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Ratgeber · Aktualisiert: 9.10.2026 · Quelle: TMDB

The Power of the Dog: Jane Campions Western als leises Psychoduell

The Power of the Dog ist ein Western, der fast ohne Schüsse auskommt und trotzdem dauerhaft unter Spannung steht. Jane Campion erzählt 2021 von zwei ungleichen Brüdern auf einer Ranch in Montana, von einer Ehe, die alles durcheinanderbringt, und von einem Machtgefüge, das sich ganz langsam verschiebt. Hier erfährst du, was dich erwartet, wer mitspielt und wo du den Film schauen kannst.

Wer bei Western an Saloon-Schlägereien und Showdowns um zwölf Uhr mittags denkt, wird bei The Power of the Dog erst einmal ausgebremst. Jane Campion interessiert sich weniger für Revolver als für Blicke, Gesten und das, was Menschen einander nicht sagen. Das Ergebnis ist ein Drama in Westernkulisse, das sich anfühlt wie ein Gewitter, das tagelang über dem Tal hängt, bevor es sich entlädt.

Im Zentrum steht Benedict Cumberbatch als Rancher Phil Burbank, eine Figur, die gleichzeitig abstoßend und rätselhaft ist. Neben ihm spielen Kirsten Dunst, Jesse Plemons und Kodi Smit-McPhee in einem Ensemble, das mit erstaunlich wenig Worten sehr viel erzählt. Ich finde: Das ist einer dieser Filme, die beim ersten Schauen irritieren und dich danach nicht mehr loslassen.

The Power of the Dog Poster

The Power of the Dog (2021)

Jane Campion · Benedict Cumberbatch (Phil Burbank), Kodi Smit-McPhee (Peter Gordon), Kirsten Dunst (Rose Gordon), Jesse Plemons (George Burbank), Thomasin McKenzie (Lola), Geneviève Lemon (Mrs. Lewis), Keith Carradine (The Governor), F · 127 Min. · TMDB 6,7/10 · Streaming: Netflix, Netflix Standard with Ads

Worum geht es in The Power of the Dog?

Montana im Jahr 1925. Die Brüder Phil und George Burbank führen gemeinsam eine große Ranch, doch sie könnten kaum verschiedener sein. Phil packt mit Strenge und Härte an, er gibt den Ton an, und wer nicht mitzieht, bekommt seine Verachtung zu spüren. George dagegen sehnt sich nach einem anderen Leben: teure Autos, gute Kleidung, Abstand zu Rindern und Feldarbeit und vor allem zur Kontrolle seines Bruders.

Sein Ausweg scheint die Witwe Rose zu sein. George heiratet sie und holt sie samt ihrem Sohn Peter auf die Ranch, um dort einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Doch statt Familienfrieden entsteht eine eisige Front. Phil lässt keine Gelegenheit aus, Rose spüren zu lassen, dass sie nicht willkommen ist. Von Gastfreundschaft keine Spur. Und dann beginnen sich die Machtverhältnisse nach und nach zu verschieben, auf eine Weise, die du so wahrscheinlich nicht kommen siehst.

Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Der Reiz des Films liegt gerade darin, dass er dich lange im Unklaren lässt, wer hier eigentlich wen in der Hand hat.

Besetzung und Rollen

Das Ensemble ist klein, aber jede Rolle sitzt. Die wichtigsten Namen im Überblick:

Cumberbatch spielt gegen sein gewohntes Image als scharfsinniger Großstadtkopf an und wirkt hier staubig, körperlich und bedrohlich. Spannend ist aber vor allem das Gegenüber: Kodi Smit-McPhee gibt Peter eine Zerbrechlichkeit, hinter der man immer etwas anderes vermutet. Kirsten Dunst zeigt eindringlich, wie eine Frau unter permanentem Druck langsam den Halt verliert, und Jesse Plemons ist als gutmütiger George der ruhige Gegenpol zu all dem.

Regie von Jane Campion: so fühlt sich der Film an

Jane Campion inszeniert The Power of the Dog mit großer Geduld. Die Landschaft ist weit und schön, aber nie romantisch. Sie wirkt eher wie eine Bühne, auf der sich niemand verstecken kann. Viele Szenen leben von Kleinigkeiten: wie jemand ein Seil flicht, wie ein Blick zu lange stehen bleibt, wie eine Tür ins Schloss fällt.

