The Rum Diary: Johnny Depp im Rumrausch auf Puerto Rico
The Rum Diary schickt Johnny Depp als verkaterten Reporter ins Puerto Rico der 1950er Jahre, mitten zwischen Rum, Sonne und zwielichtigen Geschäftemachern. Bruce Robinson inszeniert das als lässige Mischung aus Komödie und Drama, die eher schlendert als rennt. Hier erfährst du, was dich erwartet und ob sich der Abend damit lohnt.
Es gibt Filme, die man wegen ihrer Handlung schaut, und Filme, die man wegen ihrer Stimmung schaut. The Rum Diary gehört eindeutig in die zweite Kategorie. Der Film von 2011, der in Deutschland am 2. August 2012 in die Kinos kam, fühlt sich an wie ein langer, heißer Nachmittag in einer Bar am Hafen: Ventilatoren drehen sich träge, irgendwer schenkt nach, und draußen passiert vielleicht gerade etwas Wichtiges, vielleicht auch nicht.
Johnny Depp spielt den Journalisten Paul Kemp, der eigentlich nur seine Ruhe und sein Vergnügen will. Die Vorlage stammt von Hunter S. Thompson, dem Erfinder des Gonzo-Journalismus, und genau diesen schrägen, leicht berauschten Blick auf die Welt spürt man in fast jeder Szene. Wer Depp in seinen exzentrischen Rollen mag, sollte hier genauer hinschauen.

The Rum Diary (2011)
Worum geht es in The Rum Diary?
Paul Kemp ist freier Journalist in den 1950er Jahren. Er kann schreiben, das steht außer Frage, aber Ehrgeiz ist ihm ziemlich fremd. Ihn interessiert vor allem, wie er sich das Leben möglichst angenehm machen kann. Da kommt ein Job bei einer heruntergekommenen Zeitung im sonnigen Puerto Rico gerade recht.
Vor Ort zieht Kemp mit seinem neuen Mitbewohner Sala zusammen, und die beiden lassen kaum eine Gelegenheit aus, über die Stränge zu schlagen. Sie experimentieren mit Drogen, demolieren Autos und tun allgemein alles, was ein vernünftiger Mensch lieber lassen würde. Dann tritt die schöne Chenault in Kemps Leben, und plötzlich hat der Mann ohne Ziel tatsächlich etwas, das er will. Dumm nur, dass Chenault mit dem erfolgreichen Sanderson zusammen ist.
Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht verraten. Spannender als die einzelnen Wendungen ist ohnehin, wie sich Kemp langsam verändert und wie aus dem gleichgültigen Trinker jemand wird, der anfängt, hinzuschauen.
Besetzung und Rollen: Wer spielt mit?
Die Besetzung ist für einen so entspannten Film erstaunlich prominent. Hier die wichtigsten Namen:
- Johnny Depp als Paul Kemp, der antriebslose Reporter
- Amber Heard als Chenault, die Frau, die Kemp den Kopf verdreht
- Aaron Eckhart als Sanderson, Chenaults erfolgreicher Partner
- Michael Rispoli als Sala, Kemps Mitbewohner und Komplize
- Giovanni Ribisi als Moberg
- Richard Jenkins als Lotterman
- Amaury Nolasco als Segurra
- Marshall Bell als Donavon
- Bill Smitrovich als Zimburger
- Julian Holloway als Wolsley
Depp ist natürlich das Zugpferd, aber mein heimlicher Liebling ist Giovanni Ribisi als Moberg. Er spielt so herrlich verwahrlost und neben der Spur, dass man in seinen Szenen kaum woanders hinschauen kann. Michael Rispoli als Sala gibt dem Film dagegen eine bodenständige Wärme, die man bei all dem Rum dringend braucht. Und Richard Jenkins ist sowieso einer dieser Schauspieler, die jede Rolle besser machen.
Regie, Laufzeit und FSK
Regie führte Bruce Robinson. Der Film läuft rund 120 Minuten und ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben. Bei den Genres steht eine Mischung aus Komödie und Drama, und das trifft es gut: Du lachst über die absurden Eskapaden, aber unter der Oberfläche geht es auch um Gier, Macht und die Frage, ob man wegsieht oder etwas sagt.
Zwei Stunden sind für diese Art Film nicht wenig. Robinson lässt sich Zeit, er gönnt seinen Figuren lange Szenen und schräge Dialoge. Wenn du einen straff erzählten Thriller erwartest, wirst du ungeduldig. Wenn du dich treiben lässt, ist das Tempo genau richtig.
The Rum Diary streamen: Wo läuft der Film?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, findest du The Rum Diary bei Amazon Prime Video im Abo. Außerdem ist der Film bei Amazon Prime Video with Ads gelistet, also in der Variante mit Werbeunterbrechungen.
