The Prom: Broadway-Stars mischen einen Abschlussball in Indiana auf
The Prom ist das knallbunte Musical von Ryan Murphy, in dem abgehalfterte Broadway-Stars eine Kleinstadt in Indiana auf den Kopf stellen. Meryl Streep, Nicole Kidman und James Corden singen sich durch 131 Minuten voller Glitzer, Pathos und Selbstironie. Hier erfährst du, worum es geht, wer mitspielt und ob sich der Film für deinen nächsten Filmabend lohnt.
Manchmal braucht man einen Film, der laut ist, übertreibt und trotzdem das Herz am rechten Fleck hat. The Prom aus dem Jahr 2020 ist genau so ein Film. Regisseur Ryan Murphy, der ein Faible für große Gefühle und noch größere Gesangsnummern hat, verbindet hier Liebesfilm und Komödie zu einem Musical, das keine Angst vor Kitsch hat. Und ehrlich gesagt: Das ist seine größte Stärke.
Im Zentrum stehen zwei Welten, die kaum weiter auseinanderliegen könnten. Auf der einen Seite eitle New Yorker Bühnenstars, deren Karriere gerade krachend gescheitert ist. Auf der anderen Seite eine Schülerin aus dem konservativen Indiana, die einfach nur mit ihrer Freundin zum Abschlussball gehen will. Was dabei herauskommt, ist manchmal peinlich, oft witzig und an einigen Stellen richtig berührend.

The Prom (2020)
Worum geht es in The Prom?
Dee Dee Allen und Barry Glickman sind Broadway-Größen, aber ihre neueste Show ist ein Flop, und die Kritiken werfen ihnen vor, selbstverliebt zu sein. Die Lösung, die sich die beiden gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen Angie Dickinson und Trent Oliver ausdenken: ein gutes Werk tun, das möglichst viel Aufmerksamkeit bringt. Ein Imagewechsel muss her.
Fündig werden sie in Indiana. Dort möchte die Schülerin Emma Nolan mit ihrer Freundin zum Abschlussball gehen, doch die Elternvertretung um die strenge Mrs. Greene stellt sich quer. Also reist die Truppe aus New York an, um für Emma zu kämpfen. Dass die Stars dabei anfangs mehr an sich selbst denken als an die Jugendliche, die sie angeblich retten wollen, macht den Reiz der Geschichte aus. Der Film nimmt seine Figuren auf die Schippe und lässt sie gleichzeitig wachsen.
Spannend ist die zweite Ebene: Emmas heimliche Freundin ist ausgerechnet Alyssa Greene, die Tochter der Frau, die den Ball verhindern will. Dieses Coming-out unter maximalem Druck gibt The Prom seine emotionale Mitte.
Besetzung und Rollen: Ein Cast zum Staunen
Die Starpower von The Prom ist enorm. Hier die wichtigsten Rollen im Überblick:
- Meryl Streep als Dee Dee Allen, die Diva mit Hang zum Drama
- James Corden als Barry Glickman, ihr ebenso eitler Bühnenpartner
- Nicole Kidman als Angie Dickinson, ewige Zweitbesetzung mit großen Träumen
- Andrew Rannells als Trent Oliver, Schauspieler mit Juilliard-Stolz
- Jo Ellen Pellman als Emma Nolan, die Schülerin, um die sich alles dreht
- Ariana DeBose als Alyssa Greene, Emmas Freundin
- Kerry Washington als Mrs. Greene, Alyssas Mutter und Gegenspielerin
- Keegan-Michael Key als Principal Hawkins, der Schulleiter
- Tracey Ullman als Vera
- Kevin Chamberlin als Sheldon
Meryl Streep hat sichtlich Spaß daran, sich selbst als selbstverliebte Diva zu parodieren. Keegan-Michael Key bringt eine überraschend sanfte Note in den Film, besonders in seinen Szenen mit Streep. Die eigentliche Entdeckung ist aber Jo Ellen Pellman: Sie trägt die emotionale Last der Geschichte mit viel Wärme und ohne Effekthascherei. Ariana DeBose ergänzt sie perfekt, die Chemie zwischen den beiden wirkt echt.
Über James Corden wurde viel diskutiert, und auch bei mir ist seine Darstellung von Barry Geschmackssache. Er spielt dick auf, manchmal zu dick. Wer damit leben kann, bekommt aber auch ein paar schöne Momente, vor allem wenn Barrys eigene Vergangenheit ins Spiel kommt.
Musical, Komödie, Liebesfilm: Wie fühlt sich The Prom an?
The Prom ist ein klassisches Musical: Gefühle werden besungen, Konflikte in Tanznummern ausgetragen, und die Farbpalette ist so knallig wie ein Glitzerkostüm. Wer Ryan Murphys Stil kennt, weiß, was ihn erwartet. Alles ist ein bisschen größer, lauter und theatralischer als im echten Leben.
