Santa Clause - Eine schöne Bescherung Kritik: Wenn ein Geschäftsmann im Anzug plötzlich den Weihnachtsmann-Vertrag am Hals hat
Es gibt diese Weihnachtsfilme, die man jeden Dezember wieder einschaltet, obwohl man sie längst auswendig kennt. Santa Clause - Eine schöne Bescherung ist genau so einer. Tim Allen spielt einen kühlen, ironischen Geschäftsmann, dem nach einer verhängnisvollen Nacht das Weihnachtsmanndasein buchstäblich auf den Leib rückt: mit Bauch, Bart und Rentieren. Herausgekommen ist eine Familienkomödie, die auch zynische Erwachsene abholt und trotzdem das Herz wärmt, und die seit 1994 kaum Patina angesetzt hat.
Eine pfiffige Grundidee, ein starker Tim Allen und jede Menge weihnachtliche Wärme: Santa Clause - Eine schöne Bescherung ist bis heute eine der sichersten Wahlen für einen Familienabend im Dezember.
Filmdaten
| Original | The Santa Clause |
|---|---|
| Kinostart in Deutschland | 1.11.1995 |
| Regie | John Pasquin |
| Besetzung | Tim Allen, Judge Reinhold, Wendy Crewson, Eric Lloyd, David Krumholtz, Larry Brandenburg |
| Genre | Fantasyfilme, Dramen, Komödien, Familienfilme |
| Laufzeit | 97 Min. |
| FSK | 0 |
| Land | Amerikanische Filme |
Worum geht es? Ein Mantel, der sich als Vertrag entpuppt
Die Ausgangslage ist simpel, und genau darin liegt ihr Reiz. Der echte Weihnachtsmann scheint in die Jahre gekommen zu sein, und nach einem Sturz vom Hausdach ist er für seinen Job endgültig nicht mehr zu gebrauchen. Scott Calvin, der an dem Unfall nicht ganz unschuldig ist, zieht in der Kälte den Mantel des Weihnachtsmanns an und unterschreibt damit, ohne es zu ahnen, einen Vertrag. Ab sofort ist er der Weihnachtsmann.
Mehr muss man vorab nicht wissen, den Rest überlasse ich wirklich dem Film. Nur so viel: Der größte Spaß entsteht dadurch, wie ein rationaler, kontrollierter Typ mitansehen muss, dass sich sein Körper und sein ganzes Leben langsam verändern. Der Bauch wächst, der Bart wird weiß, und obwohl er Rentiere nicht ausstehen kann, muss er am Ende doch in den Schlitten steigen, um die Geschenke zu verteilen. Der Originaltitel The Santa Clause ist übrigens ein Wortspiel: clause bedeutet Vertragsklausel, und dieser kleine sprachliche Gag fasst den ganzen Film zusammen.
Tim Allen, der widerwilligste Weihnachtsmann der Welt
Der Motor des Films ist eindeutig Tim Allen. Bekannt wurde er in den Neunzigern mit der Serie Hör mal, wer da hämmert, und viele lieben ihn als Originalstimme von Buzz Lightyear in Toy Story. Hier liefert er genau das, was er am besten kann: den trockenen, leicht frechen, im Grunde aber gutmütigen Mann, der für jede Lage einen Spruch parat hat.
Genau deshalb funktioniert der Film. Mit einer klassischen, dauerlächelnden Weihnachtsmannfigur wäre das Ganze schnell kitschig geworden. Allen hält die Ironie seiner Figur aber bis zum Schluss aufrecht, sodass die Erwachsenen ihren Spaß haben, während die Kinder sich an der Magie freuen. Wie Scott Calvin verständnislos und zunehmend verzweifelt gegen die Veränderungen ankämpft, gehört zu den witzigsten Momenten des Films, und Allens Timing ist dabei wirklich tadellos.
Die Nebenfiguren, ohne die es nicht dasselbe wäre
Rund um Allen arbeitet ein gut zusammengestelltes Ensemble. Judge Reinhold als Neal und Wendy Crewson als Laura stehen für die bodenständige Erwachsenenwelt und bilden ein schönes Gegengewicht zum wachsenden Wahnsinn. Eric Lloyd ist als Charlie das emotionale Zentrum des Films, und das ganz ohne das Überspielen, das man von Kinderdarstellern oft kennt.
Besonders mag ich David Krumholtz als Bernard, eine Figur, die im Gedächtnis bleibt, und auch Paige Tamada ist als Elfe Judy mit dabei. Larry Brandenburg als Detective Nunzio und Mary Gross als Ms. Daniels runden die Truppe ab. Niemand fällt aus dem Rahmen, alle tragen genau so viel bei, wie es braucht.
John Pasquins Regie: bescheiden, aber treffsicher
John Pasquin will keinen Kunstfilm drehen, und das tut dem Film gut. Die Inszenierung ist klar und gut nachvollziehbar, das Tempo passt bequem zu den 97 Minuten Laufzeit und hängt nirgends wirklich durch. Die komischen Szenen bekommen Luft zum Atmen, und die gefühlvollen Momente drückt er nicht zu sehr, hier wird nicht mit Gewalt auf die Tränendrüse gedrückt.
