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Kritik

The Pout-Pout Fish Kritik: Griesgrämiger Held, großes Herz und Schatzsuche in der Tiefsee

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Es hat etwas Befreiendes, wenn der Held eines Kinderfilms einfach schlecht gelaunt ist und sich nicht dafür entschuldigt. Genau darauf baut The Pout-Pout Fish: Ein mürrischer Fisch mit riesigem Herzen und ein nicht zu bändigender, quirliger Seedrache müssen notgedrungen gemeinsam aufbrechen. Herausgekommen ist ein freundlicher, farbenfroher Familienfilm, der gerade für die Kleinen erstaunlich gut funktioniert und auch die Erwachsenen nur selten langweilt.

6,7/10
Wertung
Sympathische, flott erzählte Familienanimation, die das Genre nicht neu erfindet, deren Duo aus griesgrämigem Helden und hyperaktivem Begleiter aber prächtig funktioniert.
Story
6
Schauspiel
7
Regie
7
Optik
7
Musik und Ton
6
Emotionen
7

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

The Pout-Pout Fish: Trailer

Filmdaten

RegieRicard Cussó, Rio Harrington
GenreAnimationsfilme
Laufzeit92 Min.
LandAmerikanische Filme, Australische Filme

Schiffswrack, chaotischer Nachbar, großer Krach: Worum geht es?

Mr. Fish ist keiner, den man auf den ersten Blick umarmen möchte. Er wohnt in einem verlassenen Schiffswrack tief unten im Meer, liebt seine Ruhe und macht keinen Hehl daraus, wenn ihn jemand dabei stört. Und genau so jemand gibt es, und zwar einen ziemlich beweglichen: Pip, ein hyperaktiver junger Seedrache, der das Zuhause von Mr. Fish für eine Müllhalde hält und regelmäßig dessen Sachen mitgehen lässt.

Der Zusammenprall dieser beiden Charaktere bleibt nicht folgenlos. Der Streit eskaliert so sehr, dass am Ende beide Behausungen in Trümmern liegen. Damit kommt die Geschichte ins Rollen: Die zwei unfreiwilligen Partner begeben sich auf eine scheinbar unmögliche Mission, um den sagenumwobenen Shimmer zu finden, der einem von ihnen einen Wunsch erfüllen kann. Nur sind sie nicht die Einzigen, die danach suchen: Jemand anderes ist ihnen bereits auf den Fersen.

Neu ist diese Konstellation nicht. Das Roadmovie mit zwei aneinandergeketteten Gegensätzen gehört zu den verlässlichsten Rezepten der Familienanimation. Trotzdem greift es auch hier, weil der Konflikt greifbar ist: Es geht nicht um die Rettung der Welt, sondern um ein Zuhause, das eigene kleine Reich. Das versteht jedes Kind auf Anhieb.

Vom preisgekrönten Bilderbuch auf die Leinwand

Der Film basiert auf der Kinderbuchreihe von Deborah Diesen, die 2008 startete und im Jahr ihres Erscheinens vom Time Magazine zu den zehn besten Kinderbüchern gezählt wurde. Das ist kein unwichtiges Detail, denn es erklärt, warum der emotionale Kern des Films so klar und einfach ist. Gute Bilderbücher stützen sich auf ein einziges Grundgefühl, und das Schmollen, die schlechte Laune, dieses Warum ausgerechnet ich? kennt jeder, vom Vierjährigen bis zur Vierzigjährigen.

Die Herausforderung liegt natürlich darin, die Stimmung eines kurzen Bilderbuchs auf Spielfilmlänge zu strecken. Die Macher lösen das mit einem Abenteuerrahmen: Schatzsuche, Verfolger, Gefahren. Dadurch wird die Geschichte etwas austauschbarer, als es eine so eigenwillige Vorlage hergeben würde. Für Kinder ist sie dafür deutlich spannender.

Mr. Fish und Pip: Das Duo, an dem alles hängt

Solche Filme stehen und fallen mit ihren Figuren, und zum Glück ist das Duo hier die größte Stärke. Die Griesgrämigkeit von Mr. Fish ist keine Bosheit, sondern Selbstschutz, und der Film weiß genau, dass das Publikum ihm von der ersten Minute an die Daumen drücken muss. Unter der grimmigen Oberfläche steckt eine Figur mit riesigem Herzen.

