einfach.
Häufige Fragen
Wer hat den Film über Pina Bausch gedreht?
Der Film „Pina“ stammt von Wim Wenders. Er kam 2011 heraus und lief am 24. Februar 2011 in den deutschen Kinos an.
Wie lange dauert der Film „Pina“?
Der Film hat eine Laufzeit von 106 Minuten.
Ist Pina Bausch selbst im Film zu sehen?
Ja, aber nur in Archivaufnahmen. Pina Bausch ist im Sommer 2009 gestorben. Im Mittelpunkt stehen die Tänzerinnen und Tänzer ihres Ensembles, des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch.
Wo kann man „Pina“ streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film aktuell in keinem Flatrate-Abo in Deutschland gelistet.
Ab wie viel Jahren ist „Pina“ freigegeben?
Der Film ist ab 0 Jahren freigegeben und eignet sich damit auch für Kinder und Familien.
Wo wurde „Pina“ gedreht?
Gedreht wurde auf der Bühne des Ensembles sowie in der Stadt und im Umland von Wuppertal, wo Pina Bausch 35 Jahre lang lebte und arbeitete.
Bist du bereit, Tanz mit ganz neuen Augen zu sehen?
„Pina“ ist einer dieser Filme, die länger in dir nachklingen, als du erwartest. Wim Wenders hat seiner Freundin und Kollegin ein Denkmal gesetzt, das sich bewegt, atmet und lebt. Wenn du einmal Lust hast, etwas völlig anderes zu schauen als die nächste Serienstaffel, dann ist dieser Pina Bausch Film eine wunderbare Wahl. Und vielleicht geht es dir danach wie mir: Du willst mehr davon sehen, am liebsten live in Wuppertal.
