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Vorab-Kritik · Im Kino ab 4.2.2027

La Bataille de Gaulle: L'Âge de fer Kritik vorab: 160 Minuten Trotz, während Frankreich schon kapituliert hat

Französische FilmeBelgische FilmeAmerikanische FilmeDokudramenKriegsfilmeBiografische FilmeNach einer wahren Geschichte

Im Sommer 1940 gibt Frankreich auf. Ein einziger, kaum bekannter General aber nicht. Antonin Baudrys 160 Minuten langes Doku-Drama erzählt von dem Mann, der von London aus der Welt einreden wollte, dass der Krieg noch lange nicht vorbei ist. Am 4. Februar 2027 startet der Film in den deutschen Kinos, und auf dem Papier bringt er alles mit, was ein ernsthafter, groß angelegter Historienfilm braucht.

7,5/10
Erwartete Wertung
Ein ehrgeiziges, mutiges Projekt, das zu einem der stärksten Geschichtsfilme des Jahres werden kann, wenn es dem musealen Pathos aus dem Weg geht.
Story
8
Schauspiel
8
Regie
7
Optik
8
Musik und Ton
7
Emotionen
7

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

La Bataille de Gaulle : L'Âge de fer: Trailer

Filmdaten

Kinostart in Deutschland4.2.2027
RegieAntonin Baudry
BesetzungSimon Abkarian, Simon Russell Beale, Florian Lesieur, Benoît Magimel, Loic Corbery, Anamaria Vartolomei
GenreDokudramen
Laufzeit160 Min.
LandFranzösische Filme, Belgische Filme, Amerikanische Filme

Worum es geht, ohne Spoiler: ein Mann gegen die Niederlage

Die Ausgangslage ist so simpel wie brutal. 1940 bricht Frankreich zusammen, unterschreibt den Waffenstillstand, und die Geschichte scheint mit einem Federstrich entschieden. Mitten in diesem Chaos weigert sich ein einziger Mann, die Niederlage hinzunehmen: Charles de Gaulle, damals noch ein nahezu Unbekannter. Allein und gegen jede Wahrscheinlichkeit flieht er nach London, um von dort aus die Welt zu überzeugen, dass der Kampf nicht verloren ist und Frankreich auch nicht.

Der Beschreibung nach bleibt der Film aber nicht beim Porträt eines Einzelnen stehen. In England, in Frankreich und in Afrika tauchen nach und nach Widerstandskämpfer im Hintergrund auf, rebellische Gymnasiasten und entschlossene Soldaten. Genau diese Erzählung auf mehreren Ebenen halte ich für das spannendste Versprechen des Projekts. Wir sehen hier wohl nicht zu, wie ein Denkmal gegossen wird, sondern wie aus einer sturen Stimme allmählich eine Bewegung wird.

Wer diese Figuren in den Nebensträngen genau sind und wohin die Geschichte führt, wissen wir vor dem Start nicht. Aus den Geschichtsbüchern ahnen wir natürlich, wo der Krieg stehen wird, doch Blickwinkel, Schwerpunkte und das, was für die Figuren auf dem Spiel steht, bleiben vorerst offen.

Antonin Baudry: ein Diplomat auf dem Regiestuhl

Der Name Antonin Baudry sagt dem breiten Publikum vielleicht wenig, dabei lohnt es sich, ihn im Auge zu behalten. Sein letzter Film, Le Chant du loup, war ein straffer französischer U-Boot-Thriller, der gezeigt hat, dass Baudry auf engem Raum und in nervenaufreibendem Tempo erzählen kann und vor großem Produktionsaufwand nicht zurückschreckt.

Noch reizvoller ist, dass Baudry aus der Welt der Diplomatie kommt. Bei einem Film, in dem die wichtigste Waffe nicht das Gewehr ist, sondern Überzeugungskraft, Verhandlungsgeschick und politischer Bluff, ist das ein ausgesprochen gutes Zeichen. De Gaulles Londoner Monate waren vor allem ein Krieg der Worte, geführt in Büros und vor Rundfunkmikrofonen. Wenn jemand weiß, wie man einen Verhandlungstisch als Schlachtfeld inszeniert, dann vielleicht er.

Die eigentliche Frage ist, ob die Thriller-Spannung in einem 160 Minuten langen Geschichtspanorama über mehrere Kontinente hinweg erhalten bleibt. Dieses Genre neigt zur Schwerfälligkeit, und genau hier entscheidet sich alles.

Die Besetzung: französische Elite, britisches Schwergewicht

Schon auf den ersten Blick liest sich die Besetzungsliste stark. Simon Abkarian ist ein charismatischer Darsteller mit enormer Präsenz, den das internationale Publikum spätestens seit Casino Royale kennt. Benoît Magimel gehört zu den verlässlichsten Größen des französischen Kinos und hat schon in Die Klavierspielerin bewiesen, wie viel er mit einem einzigen Blick erzählen kann. Anamaria Vartolomei ist seit L'Événement eines der aufregendsten jungen Gesichter Frankreichs.

Auf britischer Seite steht Simon Russell Beale, eine Bühnenlegende, bei der jeder Satz Gewicht bekommt, und Tom Mison spielt leicht kultivierte, leicht ironische Engländer ausgesprochen gut. Dazu kommen Florian Lesieur, Loic Corbery, Niels Schneider, Karim Leklou und Kacey Mottet Klein, ein vielseitiges Ensemble, das hervorragend zu einer Geschichte mit vielen Erzählsträngen passt.