Die Komödie lebt vor allem vom Zusammenprall zwischen den New Yorker Showleuten und der Kleinstadt. Die Stars halten sich für die Retter der Welt, merken aber schnell, dass ihr Auftreten mehr schadet als hilft. Diese Selbstironie macht Laune. Der Liebesfilm dagegen spielt sich leiser ab, zwischen Emma und Alyssa, und hier zeigt der Film seine ehrlichsten Seiten.
Mit 131 Minuten ist The Prom allerdings recht lang. Einige Nummern hätten gekürzt werden können, und in der Mitte zieht es sich etwas. Die TMDB-Wertung von 6,1 spiegelt das ganz gut wider: kein Meisterwerk, aber ein Film mit viel Herz, der seine Fans gefunden hat.
Wo kann ich The Prom streamen?
The Prom läuft laut JustWatch (Stand 9. Oktober 2026) bei Netflix, und zwar auch im günstigeren Tarif Netflix Standard mit Werbung. Mit einem Netflix-Abo kannst du also direkt loslegen, ohne zusätzlich etwas zu leihen oder zu kaufen.
Da sich Streaming-Angebote immer wieder ändern, lohnt sich vor dem Filmabend ein kurzer Blick in die Netflix-App. Mein Tipp: Schau dir den Film in der Originalfassung an, wenn du kannst. Die Songs wirken mit den Originalstimmen von Streep, Kidman und Co. einfach am besten.
Für wen lohnt sich The Prom?
Du wirst The Prom lieben, wenn du:
- Musicals magst und dich bei Gesangseinlagen nicht ins Handy flüchtest
- Lust auf einen bunten Wohlfühlfilm mit Botschaft hast
- queere Geschichten suchst, die mit Hoffnung statt mit Tragik erzählt werden
- Meryl Streep und Nicole Kidman einmal ganz ohne Ernsthaftigkeit sehen willst
Weniger geeignet ist der Film für alle, die subtiles Erzählkino bevorzugen. The Prom ist laut, plakativ und manchmal naiv. Das ist aber Absicht. Der Film will dir sagen, dass jede und jeder das Recht hat, so zu lieben, wie er oder sie möchte, und er sagt es mit Konfetti statt mit Zwischentönen.
Für Jugendliche und Familien mit älteren Kindern ist The Prom übrigens ein guter Gesprächsanlass. Themen wie Coming-out, Gruppendruck und Toleranz kommen zugänglich und ohne erhobenen Zeigefinger daher.
Was macht The Prom besonders?
Die schönste Idee des Films ist, dass die vermeintlichen Helden selbst die größten Baustellen haben. Dee Dee, Barry, Angie und Trent kommen nach Indiana, um sich ins rechte Licht zu rücken, und lernen dort mehr über sich selbst als über Emma. Das gibt dem Film eine doppelte Bewegung: Die Jugendliche findet ihre Stimme, die Erwachsenen finden zu ein bisschen Demut.
Auch Mrs. Greene ist keine eindimensionale Bösewichtin. Kerry Washington spielt sie streng, aber mit spürbarer Angst um ihre Tochter. Das macht die Konflikte glaubwürdiger, als man es von einem so bunten Musical erwarten würde.
Häufige Fragen
Wo kann man The Prom streamen?
Laut JustWatch (Stand 9. Oktober 2026) ist The Prom bei Netflix verfügbar, auch im Tarif Netflix Standard mit Werbung.
Wer spielt in The Prom mit?
Zur Besetzung gehören Meryl Streep, James Corden, Nicole Kidman, Kerry Washington, Keegan-Michael Key, Andrew Rannells, Ariana DeBose, Jo Ellen Pellman, Tracey Ullman und Kevin Chamberlin.
Wie lang ist The Prom?
Der Film dauert 131 Minuten, also gut zwei Stunden.
Wer hat bei The Prom Regie geführt?
Regie führte Ryan Murphy. Der Film erschien im Jahr 2020.
Worum geht es in The Prom?
Erfolglose Broadway-Stars wollen ihr Image aufpolieren und unterstützen in Indiana die Schülerin Emma Nolan, die mit ihrer Freundin zum Abschlussball gehen möchte. Das sorgt in der konservativen Kleinstadt für viel Aufsehen.
Wer spielt Emma in The Prom?
Emma Nolan wird von Jo Ellen Pellman gespielt, ihre Freundin Alyssa Greene von Ariana DeBose.
Bist du bereit für den buntesten Abschlussball auf Netflix?
The Prom ist kein perfekter Film, aber einer, der dich mit einem Lächeln aus dem Abend entlässt. Die Stars werfen sich mit Begeisterung in ihre überdrehten Rollen, die Musik geht ins Ohr, und die Liebesgeschichte von Emma und Alyssa sorgt für echte Gänsehautmomente. Wenn du also ein Netflix-Abo hast und Lust auf Glitzer, Gesang und eine ordentliche Portion Herz, dann mach es dir gemütlich und lass dich auf diesen Ball einladen. Nimm dir die gut zwei Stunden Zeit, dreh die Musik auf und sing ruhig mit. Hier verurteilt dich niemand.
