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Vorab-Kritik · Im Kino ab 26.11.2026

I Play Rocky Vorab-Kritik: Steigt Peter Farrelly noch einmal in den Ring?

Biografische FilmeNach einer wahren Geschichte

Manche Titel lassen Filmfans sofort den Puls hochgehen: I Play Rocky. Dahinter steht Peter Farrelly, der Oscar-prämierte Regisseur von Green Book, und die Besetzung ist voller Namen, denen wir schon viele gute Kinoabende verdanken. Zeit also, einmal durchzuspielen, was uns zum Kinostart am 26. November erwarten könnte.

7,3/10
Erwartete Wertung
Ein starker Regisseur, ein geschmackvoll zusammengestelltes Ensemble und ein Titel, dem man kaum widerstehen kann: Auf dem Papier könnte das einer der sympathischsten Publikumsfilme dieses Winters werden, sofern Farrelly auf sein Herz hört und nicht auf den Kitsch.
Story
7
Schauspiel
8
Regie
7
Optik
7
Musik und Ton
7
Emotionen
8

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

I Play Rocky: Trailer

Filmdaten

Kinostart in Deutschland26.11.2026
RegiePeter Farrelly
BesetzungAnthony Ippolito, AnnaSophia Robb, P.J. Byrne, Toby Kebbell, Tracy Letts, Jay Duplass
FSK12

Ein Titel, der von selbst zuschlägt

Kaum ein Filmtitel nimmt dem Marketing so viel Arbeit ab. I Play Rocky wirft mit drei Wörtern sofort die Nostalgiemaschine an: der Ring, die Treppe, die rohen Eier, die Melodie, die wirklich jeder mitsummen kann. Die Rocky-Filme haben eine der zähesten Legenden des amerikanischen Kinos geschaffen, und alles, was diesen Namen anfasst, bekommt gleichzeitig enormen Rückenwind und eine enorme Last aufgebürdet.

Eines vorweg: Über die genaue Handlung ist offiziell noch wenig bekannt, deshalb werde ich auch nichts darüber erzählen. Der Titel ruft aber unmissverständlich diese Welt auf, und das allein genügt, damit sich in den Köpfen der Zuschauer schon jetzt ein Bild formt. Genau darin liegen der größte Vorteil und das größte Risiko des Films: Die Erwartungen hängen schon vor dem Start unter der Decke.

Peter Farrelly, der Mann für Überraschungen

Hätte uns jemand vor zehn Jahren erzählt, dass einer der Macher von Dumm und Dümmer und Verrückt nach Mary eines Tages den Oscar für den besten Film nach Hause trägt, wir hätten laut gelacht. Dann kam Green Book, und Farrelly hat bewiesen, dass hinter den krachenden Komödien ein ausgesprochen feinfühliger Erzähler steckt, der instinktiv weiß, wie man ein Publikum erreicht.

Die Stärken von Green Book sind genau das, was ein Titel wie dieser braucht: leichter Humor, viel Wärme, Szenen, die er ganz seinen Schauspielern überlässt, und dieses altmodische, klare Hollywood-Gefühl, das viele im heutigen Kino vermissen. Seine Kritiker sahen darin allerdings auch die Schwäche des Films: Farrelly hat sein Thema bisweilen zu glatt poliert und sich für allzu bequeme Lösungen entschieden. Ich bin gespannt, welcher Farrelly diesmal auftaucht. Ist es der Erzähler, dürfen wir uns auf einen richtig guten Abend freuen. Ist es der Sicherheitsspieler, bekommen wir einen angenehmen, aber schnell vergessenen Film.

Das Ensemble: wenige Stars, viele verlässliche Gesichter

Auf den ersten Blick setzt die Besetzungsliste nicht auf die ganz großen Namen, und das halte ich ausdrücklich für eine gute Nachricht. Ganz oben steht Anthony Ippolito, der für das breite Publikum noch kein vertrautes Gesicht ist. Das ist ein Risiko, aber auch eine Chance: Hinter einem weniger bekannten Hauptdarsteller stehen nicht zehn frühere Rollen, die im Kopf mitlaufen, man nimmt ihm deshalb leichter alles ab.

