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Vorab-Kritik · Im Kino ab 13.8.2026

Sunny Dancer Kritik: krebskranke Teenager, Chemo-Camp und eine erstaunlich mutige Komödie

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Eine Komödie über Krebs, mit Teenagern, in einem Ferienlager: Auf dem Papier klingt dieser Satz gleichzeitig genial und nach einer ziemlich selbstmörderischen Idee. Sunny Dancer will genau auf dieser Messerschneide tanzen, und mit dieser Besetzung ist das gar nicht so aussichtslos. Seit dem 13. August 2026 läuft der Film in den deutschen Kinos, und die Frage bleibt dieselbe: Gelingt der Tanz, oder bekommen wir nur das übliche Tränendrüsenrezept in neuer Verpackung?

7,0/10
Erwartete Wertung
Starkes Ensemble und ein waghalsiges Thema: Wenn der Film sich wirklich traut zu lachen, könnte er eine der angenehmsten Überraschungen des Jahres sein.
Story
7
Schauspiel
8
Regie
6
Optik
6
Musik und Ton
7
Emotionen
8

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Filmdaten

Kinostart in Deutschland13.8.2026
RegieGeorge Jaques
BesetzungJames Norton, Ruby Stokes, Bella Ramsey, Neil Patrick Harris, Jessica Gunning, Conrad Khan
GenreKomödien
FSK12
LandEnglische Filme, Deutsche Filme

Worum geht es? Chemotherapie, nur eben im Sommercamp

Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Ivy, die ohnehin genug Sorgen hat: Sie kämpft gegen Krebs. Ihre Eltern legen noch eine Schippe drauf und melden sie in einem Camp an, das Ivy selbst nur „Chemo-Camp“ nennt. Schon an diesem Spitznamen merkt man, dass der Film nicht auf getragene Klavierklänge setzt, sondern auf trockenen, augenrollenden Teenagerhumor.

Im Camp landet Ivy unter lauter Außenseitern, aus denen ganz unerwartet Freunde werden, und am Ende steht ein Sommer, den sie nie vergessen wird. Mehr wissen wir nicht, und ehrlich gesagt reicht das auch. Die Konstellation kennt man: widerwillige Heldin, erzwungene Gemeinschaft, langsam schmelzendes Eis. Was daraus wird, hängt nicht von der Grundidee ab, sondern davon, wie frech sich die Macher trauen zu sein.

Die Besetzung, wegen der wir überhaupt hinschauen

Seien wir ehrlich: Eine unbekannte britisch-deutsche Teenagerkomödie könnte im Kinosommer locker untergehen, wenn nicht solche Namen auf dem Plakat stünden. Bella Ramsey hat seit Game of Thrones bewiesen, dass sie bei trotzigen, schlagfertigen Figuren unschlagbar ist, und spätestens seit The Last of Us weiß auch das breite Publikum, wie viel Gewicht sie einer Rolle geben kann.

James Norton gehört zu den Schauspielern, denen man vom romantischen Helden bis zur richtig beunruhigenden Figur alles abnimmt. Der Name Neil Patrick Harris ist seit How I Met Your Mother fast schon eine Garantie dafür, dass jemand auf der Leinwand ganz genau weiß, wo eine Pointe sitzt. Jessica Gunning hat mit Rentierbaby eine der eindrücklichsten britischen Leistungen der letzten Jahre hingelegt, und wenn der Film ihr auch nur halb so viel Raum gibt, hat er sich schon gelohnt.

Dazu kommen Ruby Stokes, Conrad Khan und Shalom Brune-Franklin, also eine jüngere Generation, auf der die Glaubwürdigkeit der schrägen Truppe ruhen dürfte. Wer wen spielt, haben die offiziellen Informationen bislang nicht verraten, deshalb spekuliere ich hier auch nicht. Sicher ist aber: Mit so viel Talent startet ein Jugendfilm nur selten.

George Jaques und das Risiko auf dem Regiestuhl

Regie führte George Jaques, und genau hier steht das Fragezeichen. Bei so einem Thema ist der Regisseur die wichtigste Person im Team, denn er muss entscheiden, wann gelacht werden darf und wann man die Stille arbeiten lässt. Ist er zu vorsichtig, wird es kitschig. Ist er zu forsch, wird es geschmacklos.

