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Kritik

Code Ava - Trained to Kill Kritik: Jessica Chastain glänzt als Auftragskillerin, nur der Film hält nicht mit

Amerikanische FilmeActionfilmeThrillerKrimis

Wenn auf einem Actionplakat Jessica Chastain, Colin Farrell, John Malkovich und Geena Davis untereinander stehen, darf man zu Recht etwas Besonderes erwarten. Code Ava - Trained to Kill ist dagegen ein ordentlich gebauter, aber überraschend zaghafter Killer-Thriller geworden. In manchen Szenen sprüht er Funken, in anderen wirkt es, als hätte das Team darauf gehofft, dass die Besetzungsliste die Arbeit schon allein erledigt.

5,8/10
Wertung
Code Ava - Trained to Kill ist ein hervorragend besetzter, solider, aber schnell vergessener Killer-Actionfilm, den allein Jessica Chastain aus dem Mittelmaß zieht.
Story
5
Schauspiel
8
Regie
5
Optik
6
Musik und Ton
6
Emotionen
5

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Filmdaten

OriginalAva
RegieTate Taylor
BesetzungJessica Chastain, John Malkovich, Common, Colin Farrell, Geena Davis, Jess Weixler
GenreActionfilme, Thriller, Krimis
Laufzeit96 Min.
LandAmerikanische Filme

Wo kann man Code Ava - Trained to Kill streamen?

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Streaming-Daten: JustWatch · Stand: 13.10.2026

Worum geht es in Code Ava, ohne Spoiler?

Die Ausgangslage ist klassisch, und der Film macht daraus auch kein Geheimnis. Ava, gespielt von Jessica Chastain, ist eine Auftragskillerin der Extraklasse. Doch ein besonders heikler Mordauftrag geht schief, und danach kehrt Ava nach Hause zurück, um die Beziehung zu ihrer Familie zu kitten. Dieser Handlungsstrang ist das Herz des Films, zumindest auf dem Papier: eine Frau, die professionell Leben auslöscht, während ihr eigenes in Trümmern liegt.

Das Problem: Die Organisation, für die sie arbeitet, mag keine losen Enden. Ihr Chef erklärt ausgerechnet Ava zum nächsten Ziel, damit keine Spur zu ihm führen kann. Aus der Jägerin wird die Gejagte, und der Film zieht fortan in zwei Richtungen gleichzeitig: Familiendrama und harte Action.

Mehr verrate ich nicht, und ehrlich gesagt muss ich das auch nicht. Die Grundidee ist vertraut, Genrefans ahnen ziemlich genau, wohin die Reise geht. Das ist nicht zwingend ein Makel. Ein Killerfilm scheitert selten an der Originalität seines Drehbuchs, sondern an der Umsetzung.

Chastain, die den Film auch allein tragen könnte

Fangen wir mit dem Positiven an, denn die größte Stärke von Code Ava ist eindeutig die Hauptdarstellerin. Jessica Chastain gehört zu den Schauspielerinnen, die mit einem Wimpernschlag mehr erzählen als andere mit einem ganzen Monolog. Als besessene Agentin in Zero Dark Thirty und als scharfsinnige Heldin in Molly's Game hat sie gezeigt, dass harte, kontrollierte und trotzdem verletzliche Frauen ihr Terrain sind.

Genau das liefert sie auch hier. Ihre Wechsel zwischen kaltblütiger Profikillerin und unsicherer Frau, die zu ihrer Familie zurückfindet, wirken glaubwürdig, und wo das Drehbuch grob bleibt, füllt Chastains Gesicht die Lücken. Auch in den Actionszenen bewegt sie sich erstaunlich sicher, man merkt ihr nicht an, dass ihr das Genre fremd wäre. Wenn es einen Grund gibt, diesen Film zu starten, dann sie.

Das eigentliche Problem: Eine Schauspielerin dieses Kalibers hätte mehr verdient. Man spürt, dass Chastain eine tiefere Figur bauen wollte, als der Film tragen kann.

Die Nebenrollen: ein Traumteam auf halber Kraft

Die Besetzung liest sich, als hätte jemand die Gewinne eines Filmquiz zusammengelegt. John Malkovich als Duke, Colin Farrell als Simon, Geena Davis als Bobbi, dazu Common als Michael, Jess Weixler als Judy, Ioan Gruffudd als Peter und Diana Silvers als Camille.

Malkovich ist einfach da, und das ist bei ihm längst ein eigenes Genre: Kaum betritt er eine Szene, wird die Luft dichter. Auch Colin Farrell hat sichtlich Spaß. Er hat in Brügge sehen... und sterben? bewiesen, dass er harten Kerlen eine menschliche, ja sogar leicht erbärmliche Seite abgewinnen kann. Und Geena Davis steht seit Thelma & Louise fast sinnbildlich für Frauen auf der Leinwand, die ihre eigenen Entscheidungen treffen. Ihre Anwesenheit hier ist eine kleine Geste für sich.

