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Vorab-Kritik · Im Kino ab 19.11.2026

Die Tribute von Panem: Sunrise on the Reaping, Vorab-Kritik: Zurück in Panem, und diesmal meint es jemand ernst

Amerikanische FilmeAbenteuerfilmeBuchverfilmungenFortsetzungen

Nur wenige Franchises haben so oft bewiesen, dass sie noch etwas zu sagen haben. Die Tribute von Panem gehört dazu. Am 19. November startet Sunrise on the Reaping in den deutschen Kinos, inszeniert von Francis Lawrence und mit einer Besetzung, bei der Fans schon jetzt feuchte Hände bekommen. Gesehen haben wir den Film noch nicht, aber die Vorzeichen verraten eine Menge: worauf wir uns freuen dürfen und wo die Sache schiefgehen könnte.

8,2/10
Erwartete Wertung
Auf dem Papier ist das eines der stärksten Pakete der ganzen Reihe. Die einzige Frage ist, ob der Film sich traut, so finster zu werden, wie er es verspricht.
Story
8
Schauspiel
9
Regie
8
Optik
8
Musik und Ton
8
Emotionen
8

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Filmdaten

OriginalThe Hunger Games: Sunrise on the Reaping
Kinostart in Deutschland19.11.2026
RegieFrancis Lawrence
BesetzungMaya Hawke, Mckenna Grace, Jesse Plemons, Jennifer Lawrence, Glenn Close, Elle Fanning
GenreAbenteuerfilme
LandAmerikanische Filme

Warum reizt uns eine weitere Rückkehr nach Panem so sehr?

Mal ehrlich: Wenn eine Reihe, die schon vier Hauptfilme und ein Prequel hinter sich hat, einen weiteren Teil ankündigt, ist Skepsis die erste Reaktion. Hollywood ist voll von ausgepressten Marken, aus denen noch der letzte Cent herausgeholt wird. Die Tribute von Panem hat aber nie so recht in diese Reihe gepasst. Schon der erste Film von 2012 wollte mehr sein als ein Abenteuer für Teenager. Er erzählte von der Verschmelzung von Showbusiness und Gewalt und von unserer Verantwortung als Zuschauer, und zwar so offen, wie es große Studioproduktionen selten wagen.

Das Prequel The Ballad of Songbirds and Snakes zeigte 2023 dann, dass diese Welt auch ohne ihre berühmte Heldin funktioniert. Fehlerfrei war der Film nicht, seine Länge hat manchem im Saal zugesetzt. Aber er bewies, dass die politische Maschinerie Panems allein spannend genug ist, um dafür wieder ins Kino zu gehen. Sunrise on the Reaping kann auf diesem Vertrauen aufbauen, und ich bin geneigt, es ihm zu schenken.

Kinostart ist der 19. November 2026, also der klassische Termin für große Franchise-Filme im Herbst, kurz vor der Weihnachtszeit. Das Studio versteckt den Film ganz offensichtlich nicht, sondern behandelt ihn als eines der Zugpferde der Saison.

Francis Lawrence, Panems Hausregisseur

Wenn jemand diese Welt kennt, dann Francis Lawrence. Er hat die Reihe mit dem zweiten Teil übernommen, seit Catching Fire ist er praktisch der visuelle Hausherr von Panem, und auch das Prequel stammt von ihm. Das ist gleichzeitig die größte Absicherung und das größte Risiko.

Die Absicherung liegt auf der Hand: Lawrence weiß, wie man den kitschigen Glanz des Kapitols und das schlammige Elend der Distrikte in einem einzigen Bild aufeinanderprallen lässt. Catching Fire gilt vielen bis heute als Höhepunkt der Reihe, und das nicht ohne Grund. Dort fand er die Balance zwischen Arena-Action und Politthriller. Er weiß genau, wann ein Gesicht mehr erzählt als jede Explosion.

Das Risiko besteht darin, dass Routine nach so vielen Filmen bequem wird. Derselbe Regisseur in derselben Welt setzt schnell dieselben Bilder zusammen. Ich hoffe, dass Lawrence diesmal etwas wagt: einen mutigeren Schnitt, eine härtere Atmosphäre, weniger Sicherheitsdenken. Wärmt er nur das bewährte Rezept auf, wird das immer noch ein guter Film. Aber kein unvergesslicher.

Eine Besetzung, an der man nicht vorbeikommt

Hier fängt mein Herz richtig an zu klopfen. Ein Blick auf die Besetzungsliste:

Und dann sind da natürlich die zwei Namen, bei denen langjährige Fans aufhorchen: Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson, die beiden Hauptdarsteller der ursprünglichen Filme. In welcher Form und wie groß ihre Rollen ausfallen, darüber will ich nicht spekulieren. Schon die Tatsache, dass sie auf der Liste stehen, ist aber emotionales Kapital in rauen Mengen. Eine solche Brücke zwischen alten und neuen Filmen ist allerdings auch ein gefährliches Spiel. Bleibt es beim nostalgischen Augenzwinkern, wirkt es billig. Bekommen die beiden eine sinnvolle Rolle, könnte genau das zum Herz des Films werden.

