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Kritik · Kinostart: 14.11.2013

Escape Plan Kritik: Stallone und Schwarzenegger endlich in einer Zelle, und es ist genau so gut, wie wir gehofft hatten

Britische FilmeAmerikanische FilmeActionfilmeThriller

Dreißig Jahre lang haben wir darauf gewartet, dass die zwei Muskelberge der Achtziger endlich richtig nebeneinander stehen, nicht nur für einen kurzen Cameo. Escape Plan liefert genau das. Mikael Håfströms Film ist ein klassischer Ausbruchsthriller, der gern klüger wirken möchte, als er ist, aber sehr genau weiß, was sein Publikum von ihm will. Oscar-Material ist das nicht, dafür eine gut geölte Unterhaltungsmaschine mit zwei Legenden im Zentrum.

6,5/10
Wertung
Angenehm altmodische Ausbruchsaction ganz im Dienst ihrer Stars, bei der Stallones Köpfchen und Schwarzeneggers Charisma die Logikpatzer locker wegtragen.
Story
6
Schauspiel
7
Regie
7
Optik
7
Musik und Ton
6
Emotionen
6

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Escape Plan: Trailer

Filmdaten

Kinostart in Deutschland14.11.2013
RegieMikael Håfström
BesetzungSylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Jim Caviezel, 50 Cent, Sam Neill, Vinnie Jones
GenreActionfilme, Thriller
Laufzeit115 Min.
FSK16
LandBritische Filme, Amerikanische Filme

Der Mann, der aus jedem Gefängnis rauskommt, sitzt plötzlich wirklich fest

Die Grundidee ist herrlich simpel, und genau deshalb funktioniert sie. Ray Breslin (Sylvester Stallone) arbeitet für eine Firma, die die Sicherheit von Gefängnissen auf die Probe stellt: Er lässt sich einsperren, bricht wieder aus und zeigt dabei, wo das System undicht ist. Darin ist er der Beste, eine Mauer, die ihn aufhält, gibt es praktisch nicht.

Dann kommt der große Auftrag: Er soll ein ultrasicheres Hightech-Gefängnis namens The Tomb testen. Doch etwas läuft schief, Ray wird entführt und tatsächlich weggesperrt. Weil kaum jemand von der Existenz dieses Knasts weiß, kann er nicht auf Hilfe von draußen hoffen. Dabei fällt gleich zu Beginn die heilige Dreifaltigkeit des Films: den Grundriss kennen, die Abläufe durchschauen, Unterstützung von außen haben. Das Letzte fehlt, also muss er drinnen einen Verbündeten finden.

Hier kommt Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) ins Spiel, den Ray auf seine Seite zieht und in einen nahezu unmöglichen Plan verwickelt. Mehr sollte man vorher gar nicht wissen. Der Reiz des Genres liegt ja gerade darin, wie sich die Teile des Plans nach und nach zusammenfügen, und das wäre schade zu verderben.

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Seien wir ehrlich: Niemand schaut Escape Plan wegen des Drehbuchs. In den Expendables-Filmen haben wir die beiden schon zusammen gesehen, aber dort war das Ganze eher ein Augenzwinkern. Hier bekommen sie echte gemeinsame Szenen mit echter Dynamik, und das ist das größte Geschenk dieses Films.

Stallone gibt den schweigsameren, berechnenden Part: Ray ist ein Kopfmensch, der beobachtet, kalkuliert, plant. Dieser zurückgenommene Modus steht ihm gut, und den Profi, der plötzlich in die Falle seines eigenen Handwerks tappt, nimmt man ihm überraschend glaubwürdig ab.

Die Show stiehlt aber Schwarzenegger. Als Rottmayer genießt er sichtlich, dass er endlich nicht den finsteren Helden spielen muss, sondern den lässigen, unberechenbaren, leicht frechen Sidekick geben darf. Da steckt Humor drin, Selbstironie auch, und sobald die Chemie zwischen den beiden zündet, wird der Film plötzlich viel mehr als ein durchschnittlicher B-Actioner. Das ist die Sorte Starkino, in der die Stars tatsächlich arbeiten.

Die Nebenrollen: eine für so einen Film seltene Riege

Eine angenehme Überraschung ist der Rest der Besetzung. Statt austauschbarer Gesichter gibt es Charakterdarsteller, die schon in einer einzigen Szene Eindruck hinterlassen.

Diese bunte Truppe sorgt dafür, dass The Tomb nicht bloß Kulisse bleibt, sondern ein lebendiger, gefährlicher Ort wird, an dem jeder verdächtig ist.

Håfströms Gefängnis: kalt, glänzend und beängstigend steril

Der Schwede Mikael Håfström kommt nicht aus der Schule der lauten Actionregisseure, und das tut dem Film ausgesprochen gut. Die erste Hälfte von Escape Plan ist eher Thriller als Actionfilm: Die Spannung entsteht aus Beobachtung, aus dem Vermessen des Systems, aus dem langsam wachsenden Plan. Das ist viel mehr Schachpartie als Schießerei.

