True Grit: Der Western der Coen-Brüder mit Jeff Bridges
True Grit ist der Western, den man Leuten zeigt, die behaupten, sie mögen keine Western. Joel und Ethan Coen schicken 2010 ein 14-jähriges Mädchen, einen versoffenen Marshal und einen eitlen Texas Ranger auf Mörderjagd durch die Prärie. Heraus kommt ein Film, der staubig, komisch und am Ende überraschend traurig ist.
Es gibt Filme, die man einmal sieht und dann vergisst, und es gibt True Grit. Der Western von Joel und Ethan Coen kam am 24. Februar 2011 in die deutschen Kinos, ist ab 12 Jahren freigegeben und läuft 110 Minuten. Klingt nüchtern, fühlt sich aber an wie ein großes, altmodisches Abenteuer, das plötzlich ganz modern zubeißt. Die Coens erzählen eine Rachegeschichte, nehmen sie aber nie so bierernst, wie man es vom Genre gewohnt ist. Die Dialoge sind gestelzt und gerade dadurch umwerfend witzig, die Landschaft ist weit und kalt, die Gewalt kommt kurz und hart.
Im Mittelpunkt steht keine Revolverheldin im klassischen Sinn, sondern ein Mädchen mit einem unbeugsamen Willen. Genau dieses Durchhaltevermögen, das titelgebende Grit, macht den Film aus. Hier erfährst du, worum es in True Grit geht, wer mitspielt, wo du den Film aktuell streamen kannst und ob er zu deinem Filmabend passt.

True Grit (2010)
Worum geht es in True Grit?
Mattie Ross ist 14 Jahre alt, als ihr Vater kaltblütig ermordet wird. Der Täter heißt Tom Chaney, und er ist längst über alle Berge. Die Behörden zucken mit den Schultern, also nimmt Mattie die Sache selbst in die Hand. Für 100 Dollar heuert sie den U.S. Marshal Rooster Cogburn an. Der ist trunksüchtig, ruppig und nimmt es mit dem Gesetz, das er eigentlich vertreten soll, alles andere als genau. Aber er gilt als jemand, der nicht aufgibt.
Cogburn hat wenig Lust, ein Kind mitzuschleppen. Mattie lässt sich davon nicht beeindrucken und überredet ihn so lange, bis er widerwillig nachgibt. Gemeinsam ziehen sie in die gesetzlosen Weiten der Prärie. Allein sind sie dort allerdings nicht: Der Texas Ranger LaBoeuf ist ebenfalls hinter Chaney her, denn auf den Flüchtigen ist wegen eines weiteren Mordes eine Kopfprämie ausgesetzt. Aus Konkurrenten wird ein ungleiches Trio, das sich ständig in die Haare kriegt. Und je weiter sie reiten, desto näher kommt Mattie dem Mörder ihres Vaters. Näher, als ihr lieb sein kann.
Besetzung und Rollen: Wer spielt mit?
Die Besetzung von True Grit ist ein kleines Fest. Hier die wichtigsten Namen:
- Jeff Bridges als Rooster Cogburn, der versoffene Marshal mit Augenklappe und Nuschelstimme
- Hailee Steinfeld als Mattie Ross, das Mädchen, das sich von niemandem etwas sagen lässt
- Matt Damon als LaBoeuf, der von sich selbst sehr überzeugte Texas Ranger
- Josh Brolin als Tom Chaney, der gesuchte Mörder
- Barry Pepper als Lucky Ned Pepper, Anführer einer Bande
- Dakin Matthews als Col. Stonehill
- Jarlath Conroy als Bestatter
- Paul Rae als Emmett Quincy
- Domhnall Gleeson als Moon, genannt The Kid
- Elizabeth Marvel als erwachsene Mattie mit 40 Jahren
Der heimliche Star ist Hailee Steinfeld. Wie sie mit ernstem Gesicht einem Pferdehändler die Hölle heiß macht, gehört zu den besten Szenen des Films. Jeff Bridges spielt Cogburn als wandelnde Katastrophe mit Herz, ohne ihn jemals weichzuspülen. Und Matt Damon darf als eitler Ranger herrlich lächerlich sein, bis er einem plötzlich ans Herz wächst.
Was True Grit so besonders macht
Wer die Coens kennt, weiß: Die beiden lieben schräge Figuren, präzise Sprache und einen trockenen Humor, der oft im unpassendsten Moment zuschlägt. All das steckt auch in True Grit, nur verpackt in einen erstaunlich klassisch erzählten Western. Die Figuren reden in langen, fast förmlichen Sätzen, ganz ohne Verkürzungen. Das wirkt anfangs ungewohnt und wird schnell zum größten Vergnügen des Films.
