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Kritik · Kinostart: 5.3.2026

The Bride! - Es lebe die Braut Kritik: Maggie Gyllenhaals Monsterliebe ist wilder als erwartet

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Frankensteins Monster leidet endlich nicht mehr allein, sondern zu zweit, und die Welt ist dadurch nur gefährlicher geworden. Maggie Gyllenhaals zweite Regiearbeit ist keine brave Klassikerverfilmung, sondern eine leidenschaftliche, unberechenbare Horrorromanze, die den alten Mythos mit der Geschichte zweier Liebender auf der Flucht vor dem Gesetz verbindet. Gefallen wird das längst nicht allen, aber wer sich darauf einlässt, wird diesen Film so schnell nicht vergessen.

7,8/10
Wertung
Kühn, überhitzt und stellenweise zerfasert, aber The Bride! - Es lebe die Braut ist einer der persönlichsten und mutigsten Genrefilme des Jahres.
Story
7
Schauspiel
9
Regie
8
Optik
8
Musik und Ton
7
Emotionen
8

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

The Bride! - Es lebe die Braut: Trailer

Filmdaten

OriginalThe Bride!
Kinostart in Deutschland5.3.2026
RegieMaggie Gyllenhaal
BesetzungChristian Bale, Jake Gyllenhaal, Jessie Buckley, John Magaro, Peter Sarsgaard, Penélope Cruz
GenreHorrorfilme, Filmdramen, Science-Fiction-Filme
Laufzeit126 Min.
FSK16
LandAmerikanische Filme

Ein einsames Monster reist nach Chicago

Die Ausgangslage ist denkbar simpel, und genau deshalb funktioniert sie. Frankenstein, gespielt von Christian Bale, ist einsam. Er fürchtet nicht die Fackeln der Dorfbewohner, sondern die Aussicht, für immer allein zu bleiben. Also reist er nach Chicago und sucht Dr. Euphronious auf, eine Wissenschaftlerin, die für alles Neue zu haben ist und von Annette Bening verkörpert wird. Seine Bitte ist eindeutig: Sie soll ihm eine Gefährtin erschaffen.

Gemeinsam erwecken die beiden eine ermordete Frau zu neuem Leben, gespielt von Jessie Buckley, und so wird die Braut geboren. Von da an läuft allerdings nichts mehr so, wie es sich einer von ihnen ausgemalt hat. Im Zentrum stehen Morde aus Leidenschaft und die wilden, explosiven Gefühle zweier Liebender, die außerhalb des Gesetzes stehen. Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn die Stärke des Films liegt darin, dass einem nach und nach der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

Schon die Grundidee macht klar: Das ist keine gewöhnliche Frankenstein-Geschichte. Nicht Schuld und Sühne des Schöpfers stehen im Mittelpunkt, sondern die der Geschöpfe. Zwei Menschen, die jemand anderes zusammengesetzt hat und die nun herausfinden müssen, was sie mit ihrem eigenen Leben anfangen. Für mich ist diese Umkehrung der klügste Kniff des ganzen Films.

Jessie Buckley, der Herzschlag des Films

Wenn es nur einen Grund gibt, ein Ticket zu kaufen, dann heißt er Jessie Buckley. Die Oscar-nominierte Schauspielerin hat schon in Maggie Gyllenhaals Regiedebüt Frau im Dunkeln gezeigt, dass das Vertrauen zwischen den beiden Besonderes hervorbringt, und hier wird diese Verbindung noch enger. Buckley gehört nicht zu denen, die vor Übertreibung zurückschrecken, und genau das verlangt diese Rolle: eine wiedergeborene Frau, die Kind, Opfer und Bedrohung zugleich ist.

Christian Bale macht, was er am besten kann: Er verschwindet vollständig in seiner Figur. Die Einsamkeit des Monsters ist bei ihm kein Gejammer, sondern eine körperliche Last. Bale hatte schon immer ein Faible für physische Verwandlungen, und diese Rolle bietet sich ihm geradezu an. Die Chemie zwischen den beiden ist seltsam, roh und unbequem, und in einem Film wie diesem ist das genau richtig.

Das Ensemble grenzt fast an Verschwendung. Annette Bening verleiht der neugierigen Wissenschaftlerin die Autorität einer fünffach Oscar-nominierten Schauspielerin, daneben sind Penélope Cruz, Peter Sarsgaard, Jake Gyllenhaal, John Magaro, Julianne Hough und Jeannie Berlin mit dabei. Nicht alle bekommen so viel Raum, wie ich es mir gewünscht hätte, aber man spürt, dass hier alle gerne mitmachen.

