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Vorab-Kritik · Im Kino ab 3.12.2026

Violent Night - Eine Tödliche Bescherung: Vorab-Kritik zum Weihnachtsmann ohne Magie, aber mit harter Faust

Amerikanische FilmeKomödienFortsetzungenWeihnachtsfilme

Es gibt den Weihnachtsmann, der sich über Milch und Kekse freut, und es gibt den, der mit dem Schlitten kommt und mit dem Vorschlaghammer wieder geht. Violent Night hat 2022 genau auf diese absurde und trotzdem erstaunlich gut funktionierende Idee gesetzt, und jetzt schlüpft David Harbour noch einmal in den roten Mantel. Violent Night - Eine Tödliche Bescherung startet am 3. Dezember in den deutschen Kinos und mixt allem Anschein nach wieder denselben süß-blutigen Weihnachtscocktail, diesmal mit einem Twist: Der Mann im roten Anzug verliert seine Zauberkräfte.

6,8/10
Erwartete Wertung
Wenn die Fortsetzung auch nur halb so frech wird wie der erste Teil, kann sie der beste Weihnachts-Partyfilm des Jahres werden. Den Beweis muss sie allerdings erst noch antreten.
Story
6
Schauspiel
8
Regie
7
Optik
7
Musik und Ton
7
Emotionen
6

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Violent Night - Eine Tödliche Bescherung: Trailer

Filmdaten

OriginalViolent Night 2
Kinostart in Deutschland3.12.2026
RegieTommy Wirkola
BesetzungDavid Harbour, Maggie Nicole Robertson, Kristen Bell, Daniela Melchior, Joe Pantoliano, Andrew Bachelor
GenreKomödien
FSK16
LandAmerikanische Filme

Worum geht es in Violent Night - Eine Tödliche Bescherung? Mall, Gangster und ein Santa am Limit

Wer den ersten Teil gesehen hat, kennt die Grundidee: Der Weihnachtsmann ist hier nicht der gütige, rundliche Opa aus der Werbung, sondern ein verbitterter Typ mit tödlichen Kampfkünsten, der 2022 eine ganze Truppe Söldner auseinandergenommen hat, um ein kleines Mädchen und seine Familie zu retten. Die Fortsetzung schickt genau diese Figur zurück an die Front, diesmal in ein Einkaufszentrum.

Die Händler der Silver Bells Mall werden von einem skrupellosen Gangster terrorisiert, gespielt von Jared Harris, der bereits für den Emmy und den Golden Globe nominiert war. Die kleine Gemeinschaft ist verzweifelt auf Santas Hilfe angewiesen. Der Haken: Der Große hat den wahren Sinn von Weihnachten vergessen und dabei auch seine Magie verloren. Zaubertricks fallen also flach, er muss sich gegen die Schurken etwas anderes einfallen lassen, und die Zeit läuft.

Mehr wissen wir über die Handlung im Moment nicht, und ehrlich gesagt finde ich das gut so. Bei solchen Filmen ist die Überraschung die halbe Miete: welches Weihnachtsutensil gerade zur Waffe wird und wie weit die Stimmung von rührend in völlig durchgeknallt kippt.

David Harbour: der Santa, den man lieber nicht im Kamin hätte

Der größte Trumpf des ersten Teils war ganz klar David Harbour. Der Schauspieler, den die meisten als Sheriff Hopper aus Stranger Things kennen, hat etwas ganz Besonderes in die Rolle gelegt: Sein Santa war müde, zynisch, roch nach Bier und war trotzdem herzerwärmend. Er spielte keine Parodie, sondern eine ausgebrannte Figur, die genau so sehr an Weihnachten glaubt, wie die Welt es ihr erlaubt.

Entscheidend für die Fortsetzung ist aus meiner Sicht, ob Harbour wieder denselben Raum bekommt. Der Verlust der Magie ist dramaturgisch eine starke Idee, weil er die Figur zwingt, kreativer zu werden, und damit mehr Platz für Harbours körperliche Komik schafft. Er ist ein massiger Schauspieler mit enormer Präsenz, der hervorragend verkaufen kann, wenn etwas wehtut. Traut sich der Film, einen etwas verletzlicheren Weihnachtsmann zu zeigen, kann daraus richtig emotionale Wucht entstehen.

Ein Bösewicht, der allen die Show stehlen könnte: Jared Harris und Co.

Wenn mich etwas wirklich neugierig macht, dann der Name Jared Harris. Er ist einer dieser Schauspieler, die mit einem Zucken der Augenbraue mehr sagen als andere mit einem ganzen Monolog. Als Oberschurke einer weihnachtlichen Action-Komödie kann er genau das hochwertige Gegengewicht sein, das so einen Film von guter Unterhaltung in die Kultliga hebt. Ein brutaler Santa ist schließlich nur so gut wie sein Gegner.

Auch der Rest des Ensembles ist eine spannende Mischung. Bei Kristen Bell horche ich sofort auf, denn in Komödien liegt sie praktisch nie daneben. Daniela Melchior hat spätestens seit The Suicide Squad bewiesen, dass sie in frechen, blutigen Actionfilmen zu Hause ist. Joe Pantoliano ist seit Matrix und Memento der Meister zwielichtiger Gestalten, Andrew Bachelor dürfte für komische Energie sorgen, und mit dabei ist auch Maggie Nicole Robertson. Wer wen spielt, ist noch unklar, deshalb spekuliere ich gar nicht erst. Aber nach dieser Besetzungsliste gibt es reichlich Leute zum Mitfiebern und zum Hassen.