Um ihn herum versammeln sich allerdings Nebendarsteller, die jeden Film ein Stück nach oben ziehen können:

Wer wen spielt, lasse ich mangels offizieller Informationen offen. Der Gesamteindruck der Liste ist aber eindeutig: Das sieht nach einem Schauspielerfilm aus, in dem die Kraft der Szenen aus Dialogen und Gesichtern kommt und nicht aus Explosionen.

Was ihn richtig gut machen könnte

Drei Dinge stimmen mich optimistisch. Erstens Farrellys Gespür für Publikumskino: Er weiß, wie man einen ganzen Saal gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen bringt, und spätestens seit Green Book bestreitet das niemand mehr. Zweitens die Besetzung, in der es kein einziges schwaches Glied gibt und in der neben routinierten Veteranen auch frische Gesichter Platz finden. Drittens das Thema selbst: Die Rocky-Legende erzählte davon, wie ein Niemand eine Chance bekommt, und diese Art Geschichte wirkt heute genauso stark wie vor fünfzig Jahren.

Auch der Starttermin wirkt nicht zufällig. Ende November ist die Phase, in der Studios ihre ernsthafteren Filme ins Kino schicken, die auf die Preissaison schielen und trotzdem ein breites Publikum ansprechen sollen. Wer einen Film dort platziert, glaubt an ihn.

Und wo könnte er straucheln?

Die größte Gefahr ist selbstgefällige Nostalgie. Bei so einem Titel ist es verlockend, dem Publikum zuzuzwinkern, vertraute Motive aufblitzen zu lassen und den Applaus einzusammeln, ohne dass der Film auf eigenen Beinen steht. Wird I Play Rocky nur eine hübsche, aber leere Verbeugung, haben wir ihn sehr schnell wieder vergessen.

Das zweite Risiko ist Farrellys Neigung zu allzu runden, allzu sauberen Dramen. Was im Publikumsfilm eine Tugend ist, wirkt bei einem tieferen Thema schnell oberflächlich. Und dann bleibt die Frage nach dem Hauptdarsteller: Trägt Ippolito das Gewicht des Films nicht, können ihn auch die hervorragenden Nebendarsteller nicht retten. Trotz alledem spricht deutlich mehr für diesen Film als gegen ihn.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Rocky (1976), Green Book (2018), The Disaster Artist (2017), Creed: Rocky's Legacy (2015)

Häufige Fragen

Wann startet I Play Rocky in den deutschen Kinos?

Der Film kommt am 26. November 2026 in die deutschen Kinos.

Wer hat I Play Rocky inszeniert?

Regie führt Peter Farrelly, der zuvor auch Green Book gedreht hat.

Wer spielt in I Play Rocky mit?

Zur Besetzung gehören Anthony Ippolito, AnnaSophia Robb, P.J. Byrne, Toby Kebbell, Tracy Letts, Jay Duplass, Matt Dillon und Stephan James.

Ist I Play Rocky schon erschienen?

Noch nicht. Der Film startet am 26. November, dieser Text ist deshalb eine Vorab-Kritik.

Steigen wir am 26. November in den Ring?

Ich auf jeden Fall. I Play Rocky bringt alle Zutaten mit, die ein guter, liebenswerter Kinoabend im Winter braucht: einen Regisseur, der schon bewiesen hat, dass er ein Publikum erobern kann, ein Ensemble voller starker Schauspieler und einen Titel, der eine der größten Legenden der Filmgeschichte heraufbeschwört. Meine Erwartung ist vorsichtig optimistisch: Traut sich Farrelly, etwas rauer zu sein als gewohnt, könnte das eine der Überraschungen des Jahres werden. Wenn nicht, bekommen wir vermutlich trotzdem zwei angenehme Stunden mit einem Lächeln im Gesicht. Im November wissen wir, ob er durch K.o. gewinnt oder nur nach Punkten.

Erwartete Wertung: 7,3/10 · Story 7 · Schauspiel 8 · Regie 7 · Optik 7 · Musik und Ton 7 · Emotionen 8