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Vorab-Kritik

Sonic the Hedgehog 4 Vorab-Kritik: Keanu Reeves, Jim Carrey und ein blauer Blitz, der einfach nicht bremsen kann

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Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Igel aus einem Videospiel zu einer der verlässlichsten Familienmarken im Kino wird? Sonic the Hedgehog 4 ist in Arbeit, und ein Blick auf die Besetzungsliste zeigt: Kleiner denken wollen die Macher diesmal nicht. Ich habe mir angesehen, was für den Film spricht und wo der blaue Blitz ins Schleudern geraten könnte.

7,3/10
Erwartete Wertung
Auf dem Papier steht hier das stärkste Ensemble der ganzen Reihe. Wenn Jeff Fowler das Tempo hält, wartet der nächste Pflichttermin für Familien im Kino.
Story
7
Schauspiel
8
Regie
7
Optik
8
Musik und Ton
7
Emotionen
7

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Sonic the Hedgehog 4: Trailer

Filmdaten

RegieJeff Fowler
BesetzungKeanu Reeves, Jim Carrey, Idris Elba, James Marsden, Kristen Bell, Nick Offerman
GenreAnimationsfilme, Abenteuerfilme
LandJapanische Filme, Amerikanische Filme

Worum geht es? Da schweigt sogar der Igel

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Über die Handlung von Sonic the Hedgehog 4 ist bisher nichts bekannt, was man guten Gewissens aufschreiben könnte. Bis zum Kinostart bleibt dem Studio noch reichlich Zeit, Häppchen zu verteilen, und ich werde hier ganz sicher keine erfundene Story hinschreiben, nur damit der Text länger wird. Fest steht: Der Film kommt als animiertes Abenteuer daher, entstanden in japanisch-amerikanischer Zusammenarbeit, was bei einem Franchise mit Sega-Wurzeln niemanden überraschen dürfte.

Was ich aber ohne Weiteres sagen kann: Die bisherigen Teile lebten davon, dass jeder neue Film eine Figur aus der Spielewelt mitbrachte, die von den Fans heiß geliebt wird, und dabei die Themen Familie, Freundschaft und Zusammenhalt weiterspann. Ob dieses Rezept bleibt, wissen wir noch nicht. Ehrlich gesagt wäre ich aber überrascht, wenn die Macher ausgerechnet jetzt über Bord werfen würden, was bisher so gut funktioniert hat.

Jeff Fowler sitzt zum vierten Mal am Steuer

Regie führt erneut Jeff Fowler, der schon die ersten drei Filme inszeniert hat. Für mich ist das eine der beruhigendsten Nachrichten im ganzen Paket. Fowler gehört zu den Filmemachern, die ihre Figur wirklich verstehen: Er weiß, dass Sonic gleichzeitig ein nerviges Großmaul und ein liebenswertes, einsames kleines Wesen ist, das einfach irgendwo dazugehören will. Diese Doppelnatur lässt sich leicht vermasseln. Ihm ist das bislang nicht passiert.

Der vierte Teil eines Franchise ist allerdings immer ein heikler Punkt. Genau hier kommt meist der Moment, in dem ein Regisseur sich entweder müde selbst wiederholt oder mutig das Lenkrad herumreißt. Fowler steht für Kontinuität, und das ist gut. Ein bisschen Sorge habe ich trotzdem, dass der vertraute Rhythmus (große Action, Gag, emotionales Gespräch, noch größere Action) irgendwann einfach vorhersehbar wird.

Eine Besetzung, bei der selbst ein teures Drama rot werden würde

Schauen wir uns die Namensliste an, denn die ist schon für sich genommen eine Nachricht:

Und dann kommen die Neuen: Kristen Bell, Nick Offerman und Sir Ben Kingsley. Wen oder was sie spielen, wissen wir nicht, und ich werde auch nicht so tun, als wären meine Vermutungen Fakten. Aber mal ehrlich: Ben Kingsley in einem Sonic-Film! Ein Oscar-Preisträger, dessen Auftritt in einem Kinderfilm entweder auf eine gehörige Portion Selbstironie oder auf richtig hohe Einsätze hindeutet. Kristen Bells Stimme gilt seit Die Eiskönigin als Garantie für Familienkino, und Nick Offerman ist ein Meister des trockenen Humors. Dieses Trio wirkt wie ein sehr bewusst gewähltes Casting.

Was diesmal richtig gut funktionieren könnte

Das Geheimnis der Sonic-Filme war bisher, dass sie sich nicht geschämt haben. Sie wollten nie ernster sein, als sie sind, haben ihr Publikum aber auch nie für dumm verkauft. Die erwachsene Begleitung fand ihre Pointen, das Kind bekam einen Helden zum Mitfiebern. Diesen Ton muss auch der vierte Teil treffen, und die Besetzung gibt allen Grund zur Hoffnung.