Pip ist der Gegenpol: Tempo, Neugier, keinerlei Gespür für Grenzen. Von ihm kommt der Großteil des Humors, und die jüngeren Zuschauer werden sich vermutlich mit ihm identifizieren. Wer kennt es nicht, dass die Erwachsenen immer genau dann meckern, wenn es gerade am meisten Spaß macht? Die Dynamik der beiden ist witzig und lehrreich zugleich, ohne je zu predigen.

Die Unterwasserwelt von Ricard Cussó und Rio Harrington

Regie führten Ricard Cussó und Rio Harrington, entstanden ist der Film als amerikanisch australische Koproduktion. Die Unterwasserwelt ist seit jeher ein Liebling des Animationsfilms, und das aus gutem Grund: Licht, Farben und schwebende Bewegungen sind Werkzeuge, mit denen sich Animatoren richtig austoben können. The Pout-Pout Fish spielt budgetmäßig nicht in der Liga der großen Studios, gleicht das aber geschickt mit markanten Figuren und einer kräftigen Farbpalette aus.

Das Tempo ist hoch, und mit 92 Minuten Laufzeit passt der Film genau zu einem jüngeren Publikum: kein Durchhänger, keine überflüssigen Umwege, das Abenteuer bewegt sich stetig vorwärts. Mit erwachsenen Augen merkt man zwar, dass die Dramaturgie vertraute Kurven nimmt, doch bei einem Familienfilm für Grundschulkinder ist das eher ein Sicherheitsnetz als ein Makel.

Wo geht die Puste aus?

Die größte Schwäche: Der Film traut sich nicht, so schräg zu sein wie sein Held. In einer Geschichte über einen schmollenden Fisch läge die Chance auf einen etwas herberen, eigenwilligeren Humor, doch der Film verlässt sich lieber auf bewährte Formeln der Familienanimation. Schatzsuche, geheimnisvoller Verfolger, Gegner, die sich im gemeinsamen Abenteuer zusammenraufen: Wer ein paar ähnliche Filme kennt, hat das alles schon gesehen.

Musik und Sounddesign sind solide, bleiben aber kaum im Ohr. Es fehlt der eine Song, den die Kinder noch wochenlang auf dem Heimweg summen, und das ist bei so einem Film eine kleine vertane Chance.

Aber das ist natürlich Erbsenzählerei aus Erwachsenensicht. Die eigentliche Zielgruppe, Grundschulkinder und die etwas Älteren, sucht höchstwahrscheinlich genau diese Art von sicherem, buntem und liebenswertem Abenteuer.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Findet Nemo (2003), Findet Dorie (2016), Shark Tale (2004), A Turtle's Tale: Sammy's Adventures (2010)

Häufige Fragen

Worum geht es in The Pout-Pout Fish?

Weil der griesgrämige Mr. Fish und der hyperaktive Seedrache Pip so heftig streiten, liegen am Ende beide Zuhause in Trümmern. Gemeinsam suchen sie nun den sagenumwobenen Shimmer, der einem von ihnen einen Wunsch erfüllen kann, während ihnen noch jemand anderes auf den Fersen ist.

Wie lang ist The Pout-Pout Fish?

Der Film dauert 92 Minuten.

Auf welchem Buch basiert The Pout-Pout Fish?

Auf der Kinderbuchreihe von Deborah Diesen, die 2008 startete und im Jahr ihres Erscheinens vom Time Magazine zu den zehn besten Kinderbüchern gezählt wurde.

Wer hat bei The Pout-Pout Fish Regie geführt?

Ricard Cussó und Rio Harrington, als amerikanisch australische Koproduktion.

Lohnt sich ein Tauchgang mit Mr. Fish am Sonntagnachmittag?

Wer mit kleinen Kindern etwas unternehmen will: ja. The Pout-Pout Fish wird kein Meilenstein des Animationsfilms, will es aber auch gar nicht sein. Ein liebenswerter Griesgram, ein anstrengend, aber hinreißend quirliger Begleiter und eine Schatzsuche in der Tiefsee reichen locker für einen schönen Familienkinobesuch. Am schönsten ist die schlichte Botschaft, dass hinter schlechter Laune ein großes Herz stecken kann. Das versteht ein Kind genauso gut wie der Elternteil daneben, der selbst hin und wieder schmollt. Solides, ehrliches Mittelfeld, mit Bonuspunkten für die Kleinen.

Wertung: 6,7/10 · Story 6 · Schauspiel 7 · Regie 7 · Optik 7 · Musik und Ton 6 · Emotionen 7