Die Ausgangslage lässt immerhin hoffen. Schon der Begriff „Chemo-Camp“ deutet darauf hin, dass wir hier keine sterile Wohlfühlgeschichte im Stil einer Aufklärungsstunde bekommen, sondern etwas Raueres, Ehrlicheres, vielleicht auch Derberes. Mir wäre das ausdrücklich recht: Junge Menschen mit einer schweren Krankheit reden auch nicht höflich über ihr eigenes Schicksal.

Was ihn gut machen kann: Lachen als Überlebensstrategie

Die Komödie über Krankheit ist kein neues Genre, und wenn sie funktioniert, dann richtig. Die besten Vertreter haben verstanden, dass Humor keine Respektlosigkeit ist, sondern Selbstschutz. Wer je auf einem Krankenhausflur gesessen hat, weiß, dass dort die finstersten und zugleich witzigsten Sätze fallen.

Wo kann er ins Rutschen geraten? Der Schatten der Netflix-Schablone

Die größte Gefahr ist, dass sich der Film einfach einreiht. Die Geschichte vom widerwilligen Teenager, der in einem Sommer Freunde findet, wurde so oft erzählt, dass man die Wendepunkte fast mitsprechen kann. Wenn Sunny Dancer nur diese Bahn abfährt, hilft auch die beste Besetzung nicht: Dann bleibt nichts hängen.

Die zweite Falle ist der Tonwechsel. Solche Filme sind in der ersten Stunde oft witzige, schwungvolle Teenagerkomödien und ziehen im dritten Akt plötzlich die Handbremse, dann folgt das obligatorische Taschentuchfinale. Das ist nicht zwingend schlimm, funktioniert aber nur, wenn es vorher sauber aufgebaut wurde. Ob Tränen erzwungen oder verdient sind, spürt man im Kinosaal sofort.

Drittens bleibt die Frage, ob die Mitglieder der Außenseitertruppe echte Menschen werden oder nur jeweils eine Eigenschaft. In schwächeren Genrevertretern dienen Nebenfiguren oft nur der Entwicklung der Hauptfigur. Bei dieser Besetzung wäre das schlicht Verschwendung.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014), Ich und Earl und das Mädchen (2015), 50/50 (2011), Little Miss Sunshine (2006)

Häufige Fragen

Wann startet Sunny Dancer in Deutschland?

Sunny Dancer ist am 13. August 2026 in den deutschen Kinos gestartet.

Worum geht es in Sunny Dancer?

Die 17-jährige Ivy, die gegen Krebs kämpft, wird von ihren Eltern in ein Camp geschickt, das sie nur „Chemo-Camp“ nennt. Dort findet sie unter lauter Außenseitern unerwartet Freunde und erlebt einen unvergesslichen Sommer.

Ist der Film für Kinder geeignet?

Für jüngere Kinder eher nicht. Thema und Tonfall richten sich in erster Linie an ältere Jugendliche und Erwachsene.

Wer spielt in Sunny Dancer mit?

James Norton, Ruby Stokes, Bella Ramsey, Neil Patrick Harris, Jessica Gunning, Conrad Khan und Shalom Brune-Franklin.

Wer hat Regie geführt?

Die britisch-deutsche Komödie hat George Jaques inszeniert.

Würdest du einen Sommer im Chemo-Camp verbringen?

Ich schon, und nicht nur aus Pflichtgefühl. Das Thema von Sunny Dancer ist heikel, das Genre überfüllt, aber die Besetzung ist so stark, dass sie allein schon Grund zur Hoffnung gibt. Wenn George Jaques mutig ist und der Film wirklich einen freieren, raueren Ton anschlägt, könnte er zu den seltenen Werken gehören, nach denen man lachend und ein bisschen schniefend aus dem Kino kommt. Bleibt er vorsichtig, bekommen wir einen sympathischen, aber schnell vergessenen Teenagerfilm. Meine Erwartung: vorsichtiges, aber echtes Vertrauen. Ob es gerechtfertigt ist, zeigt sich im Kinosaal.

Erwartete Wertung: 7,0/10 · Story 7 · Schauspiel 8 · Regie 6 · Optik 6 · Musik und Ton 7 · Emotionen 8