Gatto Vorab-Kritik: Enrico Casarosa erzählt wieder, und wir schnurren jetzt schon
Es gibt Regisseure, bei denen reicht ein Blick auf den Namen auf dem Plakat, und man greift schon nach dem Taschentuch. Enrico Casarosa ist für mich genau so einer, deshalb hat der deutsche Kinostart von Gatto am 4. März 2027 in meinem Kalender einen dicken roten Rahmen bekommen. Das hier ist eine Vorab-Kritik: Gesehen hat den Film noch niemand, aber die Zutaten geben schon reichlich Gesprächsstoff her.
Wenn Casarosa seine Form hält, könnte Gatto einer der wärmsten und liebenswertesten Animationsfilme im Frühjahr 2027 werden.
Gatto: Trailer
Filmdaten
| Kinostart in Deutschland | 4.3.2027 |
|---|---|
| Regie | Enrico Casarosa |
| Genre | Animationsfilme |
| Land | Amerikanische Filme, Japanische Filme |
Eine Katze im Titel, und schon sind wir ganz Ohr
Gatto ist Italienisch und heißt Katze. Einen schlichteren, sympathischeren Titel für einen Animationsfilm kann man sich kaum ausdenken. Sofort schwingt etwas Mediterranes mit, etwas Sonniges, ein bisschen Nostalgisches, und das passt wunderbar zu diesem Regisseur. Worum es in dem Film genau gehen wird, lässt sich aus den verfügbaren Informationen nicht sagen, und ich werde mir auch nichts zusammenreimen. Fest steht: Es handelt sich um einen Animationsfilm, eine amerikanisch-japanische Zusammenarbeit, und in die deutschen Kinos kommt er am 4. März 2027.
Ehrlich gesagt reicht mir schon das, um unruhig auf dem Sessel herumzurutschen. Ein Katzentitel, ein Filmemacher, dessen Handschrift ich mag, und ein internationaler Hintergrund, der zwei Großmächte der Animation zusammenbringt. Kein schlechter Ausgangspunkt.
Enrico Casarosa: der Regisseur, der sogar den Sommer animieren kann
Die meisten dürften Casarosa durch Luca kennen, für mich einer der am meisten unterschätzten Animationsfilme der letzten Jahre. Er wollte nicht die Welt retten und keine Mythologie mit zwanzig Ebenen errichten. Er erzählte einfach von einer Freundschaft, mit einer Leichtigkeit und Wärme, nach der man tagelang Lust auf Eis am Meer hatte. Schon mit dem Kurzfilm La Luna hat er bewiesen, dass er in wenigen Minuten Magie erzeugen kann, ganz ohne Worte, nur mit Bildern und Stimmung.
Seine Stärke liegt für mich darin, dass er keine Angst vor kleinen, persönlichen Geschichten hat. Bei ihm zählen Gesten, Rhythmus und Farben, nicht laute Gags. In einer Zeit, in der große Studioanimation oft überdreht, überladen und zugequatscht wirkt, ist das richtig erfrischend. Bringt Gatto dieselbe Feinfühligkeit mit, bekommen wir keinen weiteren Familienfilm vom Fließband, sondern etwas deutlich Persönlicheres.
Amerika und Japan auf einer Leinwand: Was kann diese Paarung bringen?
Neben den USA steht auch Japan auf der Liste der Produktionsländer, und das hat mich sofort hellhörig gemacht. Die japanische Animationstradition, man denke nur an die Filme von Hayao Miyazaki, erzählt in einem ganz anderen Tempo und mit einer anderen Sensibilität als die Hollywood-Schule. Dort sind Stille, Warten und die Schönheit alltäglicher Momente mindestens so wichtig wie die Handlung selbst.
Über Casarosa hieß es ohnehin oft, dass ihn japanische Animation stark geprägt hat, und in manchen Sequenzen von Luca sah man das meiner Meinung nach auch. Was die japanische Beteiligung bei Gatto konkret bedeutet, weiß ich nicht. Aber wenn auch nur ein kleines Stück dieses ruhigen, kontemplativen Zaubers der besten Animes herüberkommt, könnte hier eine ganz besondere Mischung entstehen. Insgeheim drücke ich genau dafür die Daumen.
Warum ich jetzt schon daran glaube
Schauen wir, was für Gatto spricht, bevor wir auch nur ein einziges Bild davon im Kino gesehen haben:
- Die Handschrift des Regisseurs. Nach seinen bisherigen Arbeiten ist es wahrscheinlich, dass der Film eher mit Herz als mit Lautstärke wirken will.
- Die Katze als Figurentyp. Die Animationsgeschichte ist voller unvergesslicher Katzen, und als Figur ist die Katze witzig, geheimnisvoll und liebenswert zugleich. Dankbareres Material gibt es selten.
- Die visuellen Möglichkeiten. Die Bewegungen einer Katze, ihre Eleganz, ihre Trägheit und ihre plötzlichen Sprünge sind ein Traum für jeden Animator. Daraus können wunderschöne, verspielte Bilder werden.
