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Kritik · Kinostart: 12.1.2017

La La Land Kritik: Das Musical, das auch nach zehn Jahren noch wehtut, und genau deshalb lieben wir es

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Manche Filme sieht man nicht nur einmal, weil man beim zweiten Mal etwas anderes von ihnen erwartet und auch etwas anderes bekommt. La La Land ist genau so ein Film: An der Oberfläche ein bunter, tänzerischer, sonnendurchfluteter Los-Angeles-Traum, darunter eine schonungslos ehrliche Frage danach, was ein Traum wert ist, wenn man unterwegs einen Menschen verliert. Damien Chazelles Film kam im Januar 2017 in die deutschen Kinos und hat seitdem nichts von seiner Strahlkraft verloren.

9,3/10
Wertung
Herzzerreißend und wunderschön komponiert: ein modernes Musical, das zugleich ein Liebesbrief an das alte Hollywood und eine nüchterne Warnung an alle Träumer ist.
Story
8
Schauspiel
9
Regie
10
Optik
10
Musik und Ton
10
Emotionen
9

Die Gesamtwertung ist der Durchschnitt der sechs Kriterien.

Filmdaten

Kinostart in Deutschland12.1.2017
RegieDamien Chazelle
BesetzungRyan Gosling, Emma Stone, John Legend, Rosemarie DeWitt, Finn Wittrock, Callie Hernandez
GenreKomödien, Dramen, Romantische Filme
Laufzeit128 Min.
FSK0
LandAmerikanische Filme

Wo kann man La La Land streamen?

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Streaming-Daten: JustWatch · Stand: 13.10.2026

Kaffee, Jazz und Castings: Worum geht es?

Die Geschichte handelt von zwei Menschen, die in derselben Stadt mit demselben Hunger versuchen, jemand zu werden. Mia (Emma Stone) ist eine aufstrebende Schauspielerin, die zwischen ihren Vorsprechen Filmstars den Milchkaffee serviert. Sie sieht also jeden Tag aus nächster Nähe das Leben, nach dem sie sich sehnt, nur eben von der falschen Seite der Theke. Sebastian (Ryan Gosling) ist Jazzmusiker, der auf Cocktailpartys und in schmuddeligen Bars spielt, während in seinem Kopf eine ganz andere musikalische Welt lebt.

Ihre Liebe ist keine zuckersüße Romanze, sondern ein Bündnis zweier ehrgeiziger Menschen. Und hier kommt der Haken, den schon die Ausgangslage erahnen lässt: Je näher der Erfolg rückt, desto öfter stehen die beiden vor Entscheidungen, die ihre zerbrechliche Beziehung angreifen und auch die Träume, für die sie so hart gearbeitet haben. Mehr verrate ich nicht, denn diesen Film sollte man erleben, solange die Überraschungen noch an ihrem Platz sind.

Gosling und Stone: Chemie, die man nicht inszenieren kann

Ich lege mich fest: Dieses Paar gehört zu den besten Filmduos der 2010er Jahre. Ryan Gosling und Emma Stone standen schon vorher gemeinsam vor der Kamera (in der Romcom Crazy, Stupid, Love.), und das merkt man. Kein Fremdeln, kein berechnetes Flirten, die Verspieltheit und die Reibung zwischen ihnen wirken einfach echt.

Goslings Sebastian ist ein bisschen arrogant, ein bisschen gekränkter Purist, der den Jazz verteidigt, als ginge es um einen sterbenden Verwandten. Er kann nerven, und genau das macht ihn gut. Das eigentliche Herz des Films ist aber Emma Stone: In Mias Castingszenen steckt so viel kleine Demütigung und so viel Hoffnung, dass man förmlich mit ihr schwitzt. Unvergesslich machen die beiden nicht perfekte Singstimmen oder Tanzkünste auf Broadway-Niveau, sondern die Verletzlichkeit, die in jeder ihrer Bewegungen steckt.

Unter den Nebenfiguren verdient John Legend als Keith eine eigene Erwähnung: Seine Figur verkörpert genau das Dilemma, das Sebastian quält, nämlich wie viel man von den eigenen Prinzipien für den Erfolg aufgeben darf. Rosemarie DeWitt als Laura, Finn Wittrock als Greg sowie Callie Hernandez, Sonoya Mizuno und Jessica Rothe als Mias Freundinnen bringen zusätzliche Farbe ins Bild, auch wenn der Film ganz klar seinen beiden Hauptfiguren gehört.