Tommy Wirkola, der Dirigent der Blutfontänen

Auf dem Regiestuhl sitzt wieder Tommy Wirkola, und das allein ist schon eine gute Nachricht. Der Norweger wurde mit dem Nazi-Zombie-Spaß Dead Snow bekannt, danach kam Hänsel und Gretel: Hexenjäger, und beide Male funktionierte dasselbe Rezept: Man nehme eine vertraute Vorlage und drehe so lange daran, bis Blut spritzt. Violent Night war der Höhepunkt dieses Stils, weil Wirkola dort endlich die Balance zwischen Brutalität und Herz gefunden hat.

Dass er auch die Fortsetzung inszeniert, heißt: Hier versucht keine fremde Hand, die Stimmung zu kopieren, hier macht derjenige weiter, der sie erfunden hat. Das ist bei Fortsetzungen selten und zählt viel. Wirkola hat ein Gespür für choreografierte, fast schon cartoonhafte Gewalt, die gerade deshalb nicht bedrückend wirkt, sondern augenzwinkernd überdreht.

Was richtig gut werden kann und wo es hapern könnte

Fangen wir mit den Stärken an. Die Mall als Schauplatz ist ein Volltreffer: Weihnachtsdeko, vollgestopfte Läden, Rolltreppen, Schaufenster, alles potenzielles Kampfgebiet. Nach dem Familienanwesen aus dem ersten Teil bietet das eine deutlich größere Leinwand für kreative Actionszenen. Und der Verlust der Magie ist nicht bloß ein effekthascherischer Kniff, sondern eine Chance, sich nicht selbst zu wiederholen.

Das Geheimnis des ersten Teils war, dass er selbst die rührenden Momente mit einem halben Augenzwinkern serviert hat, und genau deshalb haben sie funktioniert. Behält die Fortsetzung diesen Ton bei, hat sie leichtes Spiel. Dreht sie dagegen nur die Blutmenge hoch und vergisst die Seele ihrer Figuren, bekommen wir ein lautes, aber leeres Sequel.

Was wir bisher wissen: Starttermin, Zielgruppe, Stimmung

Der Film startet am 3. Dezember 2026 in den deutschen Kinos, und das Timing könnte kaum besser sein: genau dann, wenn in den Einkaufszentren längst Weihnachtsmusik dudelt und alle langsam vom Kitsch genug haben. Dieser Film ist das Gegengift. Wie schon der erste Teil richtet er sich klar an ein erwachsenes Publikum, die Kleinen bleiben also zu Hause. Für den gemütlichen Familien-Kinobesuch an Weihnachten ist das definitiv nichts.

Es handelt sich um eine US-Produktion, und alles deutet darauf hin, dass das Studio das Franchise ernst nimmt. Das ist kein billiges Sahnehäubchen, sondern könnte einer der am meisten erwarteten alternativen Weihnachtsfilme der Saison werden.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Violent Night (2022), Stirb langsam (1988), Bad Santa (2003), Kevin - Allein zu Haus (1990), Hänsel und Gretel: Hexenjäger (2013)

Häufige Fragen

Wann startet Violent Night - Eine Tödliche Bescherung in Deutschland?

Der Kinostart in Deutschland ist am 3. Dezember 2026.

Worum geht es in Violent Night - Eine Tödliche Bescherung?

Der kampferprobte Weihnachtsmann legt sich mit einem skrupellosen Gangster an, der die Händler der Silver Bells Mall terrorisiert. Allerdings hat er seine Zauberkräfte verloren und muss die Schurken auf andere Weise besiegen.

Wer führt Regie bei Violent Night - Eine Tödliche Bescherung?

Regie führt Tommy Wirkola, der auch schon den ersten Teil inszeniert hat.

Wer spielt in Violent Night - Eine Tödliche Bescherung mit?

In der Hauptrolle ist wieder David Harbour zu sehen, dazu kommen Jared Harris, Kristen Bell, Daniela Melchior, Joe Pantoliano, Andrew Bachelor und Maggie Nicole Robertson.

Ist Violent Night - Eine Tödliche Bescherung für Kinder geeignet?

Nein. Der Film richtet sich wegen seiner brutalen Action klar an ein erwachsenes Publikum und ist nichts für Kinder.

Muss man den ersten Teil vorher gesehen haben?

Pflicht ist es nicht, aber empfehlenswert. Die Fortsetzung baut auf der Santa-Figur aus Violent Night von 2022 auf, und wer sie kennt, hat deutlich mehr vom Film.

Lohnt es sich, einen Dezemberabend für den blutigen Weihnachtsmann freizuhalten?

Ich finde: ja, und zwar ziemlich eindeutig. Violent Night - Eine Tödliche Bescherung bringt alle Zutaten mit, die eine gute Fortsetzung braucht: Der Regisseur ist zurück, der Star ist zurück, es gibt einen erstklassigen Bösewicht und eine Wendung, die den ersten Teil nicht einfach nur wiederholen will. Das Risiko ist das übliche Sequel-Risiko, also mehr, aber nicht besser. Trotzdem bin ich zuversichtlich, denn Harbour und Wirkola haben schon einmal bewiesen, dass sie aus dieser absurden Idee ein Kino mit Herz machen können. Meine Erwartung liegt bei einer starken Sieben, die leicht zur Acht werden kann, wenn Jared Harris so fies wird, wie er sein muss. Am 3. Dezember sitze ich jedenfalls im Kino, mit einem Eimer Popcorn und einer ordentlichen Portion weihnachtlichem Zynismus.

Erwartete Wertung: 6,8/10 · Story 6 · Schauspiel 8 · Regie 7 · Optik 7 · Musik und Ton 7 · Emotionen 6