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Vorab-Kritik · Im Kino ab 29.10.2026

Other Mommy Vorab-Kritik: Rob Savage verwandelt die Umarmung einer Mutter in einen Albtraum

Amerikanische FilmeHorrorfilme

Es gibt kaum etwas Unheimlicheres als den Moment, in dem die eigene Mutter einen ansieht und man genau weiß: Das ist nicht sie. Other Mommy baut auf dieser uralten Kinderangst auf, und hinter dem Film stehen Namen, die Horrorfans nicht auf die leichte Schulter nehmen. Am 29. Oktober startet er in den deutschen Kinos, und ich rutsche jetzt schon unruhig auf meinem Sitz hin und her.

7,7/10
Erwartete Wertung
Ein starkes Team, eine Grundidee, die unter die Haut geht, und ein Regisseur, der mit Dunkelheit umzugehen weiß: Auf dem Papier einer der vielversprechendsten Horrorfilme dieses Herbstes.
Story
7
Schauspiel
8
Regie
8
Optik
7
Musik und Ton
8
Emotionen
8

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Other Mommy: Trailer

Filmdaten

Kinostart in Deutschland29.10.2026
RegieRob Savage
BesetzungDichen Lachman, Jessica Chastain, Karen Allen, Jay Duplass
GenreHorrorfilme
FSK16
LandAmerikanische Filme

Worum geht es? Eine Mutter, die der Mutter ein bisschen zu ähnlich sieht

Die offizielle Inhaltsangabe ist knapp gehalten, und das ist auch gut so. Im Mittelpunkt steht ein junges Mädchen namens Bela, das im eigenen Zuhause mit einem unheilvollen Wesen in Kontakt kommt. Der Haken: Dieses Etwas sieht Belas Mutter zum Verwechseln ähnlich. Mehr nicht, und mehr will ich vor dem Kinostart auch gar nicht wissen.

Die Idee ist genial schlicht, weil sie auf die schärfste Waffe des Horrorkinos zielt: den Moment, in dem ausgerechnet die Quelle der Geborgenheit zur Bedrohung wird. Ein Spukhaus oder ein Dämon im Keller ist unheimlich, bleibt aber immer irgendwie fremd. Zur Mutter dagegen rennt man, wenn man Angst hat. Was passiert, wenn sie selbst die Angst ist? Aus Kinderperspektive erzählt, kann diese Frage mit voller Wucht treffen, und wenn das Drehbuch mutig genug ist, könnte Other Mommy weit mehr werden als ein gewöhnlicher Schocker.

Rob Savage, der Regisseur, der selbst dunkle Ecken zum Sprechen bringt

Rob Savage hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe im Genre entwickelt. Mit Host machte er während der Pandemie aus einem Zoom-Call einen erstaunlich wirkungsvollen Gruselfilm, Dashcam war ein umstrittenes, aber verwegenes Experiment, und The Boogeyman zeigte, dass er auch im größeren Studiorahmen funktioniert. Was all seine Arbeiten verbindet: Er versteht, dass die Angst im Dunkeln wohnt, an den Bildrändern, in halb erkennbaren Gestalten.

Genau dieses Gespür könnte bei diesem Stoff Gold wert sein. Ein Wesen, das aussieht wie Mama, springt nicht unbedingt aus dem Schrank. Eher steht es am Ende des Flurs, ein wenig zu reglos. Lächelt ein wenig zu lange. Wenn Savage diesen Weg geht und auf schleichendes, kriechendes Grauen statt billiger Jumpscares setzt, steht uns ein richtig guter Kinoabend bevor.

James Wan und Atomic Monster: eine Horrorfabrik, die selten danebenliegt

Produziert hat James Wan, den man Horrorfans nicht vorstellen muss: Saw, Insidious und Conjuring gehen alle auf sein Konto. Der Film kommt aus dem Hause Atomic Monster, das zu Blumhouse gehört und laut Beschreibung unter anderem auch hinter Backrooms steht.

Das ist zugleich ein gutes Zeichen und ein Warnsignal. Gut, weil dieses Team weiß, wie man Horror macht, der Kinosäle füllt und bei dem das Publikum gemeinsam schreit. Ein Warnsignal, weil solche Produktionen gelegentlich zu sicheren, vorhersehbaren Lösungen neigen. Bei Filmen dieser Art besteht immer die Gefahr, dass im dritten Akt der feine psychologische Schrecken einem lauten CGI-Finale weichen muss. Ich hoffe, dass Savage hier das letzte Wort hat.