Die Optik von The Tomb gehört zu den Stärken des Films. Statt des gewohnten dreckigen, rostigen Zuchthauses gibt es einen futuristischen, sterilen, unmenschlichen Raum, in dem alles durchsichtig und alles überwacht ist. Genau dieses Konzept gibt dem Film seinen Reiz: Wie flieht man von einem Ort, an dem alles gesehen wird?

Wenn in der zweiten Hälfte dann die Action losgeht, inszeniert Håfström sauber und übersichtlich, ohne die Szenen mit nervigem Gewackel zu zerhacken. Revolutionär ist das nicht, aber solide Handwerksarbeit.

Wo die Mauern Risse bekommen: die Schwächen

Natürlich ist nicht alles Gold. Der Film nimmt seine eigene Cleverness manchmal zu ernst, und wer anfängt, über die logischen Details nachzudenken, stößt schnell auf ein paar haarsträubende Momente. Das Drehbuch macht es sich oft bequem, und an manchen Stellen muss man dem Film einfach glauben.

Auch die 115 Minuten Laufzeit spürt man: Der Mittelteil hängt etwas durch, bevor es wieder Fahrt aufnimmt. Mit strafferem Schnitt hätte das locker ein zwanzig Minuten kürzerer und deutlich schlagkräftigerer Film werden können.

Musik und Sound erfüllen ihren Zweck, bleiben aber nicht hängen. Die Actionszenen wummern, wie sie sollen, doch die Atmosphäre tragen eher die Bilder und die Darsteller als der Score.

Und eins sollte man wissen: Das ist ein harter Film für Erwachsene, mit Gewalt und einigen ruppigen Momenten. Kein Familienkino, auch wenn zwei Legenden mitspielen, die selbst Kinder kennen.

Die nostalgische Abschiedsparty einer vergangenen Ära

Der eigentliche Wert von Escape Plan liegt vielleicht darin, dass er aussieht, als käme er aus der Mitte der Neunziger, nur eben in moderne Technik gekleidet. Ausbruchsfilme gehören zu den Evergreens des Kinos, und dieser Film geht respektvoll mit der Tradition um, während er voll ausspielt, dass zwei Ikonen im Mittelpunkt stehen.

Er will weder epochal sein noch tiefgründige Kritik am Strafvollzug üben, auch wenn das Motiv der verstoßenen, von niemandem vermissten Häftlinge im Hintergrund mitschwingt. Er will schlicht unterhalten, und das gelingt ihm. Als britisch-amerikanische Koproduktion ist das ein professioneller, hochwertig aussehender Film, dem man ansieht, dass das Geld an der richtigen Stelle ausgegeben wurde.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: The Rock: Fels der Entscheidung (1996), Flucht von Alcatraz (1979), Die Verurteilten (1994), Tango & Cash (1989), The Expendables (2010)

Häufige Fragen

Worum geht es in Escape Plan?

Ray Breslin testet die Sicherheit von Gefängnissen und kann aus jedem Knast ausbrechen. Bei einem Auftrag wird er jedoch entführt und im Hochsicherheitsgefängnis The Tomb eingesperrt, aus dem er ohne Hilfe von außen entkommen muss, unterstützt von einem Mithäftling namens Emil Rottmayer.

Wann kam Escape Plan in Deutschland ins Kino?

Der Film startete am 14. November 2013 in den deutschen Kinos.

Wie lang ist Escape Plan?

Der Film hat eine Laufzeit von 115 Minuten.

Wer spielt in Escape Plan mit?

Die Hauptrollen spielen Sylvester Stallone (Ray Breslin) und Arnold Schwarzenegger (Emil Rottmayer), dazu kommen Jim Caviezel, 50 Cent, Sam Neill, Vinnie Jones, Faran Tahir und Vincent D'Onofrio.

Wer hat bei Escape Plan Regie geführt?

Regie führte der Schwede Mikael Håfström.

Lohnt sich ein Abend in The Tomb?

Ja, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Escape Plan ist nicht der Gipfel des Genres, aber ein ehrlicher, gut gemachter Ausbruchsthriller, ganz auf seine Stars zugeschnitten, in dem Stallone und Schwarzenegger endlich richtig gegeneinander antreten und miteinander arbeiten dürfen. Über die Logiklöcher sollte man großzügig hinwegsehen, dafür gibt es zwei Stunden nostalgische, kernige Unterhaltung, einen schicken Hightech-Knast und eine erstaunlich starke Nebenbesetzung. Für mich eine glatte Sieben, und für Arnold gibt es noch einen kleinen Bonuspunkt obendrauf.

Wertung: 6,5/10 · Story 6 · Schauspiel 7 · Regie 7 · Optik 7 · Musik und Ton 6 · Emotionen 6