Optisch hat das Franchise seit dem ersten Teil einen weiten Weg zurückgelegt und hat Action und Figurenanimation inzwischen souverän im Griff. Die Darstellung von Geschwindigkeit und die Zeitlupenszenen, in denen die Zeit stillzustehen scheint, sind längst Markenzeichen der Reihe geworden. Wenn Fowler daran weiter feilt, kann daraus ein Erlebnis werden, das man unbedingt auf der großen Leinwand sehen will.

Der größte Trumpf ist aber die Chemie zwischen den Figuren. Sonic, Tails und Knuckles sind in den bisherigen Teilen zu einer echten Familie zusammengewachsen. Kommen dazu noch Shadow, die Rückkehr von Robotnik und drei neue Schwergewichte, dann könnte der Rahmen groß genug sein, um wirklich episch zu werden.

Wo könnte der blaue Blitz ins Schleudern geraten?

Jetzt spiele ich mal den Advocatus Diaboli. Das größte Risiko ist Überfrachtung. Zehn große Namen machen sich auf dem Plakat prima, aber jede Figur braucht Zeit, eine Geschichte, einen eigenen Moment. Versucht das Drehbuch, allen ein gleich großes Stück vom Kuchen zu geben, kann der Film schnell auseinanderfallen, und der Held geht im eigenen Film verloren.

Die zweite Gefahr ist Ermüdung. Vierter Teil, gleicher Regisseur, dieselben Gesichter: Irgendwann merkt das Publikum die Wiederholung, auch wenn sie gut gemacht ist. Das Schicksal der Superheldenfilme zeigt deutlich, dass auch ein Erfolgsrezept ein Ablaufdatum hat. Fehlt im vierten Teil eine wirklich neue Idee, droht eine nette, aber schnell vergessene Fortsetzung.

Meine dritte Sorge heißt Jim Carrey, genauer gesagt die Frage, wie viel Freiraum er bekommt. Er ist eine der größten Attraktionen der Reihe, aber seinen hyperaktiven Humor muss man dosieren können. Zu viel davon ermüdet, zu wenig hinterlässt eine Lücke.

Ein Film für Fans und Familien

Die Sonic-Filme schaffen es auf fast einzigartige Weise, zwei Publikumsgruppen gleichzeitig anzusprechen. Da sind zum einen die alten Zocker, die in den Neunzigern vor der Konsole mit dem blauen Igel um die Wette gerannt sind und heute ihre eigenen Kinder ins Kino mitnehmen. Und da ist zum anderen das junge Publikum, für das Sonic in erster Linie ein Kinoheld ist. Für Familien, die einen gemeinsamen Kinoausflug suchen, ist Sonic the Hedgehog 4 wie maßgeschneidert.

Ich für meinen Teil bin vorsichtig optimistisch. Das Team ist stark, der Regisseur sitzt am richtigen Platz, und die Vorlage ist liebenswert. Wenn auch das Drehbuch das Niveau hält, werden die Fans der ersten drei Teile nicht enttäuscht.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Sonic the Hedgehog (2020), Sonic the Hedgehog 2 (2022), Sonic the Hedgehog 3 (2024), Pokémon Meisterdetektiv Pikachu (2019), Ralph reichts (2012)

Häufige Fragen

Wann startet Sonic the Hedgehog 4 in Deutschland?

Ein deutscher Kinostart ist bisher nicht bekannt.

Wer führt bei Sonic the Hedgehog 4 Regie?

Regie führt Jeff Fowler, der auch die bisherigen Teile inszeniert hat.

Wer spielt in Sonic the Hedgehog 4 mit?

Keanu Reeves, Jim Carrey, Idris Elba, James Marsden, Kristen Bell, Nick Offerman, Sir Ben Kingsley, Ben Schwartz, Tika Sumpter und Colleen O'Shaughnessey.

Welchem Genre gehört der Film an?

Es handelt sich um ein animiertes Abenteuer.

Aus welchem Land kommt Sonic the Hedgehog 4?

Der Film entsteht als japanisch-amerikanische Koproduktion.

Sollte man sich den Film schon jetzt dick im Kalender anstreichen?

Ich finde: ja. Sonic the Hedgehog 4 bringt auf dem Papier alles mit, was man von einer starken Familienfortsetzung erwarten kann: zurückkehrende Lieblinge, einen Regisseur, der sein Material versteht, und neue Namen wie Ben Kingsley, Kristen Bell und Nick Offerman, die richtig neugierig machen. Das Risiko liegen in Überfrachtung und einem ausgelaugten Erfolgsrezept, aber bisher war der blaue Igel immer schneller als meine Zweifel. Meine erwartete Wertung: starke 7,5 von 10, verbunden mit dem Versprechen, nach dem Kinostart ehrlich aufzuschreiben, ob ich recht hatte.

Erwartete Wertung: 7,3/10 · Story 7 · Schauspiel 8 · Regie 7 · Optik 8 · Musik und Ton 7 · Emotionen 7