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Vorab-Kritik · Im Kino ab 3.12.2026

Behemoth! - Stück meines Lebens: Vorab-Kritik zu Tony Gilroys Rückkehr nach Los Angeles mit dem Cello

Amerikanische FilmeFilmdramenMusikfilme

Wenn der Name Tony Gilroy auf dem Plakat eines Musikdramas steht, schaut man zweimal hin. Der Macher von Michael Clayton und Andor erzählt von einem Cellisten, der nach Hause zurückkehrt, und die Besetzung liest sich wie die Wunschliste eines Filmfans. Am 3. Dezember startet Behemoth! - Stück meines Lebens in den deutschen Kinos, und wir verraten schon jetzt, warum wir so gespannt sind.

8,0/10
Erwartete Wertung
Gilroy und ein überraschend bunt gemischtes Ensemble machen diesen Film zu einem der spannendsten Kinostarts im Dezember. Hinter der vagen Inhaltsangabe kann sich allerdings ein Meisterwerk ebenso verbergen wie ein in sich gekehrter Kunstfilm.
Story
7
Schauspiel
9
Regie
8
Optik
7
Musik und Ton
9
Emotionen
8

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Behemoth! - Stück meines Lebens: Trailer

Filmdaten

OriginalBehemoth!
Kinostart in Deutschland3.12.2026
RegieTony Gilroy
BesetzungPedro Pascal, Olivia Wilde, Eva Victor, Matthew Lillard, Margarita Levieva, Will Arnett
GenreFilmdramen
Laufzeit124 Min.
LandAmerikanische Filme

Ein Cellist, zwanzig Jahre und eine Stadt, die sich verändert hat

Die offizielle Beschreibung ist knapp, sagt aber das Wesentliche: Alex Serian ist ein begabter Cellist, der nach zwanzig Jahren in seine Heimatstadt Los Angeles zurückkehrt. Sein Leben wurde immer von der Musik getragen, wie von einem alles mitreißenden, unaufhörlich strömenden Fluss, und genau dieser Fluss treibt ihn nun in Abenteuer, die ihn für immer verändern werden.

Mehr wissen wir nicht, und ehrlich gesagt ist das auch gut so. Die Heimkehr gehört zu den ältesten Grundmustern des Kinos: Jemand kehrt dorthin zurück, wo er einst geflohen ist, und merkt, dass weder er selbst noch der Ort dem entspricht, was er in Erinnerung hatte. Zwanzig Jahre sind eine Ewigkeit, da passt ein ganzes Leben hinein. Was mich wirklich neugierig macht, ist das Wort „Abenteuer“. Vom Drama über einen klassischen Musiker würde man eher stilles inneres Ringen erwarten. Wenn Gilroy hier etwas Bewegteres, Unerwarteteres vorhat, könnte das eine sehr reizvolle Richtung sein.

Auch der Titel verspricht einiges. Das Behemoth! mit Ausrufezeichen kann alles Mögliche sein: der Spitzname eines riesigen Instruments, die Beschreibung einer Persönlichkeit, Los Angeles selbst oder etwas, woran wir jetzt noch gar nicht denken. Was davon stimmt, erfahren wir im Dezember.

Tony Gilroy, der Präzise, der jetzt vielleicht loslassen darf

Gilroy gehört zu den Filmemachern, deren Namen viele nicht kennen, obwohl sie seine Arbeit gesehen haben. Er war einer der entscheidenden Drehbuchautoren der Bourne-Filme, als Regisseur machte er sich mit Michael Clayton einen Namen, und auch Andor, eine der meistgelobten Serien der letzten Jahre, trägt seine Handschrift. Was all das verbindet, ist Präzision. Seine Dialoge sind scharf, seine Szenen straff, seine Figuren klug, und für dumm verkauft er sein Publikum nie.

Genau deshalb wirkt diese Kombination so seltsam und zugleich so verlockend. Ein Musikdrama, das laut Inhaltsangabe vom Strömen und Treibenlassen erzählt, ist nicht gerade das Terrain, auf dem man einen so kontrollierten Filmemacher vermuten würde. Vielleicht ist aber genau das der Punkt: Ein präziser Regisseur erlaubt seinem Film endlich, zu atmen. Gelingt das, könnte etwas ganz Besonderes entstehen. Gelingt es nicht, bekommen wir womöglich einen überschriebenen, klugen, aber kühlen Film über ein Thema, das nach Wärme verlangt.

Ich setze auf Ersteres. In Gilroys Arbeiten steckte schon immer ein emotionaler Kern, er hat ihn nur unter einer kühlen Oberfläche versteckt.

Pedro Pascal und eine seltsam geniale Truppe

Bei der Besetzung zieht man erst die Augenbraue hoch und muss dann lächeln. Pedro Pascal ist seit The Last of Us und The Mandalorian der Schauspieler, dem man einfach alles anvertrauen kann, und als müder, aber warmherziger Typ macht ihm kaum jemand etwas vor. Wer wen spielt, verraten die offiziellen Materialien bisher nicht, also spekuliere ich auch nicht. Nur so viel: Pascal wird auf jeden Fall eines der Zugpferde des Films sein.

An seiner Seite steht Olivia Wilde, die sich auch als Regisseurin bewiesen hat und als Schauspielerin schon lange kein Material mehr bekommen hat, in dem sie wirklich glänzen kann. Eva Victor ist eine der interessantesten unabhängigen Stimmen der letzten Zeit, und ihre Beteiligung deutet darauf hin, dass hier nicht bloß Stars aufmarschieren.