Wer wen spielt, verrate ich vor dem Start nicht. Bei so einer Liste könnte das Schauspiel aber das sichere Fundament sein, auf das sich der Film stützen kann, selbst wenn das Drehbuch hier und da stolpert.

Was kann daraus mehr machen als ein weiteres Geschichtsbuch im Kostüm?

Der Markt für Filme über den Zweiten Weltkrieg ist gesättigt, und Biopics über große Staatsmänner haben einen unangenehmen Hang dazu, sich vor ihrem Helden zu verbeugen. Dass ich trotzdem optimistisch bin, liegt an ein paar konkreten Punkten:

Wenn diese vier Elemente zusammenfinden, kann ein Film entstehen, der zugleich von Geschichte erzählt und von der ewigen Frage, was die Sturheit eines einzelnen Menschen wert ist, wenn alle anderen längst aufgegeben haben.

Wo kann es schiefgehen? Die Risiken

Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: 160 Minuten. Das ist nicht kurz, und bei einem Doku-Drama ist die Länge ein zweischneidiges Schwert. Sie kann den Figuren und einem langsamen Aufbau Raum geben, aber auch schnell zerfasern, wenn die Nebenstränge zu wenig Gewicht bekommen oder der Hauptstrang zu sehr auf Reden setzt.

Das zweite Risiko ist das Genre Doku-Drama selbst. Diese Form stellt die Treue zu den Ereignissen oft über den dramatischen Bogen, und dann bekommt man eher eine Rekonstruktion als ein Kinoerlebnis. Bei einer französischen Produktion über eine Schlüsselfigur des nationalen Mythos schwebt zudem die Versuchung der Heldenverehrung über allem.

Und schließlich funktioniert vielstimmiges Erzählen nur, wenn jeder Strang gleich wichtig wirkt. Bleiben die Schüler oder die Soldaten an der afrikanischen Front bloße Illustrationen neben de Gaulles großen Reden, verliert der Film genau das, was ihn der Beschreibung nach am originellsten macht.

Bild, Ton und die Härte des Krieges

Ich hoffe sehr, dass der Krieg hier kein steriler, plakativer Hintergrund bleibt, sondern auch harte, rohe Momente bekommt. Das würde dem Thema guttun: Der Widerstand war kein romantisches Abenteuer, sondern ein lebensgefährliches, oft blutiges Unterfangen.

Nach Baudrys letztem Film darf man außerdem auf ein starkes Sounddesign und gekonnten Spannungsaufbau setzen. In einer Geschichte, in der die Radioansprache selbst zur Waffe wird, kann der Ton eine besonders wichtige dramaturgische Rolle spielen. Dieses Terrain hat der Regisseur schon einmal nachweislich beherrscht, und genau hier bin ich besonders gespannt.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Die dunkelste Stunde (2017), Dunkirk (2017), Valkyrie (2008), The King's Speech (2010)

Häufige Fragen

Wann startet La Bataille de Gaulle: L'Âge de fer in den deutschen Kinos?

Der Kinostart in Deutschland ist am 4. Februar 2027.

Worum geht es in La Bataille de Gaulle: L'Âge de fer?

1940, nach dem Zusammenbruch Frankreichs und dem Waffenstillstand, flieht Charles de Gaulle, damals ein noch unbekannter General, nach London, um den Kampf fortzusetzen. Gleichzeitig treten in England, Frankreich und Afrika Widerstandskämpfer, rebellische Gymnasiasten und entschlossene Soldaten auf den Plan.

Wie lang ist der Film?

Der Film dauert 160 Minuten.

Wer hat Regie geführt?

Regie führte Antonin Baudry.

Wer spielt mit?

Unter anderem Simon Abkarian, Simon Russell Beale, Benoît Magimel, Anamaria Vartolomei, Niels Schneider, Karim Leklou, Tom Mison, Florian Lesieur, Loic Corbery und Kacey Mottet Klein.

Lohnen sich 160 Minuten Kino für die Sturheit eines Generals?

Ich finde ja, zumindest deutet alles darauf hin. Eine starke, internationale Besetzung, ein Regisseur, der sich im spannungsgeladenen Drama auf engem Raum bereits bewiesen hat, und eine Geschichte, die im Moment der Niederlage beginnt, nicht in dem des Sieges. Gerade das ist der beste Ausgangspunkt: Es ist viel spannender zuzusehen, wie jemand zur Legende wird, als einem Mann zu folgen, der schon als Legende geboren scheint.

Die Risiken sind real, die Länge und die Doku-Drama-Form können den Film leicht schwerfällig machen. Bei einem so ehrgeizigen Vorhaben drücke ich aber lieber die Daumen, als vorab die Nase zu rümpfen. Meine Erwartung liegt bei soliden 7,5 Punkten, und wenn Baudry die Balance zwischen großer Politik und namenlosem Widerstand findet, kann das locker über 8 klettern. Am 4. Februar 2027 wissen wir mehr.

Erwartete Wertung: 7,5/10 · Story 8 · Schauspiel 8 · Regie 7 · Optik 8 · Musik und Ton 7 · Emotionen 7