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Kritik · Kinostart: 8.1.2026

Greenland 2 Kritik: Gerard Butler trägt seine Familie auch nach dem Weltuntergang

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Der Komet ist eingeschlagen, die Welt liegt in Trümmern, und Gerard Butler hat immer noch keinen ruhigen Tag. Greenland 2 setzt genau dort an, wo die meisten Katastrophenfilme den Abspann laufen lassen: beim Überleben nach dem Überleben. Die Idee ist gut, die Umsetzung solide, auch wenn hier niemand das Genre neu erfindet.

6,7/10
Wertung
Eine straffe, ernst erzählte Katastrophenfortsetzung, die statt spektakulärer Zerstörung eine Familie zwischen den Ruinen in den Blick nimmt und daraus mehr herausholt, als man erwarten würde.
Story
6
Schauspiel
7
Regie
7
Optik
7
Musik und Ton
6
Emotionen
7

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Greenland 2: Trailer

Filmdaten

OriginalGreenland 2: Migration
Kinostart in Deutschland8.1.2026
RegieRic Roman Waugh
BesetzungGerard Butler, Morena Baccarin, Roman Griffin Davis, Amber Rose Revah, Sophie Thompson
GenreKatastrophenfilme
Laufzeit98 Min.
FSK12
LandEnglische Filme, Amerikanische Filme

Worum es nach dem Bunker geht, ganz ohne Spoiler

Die Ausgangslage ist simpel, und genau darin liegt ihre Stärke. Kurz nachdem ein Komet das Leben auf der Erde dezimiert hat, muss Familie Garrity die Sicherheit ihres Bunkers in Grönland aufgeben. Eine Wahl haben sie nicht: Sie müssen hinaus in eine zerbrochene Welt und ein neues Zuhause finden. Das ist die Prämisse, und mehr will ich auch gar nicht verraten, denn ein guter Teil des Reizes besteht darin, nicht zu wissen, was hinter der nächsten Kurve wartet.

Was mir sofort gefallen hat: Die Fortsetzung versucht nicht, den Vorgänger mit noch größeren Explosionen zu übertrumpfen. Die Zerstörung ist bereits passiert, jetzt geht es darum, mit den Folgen zu leben. Diese Ausrichtung als postapokalyptisches Roadmovie steht echten Survivalfilmen deutlich näher als dem klassischen Hollywood-Weltuntergangsspektakel, und das tut dem Film spürbar gut.

Ein kurzer Rückblick: Wo alles anfing

Wer Greenland von 2020 gesehen hat, erinnert sich vielleicht: Das war damals ein überraschend ordentlicher Katastrophenfilm. Kein Roland-Emmerich-Zirkus, in dem Wolkenkratzer wie Dominosteine umkippen, sondern ein disziplinierteres, menschlicheres Werk, bei dem der Zusammenhalt der Familie der eigentliche Einsatz war. Genau deshalb steht er bei mir irgendwo zwischen Guilty Pleasure und erstaunlich ernst zu nehmendem Kino im Regal.

Greenland 2 führt diesen Ton fort. Die Stimmung ist düster, Humor gibt es kaum, und der Film nimmt seine eigene Welt ernst. Lautete die Frage im ersten Teil noch, ob die Familie es in den Bunker schafft, geht es jetzt darum, was sie ohne seine Mauern wert ist. Für mich ist das ein logischer und mutiger Schritt, denn nach dem Erfolg des Vorgängers wäre es am bequemsten gewesen, dieselbe Flucht einfach noch einmal mit höherem Budget zu erzählen.

Gerard Butler, die alterslose Überlebensmaschine, und seine Mitstreiter

Gerard Butler hat sich in den letzten Jahren praktisch ein eigenes Genre gebaut: der müde, zähe Mann, der jeden Schlag einsteckt und für seine Familie alles tut. Genau das bekommen wir auch hier, allerdings nicht in der Superheldenvariante. In dieser Reihe wirkt Butler stets verletzlicher und menschlicher als in seinen Actionfilmen, und daran ändert auch die Fortsetzung nichts. Eine Oscar-Leistung liefert er nicht ab, aber er weiß genau, was der Film von ihm verlangt, und bleibt glaubwürdig.

Morena Baccarin ist an seiner Seite keine besorgte Ehefrau als Dekoration, sondern eine gleichwertige Partnerin, und die Chemie zwischen den beiden stimmt nach wie vor. Roman Griffin Davis, den viele noch aus Jojo Rabbit kennen dürften, gibt der jungen Generation eine Stimme, und es tut dem Film gut, dass die Kinderfigur nicht bloß Ballast für die Erwachsenen ist. Auch Amber Rose Revah und Sophie Thompson bringen in Nebenrollen Farbe hinein, wobei der Fokus klar auf den Garritys bleibt.