Damien Chazelle, besessen vom Rhythmus

Wer Chazelles vorherigen Film Whiplash gesehen hat, weiß, dass dieser Regisseur Musik nicht als Hintergrund behandelt, sondern als Frage von Leben und Tod. In La La Land steckt dieselbe Besessenheit, nur in bunterem Gewand. Dort bluteten die Drumsticks, hier blutet das Herz.

Die Inszenierung ist schlicht brillant. Die Kamera tanzt mit den Figuren, lange Einstellungen ohne Schnitt fühlen sich an, als wäre man in ein altes Hollywood-Musical geraten, nur mit einem modernen, leicht melancholischen Unterton. Chazelle weiß genau, wann er die Realität loslassen und wann er uns wieder auf den Boden holen muss. Aus diesem Wechsel entsteht der Puls des Films: Eben schweben wir noch zwischen den Sternen, im nächsten Moment sitzen wir an einem peinlichen Abendessen.

Was begeistert: Farben, Melodien und eine Stadt mit eigener Rolle

Los Angeles ist hier keine Kulisse, sondern eine Figur. Mit lila-orangen Sonnenuntergängen, neonbeleuchteten Bars und endlosen Highways ist die Stadt verführerisch und grausam zugleich. Die Bildsprache schwelgt in satten Farben, und die Kostüme (vor allem Mias Kleider) sprechen fast eine eigene Sprache.

Ich gebe zu, beim ersten Sehen hatte ich mehrmals Gänsehaut, und diese Wirkung hat sich auch beim Wiedersehen nicht abgenutzt.

Wo gerät der Zauber ins Wanken?

Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich nur schwärmen würde. Der Mittelteil ist spürbar langsamer, die 128 Minuten Laufzeit sind nicht überall gerechtfertigt, und manche empfinden die zweite Hälfte, die sich der Wirklichkeit zuwendet, als zu abrupten Stimmungswechsel. Wer ein klassisches, durchgehend fröhliches Musical erwartet, könnte enttäuscht werden, denn der Film beschönigt nicht, was Ehrgeiz kostet.

Auch die Monologe des Jazzpuristen Sebastian spalten: Stellenweise wirken sie eher belehrend als leidenschaftlich. Und ja, die Gesangsstimmen der Hauptdarsteller haben keine Opernhausqualität. Für mich ist das eher eine Stärke, weil es die beiden menschlich macht, aber ich verstehe, wenn es jemanden stört.

Für wen ist der Film?

Wenn er dir gefällt, schau auch: Whiplash (2014), Du sollst mein Glücksstern sein (1952), Die Regenschirme von Cherbourg (1964), Greatest Showman (2017), A Star Is Born (2018)

Häufige Fragen

Worum geht es in La La Land?

Die aufstrebende Schauspielerin Mia und der Jazzmusiker Sebastian versuchen in Los Angeles, ihre Träume zu verwirklichen. Je größer der Erfolg wird, desto mehr stehen sie vor Entscheidungen, die ihre Beziehung und ihre Ziele auf die Probe stellen.

Wann kam La La Land in die deutschen Kinos?

Der Film startete am 12. Januar 2017 in Deutschland.

Wie lang ist La La Land?

Der Film dauert 128 Minuten.

Wer hat La La Land inszeniert?

Regie führte Damien Chazelle, der zuvor bereits Whiplash gedreht hatte.

Wer spielt die Hauptrollen in La La Land?

Ryan Gosling spielt Sebastian, Emma Stone spielt Mia, daneben ist John Legend als Keith zu sehen.

Lohnt es sich, heute noch einmal in La La Land einzutauchen?

Unbedingt. La La Land gehört zu den seltenen Filmen, die nicht altern, sondern reifen. Beim ersten Mal verzaubert er, beim zweiten Mal bleibt man an den Details hängen, und beim dritten Mal ertappt man sich dabei, über die eigenen Entscheidungen nachzudenken. Chazelle hat nicht den bequemen Weg gewählt: Statt eines zuckergussüberzogenen Märchens liefert er ein wunderschönes, bittersüßes Bekenntnis darüber, dass der Preis unserer Träume oft höher ist, als wir denken. Schließ eine gute Box an, mach das Licht aus und lass dich vom lila Himmel über Los Angeles und seiner Melodie einfangen. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten, und die vergebe ich nicht leichtfertig.

Wertung: 9,3/10 · Story 8 · Schauspiel 9 · Regie 10 · Optik 10 · Musik und Ton 10 · Emotionen 9