- Der internationale Hintergrund. Die amerikanisch-japanische Zusammenarbeit könnte einen frischeren, weniger vorhersehbaren Stil hervorbringen.
Daher kommt auch meine hohe erwartete Wertung für die Optik: Visuell hat Casarosa bisher nie enttäuscht, und ich sehe keinen Grund, warum er ausgerechnet jetzt damit anfangen sollte.
Wo könnte die Pfote danebengreifen?
Ich wäre natürlich nicht fair, wenn ich nur schwärmen würde. Ein paar Risiken gibt es durchaus.
Erstens kann Casarosas Sanftheit leicht ins Laue kippen. Auch Luca musste sich anhören, er sei zu klein, zu simpel, zu sicher. Ich habe das nicht als Schwäche empfunden, verstehe aber, wenn jemand von einem Kinofilm mehr Fallhöhe und größeres Drama erwartet. Geht Gatto in dieselbe Richtung, wird es manchen zu wenig sein.
Zweitens bergen Koproduktionen ihre eigenen Tücken: Wenn zwei Filmkulturen aufeinandertreffen, ist das spannend, aber bei einer unglücklichen Mischung fühlt sich am Ende kein Publikum richtig abgeholt. Ein bisschen zu amerikanisch für Anime-Fans, ein bisschen zu langsam für alle, die an Hollywood-Tempo gewöhnt sind. Diese Gefahr schwebt über solchen Projekten immer.
Und schließlich die größte Unbekannte: Über die Geschichte selbst wissen wir bislang so gut wie nichts. Deshalb fällt meine Wertung für die Story vorsichtiger aus. Vielleicht wird es ein wunderbares, tiefes Märchen, vielleicht aber auch eine hübsche, schnell vergessene kleine Anekdote. Das wird erst der Kinostart zeigen.
Worauf darf man sich im März einstellen?
Wenn ich vom bisherigen Weg des Regisseurs ausgehe, erwartet uns wohl kein mit Action vollgestopfter Familienfilm mit Gagfeuerwerk, sondern ein stimmungsvoller, gefühlvoller und visuell reicher Animationsfilm. Einer, den man als Kind genießen kann, als Erwachsener aber vielleicht noch mehr, weil sich die feineren Schichten erst richtig öffnen, wenn man selbst ein paar Sommer hinter sich gelassen hat.
Ob dieser Tipp aufgeht, erfahren wir am 4. März 2027. Bis dahin rate ich allen, die ihn noch nicht kennen, Luca anzuschauen, denn das ist der beste Vorgeschmack darauf, wie Casarosa über das bewegte Bild denkt. Und wer von der japanischen Animation her kommt, für den dürfte Gatto ein echtes Objekt der Neugier sein: Wie viel von dieser Tradition bleibt in einer internationalen Koproduktion erhalten?
Für wen ist der Film?
- Für dich, wenn: Für alle, die Luca geliebt haben, stimmungsvolle und herzerwärmende Animation mögen oder neugierig sind, was bei einem amerikanisch-japanischen Animationsfilm herauskommt. Und natürlich für jeden Katzenfreund.
- Lieber auslassen, wenn: Für alle, die ein temporeiches, actionlastiges Animationsabenteuer mit großer Fallhöhe erwarten, denn Casarosa neigte bisher eher zum leiseren, feineren Erzählen.
Wenn er dir gefällt, schau auch: Luca (2021), Chihiros Reise ins Zauberland (2001), Porco Rosso (1992), Flow (2024), Coco, Lebendiger als das Leben! (2017)
Häufige Fragen
Wann startet Gatto in den deutschen Kinos?
Gatto kommt am 4. März 2027 in die deutschen Kinos.
Wer hat Gatto inszeniert?
Regie führt Enrico Casarosa, den viele durch den Animationsfilm Luca kennen dürften.
Welches Genre hat Gatto?
Gatto ist ein Animationsfilm.
Aus welchem Land kommt Gatto?
Der Film ist eine amerikanisch-japanische Koproduktion.
Was bedeutet der Titel Gatto?
Gatto ist das italienische Wort für Katze.
Lohnt es sich, den 4. März schon jetzt rot anzustreichen?
Ich finde: ja. Rund um Gatto gibt es bislang mehr Fragezeichen als Antworten, aber die Person des Regisseurs und der besondere amerikanisch-japanische Hintergrund reichen völlig aus, um den Film ernst zu nehmen. Casarosa hat bisher immer bewiesen, dass in kleinen Geschichten riesige Gefühle stecken können, und wenn ihm das wieder gelingt, wird Gatto ein Film, an den wir noch Jahre später mit einem Lächeln zurückdenken. Meine erwartete Wertung ist vorsichtig hoch: Ich verspreche kein Wunder, wünsche mir aber sehr, nach dem Kinostart beherzt aufrunden zu können.
