Always Lalisa Kritik: Ein Weltstar, der endlich unter seinem eigenen Namen spricht
Manche Stars kennt man von tausend Fotos und weiß trotzdem nichts über sie. Lalisa Manoban ist so ein Fall. Always Lalisa macht schon mit dem Titel klar, dass der Film hinter die Bühnenfigur Lisa schauen will, bis hin zu Lalisa. Ob das gelingt, darüber werden die Meinungen auseinandergehen. Enttäuscht aus dem Kinosessel aufstehen werden die Fans aber ganz sicher nicht.
Ein sympathischer, glitzernder und gut getakteter Starfilm, der mehr Offenheit verspricht, als er am Ende zeigt. Lalisas Ausstrahlung trägt ihn trotzdem fast im Alleingang.
Always Lalisa: Trailer
Filmdaten
| Kinostart in Deutschland | 12.10.2026 |
|---|---|
| Regie | Sue Kim |
| Besetzung | Lalisa Manoban |
| Laufzeit | 98 Min. |
| FSK | 0 |
| Land | Amerikanische Filme |
Lisa oder Lalisa? Ein Titel, der alles verrät
Fangen wir mit dem Wichtigsten an, dem Titel. Always Lalisa spielt nicht zufällig mit den zwei Namen. Lisa ist die Marke, die die Welt kennt: eines der größten Gesichter des K-Pop, Star auf Bühnen, in Werbekampagnen und vor Millionen Followern. Lalisa dagegen ist der vollständige Name, der Mensch, der hinter all dem steht. Der Film arbeitet mit genau dieser Doppelung, und schon in den ersten Minuten spürt man, dass dieser Gegensatz die Achse des Ganzen bildet.
Spoiler gibt es hier keine. Zum einen geht es darum gar nicht, zum anderen zählen bei solchen Filmen nicht die Wendungen, sondern Stimmung und Nähe. Die Frage ist nicht, was passiert, sondern ob wir glauben, was wir sehen. Ich habe es größtenteils geglaubt, auch wenn mir in ein paar Momenten der Duft eines sorgfältig polierten Images ziemlich deutlich in die Nase stieg.
Ein einziger Name im Abspann, und das hat seinen Grund
Auf der Besetzungsliste steht genau ein Name: Lalisa Manoban. Das ist schon für sich ein mutiges Unterfangen, schließlich muss eine einzige Person 98 Minuten tragen. Zum Glück gehört Lalisa zu den Performerinnen, von denen man den Blick einfach nicht abwenden kann. Die Kamera liebt sie, und das weiß sie ganz genau. Ihre Bühnenpräsenz, ihre Gesten, ihre Blicke erzählen von einer Professionalität, die über Jahre harter Arbeit geschliffen wurde.
Genau hier liegt aber auch eine Falle des Films. Wer vor der Kamera so routiniert ist, bei dem lässt sich schwer sagen, wo die Performance endet und der Mensch beginnt. In ihren besten Momenten lässt Lalisa Müdigkeit, Unsicherheit und eine alltäglichere Seite zu, und diese Szenen sind mit Abstand die stärksten. Schaltet sie dagegen zurück in den Star-Modus, wird auch der Film gleich ein paar Grad kühler.
Sue Kims Handschrift: elegant, aber vorsichtig
Regie führt Sue Kim, und man merkt ihrer Arbeit an, dass sie genau versteht, mit wem sie es zu tun hat. Der Film ist bildlich elegant, der Schnitt hat Schwung, und die Laufzeit von 98 Minuten ist eine ausgesprochen kluge Entscheidung. Hier wird nichts in die Länge gezogen, und es gibt keinen Versuch, ein dreistündiges Epos zu werden, wie es bei Starporträts so oft passiert. Für eine Nachmittagsvorstellung oder einen Filmabend zu Hause ist das genau die richtige Länge.
Was mir gefehlt hat, ist ein Quäntchen mehr Mut. Amerikanische Starfilme tappen gern in die Falle, das Image ihrer Hauptfigur so behutsam zu schützen, dass Reibung und Konflikt verloren gehen, also genau jene unbequemen Momente, die ein Porträt wirklich unvergesslich machen. Always Lalisa spielt in dieser Hinsicht eher auf Sicherheit. Schön, angenehm, manchmal berührend, aber selten überraschend.
