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Kritik · Kinostart: 9.2.2017

Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe Kritik: mehr Seide, weniger Funken

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Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe ist trotz des Originaltitels erstaunlich hell geraten, fast schon steril. Dakota Johnson kann weiterhin deutlich mehr, als dieses Material von ihr verlangt. Jamie Dornan dagegen wirkt nach wie vor wie ein teurer Maßanzug, in den jemand vergessen hat, eine Seele zu stecken. Und trotzdem steckt in diesen 118 Minuten ein gewisses schuldiges Vergnügen, das einen bis zum Abspann sitzen lässt.

5,5/10
Wertung
Eine auf Hochglanz polierte, aber lauwarme Fortsetzung, die nur Dakota Johnson vor der völligen Langeweile bewahrt.
Story
4
Schauspiel
6
Regie
5
Optik
7
Musik und Ton
7
Emotionen
4

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe: Trailer

Filmdaten

OriginalFifty Shades Darker
Kinostart in Deutschland9.2.2017
RegieJames Foley
BesetzungDakota Johnson, Jamie Dornan, Eric Johnson, Eloise Mumford, Bella Heathcote, Rita Ora
GenreDramen, Romantische Filme
Laufzeit118 Min.
FSK16
LandAmerikanische Filme

Zweite Chance, neue Regeln

Die Geschichte setzt dort an, wo Fifty Shades of Grey aufgehört hat: Anastasia Steele und Christian Grey haben sich getrennt, doch Christian gehört nicht zu den Männern, die loslassen, was sie einmal als ihr Eigentum betrachtet haben. Der verletzte Milliardär versucht, die vorsichtig gewordene Ana zurückzugewinnen. Sie aber denkt nicht daran, zu den alten Bedingungen zurückzukehren. Bevor sie ihm noch eine Chance gibt, will sie eine neue Vereinbarung.

Auf dem Papier ist das ein spannender Auftakt, denn das Machtgefüge kippt: Diesmal gibt nicht Christian den Ton an, sondern Ana. Genau hier liegen die besten Momente des Films, wenn sie klar ausspricht, was sie will, und er zum ersten Mal gezwungen ist, jemandem zuzuhören. Schade nur, dass sich diese Dynamik schnell wieder glättet.

Neben dem mühsamen Wiederaufbau von Vertrauen kommt auch noch eine Bedrohung ins Spiel: Unheimliche Gestalten aus Christians Vergangenheit tauchen auf und ziehen den Kreis um das Paar enger. Das soll eigentlich der Thriller-Strang sein, der Spannung bringt. In der Praxis fühlt er sich eher wie eine Pflichtübung an, als wüsste selbst das Drehbuch, dass zwischen den Schlafzimmerszenen irgendetwas passieren muss.

Dakota Johnson zieht den Karren allein

Sagen wir es offen: Wenn dieser Film anschaubar ist, dann wegen Dakota Johnson. In ihren Händen ist Anastasia Steele kein naives Opfer, sondern eine leicht ironische, manchmal verlegene, aber zunehmend selbstbewusste Frau, die dem Publikum gelegentlich zuzuzwinkern scheint: Ja, ich weiß selbst, wie absurd das alles ist. Diese feine Selbstironie ist die Geheimwaffe des Films und mehr wert als die Hälfte der Dialoge.

Jamie Dornan bleibt als Christian Grey dasselbe Rätsel wie im ersten Teil, nur leider nicht im guten Sinne. Eigentlich spielt er den gebrochenen Mann mit dunkler Vergangenheit, der nun endlich seine Verletzlichkeit zeigen soll. Sein Spiel besteht aber größtenteils aus starren Blicken und leise gehauchten Sätzen. Die Chemie zwischen den beiden schwankt: Es gibt Szenen, in denen es wirklich knistert, und andere, in denen zwei Menschen nebeneinander für einen Parfümwerbespot posieren.

Unter den Nebenfiguren bekommt Eric Johnson als Jack Hyde gerade genug Raum, damit man spürt, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Bella Heathcote sorgt als Leila für eine der beunruhigendsten Präsenzen des Films. Rita Ora als Mia Grey, Luke Grimes als Elliot Grey und Eloise Mumford als Kate Kavanagh sind vor allem Teil der Kulisse, und Jennifer Ehle ist als Carla spürbar eine bessere Schauspielerin, als es ihre Rolle verlangt.

James Foley und die polierte Oberfläche

Auf dem Regiestuhl sitzt diesmal James Foley, und der Wechsel ist deutlich zu merken. Der Film läuft runder und flotter als sein Vorgänger, Leerlauf gibt es kaum. Dabei ist allerdings auch etwas verloren gegangen: Statt der grüblerischen, leicht irritierenden Stimmung ist jetzt alles glänzend, aufgeräumt und sicher. Man fühlt sich, als würde man ein Erotikdrama in der Lobby eines Luxushotels anschauen.