Die Besetzung: Chastain, Lachman, Allen und Duplass

Allein die Besetzungsliste ist Grund genug, ein Ticket zu kaufen. Jessica Chastain in einem Horrorfilm ist immer ein Versprechen. Man erinnert sich, dass sie schon in Mama mitspielte, einem Gruselfilm, der sich ebenfalls um Mutterschaft dreht. Eine amüsante, fast schon gewollt wirkende Parallele. Chastain gehört zu den Schauspielerinnen, die mit einem einzigen Blick Wärme und Bedrohung auseinanderreißen können, und falls der Film in irgendeiner Form darauf setzt, bin ich gespannt, was sie daraus macht.

Dichen Lachman hat spätestens seit Severance bewiesen, dass sie Doppelbödigkeit und dieses Gefühl, mit diesem Menschen stimme etwas nicht, hervorragend beherrscht. Karen Allen, den meisten als Marion aus Jäger des verlorenen Schatzes bekannt, bringt routinierte, bodenständige Präsenz mit, und Jay Duplass ist ein Meister der stillen, alltäglichen Figuren. Wer genau wen spielt, wurde vor dem Start nicht verraten, aber die Namen lassen auf einen starken, figurenzentrierten Horrorfilm hoffen.

Wo könnte es schiefgehen?

Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich nur schwärmen würde. Das Motiv der vertrauten Gestalt, die in Wahrheit etwas anderes ist, ist nicht neu, der Doppelgänger-Horror ist ein ziemlich ausgetretener Pfad. Dazu erinnern Titel und Grundidee stark an einen bekannten Animationsklassiker, weshalb der Film leicht Vergleichen zum Opfer fallen könnte.

Das zweite Risiko ist die Kinderperspektive. Wenn das Drehbuch dem Publikum nicht vertraut und alles erklärt, also Herkunft des Wesens, seine Regeln, das Warum, dann verflüchtigt sich das Geheimnis. Dasselbe gilt für laute Schreckmomente: In so einer Geschichte ist Stille mehr wert als jeder Musikschlag. Und schließlich deutet einiges darauf hin, dass hier nicht zimperlich vorgegangen wird. Das ist gut, aber nur, solange die Härte der Geschichte dient und nicht zum Selbstzweck wird.

Was erwartet dich im Kino?

Nach der Stimmung im Vorfeld und den bisherigen Arbeiten der Macher zu urteilen, darf man wohl dunklen, beengten Horror in den eigenen vier Wänden erwarten, bei dem das Haus, die vertrauten Zimmer und die vertrauten Gesichter fremd werden. Das ist die unangenehmste Art von Angst, weil man sie mit nach Hause nimmt. Ich rechne damit, nach dem Film mindestens einen Abend lang misstrauisch auf Familienmitglieder zu schauen, die in der Küche Tee kochen.

Und wenn der Film auch emotional funktioniert und die Beziehung zwischen Bela und ihrer Mutter echtes Gewicht bekommt, dann wird das nicht einfach der nächste Herbst-Schocker, sondern ein Horrorfilm, über den wir wochenlang reden.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Mama (2013), Der Babadook (2014), Hereditary (2018), Coraline (2009), Host (2020)

Häufige Fragen

Wann startet Other Mommy in den deutschen Kinos?

Other Mommy kommt am 29. Oktober 2026 in die deutschen Kinos.

Worum geht es in Other Mommy?

Um ein junges Mädchen namens Bela, das in seinem Zuhause mit einem unheilvollen Wesen in Kontakt kommt, das ihrer eigenen Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht.

Wer hat Other Mommy gedreht?

Regie führte Rob Savage, produziert hat James Wan, entstanden ist der Film bei Atomic Monster von Blumhouse.

Kann man Other Mommy mit Kindern schauen?

Eher nicht. Die deutsche Altersfreigabe stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, aber Thema und Tonfall sprechen klar gegen einen Kinobesuch mit kleineren Kindern.

Wer spielt in Other Mommy mit?

Zur Hauptbesetzung gehören Dichen Lachman, Jessica Chastain, Karen Allen und Jay Duplass.

Lohnt es sich, bei Other Mommy anzuklopfen?

Ich finde: ja, und zwar deutlich. Die Grundidee speist sich aus einer uralten Kinderangst, Rob Savage weiß, wie man Dunkelheit einsetzt, und James Wans Name steht dafür, dass der Film sein Publikum kennt. Die Besetzung mit Jessica Chastain an der Spitze verspricht Qualität. Das Risiko besteht darin, dass am Ende die Studioroutine über den Mut siegt, aber diesmal bin ich bereit, Vertrauen zu haben. Meine voraussichtliche Wertung: starke 8 Punkte, und am 29. Oktober sitze ich in der ersten Vorstellung. Danach rufe ich wahrscheinlich meine Mutter an. Nur um ihre Stimme zu hören.

Erwartete Wertung: 7,7/10 · Story 7 · Schauspiel 8 · Regie 8 · Optik 7 · Musik und Ton 8 · Emotionen 8