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Vorab-Kritik · Im Kino ab 15.10.2026

Street Fighter Vorab-Kritik: Ryu und Ken sind zurück und bekommen vielleicht endlich den Film, den sie verdienen

Amerikanische FilmeActionfilmeVideospielverfilmungen

Dreißig Jahre Peinlichkeit muss dieser Film abwaschen. Er basiert auf einem Spiel, das jeder kennt und das bisher niemand vernünftig auf die Leinwand gebracht hat. Der Street Fighter von 2026 schickt uns zurück ins Jahr 1993, mit Wrestlern, einem Rapper und einem Comedian im Cast, und genau diese seltsame Mischung macht Hoffnung. Das hier ist keine Kritik eines gesehenen Films, sondern ein Ausblick: Was dürfen wir erwarten, und warum fiebere ich mehr mit, als vernünftig wäre?

6,8/10
Erwartete Wertung
Auf dem Papier die mutigste und verrückteste Street Fighter Verfilmung aller Zeiten. Wenn der Regisseur seinen anarchischen Humor ausspielt, könnte daraus eine der seltenen Erfolgsgeschichten des Genres werden.
Story
6
Schauspiel
7
Regie
7
Optik
8
Musik und Ton
7
Emotionen
6

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Street Fighter: Trailer

Filmdaten

Kinostart in Deutschland15.10.2026
RegieKitao Sakurai
BesetzungNoah Centineo, Andrew Koji, Callina Liang, Joe Anoa'i, David Dastmalchian, Cody Rhodes
GenreActionfilme
LandAmerikanische Filme

Worum geht es? Zwei alte Freunde, ein Turnier und eine Verschwörung

Die Geschichte spielt 1993, und allein das ist ein genialer Kniff: Es ist die Blütezeit von Street Fighter II, die Ära der Spielhallen, der Münzautomaten und der Kombo-Geheimnisse, die auf dem Schulhof weitergeflüstert wurden. Im Mittelpunkt stehen zwei entfremdete Straßenkämpfer: Ryu, gespielt von Andrew Koji, und Ken Masters, gespielt von Noah Centineo. Ihre Wege haben sich vor langer Zeit getrennt, doch jetzt müssen sie wieder gemeinsam in den Ring.

Auslöser ist die geheimnisvolle Chun-Li (Callina Liang), die beide für das nächste World Warrior Turnier anwirbt. Laut offizieller Beschreibung erwartet uns ein blutiger Zusammenprall von Fäusten, Schicksalen und Temperamenten, doch hinter dem Kampf der Titanen lauert eine tödliche Verschwörung. Die zwingt unsere Helden, sich nicht nur einander, sondern auch den Dämonen ihrer Vergangenheit zu stellen. Wer genau die Fäden zieht, verrät die offizielle Inhaltsangabe nicht, und ich werde auch nicht spekulieren. Am Ende gilt, wie die Beschreibung sehr treffend festhält: Wer verliert, sieht GAME OVER.

Ehrlich gesagt ist das die klassische Grundstruktur eines Turnier-Prügelfilms, im Wesentlichen dasselbe Gerüst, auf dem die Martial-Arts-Filme der Achtziger und Neunziger gebaut waren. Und das ist völlig in Ordnung. Von einem Street Fighter Film erwarte ich keinen Shakespeare, sondern Herz, Humor und Kämpfe, bei denen der Kinosessel mitbebt.

Die Besetzung: Wrestler, Rapper und ein echter Actionstar

Auf den ersten Blick wirkt die Besetzungsliste, als hätte jemand einen völlig durchgeknallten Fantasy Draft gespielt, und genau deshalb mag ich sie. Andrew Koji ist so ziemlich die beste Wahl für Ryu, die ich mir vorstellen kann: In der Serie Warrior hat er bewiesen, dass er Kampfszenen und leise, innere Spannung gleichermaßen beherrscht. Noah Centineo kennt man aus romantischen Komödien, und Ken braucht genau diesen lässigen, leicht großspurigen Charme, der ihm einfach liegt. Wenn die Chemie zwischen den beiden stimmt, ist der halbe Film schon gewonnen.

Callina Liang hat vielleicht die schwierigste Aufgabe: Chun-Li ist eine der ikonischsten Frauenfiguren der Videospielgeschichte, und die Fans werden mit ihr äußerst streng sein. Unter den Nebendarstellern finden sich zwei Wrestling-Superstars, Joe Anoa'i, den das Publikum als Roman Reigns kennt, und Cody Rhodes. Beide bringen die nötige körperliche Präsenz für einen Prügelfilm mit, und die überdrehte Bühnentheatralik des Wrestlings passt erstaunlich gut zur Welt von Street Fighter.

Dazu kommt David Dastmalchian, der in jedem Film unangenehm unheimlich wirken kann, sowie Andrew Schulz und Eric André, die für die komische Seite zuständig sind. Vidyut Jammwal gehört zu den ernsthaftesten Kampfkünstlern des indischen Actionkinos, und ich gebe zu: Von ihm erhoffe ich mir die meiste echte, handfeste Choreografie. Und als Sahnehäubchen: 50 Cent. Wer von ihnen wen genau spielt, lasse ich hier offen, weil es dazu keine gesicherten Angaben gibt. Die Namensliste selbst ist aber schon ein Versprechen, dass sich dieser Film nicht todernst nehmen wird.