Nur bleiben zwischen all den großen Namen manche Figuren skizzenhaft. Einige bekommen kaum Zeit, zu echten Charakteren zu werden, und das ist schade, denn mit so viel Talent hätte ein deutlich denkwürdigeres Ensemble entstehen können. Die besten Momente sind die, in denen sich zwei dieser Schwergewichte einfach gegenübersetzen und reden. Dann wird der Film plötzlich erwachsen, um kurz darauf wieder in die gewohnte Spur zurückzufallen.

Tate Taylor und das Risiko des Genrewechsels

Regie führte Tate Taylor, den die meisten durch das Drama The Help kennen dürften, seinerzeit ein riesiger Publikumserfolg. Er ist also eher Experte für figurenzentrierte, gefühlvolle Geschichten als für rasante Action, und das merkt man Code Ava deutlich an.

Die Familienszenen wirken viel souveräner als die Action. Taylor fühlt sich in einer angespannten Szene am Esstisch hörbar wohler als in einem Nahkampf. Die Actionsequenzen sind nicht schlecht, doch ihnen fehlen die choreografische Präzision und die visuelle Fantasie, die Killerfilme der letzten Jahre (etwa die John Wick Reihe oder Atomic Blonde) dem Publikum ins Gedächtnis gebrannt haben. Hier ist alles in Ordnung, aber nichts bleibt wirklich hängen.

Die größte Schwäche ist der Tonfall. Der Film pendelt ständig zwischen dramatischem Ernst und Genrespaß und wagt sich in keine Richtung weit genug vor. Eine mutigere Regie hätte sich entweder ganz in die Familientragödie gestürzt oder der Action die Zügel freigegeben. Taylor wählt den sicheren Mittelweg.

Was funktioniert, und wo hakt es?

Damit das Bild klar ist, hier die Bilanz:

Die kurze Laufzeit ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gibt es keinen Leerlauf, andererseits fehlt den vielen Figuren und den beiden parallelen Handlungssträngen schlicht der Raum. Man spürt, dass man tiefer in das Familiendrama und die Intrigen innerhalb der Organisation hätte eintauchen können.

Die Optik ist sauber und professionell, hat aber kein eigenes Gesicht. Die Musik erfüllt ihren Zweck und baut Spannung auf, summen wird man sie nach dem Abspann aber nicht. Ein Film, den man sich am Sonntagabend gern anschaut und an den man sich am Dienstag schon nicht mehr erinnert.

Die starke Killerin als eigenes Genre

Code Ava ist Teil einer längeren Welle. In den letzten Jahren kamen reihenweise Filme, in denen eine professionelle, tödliche Frau im Zentrum steht: Atomic Blonde mit Charlize Theron, Red Sparrow mit Jennifer Lawrence oder Luc Bessons Anna. Das Genre folgt inzwischen festen Regeln, und das Publikum weiß ziemlich genau, was es sehen will.

In diesem Feld landet Code Ava im Mittelfeld. Ihm fehlt die visuelle Bravour von Atomic Blonde, und er ist weder so düster noch so brutal wie Red Sparrow. Herausstechen könnte er mit dem Familienstrang, dem Privatleben der Killerin, doch auch diese Chance nutzt er nicht ganz. Trotzdem hat er etwas Sympathisches: Er will nicht mehr scheinen, als er ist, und dank Chastain wirkt er oft menschlicher als der Genredurchschnitt.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Atomic Blonde (2017), Red Sparrow (2018), Anna (2019), John Wick (2014), Salt (2010)

Häufige Fragen

Worum geht es in Code Ava - Trained to Kill?

Ava ist eine Auftragskillerin der Extraklasse, die nach einem missglückten Mordauftrag nach Hause zurückkehrt, um die Beziehung zu ihrer Familie zu kitten. Doch der Chef ihrer Organisation erklärt sie zum nächsten Ziel, damit keine Spur zu ihm führt.

Wie lang ist Code Ava - Trained to Kill?

Der Film hat eine Laufzeit von 96 Minuten.

Wer hat Code Ava - Trained to Kill inszeniert?

Regie führte Tate Taylor.

Wer spielt in Code Ava - Trained to Kill mit?

Jessica Chastain spielt die Titelrolle Ava, dazu sind John Malkovich, Colin Farrell, Geena Davis, Common, Jess Weixler, Ioan Gruffudd und Diana Silvers zu sehen.

Lohnt es sich, für einen Abend eine Killerin anzuheuern?

Code Ava - Trained to Kill ist kein schlechter Film, er hätte nur viel besser sein können. Bei dieser Besetzung hatte ich mehr erwartet als einen ordentlich gemachten Thriller aus Genrebausteinen. Wer seine Erwartungen etwas herunterschraubt, bekommt aber 96 Minuten solide Unterhaltung und eine Jessica Chastain in einer Form, die allein schon das Einschalten lohnt. Für einen lockeren Abend gern, nur einen neuen Meilenstein des Genres sollte man nicht erwarten. Von mir gibt es eine mittelstarke Sechs, dank Chastain nach oben aufgerundet.

Wertung: 5,8/10 · Story 5 · Schauspiel 8 · Regie 5 · Optik 6 · Musik und Ton 6 · Emotionen 5