Streaming-Angebote ändern sich regelmäßig. Wirf deshalb vor dem Filmabend kurz einen Blick in die App, ob der Titel noch verfügbar ist.
Lohnt sich der Film? Meine ehrliche Einschätzung
Bei TMDB steht The Rum Diary bei einer Bewertung von 5,9. Das ist nicht berauschend, und ich verstehe, woher das kommt. Der Film weiß nicht immer genau, ob er Komödie oder Gesellschaftsdrama sein will, und die Liebesgeschichte um Chenault bleibt eher Behauptung als echte Leidenschaft.
Trotzdem mag ich ihn. Die Atmosphäre ist großartig: das flirrende Licht, die verschwitzten Hemden, die Redaktion, in der eigentlich niemand mehr an Journalismus glaubt. Dazu kommen ein paar Szenen, die wirklich zum Brüllen komisch sind, gerade wenn Kemp, Sala und Moberg gemeinsam Unsinn anstellen. Und es gibt diesen Moment, in dem Kemp begreift, dass seine Stimme vielleicht doch etwas wert ist. Der hat mich mehr berührt, als ich erwartet hatte.
Kurz gesagt: kein Meisterwerk, aber ein Film mit Charme, den man an einem lauen Abend mit einem Drink in der Hand sehr gut genießen kann.
Für wen ist The Rum Diary geeignet?
Der Film passt zu dir, wenn du
- Johnny Depp in schrägen, leicht verpeilten Rollen magst
- Geschichten über Journalisten und Zeitungsredaktionen spannend findest
- gern Filme mit starkem Zeitkolorit schaust, hier das Puerto Rico der 1950er
- lakonischen Humor und kauzige Nebenfiguren schätzt
- dich für Hunter S. Thompson und seinen Blick auf die Welt interessierst
Weniger glücklich wirst du, wenn du einen klaren Spannungsbogen, große Action oder eine mitreißende Romanze suchst. Auch wer mit Alkohol und Drogen als Dauerthema nichts anfangen kann, sollte eher zu etwas anderem greifen.
Ähnliche Filme für danach
Wenn dir der Ton von The Rum Diary gefallen hat, liegt Fear and Loathing in Las Vegas nahe. Auch dort spielt Johnny Depp eine Figur nach Hunter S. Thompson, allerdings deutlich greller und rauschhafter. The Rum Diary wirkt im Vergleich fast wie der ruhigere, ältere Bruder.
Generell lohnen sich Filme, in denen ein Außenseiter in eine fremde Umgebung gerät und dort langsam seine Haltung findet. Achte bei der Suche auf die Kombination aus Komödie und Drama, dann triffst du die Stimmung am ehesten.
Häufige Fragen
Worum geht es in The Rum Diary?
Der Journalist Paul Kemp nimmt in den 1950er Jahren einen Job bei einer heruntergekommenen Zeitung in Puerto Rico an. Mit seinem Mitbewohner Sala feiert er exzessiv, bis er sich in Chenault verliebt, die mit dem erfolgreichen Sanderson liiert ist.
Wer spielt in The Rum Diary mit?
Johnny Depp spielt Paul Kemp, Amber Heard ist Chenault und Aaron Eckhart spielt Sanderson. Dazu kommen Michael Rispoli, Giovanni Ribisi, Richard Jenkins, Amaury Nolasco, Marshall Bell, Bill Smitrovich und Julian Holloway.
Wo kann ich The Rum Diary streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film bei Amazon Prime Video und bei Amazon Prime Video with Ads verfügbar.
Wie lang ist The Rum Diary und ab welchem Alter ist er freigegeben?
Der Film dauert rund 120 Minuten und hat in Deutschland eine Freigabe ab 12 Jahren.
Wer hat bei The Rum Diary Regie geführt?
Regie führte Bruce Robinson. Der Film stammt aus dem Jahr 2011 und startete am 2. August 2012 in den deutschen Kinos.
Bist du bereit für einen Abend voller Rum und Karibikchaos?
The Rum Diary ist kein Film, der dich mit Tempo überrollt. Er lädt dich eher ein, dich zu Paul Kemp an die Bar zu setzen, ein bisschen zuzuhören und mitzuerleben, wie aus einem gleichgültigen Schreiber jemand mit Haltung wird. Johnny Depp, ein wunderbar verlotterter Giovanni Ribisi und die Hitze Puerto Ricos tragen die zwei Stunden mühelos.
Mein Tipp: Mach dir einen Drink, dreh die Klimaanlage auf und gib dem Film eine Chance. Und dann erzähl mir, ob du am Ende auch ein bisschen Lust bekommen hast, selbst eine Schreibmaschine in die Hand zu nehmen.
