Fifty Shades of Grey - Befreite Lust Kritik: Ein Schloss am Ende der Trilogie, aber ohne Schlüssel
Irgendwann geht es in jeder Romanze nicht mehr um Begehren, sondern darum, wer in der Luxusvilla die Stromrechnung zahlt. Genau an diesem Punkt landet Fifty Shades of Grey - Befreite Lust: Ana und Christian sind verheiratet, die große Frage ist beantwortet, und der Film sucht verzweifelt nach etwas, das noch für Spannung sorgt. Ob er fündig wird, klärt diese Kritik.
Ein glänzender, perfekt polierter und erstaunlich leerer Abschied: für Fans ein Muss, für alle anderen schnell vergessen.
Fifty Shades of Grey - Befreite Lust: Trailer
Filmdaten
| Original | Fifty Shades Freed |
|---|---|
| Kinostart in Deutschland | 8.2.2018 |
| Regie | James Foley |
| Besetzung | Dakota Johnson, Jamie Dornan, Eric Johnson, Eloise Mumford, Rita Ora, Luke Grimes |
| Genre | Dramen, Romantische Filme |
| Laufzeit | 105 Min. |
| FSK | 16 |
| Land | Amerikanische Filme |
Ja, sie haben es gesagt. Und jetzt?
Der dritte Teil der Trilogie beginnt dort, wo die meisten Liebesfilme aufhören: bei der Hochzeit. Ana und Christian haben sich gefunden, der Ring steckt am Finger, das weiße Kleid hängt im Schrank. Doch wie der Film selbst andeutet, braucht es für das Glück etwas mehr. Die Schatten der Vergangenheit verschwinden nicht mit einem Eheversprechen, und schon bald wird die Ruhe des Paares von Anas ehemaligem Chef Jack Hyde gestört, dem für seine Rache kein Preis zu hoch ist.
Auf dem Papier klingt das nach einer starken Ausgangslage. Die ersten beiden Teile drehten sich um Grenzen, Kontrolle und Vertrauen in einer Beziehung, der dritte verspricht nun, dass eine Bedrohung von außen all das auf die Probe stellt, was die beiden aufgebaut haben. Das Problem: Die zwei Erzählstränge, der Ehealltag und die thrillerartige Rachegeschichte, wachsen nie wirklich zusammen. Es fühlt sich an, als liefen zwei verschiedene Filme nebeneinander her, und keiner traut sich, wirklich in die Tiefe zu gehen.
Dakota Johnson und Jamie Dornan: Stimmt die Chemie?
Dakota Johnson bleibt als Anastasia Steele der größte Trumpf der Reihe. Sie hat etwas trocken Ironisches an sich, ein halbes Lächeln, einen Seitenblick, der verrät: Sie weiß genau, in welchem Film sie mitspielt, und nimmt ihre Figur trotzdem ernst. Ana tritt in diesem Teil entschlossener auf als je zuvor, und Johnson hat ein gutes Gespür dafür, wann die Figur Haltung zeigen muss.
Jamie Dornan hat es als Christian Grey schwerer. Die Rolle ist so sehr auf das Schema des wortkargen Milliardärs mit starrem Blick zugeschnitten, dass ihm kaum Spielraum bleibt. Ab und zu blitzt Verletzlichkeit auf, doch das Drehbuch lässt sie selten zur Entfaltung kommen. Die Chemie zwischen den beiden schwankt: Manchmal glaubt man, dass diese zwei wirklich füreinander leben, dann wieder wirken sie wie zwei Profis, die eine Choreografie ordnungsgemäß abspulen.
Ein Bösewicht, der einen besseren Film verdient hätte
Eric Johnson bekommt als Jack Hyde die meisten Gelegenheiten, den Film aufzumischen, und nutzt sie mit sichtbarer Lust. Der rachsüchtige Ex-Chef soll eigentlich den Thrillerstrang antreiben, ist in der Praxis aber meist nur eine gelegentlich auftauchende Bedrohung, an die sich der Film zwischendurch selbst zu erinnern scheint: Ach ja, da war ja noch ein Bösewicht. Entsprechend baut sich die Spannung selten langsam auf, sie flackert kurz auf und verpufft wieder.
In den Nebenrollen sind Eloise Mumford als Kate Kavanagh, Rita Ora als Mia Grey, Luke Grimes als Elliot Grey und Victor Rasuk als José zu sehen. Dazu kommt Max Martini als Taylor, der stille, verlässliche Leibwächter der Reihe, dem ich ehrlich gesagt bei manchen Szenen lieber zugeschaut hätte als dem Hauptpaar. Sie alle wirken eher wie Kulisse als wie lebendige Menschen, und das ist schade, denn ein paar gut geschriebene Szenen mit Freunden oder Familie hätten der Geschichte über eine Ehe viel gegeben.
