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Kritik · Kinostart: 24.11.1994

Die Maske Kritik: Jim Carreys Gesicht, für das die Neunziger zu klein waren

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Manche Filme bleiben einem im Gedächtnis wie ein grüner Zuckerschock, und Die Maske ist genau so einer. Chuck Russells Komödie startete im November 1994 in den deutschen Kinos und bewies auf einen Schlag, dass Jim Carreys Gesicht eigentlich kein Gesicht ist, sondern ein Spezialeffekt. Ich habe ihn noch einmal gesehen, und ehrlich gesagt: Das Grinsen ist immer noch breit, auch wenn hier und da die Farbe ein wenig abgeblättert ist.

7,7/10
Wertung
Eine Cartoonfigur, die versehentlich in einen echten Menschen geschlüpft ist und dadurch eine der unterhaltsamsten Komödien der Neunziger wurde.
Story
6
Schauspiel
9
Regie
8
Optik
8
Musik und Ton
8
Emotionen
7

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Die Maske: Trailer

Filmdaten

OriginalThe Mask
Kinostart in Deutschland24.11.1994
RegieChuck Russell
BesetzungJim Carrey, Peter Riegert, Peter Greene, Amy Yasbeck, Richard Jeni, Orestes Matacena
GenreKomödien, Fantasyfilme, Krimis, Romantische Filme
Laufzeit101 Min.
FSK12
LandAmerikanische Filme

Stanley, der größte Pechvogel der Welt

Die Ausgangslage ist simpel, und genau deshalb funktioniert sie. Stanley Ipkiss gehört zu den Menschen, denen das Brot immer auf die Butterseite fällt und die sich sogar dann entschuldigen, wenn sie selbst angerempelt werden. Er ist ungeschickt, bescheiden, ein bisschen bemitleidenswert und dabei so liebenswert, dass man ihm schon nach zehn Minuten die Daumen drückt. Dann kommt die Wende: Eine uralte Maske fällt ihm in die Hände, und sobald er sie aufsetzt, ist Stanley nicht mehr der, der er war.

Das maskierte Alter Ego ist alles, was Stanley nicht ist: frech, unwiderstehlich, hemmungslos unterhaltsam und mit jedem Trick vertraut. Die erste Hälfte des Films ist im Grunde eine riesige Wunschfantasie darüber, wie es wäre, einmal im Leben der coolste Typ im Raum zu sein. In der zweiten Hälfte landet die Maske allerdings bei einem neuen Besitzer, der alles andere als verspielt ist und mit seinen übermenschlichen Kräften die ganze Stadt in die Hand bekommen will. Jetzt muss unser tollpatschiger Held selbst aktiv werden, und die Komödie kippt in Richtung Krimi und Superheldenabenteuer.

Als Geschichte ist das nicht kompliziert und will es auch gar nicht sein. Das Drehbuch ist eher ein Gerüst, an dem die Gags aufgehängt werden, aber dieses Gerüst ist erstaunlich stabil: Es gibt etwas zu verlieren, es gibt einen Bösewicht, eine Liebesgeschichte und einen Helden, dessen Entwicklung man ihm tatsächlich abnimmt.

Jim Carrey, der Gummimensch

Man kann über Regie, Effekte und Musik reden, aber seien wir ehrlich: Dieser Film dreht sich um einen einzigen Menschen. Jim Carrey schlug zur selben Zeit ein wie mit Ace Ventura, Ein tierischer Detektiv und Dumm und Dümmer, und wer damals noch Zweifel hatte, dass dieser Typ ein Phänomen ist, war nach Die Maske garantiert still.

Das Geniale daran: Carrey spielt zwei völlig verschiedene Rollen gleichzeitig. Als Stanley ist er zurückhaltend, linkisch, fast melancholisch, und darin steckt etwas sehr Menschliches. Hinter der Maske bricht dagegen die Hölle los: Er tanzt, singt, verwandelt sich, plappert ohne Punkt und Komma, und sein Körper biegt sich, als hätte er keine Knochen. Viele Schauspieler würden zwischen den Effekten untergehen, Carrey dagegen tritt mit Gesicht und Körper gegen den Computer an und gewinnt oft.

Natürlich braucht es eine gewisse Toleranz. Wer Carreys überdrehten Stil nicht erträgt, dem werden die tatsächlichen 101 Minuten wie zwei Stunden vorkommen. Ich sage aber: So reine, ausgelassene komische Energie sieht man selten auf der Leinwand.

Ein Cartoon zwischen echten Kulissen

Chuck Russell verdient Lob für seine Regie, weil er erkannt hat, dass man diesen Film auf keinen Fall realistisch angehen darf. Die Maske folgt ganz bewusst der Logik alter amerikanischer Zeichentrickfilme, in denen die Augen aus dem Kopf springen, der Unterkiefer bis zum Boden fällt und das Herz aus der Brust hämmert. Mitte der Neunziger war das unglaublich frisch, und ein Großteil der Optik hält sich bis heute überraschend gut.

Nicht jeder Effekt ist gut gealtert, an manchen Stellen merkt man, dass Computertricks damals noch in den Kinderschuhen steckten. Hier stört das allerdings kaum: Der Stil ist ohnehin übertrieben, laut und bunt, sodass die leicht plastikhaften Momente eher zur Stimmung gehören als zum Ärgernis werden. Und der grüne Kopf im gelben Anzug ist so ikonisch geworden, dass ihn auf jeder Faschingsparty bis heute jeder erkennt.

