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Vorab-Kritik · Im Kino ab 28.1.2027

Club Kid Kritik vorab: Jordan Firstmans Party endet im Morgengrauen mit Vaterschaft

Amerikanische FilmeFilmdramenKomödien

Es gibt diesen Moment um fünf Uhr morgens, wenn im Club das Licht angeht und plötzlich alle sehen, in welchem Zustand sie sind. Club Kid will offenbar genau von diesem Moment erzählen, nur stört hier nicht das grelle Licht die Party, sondern ein zehnjähriger Junge. Auf dem Papier ist Jordan Firstmans Film eines der spannendsten Wagnisse der Saison, und ich bin sehr gespannt, ob daraus ein kleines Juwel wird, das einem ans Herz geht.

7,0/10
Erwartete Wertung
Die Grundidee kennt man, doch in den Händen eines so persönlichen Filmemachers könnte daraus die Überraschung des Jahres werden, wenn hinter der Komödie wirklich Schmerz steckt.
Story
6
Schauspiel
7
Regie
7
Optik
7
Musik und Ton
8
Emotionen
7

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Filmdaten

Kinostart in Deutschland28.1.2027
RegieJordan Firstman
BesetzungJordan Firstman, Cara Delevingne
GenreFilmdramen, Komödien
Laufzeit122 Min.
FSK16
LandAmerikanische Filme

Worum geht es in Club Kid, ohne Spoiler?

Im Mittelpunkt steht Peter Green, eine prägende Figur des New Yorker Nachtlebens, dessen Leben eine einzige, nie endende Party ist. Er zieht bis Sonnenaufgang von einer wilden Feier zur nächsten, und alles, was nach Erwachsensein, Maß oder Verantwortung riecht, schiebt er bequem anderen zu. Vor allem Sophie, seiner Geschäftspartnerin, die laut Inhaltsangabe schon desillusioniert genug ist, dass man ahnt: Auch diese Beziehung hält nicht ewig.

Dann kommt die Wendung, die den ganzen Film antreibt. Peter erfährt, dass er einen zehnjährigen Sohn hat, Arlo, entstanden aus einer halb vergessenen Affäre. Als Arlos Mutter unerwartet stirbt, landet der Junge mitten in Peters zügellosem Leben. Mehr wissen wir nicht, und das reicht völlig, um sich die Szenen auszumalen: ein kleiner Junge in einer Wohnung, in deren Kühlschrank vermutlich mehr Eiswürfel liegen als Essen.

Der Kern der Geschichte ist also klassisch: ein Mann, der nicht erwachsen werden will, und ein Kind, das ihn zwingt, sich der Sache zu stellen. Was daraus wird, entscheidet der Film. Ich dichte über die bekannte Handlung hinaus nichts dazu.

Jordan Firstman: Regie und Hauptrolle in einer Person

Das Spannendste an dem Projekt ist, dass Jordan Firstman nicht nur Regie führt, sondern auch selbst die Hauptrolle spielt. Das ist immer ein zweischneidiges Schwert. Geht es gut, entsteht etwas sehr Persönliches, von innen Kommendes, das niemand sonst hätte machen können. Geht es schief, bekommt man ein Eitelkeitsprojekt, in dem die Kamera zu verliebt in ihren Hauptdarsteller ist.

Firstmans Name steht für humorvolle, selbstironische und manchmal fast schon nervig ehrliche Figuren, und genau das braucht so eine Rolle. Peter Green darf nicht von der ersten Minute an sympathisch sein. Wir müssen ihn ein bisschen hassen, damit wir ihn später lieben können. Wenn Firstman den Mut hat, seine Figur wirklich egoistisch und bequem zu zeigen und nicht bloß niedlich chaotisch, hat er gewonnen.

Das größere Risiko liegt auf der Regieseite. 122 Minuten sind nicht wenig, und wer gleichzeitig vor und hinter der Kamera steht, hat im Schneideraum womöglich niemanden, der sagt: Diese Szene brauchen wir nicht.

Cara Delevingne als nüchterner Gegenpol?