Das Tempo ist ruhig, manche würden sagen langsam. Wer aufmerksam bleibt, merkt aber, dass in fast jeder Szene etwas unter der Oberfläche brodelt. Campion lässt Männlichkeit, Scham und Verletzlichkeit aufeinanderprallen, ohne dir eine fertige Deutung zu servieren. Genau das macht den Film so interessant für Gespräche danach.

Laufzeit, Genre und Eckdaten

Die TMDB-Wertung von 6,7 zeigt ganz gut, dass der Film polarisiert. Viele lieben die subtile Erzählweise, andere wünschen sich mehr Tempo und klarere Antworten. Ich gehöre klar zur ersten Gruppe, kann aber verstehen, wenn jemand nach einer halben Stunde ungeduldig wird.

Wo kann ich The Power of the Dog streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, findest du The Power of the Dog bei Netflix. Der Film ist dort sowohl im regulären Abo als auch im Tarif Netflix Standard with Ads verfügbar. Wenn du also ohnehin ein Netflix-Abo hast, kannst du direkt loslegen.

Streaming-Angebote ändern sich regelmäßig. Wirf deshalb vor dem Filmabend am besten noch einmal einen kurzen Blick auf den aktuellen Stand.

Für wen lohnt sich der Film?

Ich würde The Power of the Dog vor allem dir empfehlen, wenn du:

Weniger geeignet ist der Film, wenn du auf Action, Schießereien oder einen klassischen Helden hoffst. Hier gibt es keinen Cowboy, der am Ende in den Sonnenuntergang reitet. Plane dir einen ruhigen Abend ein, leg das Handy weg und lass dich auf die Atmosphäre ein. Dann entfaltet der Film seine volle Wirkung.

Was macht das Ende so besonders?

Ohne zu spoilern: Das Finale gehört zu den Momenten, nach denen man unwillkürlich zurückspult oder im Kopf noch einmal einzelne Szenen durchgeht. Plötzlich bekommen scheinbar beiläufige Details eine ganz neue Bedeutung. Wer genau hingeschaut hat, wird belohnt. Wer nicht, wird spätestens beim zweiten Ansehen merken, wie präzise Campion ihre Fährten gelegt hat.

Mein Tipp: Schau den Film mit jemandem zusammen. Die Diskussion danach ist fast so gut wie der Film selbst.

Häufige Fragen

Worum geht es in The Power of the Dog?

Montana 1925: Die Brüder Phil und George Burbank führen gemeinsam eine Ranch. Als George die Witwe Rose heiratet und sie mit ihrem Sohn Peter auf die Ranch zieht, verschärfen sich die Spannungen mit dem harten Phil, bis sich die Machtverhältnisse langsam verschieben.

Wer spielt in The Power of the Dog mit?

Benedict Cumberbatch spielt Phil Burbank, Jesse Plemons seinen Bruder George, Kirsten Dunst die Witwe Rose Gordon und Kodi Smit-McPhee ihren Sohn Peter. Dazu kommen unter anderem Thomasin McKenzie, Keith Carradine und Frances Conroy.

Wo kann man The Power of the Dog streamen?

Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, ist der Film bei Netflix verfügbar, auch im Tarif Netflix Standard with Ads.

Wie lang ist The Power of the Dog?

Der Film hat eine Laufzeit von 127 Minuten.

Wer hat bei The Power of the Dog Regie geführt?

Regie führte Jane Campion. Der Film erschien 2021.

Ist The Power of the Dog ein klassischer Western?

Nicht wirklich. Der Film spielt zwar auf einer Ranch in Montana, ist aber in erster Linie ein ruhiges Psychodrama über Macht, Familie und Verletzlichkeit, fast ohne typische Westernaction.

Bist du bereit für einen Western, der unter die Haut geht?

The Power of the Dog ist kein Film, den man nebenbei laufen lässt. Er verlangt Aufmerksamkeit und gibt dafür eine Menge zurück: eine beklemmende Atmosphäre, ein großartiges Ensemble und ein Ende, über das du noch lange nachdenken wirst. Wenn du ein Netflix-Abo hast und Lust auf ein intensives Drama mit Westernkulisse hast, ist das hier genau der richtige Film für deinen nächsten ruhigen Abend.

Datenquelle: The Movie Database (TMDB), Streaming-Angaben laut JustWatch, Stand 9.10.2026.