Musik und Atmosphäre beschwören die Welt swingender Nachtclubs von früher herauf, was perfekt zur Showman-Energie der maskierten Figur passt. Die Tanzszenen dieses Films hat man auch Jahre später noch vor Augen.

Die Nebenfiguren und der Bösewicht

Neben so einem Wirbelsturm haben es die übrigen Darsteller nicht leicht, aber das Ensemble liefert solide ab. Peter Greene gibt als Dorian Tyrrell genau den kalt bedrohlichen Gangster, den es braucht, damit all der Klamauk ein Gegengewicht bekommt. Ausgefeilt ist die Figur nicht, muss sie aber auch nicht sein: Sie soll im zweiten Akt für Gefahr sorgen, und das tut sie.

Peter Riegert als Mitch Kellaway, Amy Yasbeck als Peggy Brandt und Richard Jeni als Charlie Schumaker füllen Stanleys Welt gut aus. Sie stehen für sein gewöhnliches Leben ohne Maske, und genau in diesem Kontrast zündet der Humor. In kleineren Rollen sorgen Orestes Matacena, Tim Bagley und Nancy Fish für die karikaturhaften Randfiguren, die man in so einem Film erwartet.

Mal ehrlich: Wegen der Nebenrollen erinnert sich niemand an diesen Film. Aber eine gute Komödie braucht eine sauber gezeichnete Kulisse, und die ist hier vorhanden.

Wo das Grinsen verrutscht

Es wäre unfair, nur zu schwärmen. Die klare Schwachstelle des Films ist sein Genremix. Komödie, Fantasy, Krimi und Romanze in einem, und auch wenn dieser Cocktail meistens Spaß macht, merkt man manchmal, dass der Kriminalplot eher Pflichtübung als echtes Anliegen ist. Die besten Momente sind immer die, in denen die Maske loslegt, während man bei den Gangsterszenen gelegentlich auf den nächsten Irrsinn wartet.

Auch ein Teil des Humors ist spürbar ein Kind seiner Zeit. Was Mitte der Neunziger gewagt und neu war, entlockt heute eher ein nostalgisches Lächeln als lautes Gelächter. Das ist nicht die Schuld des Films, sondern der Zeit, aber wer ihn jetzt zum ersten Mal sieht, sollte damit rechnen.

Warum schauen wir ihn auch dreißig Jahre später noch?

Weil Die Maske eigentlich von einem ganz einfachen, sehr menschlichen Wunsch erzählt: Wie wäre es, einmal alle Hemmungen abzulegen? Hinter Stanleys Geschichte steckt der Gedanke, dass Mut, Humor und Charisma vielleicht gar nicht in der Maske wohnen, sondern in uns selbst. Der Film reibt einem das nicht unter die Nase und moralisiert nicht, aber es schwingt im Hintergrund mit, und dadurch wird er mehr als eine bloße Gagparade.

Außerdem hat er etwas, das heutigen, sorgfältig austarierten Komödien oft fehlt: Wagemut. Dieser Film hat keine Angst, lächerlich zu sein oder zu übertreiben, und genau deshalb kann man ihm nicht böse sein.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Ace Ventura, Ein tierischer Detektiv (1994), Dumm und Dümmer (1994), Falsches Spiel mit Roger Rabbit (1988), Ghostbusters, Die Geisterjäger (1984), Der Dummschwätzer (1997)

Häufige Fragen

Wann kam Die Maske in die deutschen Kinos?

Die Maske startete am 24. November 1994 in Deutschland.

Worum geht es in Die Maske?

Stanley Ipkiss ist ein glückloser Tollpatsch, der eine uralte Maske findet. Setzt er sie auf, verwandelt er sich in ein selbstbewusstes, umwerfend unterhaltsames Alter Ego. Später gerät die Maske an einen gefährlichen Besitzer, der die Stadt unter seine Kontrolle bringen will, und Stanley muss eingreifen.

Wie lang ist Die Maske?

Der Film dauert 101 Minuten.

Wer hat Die Maske inszeniert?

Regie führte Chuck Russell.

Wer spielt die Hauptrolle in Die Maske?

Jim Carrey spielt sowohl Stanley Ipkiss als auch dessen maskiertes Alter Ego.

Wer ist der Bösewicht in Die Maske?

Der Schurke ist Dorian Tyrrell, gespielt von Peter Greene.

Setzen wir die grüne Maske noch einmal auf?

Ja, ohne zu zögern. Die Maske ist kein makelloser Film: Der Krimiplot ist dünn, der Bösewicht schablonenhaft, und manchen Effekten sieht man ihr Alter an. Aber das Wesentliche strahlt bis heute: Jim Carrey füllt die Leinwand mit einer Energie, wie man sie seitdem nur selten gesehen hat, und Chuck Russell hat den Mut gehabt, den Film zum lebendigen Cartoon werden zu lassen. Für einen verregneten Abend, mit Freunden oder einfach aus Nostalgie ist er immer noch eine der sichersten Wahlen. Von mir gibt es starke 8 Punkte, und ein guter Teil davon geht allein auf das Konto des Grinsens im gelben Anzug.

Wertung: 7,7/10 · Story 6 · Schauspiel 9 · Regie 8 · Optik 8 · Musik und Ton 8 · Emotionen 7