Die Handschrift von Ric Roman Waugh

Ric Roman Waugh und Gerard Butler sind längst ein eingespieltes Team: Zu ihren gemeinsamen Arbeiten zählen Angel Has Fallen und natürlich der erste Greenland. Waughs Regiestil setzt nicht auf Glanz. Er mag eine bodenständige Inszenierung mit Handkamera-Gefühl, die eng an der Perspektive der Figuren klebt, und das passt zu einer Familiengeschichte zwischen Ruinen perfekt.

Die Laufzeit von 98 Minuten verdient ein Extralob. In Zeiten, in denen man für einen Blockbuster locker zweieinhalb Stunden im Kinosessel verbringt, ist es erfrischend, dass hier nichts Überflüssiges drin ist. Das Tempo ist straff, keine Szene zieht sich, und ich hatte nie das Bedürfnis, auf die Uhr zu schauen. Diese Sparsamkeit ist im Genre eine seltene Tugend.

Was funktioniert und wo es hakt

Fangen wir mit dem Guten an:

Und das hat den Film davon abgehalten, herauszuragen:

Wo gehört der Film auf der Landkarte des Katastrophenkinos hin?

Der Katastrophenfilm ist eines der dankbarsten und zugleich undankbarsten Genres überhaupt. Dankbar, weil der Weltuntergang immer Publikum zieht. Undankbar, weil man schnell in eine hohle Effektparade abrutscht. Die Greenland-Reihe ist gerade deshalb sympathisch, weil sie statt auf Feuerwerk auf die Familie setzt, und Greenland 2 führt diese Tradition fort, nur in dunkleren Farben.

Von der Stimmung her liegt der Film irgendwo zwischen der großen Katastrophe von The Day After Tomorrow und dem hoffnungslosen, stillen Überleben in The Road. So bedrückend und kunstvoll wie letzterer ist er nicht, aber deutlich ernster und geerdeter als die lauteren Vertreter des Genres. Familienkino mit Popcorn ist das nicht: Wenn es um die grausameren Seiten des Überlebens geht, schont der Film sein Publikum nicht.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Greenland (2020), The Day After Tomorrow (2004), The Road (2009), Deep Impact (1998), 2012 (2009)

Häufige Fragen

Wann ist Greenland 2 in den deutschen Kinos gestartet?

Greenland 2 ist am 8. Januar 2026 in Deutschland angelaufen.

Worum geht es in Greenland 2?

Kurz nachdem ein Komet das Leben auf der Erde dezimiert hat, muss Familie Garrity die Sicherheit ihres Bunkers in Grönland verlassen und sich in eine zerbrochene Welt hinauswagen, um ein neues Zuhause zu finden.

Wie lang ist Greenland 2?

Der Film läuft 98 Minuten.

Wer hat Greenland 2 inszeniert, und wer spielt mit?

Regie führte Ric Roman Waugh. In den Hauptrollen sind Gerard Butler, Morena Baccarin, Roman Griffin Davis, Amber Rose Revah und Sophie Thompson zu sehen.

Muss man den ersten Teil vorher gesehen haben?

Pflicht ist es nicht, aber empfehlenswert: Der Film ist die Fortsetzung von Greenland aus dem Jahr 2020 und funktioniert deutlich besser, wenn man weiß, wie die Garritys überhaupt in den Bunker gelangt sind.

Lohnt es sich, noch einmal mit den Garritys aufzubrechen?

Ich finde ja, sofern man weiß, worauf man sich einlässt. Greenland 2 revolutioniert den Katastrophenfilm nicht und will das auch gar nicht. Stattdessen bekommen wir eine sauber gebaute, ernst erzählte, straffe Überlebensgeschichte, in der die Frage, ob eine Familie in den Trümmern der Welt zusammenhält, wichtiger ist als jede Explosion. Butler liefert ab, Waugh weiß, was er tut, und die 98 Minuten vergehen wie im Flug. Ein Kultfilm wird daraus nicht, aber für einen trüben Abend ist er genau das Richtige: bedrückend, aber nicht hoffnungslos. Von mir gibt es solide 7 von 10 Punkten.

Wertung: 6,7/10 · Story 6 · Schauspiel 7 · Regie 7 · Optik 7 · Musik und Ton 6 · Emotionen 7