Der zweite große Coup auf der Besetzungsliste ist Cara Delevingne. Ihre Rolle möchte ich anhand der bekannten Infos nicht sicher benennen, aber in der Geschichte ist Sophie, die desillusionierte Geschäftspartnerin, diejenige, die neben Peter für Vernunft steht. Welche Rolle Delevingne auch spielt: Ihre Ausstrahlung passt ganz natürlich in die Welt der Nacht, insofern wirkt die Besetzung wie ein Volltreffer.

Was mich wirklich interessiert: ob der Film den Nebenfiguren genug Raum lässt. Solche Geschichten tappen oft in die Falle, dass alle anderen nur als Spiegel für die Entwicklung des Helden dienen. Die enttäuschte Geschäftspartnerin und der trauernde Junge verdienen ein eigenes Leben auf der Leinwand und sollten keine bloßen Requisiten für Peters Läuterung sein.

Was richtig gut funktionieren könnte

Wo die Party kippen könnte

Ehrlich gesagt ist die Ausgangslage nicht neu. Der verantwortungslose Erwachsene, dem plötzlich ein Kind zufällt, und am Ende sind beide bessere Menschen: Diese Dramaturgie kennen wir in- und auswendig. Ob Club Kid gelingt, hängt davon ab, ob der Film einen eigenen Ton findet oder sich mit bewährten Mustern zufriedengibt.

Die zweite Gefahr ist die Tonalität. Der Film läuft als Drama und als Komödie, und genau diese Balance gehört zum Schwierigsten überhaupt. Zu viele Pointen, und die Trauer wirkt falsch. Zu viel Drama, und die Leichtigkeit des Clublebens verfliegt. Immerhin deutet alles darauf hin, dass wir keine glattgebügelte, familienfreundliche Version bekommen, und das halte ich für ein gutes Zeichen: Beim Partyleben wäre Beschönigung der größte Fehler.

Und schließlich die Länge: 122 Minuten für eine so intime Geschichte sind ein mutiges Versprechen. Ich hoffe, jede Minute ist gerechtfertigt.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Big Daddy (1999), About a Boy oder: Der Tag der toten Ente (2002), Kramer gegen Kramer (1979), Come on, Come on (2021)

Häufige Fragen

Wann startet Club Kid in Deutschland?

Club Kid kommt am 28. Januar 2027 in die deutschen Kinos.

Worum geht es in Club Kid?

Peter Green, eine prägende Figur des New Yorker Nachtlebens, erfährt, dass er einen zehnjährigen Sohn namens Arlo hat. Als Arlos Mutter unerwartet stirbt, landet der Junge mitten in Peters zügellosem Leben.

Wie lang ist Club Kid?

Der Film hat eine Laufzeit von 122 Minuten.

Wer hat Club Kid inszeniert und wer spielt mit?

Regie führt Jordan Firstman, der auch die Hauptrolle spielt. An seiner Seite ist Cara Delevingne zu sehen.

Welches Genre ist Club Kid?

Ein amerikanischer Film zwischen Drama und Komödie, man darf also eine bittersüße Geschichte erwarten.

Lohnt sich ein Januarabend mit Club Kid?

Es hat eine gewisse Ironie, dass ein Film über einen Mann, dessen Party nie endet, ausgerechnet im grauen Januar zu uns kommt, wenn viele gerade ihre Vorsätze für ein vernünftigeres Leben fassen. Ich behaupte nicht, dass das der größte Film wird, den wir in diesem Kinojahr sehen, aber Club Kid ist auf dem Papier genau die Art riskantes, persönliches Werk, von dem es zuletzt viel zu wenig in die Kinos schafft. Jordan Firstmans Doppelrolle und Cara Delevingnes Präsenz sind Grund genug, den Film im Blick zu behalten.

Meine erwartete Wertung ist vorsichtig optimistisch: Wenn der Film Arlos Trauer ernst nimmt und Peters Egoismus nicht schont, kann daraus ein schöner, schmerzhaft komischer kleiner Film werden. Kocht er dagegen nur nach bewährtem Rezept, bleibt ein netter, aber schnell vergessener Abend. Ich jedenfalls bin dabei und drücke fest die Daumen, dass der Moment, in dem das Licht angeht, richtig sitzt.

Erwartete Wertung: 7,0/10 · Story 6 · Schauspiel 7 · Regie 7 · Optik 7 · Musik und Ton 8 · Emotionen 7