Gleichzeitig ist True Grit kein Spaßwestern. Die Gewalt ist abrupt und schmerzhaft, und der Film zeigt, dass Rache einen Preis hat. Gerade das letzte Drittel, in dem die Coens das Tempo noch einmal anziehen, bleibt lange im Kopf. Der Schluss ist leise und melancholisch, und wer ihn einmal gesehen hat, versteht, warum der Film auch Jahre später noch so viele Fans hat.
Kleiner Hintergrund: True Grit basiert auf dem Roman von Charles Portis, der bereits 1969 mit John Wayne als Rooster Cogburn verfilmt wurde. Die Coen-Version ist aber kein bloßes Remake, sondern rückt Mattie und ihre Perspektive viel stärker in den Mittelpunkt.
True Grit streamen: Wo läuft der Western?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, kannst du True Grit in Deutschland im Flatrate-Abo bei diesen Anbietern sehen:
- Paramount Plus
- Paramount+ Amazon Channel
- Magenta TV+
Wenn du ohnehin Prime Video nutzt, ist der Paramount+ Channel bei Amazon der bequemste Weg, ohne eine weitere App installieren zu müssen. Telekom-Kunden schauen am besten zuerst bei Magenta TV+ nach. Streaming-Kataloge ändern sich regelmäßig, also wirf vor dem Filmabend lieber noch einmal einen kurzen Blick in die jeweilige App.
Für wen lohnt sich True Grit?
True Grit ist ein ziemlich guter Einstieg für Leute, die mit Western bisher wenig anfangen konnten. Der Film ist zugänglich, spannend und hat eine Hauptfigur, mit der man sofort mitfiebert. Gleichzeitig bekommen Genre-Fans alles, was sie lieben: Ritte durch karge Landschaften, Schusswechsel, Gesetzlose und eine Moral, die nie ganz schwarz-weiß ist.
Perfekt ist er für dich, wenn du
- Filme mit starken, eigenwilligen jungen Heldinnen magst,
- den trockenen Humor der Coen-Brüder schätzt,
- Abenteuer mit echtem emotionalen Gewicht suchst,
- Lust auf großes Schauspielkino mit Jeff Bridges, Matt Damon und Josh Brolin hast.
Mit FSK 12 eignet sich True Grit auch für einen Filmabend mit älteren Kindern und Jugendlichen. Ein paar Szenen sind allerdings ziemlich heftig, also schau ihn bei Jüngeren lieber gemeinsam.
Wenn dir True Grit gefällt
Du hast Lust auf mehr in dieser Richtung? Dann lohnt sich ein Blick auf die erste Verfilmung mit John Wayne von 1969. Der Vergleich ist spannend, weil beide Filme denselben Stoff ganz unterschiedlich angehen: das Original deutlich heroischer, die Coen-Version rauer und skurriler.
Ansonsten passen Spätwestern, in denen alte Haudegen und raue Landschaften im Mittelpunkt stehen, und Rachegeschichten, die sich mehr für ihre Figuren als für Actionszenen interessieren. Und wenn dich vor allem der Tonfall begeistert hat, solltest du dich durch das übrige Werk von Joel und Ethan Coen arbeiten. Diese Mischung aus Witz, Härte und Melancholie bekommt so kaum jemand hin.
Häufige Fragen
Wer hat bei True Grit Regie geführt?
Regie führten die Brüder Joel und Ethan Coen. Der Film stammt aus dem Jahr 2010.
Wann kam True Grit in Deutschland ins Kino?
True Grit startete am 24. Februar 2011 in den deutschen Kinos.
Ab wie viel Jahren ist True Grit freigegeben?
Der Film hat eine Freigabe ab 12 Jahren (FSK 12). Einige Gewaltszenen sind allerdings recht hart.
Wo kann ich True Grit streamen?
Laut JustWatch, Stand 9. Oktober 2026, läuft True Grit im Abo bei Paramount Plus, im Paramount+ Amazon Channel und bei Magenta TV+.
Wer spielt Rooster Cogburn in True Grit?
Rooster Cogburn wird von Jeff Bridges gespielt. Hailee Steinfeld ist als Mattie Ross zu sehen, Matt Damon als LaBoeuf und Josh Brolin als Tom Chaney.
Wie lang ist True Grit?
True Grit hat eine Laufzeit von 110 Minuten.
Ist True Grit der beste moderne Western für deinen nächsten Filmabend?
Für uns lautet die Antwort ziemlich klar: ja. True Grit hat eine Heldin, die man nicht vergisst, einen Jeff Bridges in Bestform und Dialoge, die man am liebsten mitschreiben möchte. Der Film ist lustig, ohne albern zu sein, und hart, ohne zynisch zu werden. Mit 110 Minuten ist er außerdem angenehm kompakt. Schnapp dir also einen freien Abend, wirf Paramount Plus, den Paramount+ Channel bei Amazon oder Magenta TV+ an und reite mit Mattie, Rooster und LaBoeuf in die Prärie. Danach wirst du verstehen, warum dieser Western bei so vielen Filmfans einen festen Platz im Herzen hat.