Was richtig gut funktioniert
- Lalisas Ausstrahlung. Ganz ohne Übertreibung: Sie selbst ist der größte Spezialeffekt des Films.
- Das Tempo. Die 98 Minuten sind straff, der Film sackt nicht ab und lässt keine Langeweile aufkommen.
- Sound und musikalische Momente. Bei einem Film über eine solche Künstlerin ist das entscheidend, und hier stimmt es: Der Ton ist kraftvoll und klingt im Kino besonders gut.
- Die leisen Szenen. Wenn der Film das Tempo drosselt und Lalisa einfach Mensch sein lässt, entsteht der eigentliche Zauber.
Diese Momente reichen locker aus, damit Fans immer wieder zu diesem Film zurückkehren, und damit auch Außenstehende verstehen, warum Millionen für sie schwärmen.
Wo der Film ins Straucheln gerät
Die größte Schwäche ist die Dramaturgie. Weil der Film auf einer einzigen Person aufbaut und nicht allzu tief graben will, wiederholt er sich im Mittelteil spürbar. Dieselben emotionalen Töne kehren zurück, derselbe Glanz, dieselbe schöne, aber leicht sterile Atmosphäre. Wer kein Fan ist, dem kann dieser Abschnitt schnell vor den Augen verschwimmen.
Die zweite Frage betrifft das Publikum. Der Film ist ganz offensichtlich in erster Linie für Menschen gemacht, die Lisa bereits kennen und lieben. Wer völlig unbedarft hineingeht, findet nur wenige Anknüpfungspunkte. Das ist nicht unbedingt ein Problem, man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt. Das hier ist kein kritisches, entlarvendes Porträt, sondern ein liebevolles Geschenk, das den Star im besten Licht zeigt.
Trotz allem gehört dieser Film im Feld der Starporträts zu den besseren. An jene Konzert- und Porträtfilme, die sich wirklich verletzlich zeigen, reicht er nicht heran, aber reine Werbefilme lässt er weit hinter sich.
Für wen ist der Film?
- Für dich, wenn: Für alle Lisa- und K-Pop-Fans ein Pflichttermin. Auch eine gute Wahl für alle, die musikalische Starporträts mögen und neugierig sind, wer hinter dem Glamour steckt.
- Lieber auslassen, wenn: Wer eine harte, entlarvende Doku erwartet oder mit Popkultur und Starrummel schlicht nichts anfangen kann, wird sich wahrscheinlich langweilen.
Wenn er dir gefällt, schau auch: Blackpink: Light Up the Sky (2020), Miss Americana (2020), Gaga: Five Foot Two (2017), Taylor Swift: The Eras Tour (2023)
Häufige Fragen
Wann startet Always Lalisa in Deutschland?
Always Lalisa ist am 12. Oktober 2026 in Deutschland gestartet.
Wie lang ist Always Lalisa?
Der Film hat eine Laufzeit von 98 Minuten.
Wer hat bei Always Lalisa Regie geführt?
Regie führte Sue Kim.
Wer spielt in Always Lalisa mit?
Im Mittelpunkt des Films steht Lalisa Manoban.
Aus welchem Land stammt der Film?
Always Lalisa ist eine US-amerikanische Produktion.
Lohnen sich 98 Minuten mit Lalisa?
Wenn du Fan bist, stellt sich die Frage gar nicht: ja, und vermutlich mehr als einmal. Aber auch wenn du einfach wissen willst, was das Geheimnis eines der bekanntesten Popstars der Welt ist, lohnt sich ein Blick, denn Lalisas Präsenz ist wirklich besonders, und dank der straffen Laufzeit musst du keine Angst haben, dass sich der Film zieht. Ein tiefgehendes, schonungsloses Porträt solltest du allerdings nicht erwarten. Always Lalisa ist eine glänzende, liebevolle Hommage, die die Tür zur echten Lalisa manchmal einen Spalt weit öffnet, aber nie ganz aufstößt. Für mich eine starke Sieben für Fans, die in ihren besten Momenten an der Acht kratzt.