Optisch gibt es nichts zu meckern. Christians Welt sieht in jeder Einstellung teuer aus, Interieurs, Kleider und Abendgesellschaften erzählen alle dasselbe: Der Kern dieser Fantasie ist weniger der Sex als der Reichtum und die ungeteilte Aufmerksamkeit, die jemand ausschließlich dir schenkt. Foley versteht das sehr genau und bedient es konsequent.

Das Problem: Der Originaltitel verspricht dunklere Schattierungen, und genau davor scheut die Inszenierung zurück. Die Erotikszenen sind eher stilisiert als gewagt, und die Gefahr fühlt sich nie wirklich gefährlich an.

Die Musik, die besser ist als der Film

Wenn etwas wirklich gelungen ist, dann der Sound. Popsongs und atmosphärischer Score erzeugen gemeinsam jenes schwüle, nächtliche Gefühl, das Bilder und Dialoge nicht immer hinbekommen. In mehreren Szenen trägt die Musik die komplette Sequenz auf ihren Schultern, und für einen Moment glaubt man fast, hier spiele sich eine große Leidenschaft ab.

Das ist natürlich zugleich eine Anklage: Wenn in einem romantischen Drama der Soundtrack die Gefühle transportieren muss, stimmt etwas mit Drehbuch und Figuren nicht.

Wo die Dunkelheit verblasst

Die größte Schwäche ist die Erzählstruktur. Die bedrohlichen Gestalten aus Christians Vergangenheit sollen Spannung erzeugen, doch der Handlungsstrang bleibt episodisch: Er taucht auf, verschwindet wieder und verdichtet sich nie zu einer echten, beklemmenden Bedrohung. Der Film will zwei Dinge gleichzeitig sein, romantischer Neuanfang und Thriller, und zieht keines davon konsequent durch.

Auch die Dialoge sind oft unfreiwillig komisch. Es gibt diese Art von todernstem Pathos, bei dem regelmäßig ein Kichern durch den Kinosaal geht, und das kommt nicht immer im passenden Moment. Wer mit ironischer Distanz zuschaut, kann daran durchaus Spaß haben. Wer tatsächlich im Liebesdrama versinken möchte, wird sich eher gestört fühlen.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Fifty Shades of Grey (2015), Fifty Shades of Grey - Befreite Lust (2018), 9 1/2 Wochen (1986), 365 Tage (2020), After Passion (2019)

Häufige Fragen

Worum geht es in Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe?

Christian Grey versucht, Anastasia Steele zurückzugewinnen. Sie gibt ihm nur unter einer neuen Vereinbarung eine zweite Chance. Während die beiden versuchen, wieder Vertrauen aufzubauen, tauchen unheimliche Gestalten aus Christians Vergangenheit auf.

Wann kam Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe in die deutschen Kinos?

Der Film startete am 9. Februar 2017 in Deutschland.

Wie lang ist Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe?

Der Film dauert 118 Minuten.

Wer hat Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe inszeniert?

Regie führte James Foley.

Wer spielt die Hauptrollen?

Dakota Johnson spielt Anastasia Steele, Jamie Dornan ist als Christian Grey zu sehen. Außerdem wirken Eric Johnson, Bella Heathcote, Rita Ora, Eloise Mumford, Jennifer Ehle und Luke Grimes mit.

Lohnt sich die Rückkehr in Greys Roten Raum?

Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe ist wie ein teures, aber etwas leeres Geschenk: Die Verpackung ist hübsch, es liegt angenehm in der Hand, doch nach dem Auspacken merkt man, dass nicht viel drin ist. Der Film ist professioneller und flüssiger als sein Vorgänger, und Dakota Johnson beweist erneut, dass sie zu weit mehr berufen ist. Die versprochene Dunkelheit bleibt jedoch aus, der Thriller-Strang versandet, und die Romantik ist eher Schaufenster als Leidenschaft.

Wer die Reihe mag, wird nicht enttäuscht, denn man bekommt genau das, was man erwartet. Wer dagegen bisher nicht verstanden hat, worum es bei dem ganzen Hype eigentlich geht, wird auch durch diesen Film nicht bekehrt. Für einen verregneten Abend mit einem Glas Wein und überschaubaren Erwartungen geht er durch. Mehr sollte man nicht erwarten.

Wertung: 5,5/10 · Story 4 · Schauspiel 6 · Regie 5 · Optik 7 · Musik und Ton 7 · Emotionen 4