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Vorab-Kritik · Im Kino ab 28.1.2027

Children of Blood and Bone - Goldener Zorn: Vorab-Kritik zur Fantasywelt Orïsha

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Wer heute die Besetzung seiner Fantasy-Träume aufschreiben müsste, käme ziemlich genau bei dieser Liste heraus. Children of Blood and Bone - Goldener Zorn startet am 28. Januar 2027 in den deutschen Kinos, und auf dem Papier hat der Film alles, um eines der größten Genre-Ereignisse des Jahres zu werden. Bleibt die Frage, ob aus so viel Talent wirklich eine lebendige, atmende Welt entsteht oder nur ein wunderschön ausgeleuchtetes Namensverlesen.

7,8/10
Erwartete Wertung
Eine starke Regisseurin, eine sensationelle Besetzung und eine frische Fantasywelt: Wenn das Drehbuch mithält, könnte das die erste echte Überraschung des Kinojahres 2027 werden.
Story
7
Schauspiel
9
Regie
8
Optik
8
Musik und Ton
7
Emotionen
8

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Children of Blood and Bone - Goldener Zorn: Trailer

Filmdaten

OriginalChildren of Blood and Bone
Kinostart in Deutschland28.1.2027
RegieGina Prince-Bythewood
BesetzungChiwetel Ejiofor, Idris Elba, Regina King, Viola Davis, Cynthia Erivo, Damson Idris
GenreFantasyfilme
LandAmerikanische Filme

Geraubte Magie und rebellische Königskinder: Worum geht es?

Der Film entführt uns in die Fantasywelt Orïsha. Dort bricht eine junge Frau auf, um die Magie zurückzuholen, die ihrem Volk mit Gewalt genommen wurde. Allein ist sie dabei nicht: Gemeinsam mit ihrem Bruder schmiedet sie ein Bündnis mit der Tochter und dem Sohn des Königs, um sich der brutalen Unterdrückung durch den Herrscher entgegenzustellen.

Mehr verrät die offizielle Inhaltsangabe nicht, und ehrlich gesagt reicht das schon, um mich hellhörig zu machen. Die Grundkonstellation ist klassisch, hat aber einen Dreh, der sofort Drama verspricht: Auf der Seite der Rebellen stehen ausgerechnet die Kinder des Tyrannen. Das ist keine simple Geschichte von Gut gegen Böse, sondern auch eine Familientragödie, in der Loyalität, Blut und Gewissen aneinander zerren. Nimmt der Film diesen inneren Konflikt ernst, kann er weit mehr sein als das nächste Abenteuer um eine Auserwählte.

Auch der Verlust der Magie als Thema hat Gewicht. Hier entdeckt niemand plötzlich seine besonderen Kräfte. Vielmehr wurde einer ganzen Gemeinschaft etwas geraubt, das zu ihrer Identität gehörte. Das ist Fantasy, in der Magie nicht bloß Schauwert ist, sondern für Erbe, Kultur und Erinnerung steht. Genau auf solche Geschichten warte ich in diesem Genre.

Das ist keine Besetzung, das ist eine Preisverleihung

Schauen wir uns die Namen genau an, denn so etwas sieht man nicht alle Tage: Viola Davis, Idris Elba, Chiwetel Ejiofor, Regina King, Cynthia Erivo, Lashana Lynch, Amandla Stenberg, Damson Idris, Tosin Cole und Thuso Mbedu. Dieses Ensemble bringt dramatisches Oscar-Format, Blockbuster-Routine und junge, frische Energie gleichzeitig mit.

Allein Viola Davis und Regina King sorgen dafür, dass die dramatischen Szenen nicht hohl klingen werden. Seit 12 Years a Slave wissen wir, wie viel Schmerz Chiwetel Ejiofor in einen einzigen Blick legen kann. Idris Elba wiederum gehört zu den Schauspielern, die eine Szene schon durch bloße Präsenz beherrschen, ob als Held oder als bedrohliche Figur. Cynthia Erivo ist seit Wicked auch im großen Fantasy-Spektakel zu Hause, und Lashana Lynch hat spätestens mit Keine Zeit zu sterben bewiesen, dass sie auch Action kann.

Die jüngere Generation steht dem in nichts nach. Amandla Stenberg ist schon in Die Tribute von Panem hängen geblieben und hat sich seitdem in ernsthaften dramatischen Rollen weiterentwickelt. Thuso Mbedu ist für mich eine der spannendsten jungen Schauspielerinnen der letzten Jahre.

Wer genau wen spielt, darüber spekuliere ich hier nicht. Eines steht aber fest: Selten hat ein Fantasyfilm selbst in den Nebenrollen solche Kaliber. Genau darin liegt allerdings auch das einzige Risiko, dazu später mehr.

Gina Prince-Bythewood, die Regisseurin der Kriegerinnen

Wenn ihr mich fragt, ist die beste Nachricht gar nicht die Besetzung, sondern die Person auf dem Regiestuhl. Gina Prince-Bythewood hat in den letzten Jahren zwei Filme abgeliefert, die ziemlich genau zeigen, was sie hier einbringen kann. The Old Guard hat bewiesen, dass sie aus übernatürlichem Stoff handfeste, bodenständige Action formen kann, die richtig wehtut. Und The Woman King hat gezeigt, dass man eine epische Geschichte über kämpfende Frauen erzählen kann, ohne dass die emotionale Entwicklung der Figuren zwischen den Schlachten verloren geht.

