A Place in Hell Vorab-Kritik: Michelle Williams und Daisy Edgar-Jones in den Händen der Fair-Play-Regisseurin
Wenn jemand weiß, wie man zwei Menschen so in einen Raum sperrt, dass man im Kinosessel an den Fingernägeln kaut, dann Chloe Domont. Die Regisseurin von Fair Play meldet sich mit einem neuen Film zurück, und beim Blick auf die Besetzung denkt man sofort: Das wird ungemütlich, und zwar im allerbesten Sinne. A Place in Hell startet am 29. April 2027 in den deutschen Kinos, und wir fragen uns jetzt schon, wie weh das tun wird.
Auf dem Papier eines der vielversprechendsten Spannungsdramen des Frühjahrs 2027, das mit Michelle Williams und Daisy Edgar-Jones ein echtes Schauspielduell verspricht.
Filmdaten
| Kinostart in Deutschland | 29.4.2027 |
|---|---|
| Regie | Chloe Domont |
| Besetzung | Michelle Williams, Daisy Edgar-Jones, José Báez, Michael Benz, Mark Borkowski |
| Genre | Filmdramen, Thriller |
| Land | Amerikanische Filme |
Was wir wissen und was nicht
Fangen wir ehrlich an: Über den Film ist bisher wenig bekannt. Eine US-Produktion, irgendwo zwischen Drama und Thriller angesiedelt, Regie führt Chloe Domont, in den Hauptrollen sind Michelle Williams, Daisy Edgar-Jones, José Báez, Michael Benz und Mark Borkowski zu sehen. In Deutschland kommt der Film am 29. April 2027 ins Kino. Das war es. Zur Handlung, zu den Figuren, dazu, wer hier wem gegenübersteht, lässt sich noch nichts Gesichertes sagen, und ich werde mir auch nichts zusammenreimen. Schlimmer kann man eine Vorab-Kritik nicht vermasseln.
Der Titel allein verrät allerdings schon einiges. A Place in Hell klingt nicht nach romantischer Komödie. Eher danach, dass jemand irgendwo in eine verdammt enge Lage gerät und der Film genau hinschaut, was ein Mensch in so einem Moment tut. Und die Mischung aus Drama und Thriller ist exakt das Terrain, auf dem Domont am stärksten ist.
Chloe Domont, Meisterin der unangenehmen Spannung
Wer Fair Play gesehen hat, versteht sofort, warum bei Domonts Namen alle hellhörig werden. Der Film hat eine Liebesbeziehung und einen Machtkampf im Job so gnadenlos miteinander verknotet, dass mir noch während des Abspanns der Magen weh tat. Keine Verfolgungsjagden, keine Explosionen, und trotzdem funktionierte er als Thriller, weil die Spannung aus winzigen Verschiebungen zwischen Menschen entstand, aus unausgesprochenen Kränkungen und Machtspielchen.
Dieser Stil ist selten. Die meisten Regisseure überlassen die Spannung im Thriller dem Plot. Domont überlässt sie den Figuren. Deshalb interessieren mich auch diesmal weniger die Wendungen als die Frage, wie sie ihre Charaktere langsam und methodisch auseinandernimmt. Wenn der Film nur halb so präzise wird wie ihr Debüt, könnte er trotzdem einer der spannendsten Filme des Frühjahrs werden.
Natürlich ist der zweite Film immer ein Risiko. Nach einem starken Debüt lastet Druck auf der Regie, und viele versuchen entweder, dasselbe noch einmal zu machen, oder sie laufen viel zu weit davon weg. Ich bin gespannt, welchen Weg Domont wählt.
Michelle Williams und Daisy Edgar-Jones: Allein diese Paarung ist das Ticket wert
Michelle Williams gehört zu den Schauspielerinnen, bei denen ich schlicht noch keine schwache Leistung gesehen habe. Brokeback Mountain, Blue Valentine, Manchester by the Sea oder Die Fabelmans: Überall erzählt sie mit einem einzigen Zucken im Gesicht mehr als andere mit einem ganzen Monolog. Spannungsdramen, die auf solchen Darstellerinnen ruhen, enttäuschen selten, denn selbst wenn das Drehbuch stolpert, tragen sie den Film auf ihren Schultern.
Daisy Edgar-Jones wiederum hat einen der aufregendsten Aufstiege der letzten Jahre hingelegt. In der Serie Normal People war sie so zerbrechlich und zugleich so zäh, dass ich seitdem jeden ihrer Schritte verfolge, und Der Gesang der Flusskrebse sowie Twisters haben gezeigt, dass sie auch im Mainstream einen Film stemmen kann.