James Foley und die Ästhetik des Luxuskatalogs
Regisseur James Foley, der schon den zweiten Teil inszeniert hat, setzt auch diesmal voll auf Glanz. Der Film sieht aus wie die bewegte Version eines Premium-Lifestylemagazins: makellose Interieurs, traumhafte Schauplätze, teure Autos, perfekt ausgeleuchtete Körper. Optisch gibt es nichts zu meckern, jede Einstellung ist poliert und ansprechend.
Nur bügelt diese glänzende Oberfläche alles gleich. Die Erotikszenen, die einst den Reiz der Reihe ausmachten, wirken hier eher wie Pflichtprogramm als wie echtes Knistern. Auch die spannenderen Momente bekommen nicht genug Gewicht, weil die Inszenierung in einem gleichmäßigen, fast gemütlichen Tempo dahinfließt. Mit 105 Minuten ist der Film zwar nicht lang, trotzdem spürt man Leerlauf.
Was dagegen funktioniert, ist die Musik. Die Reihe hatte schon immer ein gutes Händchen für Popsongs, und auch hier erledigt der Soundtrack einen großen Teil der Stimmungsarbeit. Wenn etwas die Atmosphäre wirklich trägt, dann die Musik.
Wo es wirklich hakt
Die größte Schwäche des Films: Er kann sich nicht entscheiden, was er sein will. Ein romantisches Drama über die ersten Herausforderungen der Ehe? Ein Erotikfilm, der das Markenzeichen der Reihe fortführt? Oder ein Thriller über einen rachsüchtigen Mann? Alle drei Elemente sind da, aber keines bekommt genug Raum, um wirklich zu wirken.
- Fehlende Spannung: Die Bedrohung fühlt sich zu selten echt an.
- Die Dialoge: Manche Sätze bringen den Kinosaal unfreiwillig zum Lachen.
- Die Figurenentwicklung: Ana entwickelt sich weiter, Christian tritt eher auf der Stelle.
Man muss allerdings anerkennen, dass Fans der Reihe genau das bekommen, was sie erwartet haben: die vertraute Atmosphäre, das Hauptpaar und einen Abschluss. Dieser Film will keine neuen Zuschauer gewinnen, er will sich von den alten verabschieden.
Für wen ist der Film?
- Für dich, wenn: Für alle, die die ersten beiden Teile gesehen haben und wissen wollen, wie die Geschichte von Ana und Christian endet. Wenn dir glänzende Romantik und gute Popmusik reichen, wirst du nicht enttäuscht.
- Lieber auslassen, wenn: Wer einen echten Thriller oder ein tiefgründiges Beziehungsdrama erwartet oder schon beim ersten Teil die Augen verdreht hat, kann diesen Film getrost auslassen.
Wenn er dir gefällt, schau auch: Fifty Shades of Grey (2015), Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe (2017), 365 Tage (2020), 9½ Wochen (1986), Basic Instinct (1992)
Häufige Fragen
Wann ist Fifty Shades of Grey - Befreite Lust in Deutschland erschienen?
Der Film startete am 8. Februar 2018 in den deutschen Kinos.
Worum geht es in Fifty Shades of Grey - Befreite Lust?
Ana und Christian haben geheiratet, doch die Schatten der Vergangenheit bedrohen ihr Glück, als Anas ehemaliger Chef Jack Hyde auftaucht und um jeden Preis Rache nehmen will.
Wie lang ist Fifty Shades of Grey - Befreite Lust?
Der Film hat eine Laufzeit von 105 Minuten.
Wer hat Fifty Shades of Grey - Befreite Lust inszeniert?
Regie führte James Foley.
Wer spielt die Hauptrollen?
Dakota Johnson spielt Anastasia Steele, Jamie Dornan ist als Christian Grey zu sehen und Eric Johnson als Jack Hyde.
Lohnt sich der Film als Abschluss der Trilogie?
Wer schon zwei Teile durchgehalten hat, wird sich auch diesen ansehen und es vermutlich nicht wirklich bereuen. Fifty Shades of Grey - Befreite Lust ist hübsch, angenehm, klingt gut und ist schnell wieder vergessen. Dakota Johnson rettet die meisten Szenen, und wo das Drehbuch schlappmacht, tragen Bilder und Musik die Stimmung. Als eigenständiger Film reicht das aber nicht: zu vorsichtig, um spannend zu sein, und zu oberflächlich, um zu berühren. Für einen entspannten Filmabend mit einem Glas Wein ist er genau richtig, als großes Kinoerlebnis taugt er nicht.