Kitao Sakurai: Die unerwartetste, aber vielleicht beste Regiewahl

An dieser Stelle ziehen die meisten die Augenbrauen hoch. Kitao Sakurai ist kein klassischer Actionregisseur. Er steckt hinter der Versteckte-Kamera-Komödie Bad Trip, in der auch Eric André mitspielte, und war an der absurden, anarchischen Welt der Eric Andre Show beteiligt. Als Chef eines Prügel-Blockbusters klingt das zunächst merkwürdig.

Genau darin liegt aber meiner Meinung nach der Schlüssel. Street Fighter war nie eine düstere, realistische Geschichte. Das ist ein Spiel, in dem ein grünhäutiger, elektrisch knisternder Wilder gegen einen Yogameister antritt, der seine Arme quer über den halben Bildschirm ausfährt. Einer der großen Fehler früherer Verfilmungen war, dass sie sich entweder viel zu ernst nahmen oder auf die falsche Art lächerlich wurden. Ein Regisseur, der bewusste Absurdität und komödiantisches Timing versteht, könnte genau den Ton treffen, bei dem der Film herrlich albern unterhält, ohne albern schlecht zu sein.

Das Risiko liegt natürlich an derselben Stelle: Wenn der Humor die Fallhöhe überlagert und die Kämpfe nur noch Füllmaterial zwischen den Gags sind, werden die Hardcore-Fans enttäuscht sein.

Der große Schatten: Die bisherigen Street Fighter Filme

Über die Vergangenheit muss man reden, denn die Fans werden es auch tun. Der Street Fighter von 1994 mit Jean-Claude Van Damme ist heute Kult, allerdings vor allem deshalb, weil er so herrlich schlecht ist, dass er schon wieder gut ist. Raul Julia als Bison ist legendär, der Film selbst hatte mit dem Spiel aber kaum etwas zu tun. Street Fighter: The Legend of Chun-Li von 2009 verschwand dann praktisch spurlos, und niemand hat ihm eine Träne nachgeweint.

Im Vergleich dazu macht der neue Film schon auf dem Papier einiges besser. Das Zeitkolorit, die Konzentration auf die Freundschaft zweier Männer und eine Besetzung mit echten Kämpfern und massigen Wrestlern zeigen, dass die Macher verstanden haben, was das Spiel ausmacht. Der Mortal Kombat Neustart von 2021 hat bewiesen, dass im Genre noch Leben steckt, aber auch, dass spektakuläre Fatalities nicht reichen, wenn die Figuren leer bleiben. Ich hoffe, diese Lektion wurde hier gelernt.

Was kann schiefgehen? Die Liste der Risiken

So begeistert ich auch bin, blind bin ich nicht. An diesen Stellen könnte der Film ins Straucheln geraten:

Ein gutes Zeichen ist immerhin, dass die offizielle Beschreibung ausdrücklich einen blutigen Schlagabtausch ankündigt. Das klingt nicht danach, als sei der Film für ein möglichst familienfreundliches Publikum glattgebügelt worden.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Mortal Kombat (2021), Mortal Kombat (1995), Street Fighter (1994), Bad Trip (2021)

Häufige Fragen

Wann startet der Street Fighter Film in den deutschen Kinos?

Der Kinostart in Deutschland ist am 15. Oktober 2026.

Worum geht es im Street Fighter von 2026?

Im Jahr 1993 ziehen die entfremdeten Straßenkämpfer Ryu und Ken Masters wieder in den Kampf, als Chun-Li sie für das World Warrior Turnier anwirbt. Hinter dem Turnier steckt jedoch eine tödliche Verschwörung, die sie auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Ist Street Fighter für Kinder geeignet?

Eher nicht. Die offizielle Beschreibung verspricht blutige Kämpfe, daher ist der Film für jüngere Kinder vermutlich nicht gedacht. Die genaue Altersfreigabe sollte man vor dem Kinobesuch prüfen.

Wer hat den neuen Street Fighter Film inszeniert?

Regie führte Kitao Sakurai.

Wer spielt in Street Fighter mit?

Ryu wird von Andrew Koji gespielt, Ken Masters von Noah Centineo und Chun-Li von Callina Liang. Außerdem sind Joe Anoa'i, David Dastmalchian, Cody Rhodes, Andrew Schulz, Eric André, Vidyut Jammwal und 50 Cent dabei.

Werfen wir für diese Runde die Münze ein?

Ja, und ich muss nicht lange überlegen. Die filmische Vergangenheit von Street Fighter liegt so tief im Keller, dass es eigentlich nur aufwärts gehen kann, aber davon allein lebt dieser Film nicht. Das Setting von 1993, das Duo Andrew Koji und Noah Centineo, ein Regisseur mit Gespür für ungewöhnlichen, absurden Humor und ein Nebencast, der halb Wrestling-Gala und halb Stand-up-Abend ist: All das deutet darauf hin, dass hier endlich jemand verstanden hat, dass dieses Spiel von Natur aus unterhaltsam und ein bisschen verrückt ist. Meine Erwartung lautet vorsichtiger Optimismus. Wenn die Kämpfe sitzen und die Freundschaft von Ryu und Ken wirklich das Herz des Films ist, könnte das der erste Street Fighter Film werden, an den man sich nicht peinlich berührt erinnert. Und wenn nicht, sehen wir immerhin 50 Cent in einem Prügelfilm. Am 15. Oktober wissen wir, ob es K.O. heißt oder GAME OVER.

Erwartete Wertung: 6,8/10 · Story 6 · Schauspiel 7 · Regie 7 · Optik 8 · Musik und Ton 7 · Emotionen 6