Dann kommt das Überraschungspaket: Matthew Lillard, den viele seit Scream ins Herz geschlossen haben, Will Arnett, der Publikumsliebling aus Arrested Development, und Hank Azaria, dessen Stimme dank der Simpsons fast jeder kennt, auch wenn man ihn hierzulande meist synchronisiert hört. Ergänzt wird die Riege von Margarita Levieva, Adam Rose, Stephanie Sigman und JoBeth Williams, unvergessen aus Poltergeist.

Auf den ersten Blick wirkt diese Liste eklektisch, fast schon verrückt. Komiker, Charakterdarsteller und Dramastars in einem Film. Genau deshalb glaube ich, dass Behemoth! kein durchgehend düsteres Drama wird. Mit so einem Ensemble kann die Stimmung vom trockenen Humor bis zum Moment, der einem das Herz zuschnürt, in jede Richtung ausschlagen.

Musik, die keine Kulisse ist, sondern Hauptdarstellerin

In einem Film über einen Cellisten ist die Musik kein Beiwerk, sondern das Rückgrat der Geschichte. Das Cello eignet sich dafür besonders gut: Es hat einen tiefen, menschlichen Klang und scheint manchmal fast zu sprechen. Wenn Tonmischung und Musik gelingen, wird dieser Film im Kinosaal regelrecht körperlich wirken. Deshalb habe ich die erwartete Wertung für Musik und Ton schon vorab so hoch angesetzt. Dass bei einem Film mit diesem Thema ausgerechnet hier gespart wird, ist schlicht undenkbar.

Die besten Musikdramen wie Whiplash oder Tár haben gezeigt, dass Filme über Klassik und Jazz zum Zerreißen gespannt, ja richtig aufregend sein können. Die Beschreibung von Behemoth! betont eher das Treibenlassen und die innere Reise als besessenen Wettbewerb, aber wer weiß, unter Gilroys Händen kann auch das scharfe Kanten bekommen.

Wo könnte es schiefgehen?

Seien wir ehrlich, ein Risiko gibt es auch. Die Inhaltsangabe ist bewusst vage gehalten, und Formulierungen wie „Musik, die wie ein Fluss strömt“ können leicht auf einen Film hindeuten, der eher aus Stimmungen als aus Handlung besteht. 124 Minuten Laufzeit sind nicht extrem, aber bei einem gemächlich dahinfließenden Drama kann man sie durchaus spüren.

Die zweite Gefahr ist das große Ensemble. Zehn bekannte Namen in einem gut zweistündigen Film bedeuten, dass jemand garantiert weniger Raum bekommt, als uns lieb wäre. Wenn Will Arnett oder Hank Azaria nur in zwei Szenen kurz auftauchen, wäre das schon ein bisschen ärgerlich.

Bleibt die Frage nach dem Tonfall. Ein Heimkehrerdrama mit Abenteuern, Komikern und einem Regisseur mit Hang zur Kontrolle: Entweder fügt sich das wunderbar zusammen, oder es fällt auseinander. Einen Mittelweg kann ich mir hier kaum vorstellen, und genau das finde ich ausgesprochen spannend.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Tár (2022), Whiplash (2014), Michael Clayton (2007), Inside Llewyn Davis (2013)

Häufige Fragen

Wann startet Behemoth! - Stück meines Lebens in den deutschen Kinos?

Der Film läuft am 3. Dezember 2026 in den deutschen Kinos an.

Worum geht es in Behemoth! - Stück meines Lebens?

Der begabte Cellist Alex Serian kehrt nach zwanzig Jahren in seine Heimatstadt Los Angeles zurück, wo ihn die Musik in Abenteuer treibt, die sein Leben für immer verändern.

Wer hat Behemoth! inszeniert?

Regie führte Tony Gilroy, der Macher von Michael Clayton und Andor.

Wer spielt in Behemoth! mit?

Zur Besetzung gehören Pedro Pascal, Olivia Wilde, Eva Victor, Matthew Lillard, Margarita Levieva, Will Arnett, Hank Azaria, Adam Rose, JoBeth Williams und Stephanie Sigman.

Wie lang ist Behemoth!?

Der Film hat eine Laufzeit von 124 Minuten.

Lohnt sich im Dezember der Kinobesuch für die Heimkehr eines Cellisten?

Eine Warnung vorweg: Das wird kein Film, den man nebenbei mit einem Auge auf dem Handy schaut. Nach allem, was wir wissen, wird Behemoth! ein Drama, das Aufmerksamkeit und Geduld verlangt, beides aber sehr wahrscheinlich großzügig belohnt. Tony Gilroy hat noch nie lauwarme Arbeit abgeliefert, und Pedro Pascal ist in einer Form, in der er uns fast alles verkaufen könnte.

Meine erwartete Wertung fällt deshalb mutig nach oben aus, denn so viel Talent an einem Ort geht selten komplett daneben. Die vage Inhaltsangabe und das bunt gemischte Ensemble machen das Ganze ein wenig zum Roulettespiel, aber gerade deshalb habe ich das Gefühl, dass dies im Dezember der Film sein wird, über den am meisten diskutiert wird. Ich sitze in einer der ersten Vorstellungen, und wenn du erwachsene, von Musik durchdrungene Dramen magst, sitzt du vermutlich auch dort.

Erwartete Wertung: 8,0/10 · Story 7 · Schauspiel 9 · Regie 8 · Optik 7 · Musik und Ton 9 · Emotionen 8