Maggie Gyllenhaal fragt nicht um Erlaubnis

Ich gebe zu: Als bekannt wurde, dass Maggie Gyllenhaals zweiter Film eine Frankenstein-Variation wird, habe ich mich erst einmal am Kopf gekratzt. Frau im Dunkeln war ein stilles, nach innen gekehrtes Drama, das hier ist Horror, Science-Fiction und Liebesdrama in einem. Im Nachhinein ergibt das aber völlig Sinn: Gyllenhaal hat sich immer für unbequeme, schwer liebenswerte Frauen interessiert, und was könnte weniger liebenswert sein als eine von den Toten zurückgeholte Braut, die nach den Bedürfnissen eines anderen zurechtgeschneidert wurde?

Die Regie ist mutig. Gyllenhaal hat keine Angst davor, dass ihr Publikum den Faden verliert, und sie erklärt nichts zu Tode. Der Ton ist mal romantisch, mal grotesk, mal regelrecht kriminell, und diese Achterbahnfahrt durch die Genres rüttelt einen bisweilen ordentlich durch. Ich mag auch, dass das Ausrufezeichen im Titel keine Deko ist: Der Film schreit tatsächlich, dreht tatsächlich auf und steht dazu, laut zu sein.

Man könnte von einem Familienbetrieb sprechen, schließlich sind auch der jüngere Bruder der Regisseurin, Jake, und ihr Ehemann Peter Sarsgaard mit an Bord. Nach Gefälligkeit unter Freunden riecht hier zum Glück aber gar nichts.

Was richtig sitzt und was weniger

Was für mich funktioniert hat:

Und was mich gestört hat:

Von Frankensteins Braut zu den Liebenden auf der Flucht

Ganz offensichtlich führt der Film einen Dialog mit dem Klassiker von 1935, Frankensteins Braut, in dem die Braut kaum ein paar Minuten bekam und von dem einem vor allem eine ikonische Frisur und ein Schrei im Gedächtnis geblieben sind. Gyllenhaal scheint genau auf dieses Missverhältnis zu antworten: Hier ist die Braut kein Requisit, sondern die Hauptfigur, mit eigenem Willen, eigenen Sehnsüchten und eigener Wut.

Der zweite große Bezugspunkt ist das Genre der mordenden Liebespaare auf der Flucht. Die Welt von Bonnie und Clyde und Natural Born Killers trifft hier auf den Gothic Horror, und daraus entsteht ein seltsamer, aber erstaunlich stimmiger Hybrid. Auch die letzten Jahre waren dem Frankenstein-Stoff wohlgesonnen, man denke nur an Poor Things, das ebenfalls aus der Perspektive eines neu erschaffenen Frauenkörpers erzählte. The Bride! ist allerdings deutlich düsterer, wütender und blutiger.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Frankensteins Braut (1935), Poor Things (2023), Frankenstein (2025), Bonnie und Clyde (1967), Natural Born Killers (1994)

Häufige Fragen

Wann ist The Bride! - Es lebe die Braut in den deutschen Kinos gestartet?

Der Film lief am 5. März 2026 in den deutschen Kinos an.

Worum geht es in The Bride! - Es lebe die Braut?

Der einsame Frankenstein reist nach Chicago, damit die Wissenschaftlerin Dr. Euphronious ihm eine Gefährtin erschafft. Gemeinsam erwecken sie eine ermordete Frau zu neuem Leben. So entsteht die Braut, deren Ankunft zu Morden aus Leidenschaft und zur wilden Geschichte zweier Liebender außerhalb des Gesetzes führt.

Wie lang ist The Bride! - Es lebe die Braut?

Der Film hat eine Laufzeit von 126 Minuten.

Wer hat bei The Bride! Regie geführt?

Regie führte Maggie Gyllenhaal.

Wer spielt die Hauptrollen?

Christian Bale spielt Frankenstein, Jessie Buckley die Braut und Annette Bening Dr. Euphronious. Außerdem sind Jake Gyllenhaal, Penélope Cruz, Peter Sarsgaard, John Magaro, Julianne Hough und Jeannie Berlin zu sehen.

Lohnt es sich, diese Liebe auf der Leinwand wiederauferstehen zu lassen?

Ich finde ja, aber nicht bedingungslos. The Bride! - Es lebe die Braut steckt voller Fehler, ist manchmal überfrachtet und versinkt mitunter zu sehr in der eigenen Stimmung, doch gerade deshalb fühlt sich der Film lebendig an. Selten schafft es ein Werk, aus einem so abgenutzten Mythos etwas wirklich Eigenes zu machen, und Maggie Gyllenhaal ist genau das gelungen. Jessie Buckleys Darstellung ist eine, an die man sich noch in Jahren erinnern wird.

Wer lauwarme, sichere Unterhaltung sucht, sollte sich etwas anderes aussuchen. Wer sich aber von einem Film erschüttern, provozieren und danach noch tagelang zum Streiten bringen lassen will, hat hier seine Braut gefunden. Von mir gibt es starke 8 von 10 Punkten, Abzüge inklusive.

Wertung: 7,8/10 · Story 7 · Schauspiel 9 · Regie 8 · Optik 8 · Musik und Ton 7 · Emotionen 8