Optisch sollte man natürlich keine heutigen Maßstäbe anlegen. Die Tricks eines Familienfilms aus der Mitte der Neunziger wirken stellenweise schon charmant altmodisch, aber ehrlich gesagt ist das bei Weihnachtsfilmen eher ein Vorteil. Santa Clause - Eine schöne Bescherung gehört zu den Filmen, bei denen selbst der leicht angestaubte Look zur Stimmung passt, wie eine alte Geschenkschachtel unter dem Baum.
Wo es ein bisschen hakt
Seien wir fair, ein paar Schwächen gibt es. Die Geschichte ist ziemlich vorhersehbar und folgt dem bewährten Bogen des Familienfilms, große Überraschungen sollte man also nicht erwarten. Einige Gags atmen deutlich den Humor der Neunziger und zünden heute nicht mehr so wie damals.
Außerdem werden die Konflikte der erwachsenen Figuren nicht besonders tief ausgearbeitet, sondern eher angedeutet. Bei einer Familienkomödie ist das eine nachvollziehbare Entscheidung, wer aber eine ernstere dramatische Ebene sucht, kommt hier zu kurz. Das sind allerdings Kleinigkeiten bei einem Film, der vor allem von seiner Atmosphäre und seinem Hauptdarsteller lebt.
Warum schauen wir ihn heute noch?
Auch über dreißig Jahre nach dem Start wirkt die Grundidee erstaunlich frisch: Was, wenn die Magie ausgerechnet einem ganz und gar unmagischen Menschen aufgezwungen wird? Der Film erzählt vom Glauben, von Familie und vom Sinn von Weihnachten, ohne dabei jemals zu predigen. Die Mischung aus Zynismus und Wärme sorgt dafür, dass sich auch die Eltern auf dem Sofa nicht langweilen, und das ist bei einem Familienfilm Gold wert.
Dazu gehört Santa Clause - Eine schöne Bescherung zu dem kleinen Kreis von Weihnachtsfilmen, in denen Lachen und Rührung ungefähr gleich verteilt sind. Es ist nicht der größte Film, den du je gesehen hast, aber er liefert genau das, was man sich im Dezember zu einer Tasse heißer Schokolade wünscht.
Für wen ist der Film?
- Für dich, wenn: Für Familien, die einen gemeinsamen Weihnachtsfilm suchen, und für alle, die Tim Allens trockenen Humor und nostalgische Festtagskomödien von früher mögen.
- Lieber auslassen, wenn: Wer eine unvorhersehbare Handlung, moderne Schauwerte oder ernstes Drama sucht, wird den Film zu leicht und zu vertraut finden.
Wenn er dir gefällt, schau auch: Home Alone (1990), Das Wunder von Manhattan (1994), Elf (2003), Der Polarexpress (2004)
Häufige Fragen
Worum geht es in Santa Clause - Eine schöne Bescherung?
Scott Calvin zieht nach einem Unfall den Mantel des Weihnachtsmanns an und schließt damit unwissentlich einen Vertrag: Ab sofort muss er selbst als Weihnachtsmann die Geschenke verteilen.
Wann kam Santa Clause - Eine schöne Bescherung in die deutschen Kinos?
Der Film startete am 1. November 1995 in Deutschland.
Wie lang ist Santa Clause - Eine schöne Bescherung?
Der Film dauert 97 Minuten.
Wer hat Santa Clause - Eine schöne Bescherung inszeniert?
Regie führte John Pasquin.
Wer spielt in Santa Clause - Eine schöne Bescherung mit?
Tim Allen spielt die Hauptrolle als Scott Calvin, dazu sind Judge Reinhold, Wendy Crewson, Eric Lloyd, David Krumholtz, Larry Brandenburg, Mary Gross und Paige Tamada zu sehen.
Wie lautet der Originaltitel von Santa Clause - Eine schöne Bescherung?
Der Originaltitel des US-Films lautet The Santa Clause.
Ziehen wir dieses Jahr wieder den Weihnachtsmantel mit Santa Clause - Eine schöne Bescherung an?
Ja, ohne Zögern. Santa Clause - Eine schöne Bescherung ist kein revolutionärer Film, aber mit so viel Liebe und Humor gemacht, dass man ihn Jahr für Jahr gern wieder hervorholt. Tim Allens widerwilliger Weihnachtsmann gehört zu den sympathischsten Figuren des Genres, und 97 Minuten sind genau richtig, damit die Kinder nicht unruhig werden und die Erwachsenen trotzdem gut lachen können. Wer für die Feiertage einen verlässlichen, warmherzigen Familienfilm sucht, findet kaum etwas Besseres. Nur nicht wundern, wenn dieses Jahr ein etwas seltsamerer Weihnachtsmann durch den Kamin steigt als sonst.