Was könnte ihn zu einem der besten Teile der Reihe machen?

Aus drei Gründen bin ich optimistisch. Erstens die Tiefe des Ensembles. Selten sieht man einen Franchise-Film, in dem selbst die Nebenrollen mit Schauspielern dieses Kalibers besetzt sind. Plemons, Fiennes, Culkin und Close zusammen, das klingt eher nach einem Drama für die Preissaison als nach einem Abenteuerfilm.

Zweitens die Erfahrung des Regisseurs. Francis Lawrence war schon so oft in dieser Welt unterwegs, dass er keine Einarbeitung braucht. Er kann direkt ins kalte Wasser springen und das im besten Fall nutzen, um den Fokus auf die Figuren und die Spannung zu legen.

Drittens die zeitlose Aktualität des Themas. Die Grundidee der Reihe, eine Gesellschaft von Zuschauern und Gewalt als Unterhaltung, hat leider über die Jahre nichts von ihrer Schärfe verloren. Im Zeitalter der sozialen Medien trifft sie vielleicht sogar noch härter als 2012. Wenn der Film das erkennt und ausspielt, unterhält er nicht nur, sondern tut auch ein bisschen weh. Genau so soll es sein.

Wo könnte es schiefgehen?

Es wäre unfair, die Risiken zu verschweigen. Das größte betrifft Altersfreigabe und Tonfall. Panems Geschichte ist brutal, und die Versuchung ist immer da, dass das Studio dem breiten Publikum zuliebe die Ecken abschleift. Wird der Film zu vorsichtig, geht genau die Grausamkeit verloren, die diese Welt überhaupt erst funktionieren lässt.

Das zweite Risiko ist das Gedränge. Bei so vielen großen Namen bekommt am Ende womöglich keiner genug Raum. Einen Ralph Fiennes oder eine Glenn Close für zwei Szenen zu verschenken, wäre eine Sünde, und auch die jungen Darsteller könnten in der Starparade untergehen.

Das dritte ist die Ermüdung. Wer schon beim Prequel das Gefühl hatte, dass Panem langsam die Luft ausgeht, stellt diesen Teil vor eine große Aufgabe: Er muss beweisen, dass es noch etwas Neues zu erzählen gibt. Hier hängt meiner Meinung nach alles nicht an den Schauwerten, sondern an der Frische des Drehbuchs.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Die Tribute von Panem: Catching Fire (2013), Die Tribute von Panem: The Ballad of Songbirds and Snakes (2023), Die Tribute von Panem: The Hunger Games (2012), Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth (2014), Die Bestimmung: Divergent (2014)

Häufige Fragen

Wann startet Die Tribute von Panem: Sunrise on the Reaping in Deutschland?

Der Film kommt am 19. November 2026 in die deutschen Kinos.

Wer führt bei Die Tribute von Panem: Sunrise on the Reaping Regie?

Francis Lawrence, der bereits mehrere Teile der Reihe inszeniert hat, darunter Catching Fire und The Ballad of Songbirds and Snakes.

Wer spielt im neuen Panem-Film mit?

Zur Besetzung gehören Maya Hawke, Mckenna Grace, Jesse Plemons, Jennifer Lawrence, Glenn Close, Elle Fanning, Ralph Fiennes, Josh Hutcherson, Kieran Culkin und Kara Tointon.

Ist Jennifer Lawrence in Sunrise on the Reaping dabei?

Ja, sowohl Jennifer Lawrence als auch Josh Hutcherson stehen auf der Besetzungsliste des Films.

Welches Genre hat Sunrise on the Reaping?

Es handelt sich um einen amerikanischen Abenteuerfilm, einen weiteren Teil der Reihe Die Tribute von Panem.

Lohnt es sich, die Tage bis zur Rückkehr nach Panem zu zählen?

Ich finde: ja, und zwar ausdrücklich. Sunrise on the Reaping bringt auf dem Papier alles mit, was eine starke Franchise-Fortsetzung braucht: einen erfahrenen Regisseur, der diese Welt von innen kennt, eine verblüffend starke Besetzung und ein Thema, das leider heute so scharf ist wie eh und je. Meine Erwartungen sind deshalb hoch, aber nicht blind. Ob der Film gelingt, hängt davon ab, ob er sich traut, grausam und persönlich zu werden, oder ob er sich mit glänzender, sicherer Routine zufriedengibt. Ich setze auf die mutigere Variante. Am 19. November wissen wir, ob ich recht behalte. Bis dahin darf der Kinobesuch getrost schon mal in den Kalender.

Erwartete Wertung: 8,2/10 · Story 8 · Schauspiel 9 · Regie 8 · Optik 8 · Musik und Ton 8 · Emotionen 8