Dazu kommt: Viola Davis, Lashana Lynch und Thuso Mbedu standen schon bei The Woman King vor ihrer Kamera. Die Regisseurin arbeitet also teilweise mit einem eingespielten Team. Das garantiert nichts, aber aus solchen Wiedersehen entsteht oft etwas Besonderes, weil die Darstellerinnen genau wissen, was von ihnen erwartet wird.

In Prince-Bythewoods bisherigen Arbeiten stand immer der Mensch im Mittelpunkt. Schon bei Love & Basketball interessierten sie die Beziehungen, nicht die Oberfläche. In einer Fantasygeschichte, in der zwischen Geschwistern, Königskindern und einem tyrannischen Vater die Fäden gespannt sind, ist genau dieses Gespür gefragt.

Was könnte ihn wirklich groß machen?

Viele große Fantasyfilme der letzten Jahre blieben entweder in den altbekannten europäischen Mittelalterkulissen hängen oder waren so verliebt in ihre eigene CGI-Welt, dass sie vergaßen, eine Geschichte zu erzählen. Orïsha verspricht schon dem Namen nach etwas ganz anderes: eine frische Welt, die aus eigenen kulturellen Wurzeln schöpft und die ein Großteil des Kinopublikums so noch nie auf der Leinwand gesehen hat.

Gelingen davon mindestens drei Punkte vollständig, reden wir über einen Film, über den man noch in Jahren sprechen wird und der sogar der Grundstein eines neuen Franchise werden könnte.

Wo könnte es schiefgehen?

Naiv bin ich trotzdem nicht. Bei so einer Starparade besteht immer die Gefahr, dass der Film zu viel will: Jeder große Name bekommt seine ein, zwei starken Szenen, und die Geschichte der jungen Hauptfiguren geht in einem Aufmarsch unter, der sich wie eine Reihe von Gastauftritten anfühlt. Außerdem braucht der Aufbau einer neuen Welt für sich schon viel Zeit und Erklärung. Findet das Drehbuch nicht die richtige Balance, droht ein überfrachteter erster Akt voller Exposition.

Das zweite Risiko ist die Tonlage. Ein großer Studio-Fantasyfilm will in der Regel ein breites Publikum erreichen und wird sich deshalb kaum ganz in die Dunkelheit stürzen, obwohl das Thema brutaler Unterdrückung eigentlich Härte verlangt. Ich bin gespannt, wie die Regisseurin zwischen familientauglichem Abenteuer und schwerem Stoff balanciert.

Bleibt die Frage der Optik. Eine solche Welt funktioniert nur, wenn sie sich greifbar anfühlt. Verkommt die Magie zur digitalen Lichtshow, kann das Ganze seine Seele verlieren. Nach Prince-Bythewoods bisherigen Arbeiten bin ich zuversichtlich, aber das wird eine der größten Bewährungsproben des Films.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Black Panther (2018), Dune (2021), The Hunger Games (2012), Willow (1988)

Häufige Fragen

Wann startet Children of Blood and Bone - Goldener Zorn in Deutschland?

Der Film kommt am 28. Januar 2027 in die deutschen Kinos.

Worum geht es in Children of Blood and Bone - Goldener Zorn?

In der Fantasywelt Orïsha bricht eine junge Frau auf, um die Magie zurückzuholen, die ihrem Volk gewaltsam genommen wurde. Gemeinsam mit ihrem Bruder verbündet sie sich mit der Tochter und dem Sohn des Königs, um sich dessen brutaler Unterdrückung entgegenzustellen.

Wer hat Regie geführt?

Regie führt Gina Prince-Bythewood, die zuvor auch The Old Guard und The Woman King inszeniert hat.

Wer spielt mit?

Zur Besetzung gehören Chiwetel Ejiofor, Idris Elba, Regina King, Viola Davis, Cynthia Erivo, Damson Idris, Amandla Stenberg, Lashana Lynch, Tosin Cole und Thuso Mbedu.

Lohnt es sich, bis Januar auf die Tore von Orïsha zu warten?

Ich finde: ja, und zwar unbedingt. Selten kommt für einen Fantasyfilm so viel Talent zusammen, während am Steuer eine Regisseurin sitzt, die bereits bewiesen hat, dass sie episch und menschlich zugleich erzählen kann. Children of Blood and Bone - Goldener Zorn ist keine weitere Fortsetzung und kein x-tes Remake, sondern eine eigene Welt mit eigenen Heldinnen und Helden, und das allein ist im aktuellen Kinoprogramm schon eine Wohltat. Risiken gibt es, Überfrachtung und Tonlage sind echte Gefahren, aber meine Erwartung ist eindeutig positiv. Streicht euch den 28. Januar im Kalender an und holt euch, wenn möglich, Tickets für die größte Leinwand der Stadt: Orïsha muss man dort zum ersten Mal sehen.

Erwartete Wertung: 7,8/10 · Story 7 · Schauspiel 9 · Regie 8 · Optik 8 · Musik und Ton 7 · Emotionen 8