Beide gemeinsam in einem Film, unter einer Regisseurin, die ganz gezielt auf die Spannung zwischen Menschen setzt? Ich würde fast darauf wetten, dass das Schauspiel die größte Stärke des Films wird. Wie die beiden auf der Leinwand zueinander stehen, wissen wir noch nicht, aber was auch immer es ist: Dieses Duo verspricht viel.
José Báez, Michael Benz und Mark Borkowski sind dem breiten Publikum weniger bekannt, doch gerade in einem solchen Kammerspiel sorgen oft die unbekannteren Gesichter für Überraschungen.
Was ihn richtig gut machen könnte
- Die Handschrift der Regie: Domont hat bewiesen, dass sie aus alltäglichen Situationen einen beklemmenden Thriller machen kann.
- Das Ensemble: Williams und Edgar-Jones können beide auch inneren Aufruhr sichtbar machen.
- Die Genremischung: Drama trifft Thriller, das verspricht Kino für ein erwachsenes, mitdenkendes Publikum, von dem es auf der großen Leinwand immer weniger gibt.
- Die Stimmung des Titels: düster, bedrückend, neugierig machend. Wenn der Film diesen Ton trifft, wird man ihn nicht so schnell los.
Die Kraft solcher Filme liegt meist darin, dass sie einen nicht bequem zurücklehnen lassen. Nach Domonts letzter Arbeit würde es mich nicht wundern, wenn auch dieser Film einer wäre, über den man nach dem Kino noch auf dem Parkplatz diskutiert.
Wo es schiefgehen könnte
Es wäre unfair, nur von Begeisterung zu schreiben. Der Fluch des zweiten Films ist real: Mehr Budget, größere Namen und höhere Erwartungen nehmen manchmal genau die rohe, leicht freche Energie, die ein Debüt besonders macht. Spielt Domont zu sehr auf Nummer sicher, bekommen wir womöglich ein gut gespieltes, aber vergessenswertes Drama.
Das zweite Risiko ist das Genre selbst. Dramatische Thriller bewegen sich auf dünnem Eis: Zu viel Drama, und es wirkt zäh. Zu viel Thriller, und die Tiefe der Figuren geht verloren. Auch bei Fair Play warfen einige Kritiker dem Film vor, gegen Ende zu überdrehen. Ich bin gespannt, ob die Regisseurin daraus gelernt hat.
Und schließlich: Solange es keine ernsthaften Informationen zur Geschichte gibt, beruht jede Erwartung allein auf den Namen. Das ist Versprechen und Gefahr zugleich.
Für wen ist der Film?
- Für dich, wenn: Für alle, die langsam aufgebaute, erwachsene Dramen mögen, deren Spannung aus den Figuren entsteht, und denen Fair Play unter die Haut gegangen ist. Für Fans von Michelle Williams und Daisy Edgar-Jones ein Pflichttermin.
- Lieber auslassen, wenn: Wer einen actionreichen Thriller voller Schauwerte erwartet oder einfach einen leichten Filmabend sucht, ist hier vermutlich falsch.
Wenn er dir gefällt, schau auch: Fair Play (2023), Gone Girl (2014), Tár (2022), Black Swan (2010), Whiplash (2014)
Häufige Fragen
Wann startet A Place in Hell in Deutschland?
Der Film kommt am 29. April 2027 in die deutschen Kinos.
Wer hat bei A Place in Hell Regie geführt?
Regie führt Chloe Domont, die zuvor den Thriller Fair Play gedreht hat.
Wer spielt in A Place in Hell mit?
In den Hauptrollen sind Michelle Williams, Daisy Edgar-Jones, José Báez, Michael Benz und Mark Borkowski zu sehen.
Welches Genre hat A Place in Hell?
Der Film ist eine Mischung aus Drama und Thriller.
Aus welchem Land stammt der Film?
A Place in Hell ist eine US-amerikanische Produktion.
Lohnt es sich, den 29. April schon jetzt im Kalender anzustreichen?
Ich finde: ja. Eine Regisseurin, die mit ihrem ersten Film bewiesen hat, dass sie aus unbequemen Wahrheiten packendes, nervenzerrendes Kino machen kann, und zwei Schauspielerinnen, die sich auch auf schwierigstem emotionalem Terrain zu Hause fühlen: Diese Kombination geht selten daneben. Klar, gesehen haben wir den Film noch nicht, und die Fallen des zweiten Films sind real, aber meine erwartete Wertung klettert mutig nach oben. Wenn angespannte Dramen für Erwachsene deine Welt sind, warte damit nicht aufs Streaming. Schau ihn im Kino, im dunklen Saal, wo es kein Entkommen gibt.
